Laienfrage

hallo

wie erklärt sich überhaupt die zusammensetzung der bezeichnungen der noten?

also warum cdefgahc? warum genau diese buchstaben für die einzellnen noten?

und warum gint es überhaupt nur diese und nicht mehr oder weniger?

gruss umungus

Tag Umungus ,
ich bin als Elektronik-musiker ebenso Laie wie Du , aber das mit den Noten weiss ich trotzdem: Es sind die so genannten harmonischen , also
wenn ich ne Gitarrenseite anschlage klingt die ganze Tonleiter mit ,zwar leiser als der Originalton und auch in höheren Lagen , aber so ist im Prinzip unsere Tonleiter entstanden : DIe Menschen suchten nach Tönen , die miteinander harmonieren , also gut zusammen klingen und nicht „schräg“. Es gab als die ersten Synthesizer aufkamen auch Experimente ,die Vierteltöne dazwischen zu nutzen , aber das kam wohl nicht so gut an. Andere Kulturen kennen auch nur pentatonische Tonleitern , also nur Fünftönige , das ist dann die Lightversion der unsrigen. Dass mit der Reihenfolge CDEFGAHC hat wohl Musikhistorische Gründe , es gibt ja auch eine Kirchentonart die mit A anfängt ,da waren wohl die Gelehrten am Werk und haben alles schön theoretisiert ,
machen sie ja bis heute noch .Deshalb ist wohl die Chartmusik so
Glattgebügelt und Nervig ,das sind ja auch „Profis“

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo umungus,

wie erklärt sich überhaupt die zusammensetzung der
bezeichnungen der noten?

also warum cdefgahc? warum genau diese buchstaben für die
einzellnen noten?

Dazu hab ich hier schonmal was ausführliches geschrieben, darf ich dich auf das Archiv verweisen?
http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…

und warum gint es überhaupt nur diese und nicht mehr oder
weniger?

Auch eine interessante Frage. Die Antwort liegt wieder in der Geschichte begründet: als man die Tonnamen der Stammtonreihe festlegte, waren sozusagen nur diese Töne bekannt, oder besser gesagt: über die Funktion der dazwischen liegenden Töne war man sich nicht im Klaren.

Denn selbstverständlich gibt es noch viel mehr Töne. Die Töne CDEFGAH bezeichnet man als Stammtöne (die weißen Tasten am Klavier), aber dazwischen liegen auch in unserem Tonsystem der westlichen Musikkultur Töne wie Cis/Des, Dis/Es, Fis/Ges, Gis/As und Ais/B: nämlich die schwarzen Tasten am Klavier. Der Tonvorrat unserer westlichen Musik ist also im wesentlichen in Halbtonschritten („chromatisch“) aufgebaut.

Andere Kulturen kennen aber andere Tonvorräte: viele Kulturen, z.B. in Ostasien, verwenden das Tonsystem der Pentatonik, das (vereinfacht gesprochen) nur aus 5 Tönen besteht. Wieder andere Kulturen kennen sehr viel größere Tonvorräte als wir, weil sie in ihrer Musik Vierteltonschritte verwenden.

Man kann das ganze auch noch physikalisch betrachten: nehmen wir einen beliebigen Ton, z.B. das a’ das bekanntlich auf eine Frequenz von 440 Hz festgelegt wurde. Der nächsthöhere Ton am Klavier ist das b’, das (in temperierter Stimmung) eine Frequenz von 466,16 Hz hat.
Selbstverständlich sind auch alle dazwischenliegenden Frequenzen Töne, nur dass diese eben für den Großteil unserer, von Dur und Moll geprägten Musik keine Rolle spielen und erst in den letzten Jahrzehnten bei moderner, experimenteller Musik langsam Verwendung fanden.

Alle Klarheiten beseitigt?

Grüße
Wolfgang

Hallo PLoppy,

kleine Korrektur:

[…] es gibt ja auch eine Kirchentonart
die mit A anfängt […]

Es ist die Moll-Tonleiter , die (vorzeichlos notiert) auf A anfängt.
Diese ist keine der ursprünglichen, mittelalterlichen Kirchentonarten, sondern entspricht dem „äolischen Modus“, der erst spät (im 16. Jhdt.) zu den Kirchentonarten hinzugefügt wurde.

Zu den übrigen Punkten vlg. mein anderes Posting.

Grüße
Wolfgang

Hallo Wolfgang,

[…]
Dazu hab ich hier schonmal was ausführliches geschrieben, darf
ich dich auf das Archiv verweisen?
http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…

ich habe mal gelesen, dass die Verwendung des h im deutschen schlichtweg auf einem Schreib- bzw Abschreibfehler beruht - sprich, dass es eigentlich cdefgabc war, und dass dann jemand (bestimmt ein Moench :smile: ) beim Abschreiben den Bogen ds kleinen b unten nicht richtig geschlossen hat und so langsam aber sicher ein h daraus wurde?
In anderen Laendern heisst es ja auch immer noch B??
Weisst Du da was genaueres?

Gruesse
Christian

b rotundum und b quadratum
Hallo Christian,

http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…

ich habe mal gelesen, dass die Verwendung des h im deutschen
schlichtweg auf einem Schreib- bzw Abschreibfehler beruht -
sprich, dass es eigentlich cdefgabc war,

Nun, wenn du dem Link oben auf mein früheres Posting folgst und das liest, siehst du, dass ich genau dies bereits beschrieben habe.

und dass dann jemand
(bestimmt ein Moench :smile: )

Dieser Teil ist vermutlich eine Legende, s.u.

beim Abschreiben den Bogen ds
kleinen b unten nicht richtig geschlossen hat und so langsam
aber sicher ein h daraus wurde?

So ungefähr. Genauer gesagt war das „B“ der erste Ton in unserem westlichen Tonsystem, bei dem es nötig wurde, zwischen einer höheren und einer niedrigeren Variante zu unterscheiden. Den niedrigeren Ton schrieb man als „b rotundum“ mit einem runden Bauch, den höheren aber zur Unterscheidung als „b quadratum“ mit einem eckigen Bauch (aus diesen beiden Schreibweisen leiten sich auch die Vorzeichen für die Tonerniedrigung und -erhöhung, b und # ab).

Hier wird das ganz gut dargestellt:
http://www.ux1.eiu.edu/~cfaah/megastaff/accidentals2…

Aus dem „b quadratum“ entwickelte sich durch flüchtige Schreibweise dann in der Tat langsam ein „h“, aber so richtig verfestigte sich das erst im 16. Jhdt., als man nach Erfindung des Buchdrucks keine eigene Type für das „b quadratum“ hatte und als Ersatzdarstellung das „h“ verwendete.

Und auch das habe ich hier schonmal beschrieben:
http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…

In anderen Laendern heisst es ja auch immer noch B??

Eigentlich nur noch im englischsprachigen Raum. In den meisten anderen Ländern, v.a. im romanischen Sprachraum, hat man ja die Tonbezeichnungen nach dem do-re-mi-fa-sol-System.

Hier kannst du noch mehr dazu nachlesen:
http://www.lorraine.ch/michu/Wort/Kolumne001.htm
http://de.wikipedia.org/wiki/Anderssprachige_Tonbeze…

Grüße
Wolfgang

1 „Gefällt mir“

Wow, merci (owT)