ich würde „viele“ nehmen und die „Langen“ dem
Dichter überlassen.
Allerdings gibt es in der Sprache der Wirtschaft
gerade einen Trend zur Poesie: Ein bestes Ergebnis
seit, sagen wir, fünf Jahre wird schon als
„historisch“ bezeichnet.
Jmd. will ausdrücken, dass er lange im Ausland war, beschreibt dies mit: ‚lange Jahre im Ausland.‘
„lange Zeit“ wäre zumindest weniger geschwollen.
Ein Jahr ist doch überall (aber nicht jedes Jahr) gleich lang.
Schtümmt.
Welche Wortwahl ist korrekt?
Wie fast meistens: Es kommt drauf an. Im Tagebuch ist „lange Jahre“ gewiss angebracht, wenn ich damit sagen möchte, dass mir die Zeit elend lang geworden ist. Im Bewerbungsschreiben passt der dichterische Überschwang nicht ganz so gut.
Ein „Park“ ist eine öde Industrieanlage, ein „Paradies“ irgendwas, wo
man Geld los wird (oder Kinder, je nachdem), eine „Vision“ ist ein
spekulatives Vorhaben, und Gepflogenheiten nennt man „Philosophie“…
lange Jahre - viele Jahre beides okay lt. Duden
Hallo,
ich hab die Antwort in „Richtiges und gutes Deutsch“ gefunden:
„Die Fügung ‚lange Jahre‘, die aus ‚lange Zeit‘ und ‚viele Jahre‘ entstanden sein wird, kann heute jedoch ebenso wenig wie die on ihr abgeleitete Zusammenbildung ‚langjährig‘ verurteilt werden. Der Sprachgebrauch funktioniert hier nicht streng logisch.“
In einer Bewerbung würde ich trotzdem auch eher „viele Jahre“ schreiben.
ich würde auch entweder für
lange Zeit
oder
viele Jahre
plädieren. Lange Jahre geht schon, ist aber eher literearisch und will sagen,
dass einem die Jahre lang vorgekommen sind.
Das Zusammenziehen von zwei Teilbegriffen zu einem neuen kann aber auch gewaltig
in die Hosen gehen: Bei einem Verein gab es ein älteres Mitglied, das dafür
gefürchtet war, bei gemütlichen Anlässen gegen später immer mit einer Rede die
Stimmung zu versauen. Aber er musste …
Und einmal hub er zu später Stunde an: „Bevor wir auseinanderbrechen …“ – der
ganze Saal brüllte, und er war eingeschnappt und hielt dann tatsächlich keine
Rede mehr.
Hi, Marion,
ich wollte nur mal beisteuern, dass ich diese Ausdrucksweise genau so bescheuert finde wie den Ausdruck „für teures Geld“ oder noch schlimmer: „für teuer Geld“!
Da schüttelt’s einen doch - findet
Anette
Was ist mir da nicht schon alles begegnet …
«ich bin Ihnen sehr zu Dank verbunden»
«Kinder zwischen 9 bis 12 Jahre»
Dumm ist, dass doch so gut wie jede solche Fehlleistung
gierig aufgegriffen und weitergetragen wird.
Wer hat denn noch ein inneres Widerstreben, wenn er von
«nichtsdestotrotz» sagt?!
Nachdem ich mich mit Hirsch schon mal KÖSTLICH amüsieren konnte, habe
ich dann auch den «Bogis Mix» entdeckt. das ist ja eine SUPER Quelle
… herzlichsten Dank!