längerer Unterrichtsausfall

Hallo,

im Abschlussjahr eines Abiturjahrgangs fällt ein Mathelehrer langfristig aus. Für zwei der normalerweise sechs Wochenstunden wird ein Ersatzlehrer gestellt. Für die Schüler ergibt sich das Problem, dass Mathematik in der Abiturprüfung vorkommt, für den Rest des Jahres aber 2/3 des Unterrichts ausfallen. Die Schulleitung erwiedert auf Nachfrage, dass die Schüler den Stoff halt selbstständig aufarbeiten müssten.
Und nun meine Frage:
Ist die Schule bei einem so langen Ausfall einer Lehrkraft verpflichtet, Ersatz zu stellen?
Das ganze passiert in Niedersachsen.

Vielen Dank für Antwort.

Grüsse

Jörg

Hallo Jörg,

was sagt die Schulaufsichtsbehörde zu diesem Vorgang?

Daß Schüler Stoff selbständig zu erarbeiten haben halte ich für eine unverschämte Äußerung, da könnte man schließlich die gesamte Schule in Frage stellen.

Gandalf

im Abschlussjahr eines Abiturjahrgangs fällt ein Mathelehrer
langfristig aus. Für zwei der normalerweise sechs
Wochenstunden wird ein Ersatzlehrer gestellt. Für die Schüler
ergibt sich das Problem, dass Mathematik in der Abiturprüfung
vorkommt, für den Rest des Jahres aber 2/3 des Unterrichts
ausfallen. Die Schulleitung erwiedert auf Nachfrage, dass die
Schüler den Stoff halt selbstständig aufarbeiten müssten.
Und nun meine Frage:
Ist die Schule bei einem so langen Ausfall einer Lehrkraft
verpflichtet, Ersatz zu stellen?
Das ganze passiert in Niedersachsen.

Man stelle sich vor:
Eine Kultusministerin macht Werbung für ihre tolle Bildungspolitik. Sie will Geld investieren, ist für alle da, richtet eine Hotline ein. Bei Ausfall des Unterrichts gibt es natürlich (so sagt sie / ihr Ministerium) „Feuerwehrlehrkräfte“, die Schulen müssen diese nur einstellen.

Und dann kommen die Haken:
Kurz nach der öffentlichkeitswirksamen Mitteilung bekommen Schulen eine Anweiseung, dass keine Feuerwehrlehrkräfte mehr eingestellt werden dürfen.

Einige Fächer werden als „Mangelfächer“ definiert. Schulen, die dort Bedarf haben, aber deren Bedarf (durch die Landesschulbehörde) nicht als außergewöhnlich empfunden wird, dürfen Lehrer dieser Fächer nicht einstellen, Bewerbungen solcher Lehrer müssen ohne weitere Verzögerung wieder zurückgeschickt werden. Eine Einstellung darf nicht erfolgen.

Und es stimmt: Manche Fächer sind „Mangelfächer“. Dort einen qualifizierten Lehrer zu finden (insbesondere für einen Abiturkurs) lässt die Suche nach der Nadel im Heuhaufen als leicht lösbare Aufgabe erscheinen…

Den Rest kann man sich denken…

Hallo Gandalf,

was sagt die Schulaufsichtsbehörde zu diesem Vorgang?:

Ich bin zwar nicht aus Niedersachsen, aber was die Schulbehörde sagt, kann ich dir in etwa prophezeihen: „Es stehen landesweit keine Lehrkräfte für Mathematik zur Verfügung, Bewerbungen gibt es keine. Die Schule muss den Ausfall hausintern auffangen“. Das bedeutet: nur über zusätzliche Stunden,oder Stunden, die in anderen Klassen gestrichen werden, kann der Ausfall aufgefangen werden. Und diese Stunden - und das wird in der Regel das Hauptproblem sein - müssen in den Stundenplan des Kurses passen, denn in der Oberstufe herrscht das Kurssystem, was bedeutet, dass die Lerngruppen in jeder Stunde anders zusammengesetzt sind und eine Stunde außerhalb des laufenden Plans nur morgens vor der 1.Stunde (hier in RLP nicht als Pflichtunterricht zulässig) oder spätnachmittags nach der letzten Stunde (denn irgendein Schüler oder der Lehrer hat immer die letzte Strunde Unterricht) stattfinden kann.
Die Probleme sind also vielschichtig, wie du siehst…

