Lange Studiendauer im Lebenslauf

Hi.

Ich habe eine Frage hauptsächlich an die Personaler unter euch.

Wie bringt man in seinem Lebenslauf am besten unter, dass man sich neben dem Studium um pflegebedürftige Verwandte gekümmert hat, was sich nicht unerheblich auf die Studiendauer ausgewirkt hat?
Kann man das unter „Nebenbeschäftigungen“ o.ä. fassen und wie formuliert man das am besten, damit es nicht nach Mitleidstour klingt?
Wird das so akzeptiert oder wird einem dann per se immer Faulheit oder Unfähigkeit unterstellt?

Danke für Tips und Hinweise
und viele Grüße,

Grünblatt

Grüße zurück:

Wie bringt man in seinem Lebenslauf am besten unter, dass man sich neben dem Studium um pflegebedürftige Verwandte gekümmert hat, was sich nicht unerheblich auf die Studiendauer ausgewirkt hat?

Studium „1995-2007“ - na und? Solange ein Abschluß da ist.

Wird das so akzeptiert oder wird einem dann per se immer Faulheit oder Unfähigkeit unterstellt?

Meinereiner hatte 9 Jahre Studium auf dem Papier und trotzdem eine äußerst hohe Einladungsquote bei Vorstellungsgesprächen.

Retrospektiv hat mein damals zukünftiger Arbeitgeber dazu gesagt „Ist doch egal, wie lange jemand studiert - die Frage ist, was er mit der Zeit angestellt hat“.

Wenn man eine plausible Erklärung hat, raus damit dann paßt das.

Bei „Pflege bedürftiger Verwandter“ sollte man jedoch vorsichtig sein wie man es sagt, denn hier wittert so mancher potentieller Arbeitgeber „Hmm… wenns brennt, können wir möglicherweise nicht auf ihn zählen, da er grad wieder bei seiner Oma ist.“ - also sollte man, wenn es im Gespräch hochkommt auch sagen, was diese vergangene Aktivität für die Karriere bedeutet (also nicht gerade mit „Wenn Oma krank ist, ist mir das sch****gal ob hier ein 100mio Euro Projekt abstinkt“ kommen)

Gruss,
Michael

Hallo Grünblatt,

Ich habe eine Frage hauptsächlich an die Personaler unter
euch.

bin ich zwar nicht, aber selber mit langer Studiendauer (1982 - 1988 an der FH). Bei mir war der Grund, dass ich eine zu Studienbeginn 3-jährige Tochter hatte.

Wie bringt man in seinem Lebenslauf am besten unter, dass man
sich neben dem Studium um pflegebedürftige Verwandte gekümmert
hat, was sich nicht unerheblich auf die Studiendauer
ausgewirkt hat?

Im Lebenslauf habe ich dazu nur die Zeit der Kinderbetreuung vor dem Studium drin gehabt, in den ersten Bewerbungen habe ich den schönen Satz erarbeitet: "Bei der Bewertung meiner Studiendauer und -leistungen bitte ich zu bedenken, dass ich neben meinem Studium die Erziehung meiner Tochter organisiert habe. Also die Organisation der „Nebentätigkeit“ hervorgehoben (im Schreiben natürlich nicht fett).

Kann man das unter „Nebenbeschäftigungen“ o.ä. fassen und wie
formuliert man das am besten, damit es nicht nach Mitleidstour
klingt?
Wird das so akzeptiert oder wird einem dann per se immer
Faulheit oder Unfähigkeit unterstellt?

Bei mir hat es funktioniert, weil die (meistens) Herren begeistert waren, dass ich das durchgezogen habe. Und später hat eh kein Hahn mehr nach der Studiendauer gekräht.

Gruß, Karin

Hallo
Ich bin einer deiner sogenannten Personaler.
Wenn du eine für deinen Job nicht nachteilige Begründung angeben kannst ist für mich die Sache OK.
Wichtiger für mich ist die Frage warum ich dich anstellen soll. Was kannst du besser als andere Bewerber. Baue deine Bewerbung um das was in einem Inserat gefordert wird auf. Bei vielen Bewerbungen muß irgend etwas eingebaut sein, was dich von anderen Bewerbern positiv unterscheidet. Gut sind zusätzliche Ausbildungen oder Tätigkeiten in Vereinen.
Beim Vorstellgespräch ist es wichtig zu wissen was die Firma macht. Ein Cef will hören, daß Ihr seine Firma kennt und daß Ihr genau diesen Job bei Ihm machen wollt.

viel Glück bei deinen Bewebungen

WH