Hallo an alle,
vielleicht können sich noch einige an mein Posting im November 2004 erinnern (Drei Frauen, ein Büro und ein grosses Problem).
Es ging darum das ich in einem Dreier-Team arbeite, mit noch zwei Kolleginnen. Wir sind zwischen 40 und 34 Jahre alt, zwei sind in Beziehungen, Kollegin A (um die es hier wieder geht) ist single, seit ewigen Zeiten…
Vor ca. einem Jahr finden die „Probleme„ an sehr offensichtlich zu werden, das Kollegin A scheints völlig überfordert ist in einem Team aus 3 Menschen zu arbeiten. Was vorher laut ihren Aussagen aber kein Thema war, denn sie selbst hatte unsere „neue“ Kollegin (nennen wir sie C, sie ist jetzt schon 2 ½ Jahre dabei) „ins Boot“ geholt, Kollegin C den freien Job in unserer Abteilung fast auf dem Tablett serviert.
Soweit so gut. Am Anfang hatte ich mich extrem zurückgezogen, da A und C traute Freundschaft feierten und C sich mir gegenüber sehr übervorsichtig verhielt. Da ich in keine kollegiale Zweisamkeit eindringen will, nicht zu intimen Bekanntschaften im Job neige, ließ ich die zwei einfach machen was sie wollten. Nun kam es das, nachdem sich C in unser Team einarbeitete und wir uns auch etwas kennenlernten, C mir einige Dinge erzählte, die A über mich verbreitete, die mich nicht nur sehr wütend machten, sie mich auch etwas entsetzten. A hatte allen Anschein nach bewusst ziemlich falsche und auch gemeine Dinge über mich an C gegeben (lacht nicht wenn ich den Vergleich ernst meine), damit C „mich bloß nicht lieber hat und nie im Leben genauso gerne mit mir spielen will, wie mit ihr selbst“.
Ich habs in dieser Kindersprache geschrieben, weil’s mir, gerade jetzt nachdem ich so lange auch über diese Dinge nachdenken konnte, so vorkommt – wie kindisches Zickenverhalten (Du bist meine aller-allerliebste Freundin, du darfst keine andere liebe Freundin neben mir haben)
Nachdem ich und C nun gemerkt haben das wir beide eigentlich ganz gut klarkommen und auch auf einer Welle liegen, habe ich den bewussten Abstand zu C auch fallen gelassen. A aber nie auf diese „albernen“ Dinge, die sie über mich gesagt hat (wie sind wohlgemerkt über 8 Jahre alt!!!) angesprochen – das ist mir echt zu albern!! A hat diese Annäherung bemerkt, aber keinen weiteren Versuch unternommen dies zu ändern, sie hat ihre negativen Bemerkungen über mich nur eingestellt. Ich denke ich habe mein Verhalten kaum geändert gegenüber A, außer das ich ihr ab und zu durch Bemerkungen zeigte, das ich weiss wie sie „über mich denkt, oder mal dachte“.
Da C von A zuerst in den Job eingewiesen wurde (A und ich haben zuviel zu tun um beide 100% der Arbeit des anderen zu wissen und zu können, darum kam C ja auch dazu), hat C im Laufe der Zeit nun auch bemerkt das sich A, obwohl sie das Image des Superhirns hat das alles kann, alles weiss und sich alles merken kann (das pflegt sie auch mit Gewissenhaftigkeit), viele ziemlich gravierenden Fehler macht. Das hatte mich sehr geschockt, da A immer bemüht war allen Kollegen zu zeigen wie „unzuverlässig und lax“ ich meine Aufgaben handhabe, bzw. das ich sooo viele Fehler mache - immer mit einem hell klingenden Lachen verziert (zur Not wars immer nur ein Spaß was sie sagte).
Fehler sind nicht schlimm, darum geht’s auch nicht, auch ich habe „Mut zur Lücke“. Es geht eher darum das A sehr seltsam reagiert wenn man sie anspricht. Anstatt einer „normalen“ Reaktion, kommt bei A hecktische Betriebsamkeit auf, ein Wasserfall an Erklärungsversuchen, sofortige Gelöbnisse alles wieder gutzumachen und ein ziemlich aufgesetztes Geziere. Seit einem halben Jahr ist nun ihr Standartspruch „Das habe ich vergessen“.