Daß Schüler Stoff selbständig zu erarbeiten haben halte ich
für eine unverschämte Äußerung, da könnte man schließlich die
gesamte Schule in Frage stellen.

Naja, an der Uni muss man auch den Kram im Wesentlichen selbst erarbeiten, und es handelt sich ja nicht um eine 9.Klasse, sondern um Abiturienten. Und sie haben ja nicht keinen, sondern nur verkürzten Unterricht.
Gruß Orchidee

Hallo, Jörg!

Die Schulleitung erwiedert auf Nachfrage, dass die
Schüler den Stoff halt selbstständig aufarbeiten müssten.

Das ist ja doch wohl absurdes Theater. Man muss sich die Sache nur mal so vorstellen: Ein Schüler besucht den regulären Mathe-Unterricht nicht, mit der Begründung, er könne sich das ja auch zu Hause erarbeiten. Würde er im extremsten Fall nicht von der Schule verwiesen?
Vielleicht sollte man das mit einer Schulleitung exekutieren, die der Vorbereitung auf das Abitur - und damit den Studien- und Lebenschancen der ihnen anvertrauten Jugendlichen - nicht den absoluten Vorrang einräumt.
Hannes

Hallo Orchidee,

Naja, an der Uni muss man auch den Kram im Wesentlichen selbst
erarbeiten, und es handelt sich ja nicht um eine 9.Klasse,
sondern um Abiturienten.

natürlich ist es im Einzelfal Schülern durchaus möglich, sich den Stoff selbst zu erarbeiten, und manche tun das sogar freiwillig (http://www.spiegel.de/schulspiegel/abi/0,1518,572216…) - aber nicht jedem ist das gegeben, und es von Schülern einzufordern ist imho schon ein starkes Stück.

Gerüchten zufolge soll es ja durchaus noch den einen oder anderen Unterschied zwischen Schule und Studium geben … ;o)

Beste Grüße

=^…^=

Moin Orchidee,

Naja, an der Uni muss man auch den Kram im Wesentlichen selbst
erarbeiten, und es handelt sich ja nicht um eine 9.Klasse,
sondern um Abiturienten. Und sie haben ja nicht keinen,
sondern nur verkürzten Unterricht.

dann mach doch Nägel mit Köpfen und laß in der gesamten Oberstufe die Lehrer weg.
Tut mir leid aber dieses Argument ist m.E. ziemlich daneben.

Es mag sicher eine Mangelwirtschaft geben, das war zu meiner Schulzeit auch nicht anders, aber diesen Mangel so zu entschuldigen ist keine Lösung.

Abiturienten müssen sich (in Zeiten eines Znetralabiturs) auf eine Prüfung vorbereiten, die ihr weiteres Leben nicht unwesentlich mitentscheidet. Wenn sie ein NC-Fach studieren wollen und ihre Matheprüfung vergeigen macht das wohl weniger Spaß.

*kopfschüttel*

Gandalf

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Moin Orchidee,

Moin Gandals,

dann mach doch Nägel mit Köpfen und laß in der gesamten
Oberstufe die Lehrer weg.
Tut mir leid aber dieses Argument ist m.E. ziemlich daneben.

Es mag sicher eine Mangelwirtschaft geben, das war zu meiner
Schulzeit auch nicht anders, aber diesen Mangel so zu
entschuldigen ist keine Lösung.

