kenne ich…(lang)
Hallo!
Wie „schön“, dass es auch anderen so ergeht; mich plagt dasselbe Problem und ich stosse meist auf Unverständnis.
Ich war schon als Kind so mimosig - hatte ein Aquarium im KiZimmer, und immer, wenn nachts eine Schnecke in den Filter rasselte, oder ein Wels Steine aufwirbelte, hätte ich an die Decke gehen können.
Später störten mich noch mehr Geräusche - Klassenfahrten waren die ersten Tage immer ein Greuel (Atemgeräusche der Anderen des nachts…),
wenn meine Eltern unten im Wohnzimmer noch bis spät erzählten, oder zum Rauchen in den Keller gingen.
Irgendwann hatte sich das gelegt, ich konnte sogar mit jemanden mein Bett teilen, aber seit der letzten Wohnung ist es wieder „aus“.
Wir hatten ziemlich laute Mieter unter uns, nach ca. 1/2 Jahr habe ich dann meinen Freund aus dem Bett verband (trotz 1.60 Bettbreite, vorher konnten wir auf 1.20 m schlafen!), ging bei jedem Geräusch an die Decke und hätte am liebsten die Untermieter ***.
Konsequenz: Auszug. (das tat gut!)
Jetzt schlafe ich immernoch allein und das ist gut so, aber mich stören: Vögelgezwitscher am frühen Morgen, Erzählgeräusche auf Nachbarbalkon, Fernsehgeräusche, das Trinken der Nager an der Nippeltränke, sogar wenn die Katze mich „besucht“ und schnurrt oder sich laut anfängt zu putzen.
Ganz schlimm: Jugendliche im Auto, die nach 22 Uhr die Bässe bis zum geht nicht mehr aufdrehen.
Habe mich schon oft gefragt, warum ich so sensibel reagiere und ich weiss auch ungefähr warum.
Ich schlafe jedenfalls manchmal ziemlich unruhig, bin dann unausgeglichen und tagsüber matt, müde.
Abhilfe: versuche, einige störende Geräusche durch monotone Geräuschpegel zu übertönen. Hört sich schlimmer an als es ist, ich meine zB. wenn Du im Sommer das Fenster nachts aufmachen musst wg. der Luft, und hörst draussen Gespräche, dann schalte einen Ventilator an, das sachte (!) Brummen und der seichte Luftzug beruhigen ungemein. (und übertönen die Geräuschquelle)
Dann versuche, nicht in jedem ‚Deinen Feind‘ zu sehen, klingt leichter als es ist, denn wenn zB. die Nachbarn spät betrunken nach einer Party in ihre Wohnung „torkeln“ und man muss am anderen Tag raus (=Pflicht), dann hilft nur eins: Dir zu sagen, „das kommt und geht, ist ja kein Dauerzustand“.
Und weisst Du, was mir als Kind immer geholfen hat?
Das ist mir „eingefallen“ als mein Opa sich einen neuen Hahn geholt hat, der eine ziemlich verkorkste Art des „Kikerikies“ hatte, das war ziemlich nervtötend, auch für „normalfühlende“ Leute.
Als dann also der Hahn um 4-5 Uhr, manchmal auch 3 Uhr, seinen Dienst verrichtete, stand ich regelmässig im Bett und war ziemlich entnervt, zumal ich 6 Uhr für die Schule raus musste.
Dann fiel mir einfach ein, „der kräht doch nicht EWIG, die Natur nimmt schon ihren Lauf“.
Irgendwie, auch wenn das jetzt unglaubwürdig klingen mag, „beruhigte“ das umgemein.
Nach einigen Wochen hörte ich das verkorkste Krähen nur noch unterbewusst, wusste, aha, Du musst bald aufstehen, aber ich wurde nicht mehr wach davon.
Diesen „Trick“ versuche ich jetzt noch anzuwenden: die frühen Morgenvögel „pendeln“ sich schon ein, ich schliesse fast automatisch das Fenster (mein Bett steht direkt unter dem Fenster, um halt nicht aufstehen zu müssen);
die Nachbarn haben gegrillt und jetzt plauschen sie halt noch - was solls- kommt nicht jeden Tag vor.
Allerdings muss ich sagen, dass wir z.Z. in einem wirklich schönen, ruhigen Mietshaus wohnen. (wie heisst es so schön? anständig?)
Klar es kommt vor, dass in den Schrebergärten im Sommer die Rasenmäher dröhnen, aber das ist nur im Sommer, und die Kinder feiern auch nur in den Ferien im Garten.
Ein weiterer Tipp: wenn Du weisst, das die störende Geräuschquelle vorübergehend ist (zB. die torkelnden Nachbarn, die aber in einer halben Stunde ins Bett gefallen sind), dann höre Walkman und ruhige Musik.
Das hilft, in den Schlaf rüberzugleiten, und wenn dann die Ohrstöpsel stören, kann man ganz leicht das Gerät zur Seite legen und einschlafen. (Achtung: Platz dafür bereitstellen, nicht erst auf ein Regal langen, dass dauert zu lange und man ist wieder wach)
Wichtig ist, dass die Musik die andere Quelle übertönt, ansonsten erreichst Du den gegenteiligen Effekt.
Mit Ohropax konnte ich nie was anfangen, sie störten mich zu sehr.
Ich war mitunter in unserer alten Wohnung so gereizt, dass ich die Bässe der Männer unter uns DURCH die Stöpsel hörte und bin nur noch mehr wütender geworden.
Wenn Du Nager hast (oder laute Fische :o ) RAUS aus dem Schlafzimmer!
Wenn Du eine Katze hast, die nachts spielen will oder nicht wegbleiben kann, ein Schuss aus einer Blumenspritzkanne hilft. (und Du musst nicht aufstehen)
Wenn Dein Mann/Freund schnarcht/röchelt, findet einen Kompromiss! Das ist auch sehr wichtig, sonst kann man für nichts garantieren, erst recht nicht für Schlaf.
Richte Dein Schlafzimmer nach Deinen Bedürfnissen ein, zB. Fenster neben den Bett, von einen dünnen Wand wegziehen.
Um störendene Geräusche „locker“ zu sehen, solltest Du Dich am ganzen Körper wohl fühlen: Sommer: Körper nicht nass geschwitzt, Winter: warme Füsse, Biberbettwäsche.
Passende Nachtkleidung, auch, wenn Du Dich in einem „Oma Nachthemd“ wohlfühlst und nicht in Sateinwäsche.
Und auch ganz wichtig: nicht so gehaltvolles Essen zu Dir nehmen vor dem Schlafen gehen!
So ist ganz schön viel geworden, aber mir ist das Thema auch ziemlich wichtig, Schlaf ist wichtig.
Wenn Du Fragen hast, oder Dich austauschen willst, dann mail mich an!
Tschüss,
Nicole