Laminatboden: Raum/Gehschall minimieren

Hallo,

wir werden bei unserem EFH so wie es jetzt aussieht in den Schlafräumen im OG sowie im Büro EG einen Laminatboden auf einem Estrich mit Fußbodenheizung verlegen.

Beim Thema „notwendiger Schallisolation“ bin ich mir aber noch sehr sehr unsicher.
Es geht mir hier vor allem um den Raum/Gehschall, nicht aber um den Trittschall - ich denke letzterer ist ohnehin weniger ein Problem.

Inwieweit ist der Raumschall nun wirklich ein Problem? Wir gehen ja nicht mit Straßenschuen in die Schlafräume bzw ins Büro. Allerdings im Kinderzimmer kanns auch mal rund gehen…

Im wesentlichen gibt es ja 2 Möglichkeiten zur Raumschallminimierung - aber wie gut sind diese?

  1. Am Laminatboden werkseitig aufgebrachte Dämmung. Hab auch den „Golfballtest“ im Bauhaus schon gesehen - beeindruckend. Aber relevant?
  2. Dämmfolien/matten - zb von Selitflex, etc.

Was ist besser? Wir haben auch eine FBH - sprich der Wäremwiderstand ist nicht außer acht zu lassen.

Der Laminatboden der uns gefällt (Wildbirne 2-Stab) gibts sowohl mit als auch ohne integrierte Raumschalldämmung. Sie ist halt auch relativ teuer. Extra Dämmmatten sind wesentlich günstiger. Aber nützten die was beim Raumschall? Die scheinen ja vor allem den Trittschall zu redzieren, der ist mir aber im EFH relativ egal.

Vielen Dank für eure Hilfe!

Hallo redcarver,
Trittschall, Gehschall, Raumschall, Luftschall, Körperschall
Eine Mixture verschiedener Geräuschübertragungsformen, welche teilweise identisch, aber auch ineinander übergehen kann.
Ich beschreibe die Antwort auf Deine Frage einmal in Kurzform:
„Es nutzt nicht, den Teufel mit dem Beelzebub auszutreiben. Beide Geister sind gleichermaßen unerwünscht!“

Im Klartext:
Laminatfußböden als schwimmend auf Dämmschichten eingebrachte Konstruktion sind immer laut. Lauter jedenfalls als fest auf dem Estrich verklebte Elemente. Das wäre die Ideallösung in wärmeübertragungstechnischer wie auch schallminimierender Hinsicht.
Der Größe einer Schallentwicklung kann man nur durch Masse begegnen!
Also Elemente, welche fest auf massivem Estrich verklebt werden.
Das, was Du experimentell mit Unterlagsbahnen vorhast, minimiert im Grenzfall den Wärmedurchgang Deiner Fußbodenheizung dermaßen, dass der Raum möglicherweise nicht mehr in dem gewünschten Umfang aufgeheizt wird, also nicht mehr „auf Temperatur kommt“.
Sicher, in eiskalten Räumen wird nicht nutzungsentsprechend gewohnt, und daher wird es dann dort (bei kaltem Raum) auch ruhiger werden. Doch das ist wohl nicht das erklärte Ziel.
Fazit:
Schaue Dich nach herstellerseitig ausgelobten Lösungen um. Bei rückseitig aufkaschierten Dämmlösungen wird auf den Verpackungseinheiten der Wärmedurchgangswiderstand angegeben, der Dich interessieren MUSS.
Der Gesamt-Wärmedurchgangswiderstand des Aufbaus ist bei einer Fußbodenheizung entscheidend, und nicht nur das Fußbodenelement. Und der Durchgangswiderstand erhöht sich bei jeder aufgebrachten Schicht (mit den unvermeidbaren Luftpolstern).
Greift man noch auf Unterlagen anderer Hersteller (als jenem des Laminatfußbodenherstellers) zurück, wird eine Bewertung, ob die Schichten nicht möglicherweise sogar ungünstig wärmeisolierend wirken, fast unübersichtlich. Man muss es dann durchrechnen. Aber das WIRD erfahrungsgemäß ein grenzwertiger Fall werden.
Die Schallentwicklung ist in Schlafräumen zudem eh´ von untergeordneter Natur.
Zum Kinderzimmer: in einem (hier unterstellt) eigengenutzten Wohngebäude sind die Schallschutzanforderungen „familienintern regelbar“ bzw. folgen höheren Akzeptanzrichtlinien …
-.-.-.-
Gruß: Klaus

Danke für deine detaillierte Antwort, obwohl ich nicht wirklich weiß was ich damit machen soll…

Es ist schon klar:

  • Eine Dämmmate mit zu Hohen Wärmewiderstand ist obsolut unsinnig
  • Verkleben des Laminats wäre besser, aber wenn ich das für Parkett auch OK finde, denke ich sollte man doch Laminat nur schwimmend verlegen (leichterer Austausch der Bretter, etc.)

Vielleicht sollte ich einfach etwas genauer werden:

Ausgangslage:
* Der Gesamtwärmedurchlasswiderstand des Laminats/Parketts mit Dämmung sollte ja bekanntlich 0,15 m²K/W nicht überschreiten.
* Unser favorisierter Laminat 7mm hat 0,063m²K/W
* Dämmung:

  • Werkseitig aufgebrachte 2mm: 0,025 m²K/W -> 12 Sone Raumschall, 18db Trittschall
  • Dämmmatte A - 1,6mm: 0,04 m²K/W -> k.A. Raumschall, 20db Trittschall
  • Dämmamtte B - 3,0mm: 0,075 m²K/W -> 6dB Raumschall, 20 db Trittschall

Also, sämtliche Kombinationen bleiben unter den empfohlenen 0,15 m²K/W und eignen sich laut Hersteller üfr Warmasser-FBH.

Dämmatte A & B haben eine Dampfbremse integriert.
Beim werkseitigen aufgebrachten braucht man dann noch eine 0,2 mm
starke PE-Folie als Dampfbremse.

Die extra Dämmmatte A kostet ca ~2€/m²
Die werkseitig aufgebrachte Dämmung verteuert den Laminat um ca €8

Was ist zu empfehlen? Wie gesagt, es geht für mich eher darum störende Geräusche im Raum zu beseiteigen
Wie gesagt für Büro, Kinderzimmer, Schlafzimmmer + Diele im OG -> Hausschlapfen, keine Straßenschuhe

Vielen Dank
Klaus

Hallo redcarver,
es gibt ein Verfahren, welches ich auf meiner Internetseite beschreibe und genau den von Dir angesprochenen Trittschall (als Raumschall) erheblich reduziert. Es ist auch für Fußbodenheizungen geeignet.
Schaue einmal nach unter
www.rauer-web.de
links unter „Holzwerkstoffe“ - Reiter „LAMINAT“ - Thema „Trittschallminimierung“
-.-.-.-
Gruß: Klaus

Hallo redcarver

das direkte Aufbringen des Laminates minimiert den Gehschall. Voraussetzung ist, der Untergrund (Estrich)ist glatt und ohne Unebenheiten. Wenn das Laminat nur mit Hausschuhen mit weicher Sohle begangen wird ensteht kaum der sogenannte Gehschall.

Gruß schally