Lärmbeläsdtigung durch öffentliche Feier

Hallo zusammen .

Mich ärgert gerade etwas :

In einem Dorf wird eine 750 Jahr Feier gefeiert , die Feier wurde aber NUR per Facebook angekündigt , es stand nichts davon in einer Tageszeitung oder einem Gemeindeblatt.

Ein Anwohner kommt am Samstag gegen 17 Uhr nach Hause und neben dem Haus in dem er Wohnt auf einem freien Platz der zum Kindergarten führt, wurden 2 Festzelte, ein Bierstand und eine Tribühne aufgebaut , die Musik ist so laut , das trotzt geschlossener Fenster kaum eine verständigung möglich ist .
Laut kurzer Frage an eine Person die an der Biertheke steht , hätten Sie eine Schankgenehmigung bis 3 Uhr in der Nacht

In Klartext : an Schlaf nicht zu denken.

Frage :
Darf die Dorfgemeinde eine solche laute Feier veranstalten ohne die direkten Anwohner über die zu erwartende Lärmbelästigung zu informieren ?
Wie schon in einer anderen Rubrik hier im Forum erwähnt , liefen die ganzen Vorbereitungen , Planungen , Informationen NUR und AUSSCHLIESLICH über Facebook .

In Klartext: wer nicht bei Facebook Mitglied ist , hatte keinerlei Informationen über diese Dorffeier

gruss

Toni

Guten Abend, Toni!

Mich ärgert gerade etwas :

Wer dem geschilderten Ärgernis mit rechtlichen Mitteln beikommen möchte, sollte sich schon mal um einen neuen Wohnort kümmern. Es gibt Sachverhalte, denen mit Rechtsstandpunkten nicht beizukommen ist.

In einem Dorf…

Genau das ist das Problem. Jeder kennt jeden und es ist absolut nicht klug, sich in einem Dorf auszugrenzen. Um Mißverständnissen vorzubeugen: Ich rede ausdrücklich nicht der Buckelei das Wort!

Ein Anwohner kommt am Samstag gegen 17 Uhr nach Hause…

Das mit dem Anwohner mag ja formal zutreffen. Tatsächlich handelt es sich aber um einen Zugezogenen, einen Fremden (um nicht Fremdkörper zu sagen), jemanden ohne Kontakte im Dorf, der weder den örtlichen Vereinen, noch der freiwilligen Feuerwehr angehört, der nicht in der Gemeindevertretung hockt und auch dort niemanden kennt, der nicht Jagdpächter ist, womöglich nicht einmal über eigenen Grund und Boden im Dorf verfügt und man mag es ja kaum sagen - der bloß zur Miete wohnt. Jedenfalls hat er im Dorf kein Haus gebaut und falls doch, irgendwas Schlüsselfertiges von irgendeinem Bauträger aus der Stadt und nicht, wie es anständige Leute machen, per Einbindung örtlicher Schwarzarbeiter Helfer.

wurden 2 Festzelte, ein Bierstand und eine
Tribühne aufgebaut , die Musik ist so laut…

Quatsch. Die Musik ist toll. Hat der Zugezogene gefälligst toll zu finden.

das trotzt geschlossener Fenster kaum eine verständigung möglich ist

Schon wieder hat der zugezogene Fremde etwas falsch verstanden. Er soll sich nämlich nicht hinter verschlossenen Fenstern verständigen, sondern im Festzelt am Biertresen prost sagen. Muß ja nicht lange sein. Aber mal für einen Klönschnack vorbeikommen, kann nicht schaden.

In Klartext an Schlaf nicht zu denken.

Im Festzelt soll der Zugezogene ja auch nicht schlafen.

Frage :
Darf die Dorfgemeinde eine solche laute Feier veranstalten
ohne die direkten Anwohner über die zu erwartende
Lärmbelästigung zu informieren ?

Die Frage stellt sich nicht. Die Dorfgemeinde macht das so. Punkt.

In Klartext: wer nicht bei Facebook Mitglied ist , hatte
keinerlei Informationen über diese Dorffeier

Auch wieder so ein abstruser Standpunkt eines Zugezogenen. Kein Dörfler ist auf Facebook angewiesen. Dort taucht nur etwas auf, weil es irgendeinen Freak mit PC, Internetzugang und Facebook-Account im Dorf gibt. Ansonsten braucht sowas im Dorf kein Mensch. Man kennt sich, einer erzählt’s dem anderen und für die ganz Begriffsstutzigen hängt auch irgendwo ein Zettel am Baum. Der Zugezogene kennt natürlich weder den Baum noch sonst irgendwen im Dorf.

Toni, bevor du jetzt protestierst, hol’ mal tief Luft, laß dir gesagt sein: So isses nun mal auf’m Dorf und laß’ die Rechtsstandpunkte stecken.