Abiturienten müssen sich (in Zeiten eines Znetralabiturs) auf
eine Prüfung vorbereiten, die ihr weiteres Leben nicht
unwesentlich mitentscheidet. Wenn sie ein NC-Fach studieren
wollen und ihre Matheprüfung vergeigen macht das wohl weniger
Spaß.

Was also schlägst du vor, sollte die Schulleitung tun? Ich schlage folgende Möglichkeiten vor:
1.) in vier Klassen, die der Lehrer, der die 2 Wochenstunden vetritt, unterrichtet, wird der Unterricht um je eine Wochenstunde gekürzt. Dafür erteilt er in der 13 4 zusätzliche Mathestunden pro Woche. Diese 4 Stunden werden bis zum Abitur samstags unterrichtet - es sei denn, der Lehrer hätte in den 4 Stunden, in denen der Kurs normalerweise Mathe hat, zufällig frei oder der Stundenplanmacher sieht eine Möglichkeit, durch Umstellungen im Stundenplan diese Stunden freizuschaufeln (ohne dass der Plan für die halbe Schule durchinandergeworfen wird…)
2.) Es wird ein Referendar aus einer Ausbildungschule abgeordnet, der den Unterricht übernimmt. Der hat dann zwar noch nie einen LK gemacht, auch noch nie Abitur korrigiert, aber der Unterricht findet statt. Zugegebenermaßen kenne ich den Ausbildungsplan für Referendare in NS nicht - in manchen Bundesländern könnte das gehen, allerdings könnte das nicht die Schulleitung in die Wege leiten, sondern nur die Schulaufsichtsbehörde.
Ob in beiden Fällen die Betroffenen glücklich sind?
Gruß Orchidee

Moin Orchidee,

Das sind doch zwei Möglichkeiten, immerhin mehr als das, was momentan vorliegt.

Ob in beiden Fällen die Betroffenen glücklich sind?

In meiner grenzenlosen Naivität würde ich wagen zu behaupten - ja.

Gandalf

Hi,

2.) Es wird ein Referendar aus einer Ausbildungschule
abgeordnet, der den Unterricht übernimmt. Der hat dann zwar
noch nie einen LK gemacht, auch noch nie Abitur korrigiert,
aber der Unterricht findet statt.

Alles bloß das nicht. Meine Referendarszeit ist auch lange her, aber die MAthereferendare sind an ihren eigenen Schulen mit Matheunterricht ausgelastet, und referendare dürfen (ich nehme an in NDS wie in Bay) keine Überstunden machen. ABgesehen davon, dass der Unterricht eines REferendars wesentlich schlechter ist als der eines fertigen Lehrers (sehe es an mir selbst) und der Referendar unter Umständen nach einem halben Jahr weg ist.

die Franzi

Hi,

Es mag sicher eine Mangelwirtschaft geben, das war zu meiner
Schulzeit auch nicht anders, aber diesen Mangel so zu
entschuldigen ist keine Lösung.

Es sind nicht genügend Mathelehrer da, nicht genügend Personen. Bei meinem Staatsexamen (E, Ru) 2004 mussten die Mathelehrer einfach nur bestehen und konnten sich die Stelle aussuchen. Jemand mit D, Fr und 1,9 hat nichts bekommen.
Jetzt werden die Leute mit dem Lehramtsstudium fertig, die zu Zeiten begonnen haben, als man für den Berufswunsch noch ausgelacht wurde, weil man ja angeblich eh als Taxifahrer endet. Der nun herrschende Lehrermangel ist die Konsequenz von solchem Gerede und trifft natürlich die Naturwissenschaften in unserer humanistisch geprägten Gesellschaft besonders hart.
2 von 6 Stunden unterrichtet bekommen ist besser als nichts, und man kann viel so organisieren, dass man für die 4 Stunden stillarbeit mit Lösungen gibt und die 2 Stunden für Neueinführung und Diskussion von Fragen hernimmt. Eltern, Politiker, … fordern doch so viel selbständigen Unterricht - Projektarbeit, Gruppenarbeit, Freiarbeit, Webquest. Das bedeutet nichts anderes, als dass sich Schüler Stoff selbständig aneignen (Argument der Pädagogen und Didaktiker: Erziehung zu freien, selbständig denkenden Menschen, Vorbereitung nicht zuletzt auf das Studium, wo man dann nicht mal mehr das Arbeitsblatt und die Literatur vorher zurechtgelegt bekommt).
Und arum soll dann der Lehrer daneben stehen?

