LAN Verkabelung

Hallo,
Ich habe eine schöne strukturierte Verkabelung mit AMP CO Plus System.
In ein Nebengebäude (NG1) wurden vor Jahren aufwendig 6 Kabel verlegt (etwa 30 m), die am Hauptsystem angeschlossen sind. Jetzt ist es notwendig, in ein dahinterliegendes Nebengebäude (NG2) 3 Kabel zu verlegen (nochmal 30 m). Ich möchte jetzt 3 dieser „alten“ Kabel verlängern.

Ich könnte natürlich die Kabel zwischen NG1 und NG2 auf der NG1-Seite mit Steckern versehen, diese in die Dosen in NG1 einstecken und im NG2 die Enden an Anschlußdosen (Randsteckverbinder) anschließen. Ist diese Vorgehensweise ratsam?

Oder gibt es besondere Kabel-Verlängerungs-Adapter?

Oder könnte man das auch so gestalten, daß die Verlängerung leicht wieder rückbaubar ist, um in Zukunft geänderte Anforderungen zu erfüllen?

Für Tipps wäre ich sehr dankbar.

Martin

Oder gibt es besondere Kabel-Verlängerungs-Adapter?

Es gibt sowohl Kupplungen für mit Steckern versehene Kabel (für die Verlängerung von Patchkabeln) wie auch Kupplungen, in denen du direkt auflegst, z. B. http://www.lindy.de/doppelkupplung-fuer-cat5e-kabel/…

HTH

Moin,

Ich könnte natürlich die Kabel zwischen NG1 und NG2 auf der
NG1-Seite mit Steckern versehen, diese in die Dosen in NG1
einstecken und im NG2 die Enden an Anschlußdosen
(Randsteckverbinder) anschließen. Ist diese Vorgehensweise
ratsam?

Nein. Lasse die Kabel von NG2 in NG1 ganz normal auf Dosen/Patchpanel auflegen und stecke ein kurzes Patchkabel dazwischen.

Aber: bist Du Dir sicher, dass alle drei Gebäude ein gemeinsames elektrisches Potential haben? Alle an der selben Ausgleichsschiene? Ansonsten könnte es bei einer Kupferverbindung zu „interessanten“ Effekten kommen… Nicht doch lieber eine saubere LWL-Verbindung?

Gruß
Stefan

Hallo Stefan,

vielen Dank für die Antwort.
Die Idee mit dem klein-patchen gefällt mir eigentlich gut. Kann man für CAT6 beliebig viele Zwischenpatches machen, oder gibt es da eine Beschränkung? Ich erinnere mich an die SCSI-Verkabelungen (von früher) daß es an den Steckern zu Reflexionen kommt, oder ist das nicht vergleichbar?

Die Frage mit dem gleichen Potential hatten wir uns für NG1 auch gestellt, der zuständige Handwerker hatte mich aber beruhigt und es ist bisher auch nie zu Problemen gekommen. NG1 und NG2 hängen eher am gleichen Strom, als NG1 und Hauptgebäude (HG). Welche Probleme kann es geben? Gibt es da im Äther was zum Nachlesen für Nicht-Elektriker?

Martin

Moin,

Welche Probleme kann es geben? Gibt es da
im Äther was zum Nachlesen für Nicht-Elektriker?

Wir hier ganz nett erklärt: http://www.gebäude-vernetzen.de

Die wollen allerdings was verkaufen… :wink:

Gruß
Stefan

Hallo Herrmann,

vielen Dank für die Antwort. So ein Verbinder ist natürlich eine Möglichkeit. Da bei unserer Verkabelung die Dosen eh schon von hinten mit Steckern („AMP CO Plus Edge Connector for Upgrading AMP CO Classic Cablings“) versehen sind, wäre so eine Stecker-auf-Stecker-Platine das richtige. Diese wird nach meinen Recherchen aber nicht angeboten.
s. http://www.ampnetconnect.de/web/DE/Systems_Configura…

Wer kennt dieses System gut?

Martin

Welche Probleme kann es geben? Gibt es da
im Äther was zum Nachlesen für Nicht-Elektriker?

Das ist einfach:
Der Strom fließt über den Neutralleiter zurück. Für Neutralleiter und Schutzleiter wird im Bereich der Hauptstromversorgung gerne nur ein gemeinsamer Leiter (PEN) benutzt. Und wenn nun über den Schirm der Netzwerkleitung die beiden Schutzleiter der Gebäude verbunden werden, werden Ströme nicht nur über den eigenen PEN ins Stromnetz zurückfließen, sondern auch über die Netzwerkleitung zum PEN des anderen Hauses.

Wir hier ganz nett erklärt: http://www.gebäude-vernetzen.de

Die wollen allerdings was verkaufen… :wink:

Noch dazu völlig sinnlos, wenn ich das so öffentlich sagen darf!

Man nehme:

  1. Ein ungeschirmtes Patchkabel, dann sind die Ausgleichsströme über den Schirm automatisch weg.
  2. Netzwerkkarten mit Übertragern

Und bevor man nun nach besonderen „Netzwerkkarten mit eingebauten Übertragern“ sucht: Vergiss es, jede Netzwerkkarte hat sie!

Wer sicher gehen will, setzt noch eine Switch dazwischen, der sich bei Überspannungen opfert, dann spart man sich die 195€ (!!!) für diesen ominösen Koppler.

Noch ein Witz am Rande:
Laut dieser Seite müssen die Leitungen mindestens 0,6m tief verbuddelt werden wegen „Frostsicherheit“.

Hi,

Noch dazu völlig sinnlos, wenn ich das so öffentlich sagen
darf!

Dachte ich mir schon - ich bin nur im Bereich Elektrotechnik nicht so firm.

Wer sicher gehen will, setzt noch eine Switch dazwischen, der
sich bei Überspannungen opfert, dann spart man sich die 195€
(!!!) für diesen ominösen Koppler.

Im Prinzip ist mit dem ungeschirmten Kabel der Käse gegessen - allerdings ist es schwierig, solches verlegt zu bekommen. Ich hatte mal eine Firma, die steif und fest behauptet hat, es gäbe gar kein Cat >=5 Kabel ohne Schirmung und wenn doch dann dürfe man das in Deutschland nicht verwenden. Sie ließ sich auch nicht durch etwas so unwichtiges wie Fakten beirren…

Gruß
Stefan

Danke für die aufschlußreiche Diskussion. Alles habe ich noch nicht verstanden:
Wenn ich ein ungeschirmtes Kabel nehme, reicht da das kurze, mit dem ich die alte mit der neuen Dose patche, oder muß das lange Verbindungskabel ungeschirmt sein; dann wäre aber doch die Übertragungsgeschwindigkeit eingeschränkt.

Den Switch kann ich nicht einsetzen, weil über die Kabel auch Telefon-Leitungen laufen.

Martin