Ich kenne jemanden ziemlich gut (also wirklich sehr gut :smile:, der zog nach mehreren Jahrzehnten Großstadt aufs Land. So richtig Land. Winziges Dorf. Total abgelegen. Dort ist man alt und in Rente oder arbeitslos oder man arbeitet in der Landwirtschaft als Traktorfahrer oder Melker. Ein paar Handwerker gibts auch. Einige Familiennamen gibt es in der Gegend auffällig häufig. Viele sind irgendwie miteinander verwandt oder verschwägert. So ist das nun mal auf dem Land, wenn es nur abgelegen genug ist. Dieser Mensch, den ich ziemlich gut kenne, der vor reichlich einem Jahrzehnt in dieses abgelegene Dorf zog, ist dummerweise weder Traktorist noch Melker. Ist ganz schlecht. Es kommt noch schlimmer: Er ist ein Studierter. Dann auch noch alleinstehend. Der ist bestimmt schwul. Nee, der macht mit 'ner Frau 'rum. Vermutlich mit mehreren. Au weia. Ok, ist nicht zu ändern, aber „der Neue“ oder „der Zugezogene“ bleibt er. Das ändert sich frühestens in der nächsten Generation. Vorausgesetzt, er beschwert sich nicht, wenn im Dorf gefeiert wird.

Engagiere dich irgendwo im Dorf, ohne dich anzubiedern. Besuche Gemeindevertreterversammlungen, mache bei der freiwilligen Feuerwehr, im Fußballverein oder im Tischtennisverein mit, egal, jedenfalls irgendwo. Dann brauchst du für die Dorfereignisse kein Facebook, bekommst überhaupt mit, wie dort der Hase läuft und begibst dich nicht in die Isolation. Das muß man mögen, mindestens aber akzeptieren oder nicht ins Dorf ziehen.

Gruß
Wolfgang

hi

In Klartext: wer nicht bei Facebook Mitglied ist , hatte
keinerlei Informationen über diese Dorffeier

Also das kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Außer natürlich, wenn der fiktive Anwohner sich ganz und gar absondert und absolut nicht am Dorfleben teilnimmt.

Wenn man sich auch nur ein bißchen für die Umgebung interessiert, in der man wohnt, bekommt man in Dörfer Vorbereitungen zu Feiern - vorallem zu Feiern wie eine 750 Jahr Feier - zwangsläufig mit.

Vielleicht sollte sich der fiktive Anwohner überlegen, ob das Leben in einem Dorf das richtige für ihn ist.

Gruß
Edith

Hallo Wolfgang.

Es gibt hier, in ganz w-w-w relativ selten, wirklich bemerkenswerte Beiträge.

Diesen hier werde ich mir abspeichern und gelegentlich wieder zu Gemüte führen.

Selten, dass jemand so genau und treffend beschreiben kann, wie es auf dem Dorf zugeht.

Für den Fragesteller sicherlich sehr hilfreich, wenn er sich daran hält.

Gruß, Nemo.

1 „Gefällt mir“

das Beste, dass ich seit langem in diesem Forum gelesen habe.

Glückwunsch.

Gruß Earny

Hallo Namensvetter,

auch von mir ein Kompliment und *.

Auch ich wohne seit einiger Zeit in einem „Bauerndorf“ - auch wenn es offiziell ein Stadtteil einer Großstadt ist, hat es doch immer noch sein Eigenleben, daß idR auch für die Lokalpresse nicht interessant genug zur Berichterstattung ist.

Entweder man geht höflich (nicht zu aufdringlich) auf die Leute zu - beim Bäcker/Metzger,Dorfwirt, im Bezirksbeirat, in den Vereinen - dann bekommt man auch das Wichtigste mit.
Oder man läßt es bleiben, weil man eh’ nur eine Schlafstatt hat. Dann braucht man sich auch nicht über Überraschungen zu wundern und sollte den Ball flach halten, weil es ab und zu mal etwas länger etwas lauter ist.

&Tschüß
Wolfgang

Deine wirklich hervorragende Antwort sollte Pflichtlektüre
für jeden potentiellen Dorf-Neubürger in Deutschland werden.

mfg

OT: Richtige Reaktion
Hi Toni,

Laut kurzer Frage an eine Person die an der Biertheke steht ,
hätten Sie eine Schankgenehmigung bis 3 Uhr in der Nacht
In Klartext : an Schlaf nicht zu denken.

neben dem bereits gesagten: Richtige Reaktion: Einmal in die Runde schauen, durchzählen, entsprechende Anzahl Bier bestellen und Prost sagen … Da das danach alle machen (ist so auf dem Lande Usus), hat Toni aehemm Herr X kein Problem mehr mit den 3 Uhr, denn zu der Uhrzeit hat er dann sicherlich die richtige Bettschwere erreicht.

Und keine Angst: Selbst wenn man beim ersten Mal nach 20 Bierchen… ausfaellt … beim zweiten Mal haelt man dann laenger durch. Das gilt im uebrigen auch fuer das groesste Dorf in Deutschland. Nach 5-6 Mass war beim ersten Mal fuer mich auf der Wiesn Schluss und ich konnte gut nach Hause wanken …

Gruss
E.