Die franzi

Moin Moin,

Was also schlägst du vor, sollte die Schulleitung tun? Ich
schlage folgende Möglichkeiten vor:
1.) in vier Klassen, die der Lehrer, der die 2 Wochenstunden
vetritt, unterrichtet, wird der Unterricht um je eine
Wochenstunde gekürzt. Dafür erteilt er in der 13 4 zusätzliche
Mathestunden pro Woche. Diese 4 Stunden werden bis zum Abitur
samstags unterrichtet - es sei denn, der Lehrer hätte in den 4
Stunden, in denen der Kurs normalerweise Mathe hat, zufällig
frei oder der Stundenplanmacher sieht eine Möglichkeit, durch
Umstellungen im Stundenplan diese Stunden freizuschaufeln
(ohne dass der Plan für die halbe Schule durchinandergeworfen
wird…)

Die Deputatsverschiebung ist natürlich notwendig, nur sehe ich nicht die Notwendigkeit den Samstag zu nehmen. Es ist natürlich aufwändig, den Stundenplan umzustellen, aber das würde ich den Schülern zuliebe schon machen. Es wäre ja nicht das erste mal, dass ich Latein-Französisch-Kopplungen verschiebe. Wir Stundenplaner sollten daran denken, dass wir für die Schüler da sind. Mir ist es in der Zwischenzeit egal, wenn der Plan durcheinandergeworfen wird. Meistens wird er sogar für viele Kollegen und Klassen besser.

2.) Es wird ein Referendar aus einer Ausbildungschule
abgeordnet, der den Unterricht übernimmt. Der hat dann zwar
noch nie einen LK gemacht, auch noch nie Abitur korrigiert,
aber der Unterricht findet statt. Zugegebenermaßen kenne ich
den Ausbildungsplan für Referendare in NS nicht - in manchen
Bundesländern könnte das gehen, allerdings könnte das nicht
die Schulleitung in die Wege leiten, sondern nur die
Schulaufsichtsbehörde.

Man könnte ja auch einen erfahrenen Kollegen in die Oberstufe abziehen und diesen durch den Ref ersetzen.

Ob in beiden Fällen die Betroffenen glücklich sind?

Ich habe es schon oben gesagt, wir sind für die Schüler da, allerdings stellt die Behörde ein und nicht die Schule und die Mathematiker schüttelt man nicht einfach von den Bäumen und der Stundenplan ändert sich auch nicht automatisch.

Wenn ich daran denke wie wir unseren Spanisch-Ersatz im letzten Jahr bekommen haben, die Behörde war dankbar, dass wir einen Vorschlag machten.

Gruß
MK

Hallo!

Der nun herrschende Lehrermangel ist die Konsequenz von
solchem Gerede und trifft natürlich die Naturwissenschaften in
unserer humanistisch geprägten Gesellschaft besonders hart.

Nein! Der Lehrermangel ist die Konsequenz aus der Tatsache, dass die maßgeblichen Leute in den Unterrichtsministerien nicht in der Lage waren, auszurechnen, wie viele Schüler in so-und-so-vielen Jahren das Gymnasium besuchen werden und wieviele Lehrer man dort dann für sie braucht. Als ob man die Zahl der Grundschüler und die (steigenden) Übertrittsquoten nicht kennen würde!
In Bayern z. B. wurden die Notmaßnahmen, die man jetzt bei leeren Wartelisten (als ob die Leute dort ewig warten würden!) anwenden müsste, schon verbraucht, als man noch Einstellungen hätte vornehmen können: Arbeitszeitkonto, Erhöhung des Unterrichtsdeputats, Erhöhung der Klassenfrequenz …

2 von 6 Stunden unterrichtet bekommen ist besser als nichts,
und man kann viel so organisieren, dass man für die 4 Stunden
stillarbeit mit Lösungen gibt und die 2 Stunden für
Neueinführung und Diskussion von Fragen hernimmt.

