In der Stadt hat jedes Restaurant einen Garten. Die Gewürze
sind frisch und die Abgasen auch;_))Wovon TRÄUMST Du?
Theorie, wie deine, kommt nicht an die Realität ran.
Mal abgesehen davon, daß man Rosmarin und Thymian natürlich prima trocknen kann und Oregano sowieso frisch nach nicht allzuviel schmeckt. Wo ist das Problem, im Restaurant entsprechende Pflanzen zu haben? Was meinst Du, was das für einen guten Eindruck macht, wenn der Koch aus der Küche in den Gastraum kommt und sich ein paar Blätter Rosmarin vom Busch neben dem Tisch abknappst? Was meinst Du, wie klasse der Laden riecht?
Ich kenne einen Restaurantbesitzer, der bringt seinen Köchen morgens die wichtigsten Gewürze in frisch gepflückt von zuhause mit. Ein anderes Lokal hat einen Wintergarten vor dem Gastraum, voll bis oben hin mit Thymian, Rosmarin, Basilikum und - besonders nett - Paprika.
Das geht natürlich nicht, wenn man in einer Großkantine arbeitet, aber davon reden wir hier ja auch nicht, oder?
Eine weitere Frage fällt mir ein: Was soll das einsame Blatt Basilikum am Tellerrand, wenn der Rest fertig von Herrn Ostermann gemixt aus der 2 kg-Sparbox kommt? Das kann ich nur als Vorspiegelung falscher Tatsachen bezeichnen.
Ich bin der Ansicht, daß der Betreiber so ehrlich sein und
seinen Gästen mitteilt sollte, was er noch selber macht und
was er zukauft.Ich bin auch der Meinung das er seine Kalkulation am Tisch
liegen hat. Steuerbescheidt und Lohnliste vom Personal.
Christian, deine Theorien sind alle Weltfremd.
Wieso stehen eigentlich auf dem ganzen Zeug, was man sich so kauft, seitenweise die Inhaltsstoffe aufgelistet, aber beim Bäcker und im Restaurant muß ich schlucken, was mir vorgesetzt wird, ohne daß ich weiß, was drin ist?
Heute vor zehn Jahren wurden die ersten gentechnisch veränderten Nutzpflanzen ausgesät. Ein Riesentheater erhob sich, von wegen gefährlich und Täuschung der Verbraucher usw. Warum darf ich in Restaurants getäuscht werden?
Was mache ich, wenn ich gegen irgendwelche Stoffe allergisch bin, die nach menschlichem Ermessen in einem Lammrücken an Rotweinjus nicht drin sind, der Koch sich aber dummerweise an irgendwelchen Fertigmischungen vergriff, die just dieses Zeug als Stabilisator, Farbstoff oder Konservierungsmittel enthält?
In vielen Speisekarten wird erwähnt, ob in Speise X Phophat drin ist, Koffein usw. Warum steht nicht drin: Fertigmischung 37 für Ragout Fin oder Elch à la Surpise? Oder zumindest: Enthält Geschmacksverstärker.
Warum gilt die Lebensmittelkennzeichnungsverordnung nicht für Restaurants? Warum gibt es keine Selbstverpflichtung der Gastronomie? Hat man was zu verbergen?
Von Steuererklärungen und ähnlichem Unfug war nicht die rede. es geht nur daraum, daß der Gast erkennen können sollte, was der Koch an „Bonuszutaten“ in sein Essen wirft.
Da du ja soviel
verstehst, hier eine kleine Aufgabe.
Wareneinstand = 10 € . Wie Teuer darf die Speise sein?
Wenn Du wirklich soviel vom Fach verstehst, wie Du hier von
dir gibst, sollte das doch ganz einfach für dich sein.
Die Kalkulation kann mir egal sein, ich bin der Kunde. Ich habe über zwei Dinge zu befinden: Preis und Qualität. Wenn es zusammenpaßt, ist es in Ordnung, wenn nicht dann nicht.
Wenn diese Arroganz gegenüber dem Kunden in Deiner Branche usus (üblich) ist, dann wundert mich die Situation, in der sie ist, überhaupt nicht. Und genauso wenig wundert mich dann auch, was ich mitunter in den Restaurants erlebe.
Es fehlt leider so oft an grundlegenem Verstädnis darüber, wie die Welt funktioniert. Wenn ich mich schlecht behandelt fühle, dann merke ich mir das, schreibe u.U. sogar noch einen kleinen Artikel für http://www.marcellino.de
Vor allem aber erzähle ich es weiter, meinen Kollegen, meinen Freunden. Wenn ein Kollege mit einem Kunden essen geht, werde ich gefragt, welches Restaurant empfehlenswert ist.
Was meinst Du, wie groß die Chance ist, daß ich ein Restaurant empfehle, in dem ich mal augewärmte (und dabei versehentlich zu lange angebratene) Nudeln bekommen habe oder der Kartoffelgratin aufgewärmt wurde oder der Kellner patzig wurde, weil mein Kunde eine Beilagenänderung wünschte oder der Kellner patzig wurde, weil ich das Hauptgericht nach meiner Vorspeise und nicht zu meiner Vorspeise wollte, wie der Koch sich das wohl vorgestellt hatte…?
Und um auf Dein Kalkulationsspielchen zurückzukommen: Ich schätze die Kalkulation liegt bei den Speisen im Schnitt bei 2,5-3 mal Einkaufspreis. Und wenn es nicht stimmt, ist es mir egal. Der Preis ist nicht alles. Nur wenige, die ihre Preise nur durch Tricks und schlechtere Qualität halten oder reduzieren konnten, sind dauerhaft am Markt geblieben.
Wenn Du wirklich soviel vom Fach verstehst, wie Du hier von
dir gibst, sollte das doch ganz einfach für dich sein.
Der Spruch ist im übrigen mehr als unnötig. Ich rede als Vertreter derjenigen, die Dein Gehalt bezahlen. Du solltest ernst nehmen, was ich sage, und nicht versuchen, mich zu verspotten. Niemand kann auf Dauer Dinge produzieren, die seinen Kunden nicht gefallen (Microsoft vielleicht ausgenommen). Die Kunden sind es leid, sich verarschen zu lassen. Ökoprodukte und Brotbackmaschinen erleben nicht umsonst einen Boom wie noch nie. Die Kunden wollen in zunehmendem Maße wissen, was sie essen.
Zumindest die eine Hälfte. Die andere Hälfte kauft Maggi und Knorr und ist glücklich und zufrieden, daß der Hackbraten und die Spaghetti Bolognese immer gleich schmeckt/schmecken. Wenn das Deine Klientel sein soll, ist es mir auch recht. Nur solltest Du von diesen nicht auf die Allgemeinheit schließen.
Gruß
Christian
Leider kann ich Deine Wirkungsstätte unter der Woche relativ schlecht besuchen 