Nachdem wir uns den Satz 5 Monate anhörten, wollten wir A mal sanft (wirklich nett und sanft) ansprechen, ob ihr nicht auffällt das sie diesen Satz sehr oft benutzt. Daraufhin rastete sie fast aus und warf uns vor „das wir das ja auch machen“ (das war ja auch nicht das Thema, als würde es dadurch bei ihr besser). Sie ließ es nicht zu einem Gespräch kommen, behauptete sogar das sie „diesen Satz noch nie gesagt habe“ und wir uns das einbilden. Inzwischen sagte sie uns mal das sie nun Eisenpräparate nimmt gegen Vergesslichkeit!
Es gab noch zwei unliebsame Zwischenfälle mit A, bei denen unser Chef etwas ausfallend wurde gegen mich und meine Kollegin. Was für mich „normal“ ist, ich stehe für meine Fehler ein und wenn jemand meinen Teamkollegen ungerecht angeht, mische ich mich ein um das klarzustellen.
Nicht so bei A. Ich bekam zufällig mit das A vor unserem Chef ihren eigenen Fehler (der keinen Kopf kostet, so was passiert) erstmal nicht zugab, ihn mir in die Schuhe schob und auf seine Frage wo ich sei dreist log „die ist gerade im Clinch mit einem Kollegen“ (was nicht stimmte, ich hatte einfach ein Meeting) sei.
Ich sprach sie darauf an (vor Kollegin C), es kam zu einem RIESENKRACH. Sie konnte nicht erklären was das sollte. Sie schob zuerst alles auf die Erklärung „war doch nurn Spaß“, als ich ihr sagte das ich ihr das nicht abnehmen würde, griff sie mich und C an. Danach war die Stimmung ziemlich eisig – bis zum nächsten Eklat, der sich ähnlich entwickelte durch das Verhalten von A. Sie gab nichts zu, sie war nicht bereit an ihrem Verhalten einen Fehler zu sehen oder auch nur eine Entschuldigung zuzugeben, im Gegenteil sie fing an uns anzugreifen.
Zwar ist die Stimmung nicht mehr eisig, aber C und ich gehen nun ohne A „maln Kaffee trinken“ und wir besprechen nichts privates mehr untereinander, wenn A dabei ist. Es hat sich in den letzten Monaten herausgestellt das A ein „ich habe heute Kopfschmerzen“ sofort in ein „Frau C ist so oft krank“ dem Chef gegenüber darstellt, das wir solche Gefahren nicht mehr eingehen wollen.
Unter anderem bringt A es fertig nicht nur SEHR laut und rücksichtslos (wir alle telefonieren, aber sie hört man meilenweit durch den Flur) zu kommunizieren (als ob es nur sie im Büro gibt), sie verhält sich in allen Dingen völlig egozentrisch. Das geht los bei „ich mache nie Fehler“, bis zum plötzlichen Verlust der Sprache wenn es darum geht für das Team etwas zu tun, bis zu einer völligen Ignoranz von Situationen und Stimmungen (sie ist Einzelkind, ist das wichtig zu erwähnen?). Gerade A die sehr gerne redet und plaudert, kann zu einem Wunder des Schweigens werden wenn es draum geht Klärungen herbeizuführen. Man kann fast sehen wie sie die Ohren anlegt, die Luft anhält und betet das die dunkle Wolke bald weg ist. (Ich versteh sowas nicht!)
Wenn man sie anspricht wieso sie auf C einredet obwohl man doch sehen kann das C gerade konzentriert am PC arbeitet, erntet man nur ein Stirnrunzeln. Sie hat überhaupt keine Antennen für andere und sieht nur sich. Auch das sie sich nie mitteilt ist ein großes Problem… Wir müssen sie natürlich vertreten und JEDES MAL, obwohl wir ihr schon 100 Mal sagten, passiert etwas das sie uns vergessen hat zu sagen, an das sie nicht dachte. Obwohl wir schon eine alberne Liste mit Infos pflegen, kommen immer wieder Dinge hoch die A abgesprochen hat, die nicht mitgeteilt werden. Heute ist es wieder passiert das A mit einem Technicker telefonierte, dann in das Wochenende verschwand (mit dem Hinweis sie würde krankgeschrieben) ohne uns etwas von den Absprachen zu sagen. Langsam bekommt man dabei den Eindruck das es Absicht ist, was ich aber nicht wirklich glaube.