Und zum aktuellen Fall: Unbegreiflich für mich, wieso man im Schulmanagement sowas nicht organsisieren kann: Kürzung des Mathe-Unterrichts in der Mittelstufe um eine Stunde in ein paar Klassen und mit diesen so gewonnenen Stunden den Unterricht im Abiturkurs abdecken, notfalls mit einiger weniger angeordneter Mehrarbeit. Muss sich halt dann der Stundenplanmacher einen Nachmittag lang vor den PC hocken und einen neuen Stundenplan zustandekriegen. Wofür hat er seine Stundenreduzierung für diesen Job?!
Hannes

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Hi,

Nein! Der Lehrermangel ist die Konsequenz aus der Tatsache,
dass die maßgeblichen Leute in den Unterrichtsministerien
nicht in der Lage waren, auszurechnen, wie viele Schüler in
so-und-so-vielen Jahren das Gymnasium besuchen werden und
wieviele Lehrer man dort dann für sie braucht. Als ob man die
Zahl der Grundschüler und die (steigenden) Übertrittsquoten
nicht kennen würde!

Klar haben sie zu wenig eingestellt. Aber: Das Ministerium regelt nur, wie viele Referendare eine Anstellung bekommen. Es regelt nicht, wie viele studieren und die Staatsexamina machen. Wenn das Ministerium also einfach viele viele Absolventen einfach nciht eingestellt hätte, müßten die ja jetzt arbeitslos herumlaufen, und das ist offensichtlich nicht bei vielen so.

Und zum aktuellen Fall: Unbegreiflich für mich, wieso man im
Schulmanagement sowas nicht organsisieren kann: Kürzung des
Mathe-Unterrichts in der Mittelstufe um eine Stunde in ein
paar Klassen und mit diesen so gewonnenen Stunden den
Unterricht im Abiturkurs abdecken, notfalls mit einiger
weniger angeordneter Mehrarbeit. Muss sich halt dann der
Stundenplanmacher einen Nachmittag lang vor den PC hocken und
einen neuen Stundenplan zustandekriegen. Wofür hat er seine
Stundenreduzierung für diesen Job?!

Da muss ich jetzt mal meine Kollegen Stundenplaner in den Schutz nehmen. Ein Stundenplanumbau wie von Dir vorgeschlagen ist zwar denkbar, aber praktischein Vorgang unvorstellbarer Komplexität. Den Lehrer im Leistungskurs auf diese Weise zu ersetzen hätte einen Umbau des Stundenplanes für alle Klassen (und damit alle Lehrer) zur Verfügung, und die Arbeit dafür nimmt eine Woche in Anspruch. Bei mir an der Schule wird gerade heiß diskutiert, ob nun jede Stunde, in der ein Kollege krank ist, auch tatsächlich vertreten werden muss, und warum die Vertretung immer die gleichen Kollegen trifft und warum man so doofe Stunden vertreten muss… der Vertretungsplaner hat im Normalfall nur einen Kollegen, den er für die Vertretung einsetzen kann. Dabei wird die Stunde immer von jemandem vertreten, der in der betroffenen Klasse sowieso Unterricht hat. Hinderlich sind dabei: Kollegen mit einem Angestelltenvertrag. Die dürfen weder Über- noch Minusstunden machen, sonst gibt es Krach mit der Gewerkschaft. Kollegen mit befristeten Verträgen und sonstigen Verträgen. ähnlicher Grund, dürfen keine Überstunden machen, bzw. werden teils stundenweise bezahlt. Kostet.
Und was die Eltern der Unterstufe an einem Gymnasium für einen Aufstand machen, wenn sich mitten im Schuljahr einfach so der Stundenplan ändert … da muss dann die Nachhilfe umorganisiert werden, die Putzfrau zu einer anderen Zeit kommen, der Musikunterricht ist im weg etc. Das begrieft man selbst als Lehrkraft nur ansatzweise und beobachtet es immer wieder mit mehr oder weniger erstaunen.

