Land der Tachinierer?

Es ist dasselbe Dilemma wie mit dem Missbrauch von Sozialleistungen.

Ja, es gibt Leute, die Erleichterungen gnadenlos ausnutzen. Ich weiß nicht wieviele das sind.
Einen Blaumacher hatte ich als Azubi. Gegen Mai 2025 hatte er „innerlich“ gekündigt. Ein Mitarbeitergespräch brachte keine Erkenntnisse. Vom Juni bis Dezember brachte er 63 Tage mit AU. Zusammen mit Berufsschule und Urlaub war er an 12 Tagen im Betrieb anwesend (weniger als zwei Tage im Monat). Im Dezember konnte ich ihn dann beim harten Zweikampf-Training auf dem im Schneetreiben befindlichen Fußballplatz filmen. Am Vormittag hatte ich frisch eine Krankmeldung bekommen, per WhatsApp mit Begründung „Bus kam nicht, daher musste ich laufen, bin umgeknickt und gehe gerade zum Arzt wegen schlimmster Schmerzen.“ AU bis zum Freitag. Am Dienstag saß ich beim Anwalt, am selben Abend bekam er durch Einwurf die fristlose.

Aber zurück zum Thema. Wenn ich erfundene Arbeitsunfähigkeit effektiv konrtrollieren wollte, dann würde ich vermutlich durch die Kontrollen mehr Kosten verursachen als ich durch die paar Entlarvungen einspare. Es ist daher sinnvoller, Ungerechtigkeiten hinzunehmen.Klar kotzt mich das an, aber wenn mich Gerechtigkeit wesentlich mehr kostet als Ungerechtigkeit, dann muss ich die Logik über meine Gefühle setzen.

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Mitnichten.

Nach Angaben des Zentralinstituts für die Kassenärztliche Versorgung machen telefonische Krankschreibungen bundesweit lediglich 0,9 Prozent aller Fälle aus. Die Daten stammen vom Herbst 2025.

Quelle: Die Zeit, Link im Beitrag #18 von @Penegrin

0,9% aller Fälle erfolgen telefonisch. Das ist nicht das gleiche wie ein Krankenstand in Tagen pro Beschäftigten.

Ich las die Vermutung, dass vor allem kurze Krankschreibenden von wenigen Tagen am Telefon erfolgen. Wenn von denen ein paar wegfielen würde das im Krankenstand pro Beschäftigten eine deutlich geringere Auswirkung haben.

Die TK hat für das Jahr 2024 Zahlen veröffentlicht. Link: Seite 18, Abbildung 8. Kranschreibungen von 1-3 Tagen machen wohl 37,7% aller Fälle aus, aber insgesamt nur 6,9 % aller Fehltage.

Wenn ich mich nicht völlig verrechnet habe, sparen wir etwa zwei Promille an Krankheitstagen ein, selbst wenn wir 1% aller Fälle weglassen und die aus dem Bereich der 1-3 Tage Dauer stammen. Wenn man die Anzahl der Fehltage auf eine Nachkommstelle rundet, ist kein Effekt zu erkennen.

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Ja, stimmt, ich habe die Fälle betrachtet. Das war mir klar, hab das nicht ganz richtig formuliert. Deine Rechnung ist noch aussagekräftiger.

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