Hallo Toni,

ich habe rund 45 Jahre in Hamburg - davon lange Zeit im Schanzenviertel - gelebt und wohne jetzt seit bummeligen 11 Jahren auf dem Land, in einem Dorf.

Dreimal jährlich gibt es Veranstaltungen, die ein wenig lauter sind. Ansonsten nervt überwiegend der Kuckuck unter Speed, die blöde Nachtigall und gelegentlich vagabundierende Kühe.

Die ein oder zwei Tage, an denen es wenig lauter ist, sind doch harmlos.

Das ein Bewohner eines Dorfes nichts von einer 750-Jahr-Feier mitbekommt, stimmt mich nachdenklich.

Und überhaupt: Freu dich doch: Du hast jetzt ja erst einmal für vielleicht weitere 250 Jahre Ruhe.

Grüße

fribbe

Hi

Nein , die Person um die es hier geht ist im Januar zugezogen , und tatsächlich , Sie hat seit dem nicht viel Kontakt zu den anderen Dorfbewohnern.
Ärgerlicherweise hatte dann dieser Anwohner auch noch an dem Wochenende techniche Rufbereitschaft , so das an Biertrinken nicht zu denken war.

und es kam wie es kommenm musste , der Anwohner musste am Samstag um 8 Uhr auf die Arbeit und kam erst gegen 17 Uhr zurück und musste am Sonntag nochmal gegen 13 Uhr raus und kam erst gegen 17.30 wieder nach Hause.

Hätte der Anwohner von der Feier gewusst , hätte er Urlaub genommen und wäre entweder eine mit trinken gegangen , oder wäre verreist.
Denn die erlaubte Schankgenehmigung bis 3 Uhr wurde sehr grosszügig ausgelegt , nämlich bis 5.30 Uhr , natürlich mit entsprechender Musik .
Um kurz nach 7 Uhr ging dann die Musik für den Frühschoppen wieder an.
Das Fest war aber für ein 650 Einwohner Dorf eher gering besucht , am Samstag Abend waren vielleicht 100 Gäste da und zum Frühschoppen inclusive Spiessbraten zur Mittagszeit so was um 40 Personen , denn wie gesagt , nichts aber auch gar nichts , kein Plakat , kein Veranstaltungshinweis , keine Dorfbeschmückung wie Fähnchen am Fenster oder ähnlichen oder ein Anschlag am Schwarzen Brett am Dorfplatz deutete auf eine Feier hin .

Nach meinem Eindruck haben das die Vereine so unter sich aufgezogen , denn ein Anruf bei einem ehemaligen Arbeitskollegen der am anderen ende des Dorfes wohnt , aber dort vor rund 10 Jahre hingezogen war , wusste auch von nichts .
Wie gesagt , laut Smaltalk mit einigen der Thekenmannschaft , hätte alles bei Facebook gestanden…
doch wie es scheint , hat es so gut wie niemand erreicht , denn die Feier war so nach meinem Eindruck von der Besucherzahl ein Flop .

gruss

Toni

Meine Frau und ich sind auch erst vor kurzem in ein Dorf gezogen und: So isses!

Hi

gestern abend gegen 20.30 Uhr war plötzlich stille in den Zelten.

Die Ordnungsbehörden waren da und haben dicht gemacht.

Der Grund : Das Zelt usw steht auf dem falschen Platz , es hätte nicht auf dem Kindergartenvorplatz stehen dürfen , sondern die Freigabe war für den Sportplatz erteilt worden.

Dann kam gestern Abend noch eine eMail an , von einem befreundeten Oldtimerclub die Ihre Sternfahrt am Samstag wegen der 750 Jahr Feier über dieses Dorf gemacht hatten und den schon vor ca 1 Jahr den Parkplatz am Dorfgemeinschaftshaus für die Mittagspause und einer kleinen Show angemietet hatten.
Die rechneten damit , das ich mit meinem Club und so 4 - 5 Auto’s da stehen würde , wo ich denn gewesen wäre ?
und ausserdem was das für eine Dorffeier gewesen wäre , bis auf ein paar zufällige Spaziergänger und ein paar Gäste des nahegelegenen Minigolfes hätte sich niemand für die Autoshow interessiert .

Der Gastwirt des Dorfgemeinschaftshauses wüsste auch nichts von einer
Feier an diesem Wochenende , er hätte nichts davon gehört .

Der Oldtimerclub frage mich ob die am falschen Wochenende da gestanden hätten ?

Wenn also der Gastwirt des Dorfgemeinschaftshauses und der Betreiber des Minigolf nichts von einer Feier wusste , dann war der Informationsfluss über Facebook doch wirklich was für den A… und die Vereine , im Schwerpunkt Feuerwehr , haben wohl nicht genügend Bekannte im Freundeskreis , so das sich eine Dorfklatschpropaganda nicht ausreichend ausgedehnt hat

gruss

Toni

also: in unserem 3000 Einwohner Dorf wäre man über diese Besucherzahlen manchmal froh.