Wenn man sie anspricht, dann bekommt man höchstens ein „danke das du mir das sagst, erinner mich dran wenn ich’s wieder mache damit ich’s merke“ (Hallo? Bin ich ihre Kontrollbehörde?) zu hören oder einen Gegen-„Angriff“. Danach ist sie, wie ein kleines Kind (sie ist 38!!) eingeschnappt, zickig und schmollt.
Und nun zum Punkt – A war die letzten 4 Wochen krank, eine Virus-Grippe (sagt sie). Ich habe das Gefühl das die Situation an ihren Nerven zerrt und sie das nicht wahrhaben will und ignoriert. Heute kam sie mit der freudigen Neuigkeit (nachdem sie gerade mal 4 Tage wieder gesund war) das sie warscheinlich eine Gürtelrose hat und uns heute Abend noch Bescheid gibt ob sie krankgeschrieben wird, oder obs nur ein Allergieschub ist (sie ist so ziemlich gegen alles was man essen, riechen und trinken kann allergisch, und findet das auch ganz witzig).
Mir ist es egal an was sie nun genau erkrankt ist, mein „Bauchgefühl“ sagt mir, da C und ich seit Wochen „nicht lockerlassen“, das dies sie wohl krankmacht.
Wieso verhalten wir uns „distanziert“ zu ihr? Weil sie ihr egozentrisches und blödes (und das ist es, glaubt mir!!!) Verhalten endlich erkennen und ändern soll. Sobald wir „nett“ zu ihr sind, sind all ihre „guten Vorsätze“ vergessen und sie fällt in ihre alten Spuren zurück. Wir haben das einige Male durchprobiert. Nachdem wir ihr zeigten „wie tragen nichts nach“, benahm sie sich prompt genauso „sicher, unfair, laut, geschäftig und zickig“ wie vor jedem Gespräch. Als ob alles was wir sagen und was passierte sich in LUFT auflösen würde! Also ob wir stundenlang gegen eine Wand gesprochen hätten! Da kommen wir uns schlicht verarscht vor!
Wir sind nun beide am Ende unseres Lateins. Einerseits will keiner von uns beiden eine Kollegin „nervlich fertig machen“, andererseits möchten wir hier nicht den „Friede Freude Eierkuchentanz“ um die Dame machen, damit sie sich bloß nicht zu ändern hat, nichts einsehen muss, sondern wir und von ihr weiter „nerven und unfair behandeln“ lassen dürfen.
Sie ist mit Sicherheit mit den Nerven am Ende, denn seit sie wieder da ist merken wir beide das im Büro eine hochnervöse Spannung liegt. Obwohl wir ja nicht „böse“ zu ihr sind! Wir plaudern – im Rahmen – völlig nett und kollegial, aber eben in „unserem Rahmen“.
Gibt es vielleicht eine weitere Möglichkeit A zu zeigen das wir sie ja nicht hassen, aber das A vielleicht mal anfangen müsste sich mit sich selbst zu beschäftigen? Immer wenn wir etwas in diese Richtung sagten kam eine komplette Verweigerung und völliges Unverständnis.
Irgendwie habe ich das Gefühl im Grunde weiss sie das sie an sich arbeiten müsste, ignoriert es und wird dadurch jetzt ständig krank (dazu sei gesagt das A seit JAHREN das Gesundheitspferd der Abteilung war, die selbst immer damit Werbung lief das ihre ganze Familie Pferdenaturen hat).
Wie kann man ihr beibringen das Medikamente auf Nebenwirkungen schmieren nicht der Zweck der Übung ist, sondern sich mit der Wurzeln des Problems auseinanderzusetzen? Und das sie es ist, die sich endlich mal mit sich selbst beschäftigen muss?
Können wir das überhaupt?
Danke!
Gruß
Helena
PS – bitte mutmaßt nicht das mich C gegen meine alte Kollegin A eingenommen hat. Ich denke da ist kein Motiv und wir wollen beide eigentlich nur einen guten Job machen und etwas Spaß und Ruhe im Büro haben. Auch fassen wir A nicht hart an, mobben sie nicht (wie sie es schon bei uns versuchte!) und geben ihr nicht das Gefühl das sie „minderbemittelt“ oder unerwünscht ist. Wir wollen ihr beide wirklich helfen und endlich wieder Spaß im Büro haben, ohne befürchten zu müssen das A das irgendwann bei Cheffe wieder „für ihre Zwecke“ einsetzt - gegen uns.
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