Die Franzi

Hihi,

Da muss ich jetzt mal meine Kollegen Stundenplaner in den
Schutz nehmen. Ein Stundenplanumbau wie von Dir vorgeschlagen
ist zwar denkbar, aber praktischein Vorgang unvorstellbarer
Komplexität. Den Lehrer im Leistungskurs auf diese Weise zu
ersetzen hätte einen Umbau des Stundenplanes für alle Klassen
(und damit alle Lehrer) zur Verfügung, und die Arbeit dafür
nimmt eine Woche in Anspruch.

Das ist ein wenig aus der Luft gegriffen, ich mache das nicht nur einmal im Schuljahr. Dann gibt es eben einen geänderten Plan und der wird angeordnet. Punkt und Schluß. Wenn man allerdings vor seiner Stecktafel steht und nicht in der Lage ist den Stundenplan in einem vernünftigen Programm abzubilden, dann handelt es sich um eine Woche. Eine komplexe Stundenplanänderung dauert maximal ein bis zwei Nachmittage (da spreche ich aus Erfahrung, als ich wegen Mutterschutzes ohne Ersatz mit angeordneter Mehrarbeit mehrere Sprach- und Religionskopplungen verschieben durfte.).

Und was die Eltern der Unterstufe an einem Gymnasium für einen
Aufstand machen, wenn sich mitten im Schuljahr einfach so der
Stundenplan ändert … da muss dann die Nachhilfe
umorganisiert werden, die Putzfrau zu einer anderen Zeit
kommen, der Musikunterricht ist im weg etc. Das begrieft man
selbst als Lehrkraft nur ansatzweise und beobachtet es immer
wieder mit mehr oder weniger erstaunen.

Wenn man den Eltern erklärt, dass das so sein muss, damit kein Unterricht ausfällt, dann akzeptieren das die meisten. Diese Entscheidung muss man vertreten und mit den richtigen Mitteln kommunizieren. Man muss auch sehen, dass man es nicht allen Recht machen kann.

Ich habe auch gemerkt, dass die erste Stundenplanänderung die schwierigste ist, weil man einen riesigen Problemberg sieht. In der Zwischenzeit sind für mich Stundenplanänderungen völlig normal. Da wird eine Kollegin schwanger, die nächste auch, man bekommt teilweise Ersatz, teilweise wird das Deputat geändert. Das ist Alltag, das ist normal und nichts ungewöhnliches. Wenn das Stundenplankorsett zwickt, dann ändert man es eben. Diese Arbeit erfordert Zeit, aber die kann man sich ja nehmen. Notfalls über Klassenstillarbeit.

Gruß
M.

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Hallo!

Das Ministerium
regelt nur, wie viele Referendare eine Anstellung bekommen. Es
regelt nicht, wie viele studieren und die Staatsexamina
machen.

Und warum haben sich dann die nicht eingestellten Referendare so bitter beklagt, sie seien von den Versprechungen des KM ins Lehramtsstudium „hineingelockt“ worden und jetzt würden sie trotz guter Examina nicht übernommen??

Wenn das Ministerium also einfach viele viele
Absolventen einfach nciht eingestellt hätte, müßten die ja
jetzt arbeitslos herumlaufen, und das ist offensichtlich nicht
bei vielen so.

