Laktose

Hallo,

ich bin 16 Jahre und leide seit ca. drei Jahren an ständigen Magenprobleme.
Vor ca 1 1/2 Monaten wurde bei mir eine Laktoseunverträglichkeit mit dem H2-Atemtest festgestellt. Ich hätte damit nie gerechnet, ich habe auch erst bei den letzen zwei mal pusten den Anfangswert um ca. 35 (keine Ahnung wie die Einheit heißt) überschritten.
Die Ärztin hatte dann nicht wirklich viel Zeit für mich, mir wurde eine Broschüre in die Hand gedrückt, gesagt, dass ich Tabletten in der Drogerie bekäme und ca 2-3g Laktose wohl vertagren würde.
Die Broschüre klärt zwar ein bisschen auf, aber nicht so wirklich.
Ich dachte dann, im Internet findest du bestimmt alles, leider nicht.
Da habe ich zwar erfahren, wodurch alles entsteht, wie es festgestellt wird und vor allem wurde bei mir der Eindruck erweckt, dass es sich wohl um eine „Modekrankheit“ handelt.
Ey, ich könnte gut drauf verzichten.
Naja, so wirklich habe ich meine Ernährung nicht umgestellt; Milch, Yoghurt und Käse habe ich eh noch nie gegessen.
Im Internet heißt es weiter, dass man herausfinden solle, wie viel man verträgt. Dazu brächte ich mal eine wirklich detaillierte Liste, was wie viel Laktose enthält. Wo finde ich so etwas?
Bis jetzt habe ich die Tabletten immer geschluckt und es geht mir auch wirklich besser, sie meinte allerdings, dass 100 für ca 1 Jahr reichen würde, meine sind letzt schon leer. Ist das normal?
Wenn der Atemtest ein positives Resultat liefert, kann es dennoch sein, dass man nicht erkrankt ist?
Was soll ich sonst noch beachten, wo finde ich weitere Informationen?

Vielen Dank für eure Hilfe, die ich wirklich dringend brauche…

LG,

Christian

Hallo Christian,

ich bin auch Laktose-intolerant und kann dir vielleicht zwei, drei kleine Hinweise geben:

  1. Kauf dir ein Buch darüber. Es gibt tonnenweise Ratgeber, in denen du auch ausführlich Rezeptlisten und vor allem Informationen darüber findest, *wo* überall Laktose drin steckt. Das ist vor allem deswegen interessant, weil ich persönlich z.B. niemals bei Fastfood oder Fertiggerichten mit dem Zeug gerechnet hätte. Es ist nicht immer Milch, Joghurt oder Käse, also das Offensichtliche.

  2. Probier es aus! Schreib dir ein paar Wochen lang exakt auf, was du isst, und notier deine Reaktion. Du findest relativ schnell heraus, was du verträgst und wieviel du davon essen darfst. Ich habe ohne Tabletten einigermaßen Kontrolle über die Sache. Käse z.B. kann ich in fester Form (= Scheibenkäse) ohne Ende essen, während ich ihn in flüssiger Form (= überbacken, z.B. bei Auflauf) absolut nicht vertrage… es ist manchmal seltsam, aber du wirst deine persönliche Toleranzgrenze finden.

Wichtig finde ich vor allem: Mach dich nicht verrückt, was das Essen betrifft, du wirst über kurz oder lang ohne Probleme damit klar kommen und auch im Freundeskreis werden irgendwann alle wissen, dass sie dich mit Sahnetorte nicht ködern können! :wink:

Grüße und viel Erfolg
Susa

hi christian,

naja modeerkrankung würde ich es nicht nennen, ein grossteil der menschheit verträgt milchprodukte schlecht und eine erkrankung ist es auch nicht. richtig ist wohl, das durch steigenden milchproduktkonsum solche intoleranzen häufiger enntdeckt werden (angeblich inzwischen 15% der europäer, ich hatte noch 5% gelernt)

informiere dich durch ein ausführliches und seriöses buch oder besuche einen ernährungsspezialisten, wo du erfährst auf was du beim lebensmittelkauf achten musst. abschliessende listen von produkten die milchzucker enthalten, kann es eigentlich nicht geben, da ständig neue dazu kommen.

schau, das du die zusammensetzungen der produkte auf den packungen liesst und die umschreibungen für laktose verstehst. über kurz oder lang wirst du beim einkaufen merken, das du manche produkte gar nicht mehr siehst, sondern den fokus auf andere produkte verlagert hast.

schwierig wird das im bekanntenkreis: meine schweinefleischintoleranz wird gern vergessen oder man denkt nicht dran (oder weiss es teilweise nicht mal) das speck auch schwein ist. ähnlich könnte es mit laktose sein. milch ist klar, aber was ist mit dem rahm in der sauce? da braucht es geduld und frustrationstoleranz und manchmal auch den zarten, vorbeugenden hinweis, das man ja etwas bestimmtes nicht verträgt…

viele grüsse, sama

Hallo Christian!
Laktoseintoleranz entsteht bei vielen Menschen, das ist wahrscheinlich auch der Grund warum du denkst das es eine „Modekrankheit“ ist.
Das Problem das der Körper aber wenig Laktase produziert entwickelt sich aber meist erst mit der Zeit. Ein Säugling kann ganz normal die Muttermilch verdauen, die im übrigen noch mehr Laktose enthält wie die Kuhmilch. Aber dadurch das wir ab dem Säuglingsalter oft weniger Milchprodukte zu uns nehmen, wird im Körper das Enzym Laktase langsam abgebaut, da der Körper es ja nicht mehr braucht. So Produzieren viele Menschen nur ganz wenig Laktase und wenn diese verbraucht ist, kann der Körper die überschüssige Laktose nicht mehr abbauen.
Da ich einige Leute kenne die an Laktoseintoleranz leiden, kenne ich das Problem und wie die beiden Vorredner schon gesagt haben musst du dich jetzt damit ein wenig beschäftigen. So gibt es z.B. Vollmilchpulver, Magermilchpulver, Molke, Milchzucker bzw. Laktose usw. die dich auf Verpackungen stutzig machen sollten. Probier es einfach aus, und wenn du z.B. keine Vollmilchschokolade mehr essen kannst probier es doch z.B. mal mit Bitterschokolade (ist eh viel gesünder :wink: !). Außerdem gibt es viele Produkte mittlerweile Lactosefrei. Solltest du dann doch mal essen gehen oder sonst irgendwo etwas bekommen wo du weist das du es nicht verträgst, schmeist du dann Laktase ein und damit wird es gehen.
Hoffe das hilft dir LMT_Baum