Ja sollen denn junge Leute, die eine Familie gründen wollen, auf der Warteliste versauern? Die Tatsache, dass sie anderswo untergekommen sind, beweist doch grad, dass sie gut qualifiziert sind.

Und zum aktuellen Fall: Unbegreiflich für mich, wieso man im
Schulmanagement sowas nicht organsisieren kann: […]

Da muss ich jetzt mal meine Kollegen Stundenplaner in den
Schutz nehmen.

Dein kollegiales Mitgefühl in Ehren! Aber darum kann es hier nicht gehen.

Ein Stundenplanumbau wie von Dir vorgeschlagen
ist zwar denkbar, aber praktischein Vorgang unvorstellbarer
Komplexität.

Das muss mir niemand erklären. Aber wenn ich um mich schau, dann ist es so: Die einen Schulen schaffen es, wenigstens mit einem befristeten Provisorium und mit Anstand derartige Katastrophen zu bewältigen, die anderen beklagen die Unmöglichkeit.

Den Lehrer im Leistungskurs auf diese Weise zu
ersetzen hätte einen Umbau des Stundenplanes für alle Klassen
(und damit alle Lehrer) zur Verfügung,

Doch nicht nur für den Wechsel im LK! Es stellt sich das gleiche Problem doch auch beim Wechsel der Referendare zum Halbjahr. Wann entspricht denn die Zuweisung genau den Angängen? Da muss doch immer umgestellt und in der Unterrichtsverteilung umdisponiert werden,

und die Arbeit dafür
nimmt eine Woche in Anspruch.

Nimmt es halt, ok. Wofür ist man denn da, wenn nicht dafür, das, was man macht, möglichst gut zu machen?
Macht ihr nach dem Abitur keinen neuen Stundenplan, um den nun nicht mehr im K 13 unterrichtenden Lehrkräften die Löcher in ihrem Stundenplan zu ersparen? Geht doch auch!

Bei mir an der Schule wird
gerade heiß diskutiert, […] warum
man so doofe Stunden vertreten muss…

Kommentar überflüssig.

der Vertretungsplaner
hat im Normalfall nur einen Kollegen, den er für die
Vertretung einsetzen kann.

Da habt ihr einen gut funktionierenden Personalrat, der durchgesetzt hat, dass die Kollegen wenig freie Zwischenstunden haben. Sachdienlich ist das nicht, wie sich zeigt.

Und was die Eltern der Unterstufe an einem Gymnasium für einen
Aufstand machen, wenn sich mitten im Schuljahr einfach so der
Stundenplan ändert …

Wie schon gesagt, das ist auch mitten im Schuljahr bei den Halbzeitversetzungen der Fall.

Das begrieft man
selbst als Lehrkraft nur ansatzweise und beobachtet es immer
wieder mit mehr oder weniger erstaunen.

Nö, das ist der Normalfall. Er lässt sich aber erklären und begreifbar machen.
Gruß!
Hannes

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Hi,

Und warum haben sich dann die nicht eingestellten Referendare
so bitter beklagt, sie seien von den Versprechungen des KM ins
Lehramtsstudium „hineingelockt“ worden und jetzt würden sie
trotz guter Examina nicht übernommen??

Das ist ja nicht „regeln“.
Im Normalfall läuft das antizyklisch … wenn grad bestimmte Berufe gesucht werden (Lehrer, Informatiker), studieren das übermäßig viele. Wenn die dann fertig sind, gibt es ein Überangebot, und nciht alle kriegen was. Dann wird erzählt, dass man das nciht studieren soll, eh brotlos, sieht man ja usw. Daraufhin studieren deutlich weniger das jeweilige Fach, und wenn dieser Jahrgang fertig ist, gibt es deutlich zu wenig Absolventen. Dann muss wieder Werbung gemacht werden für den Beruf - natürlich auch vom Ministerium, dass dann z.B. sagt, sie werden viele neue Lehrer einstellen. Aber das Ministerium kann ja niemanden zum Studium zwangseinweisen - das wäre regeln! Besser hilft es da, auf den Volksmund zu hören und das zu studieren, was grad keiner macht, und ein bisschen die Bevölkerungsentwicklung im Auge zu haben,wenn man einen Beruf wie Lehrer ergreifen will.

Macht ihr nach dem Abitur keinen neuen Stundenplan, um den nun
nicht mehr im K 13 unterrichtenden Lehrkräften die Löcher in
ihrem Stundenplan zu ersparen? Geht doch auch!

Ich bin an einer FOS/BOS, wir haben mindestens zwei Stundenplanumstellungen im Jahr: zum Halbjahr, da fängt ein einzelner neuer Kurs an, und im Juni, wenn das Abi geschrieben ist. Oft kommen noch zwei komplette Umbauten dazu, weil jemand schwanger ist / war oder länger krank ist.

Bei mir an der Schule wird
gerade heiß diskutiert, […] warum
man so doofe Stunden vertreten muss…

Kommentar überflüssig.

Sorry. Hätte schreiben sollen, das ich die Diskussion nciht verstehe, ich bin für Vertretung, aus verschiedensten Gründen.

der Vertretungsplaner
hat im Normalfall nur einen Kollegen, den er für die
Vertretung einsetzen kann.

Da habt ihr einen gut funktionierenden Personalrat, der
durchgesetzt hat, dass die Kollegen wenig freie
Zwischenstunden haben. Sachdienlich ist das nicht, wie sich
zeigt.

Örm nö, das ist nicht der Personalrat, das ist, weil an der Schule entschieden wurde, dass nur Kollegen, die in einer Klasse auch unterrichten, in der Klasse auch vertreten. Einmal, damit die Schüler nur bekannte Gesichter haben, aber vor allem, um in jedem Fach Kontinuität zu haben. Unsere Schüler sind nur 1-2 Jahre bei uns, da macht es einen großen Unterschied, wenn in einem Fach der Unterrichtsstil wechselt. Da ist dann die Auswahl an Vertretern nicht groß.
Was die Unterstufeneltern angeht… 3 Jahre war ich ja auch am Gymnasiuim, und 99.9% der Eltern sind wirklich toll. Nur der REst macht halt derartig stress … das ist das einzige, was ich am Gymnasium nicht vermisse.

Die Franzi

Hi,

Das ist ein wenig aus der Luft gegriffen, ich mache das nicht
nur einmal im Schuljahr.

Bei uns dauert es länger. FOS / BOS, die FOS-Schüler sind abwechselnd in Praktikum und Schule, und außerdem haben wir eine Außenstelle in der Nachbarstadt.Das verkompliziert das Ganze dann imens. Ist aber, da hast du dann schon recht, wahrscheinlich nur bedingt vergleichbar.

Notfalls über Klassenstillarbeit.

Das ist mehr als nur eine Notlösung … habe ich gerade drei Wochen lang gemacht, die Englischkollegin der Parallelklasse war erkrankt, und ich hab ihre Klasse mitunterrichtet. 6 Wochenstunden, 3 konnte ich anwesend sein, die anderen drei war ich in einer anderen Klasse und hab den Vertretenen Stillarbeit gegeben. Die haben exakt das Gleiche gemacht wie meine eigenen Schüler, nur halt die Stillarbeitsphasen und die GEsprächsphasen anders verteilt. Ich bin in allen Klassen exakt gleich schnell vorwärts gekommen, weil die Stillarbeiter auch brav mitgearbeitet haben. Aber sie haben mir gesagt, dass sie glsauben, dass sie nciht vorwärts kommen, und wie lange denn dieser Zustand noch andauern würde. Da half alles Reden meinerseits nicht, und auch nciht die Unterhaltung mit den Parallelklassen (die Schüler kennen sich ja, sind teilweise befreundet, unterhalten sich auf jeden Fall)

Die Franzi