Lange Wartezeit auf Untersuchungsergebnisse

Hallo liebe Wissende,

ich habe da mal eine Frage bezüglich der Wartezeit auf Untersuchungsergebnisse.

In diesem konkreten Fall geht es um Auffälligkeiten im Bronchialgewebe. Ein CT wurde durchgeführt, mit dem Ergebnis, dass da Schatten seien. Verdacht entweder Tuberkulose oder Bronchialkarzinom. Bis zu diesem Ergebnis dauerte es ungefähr zwei Wochen seit dem 1. Arztbesuch. Dann musste das CT wiederholt werden und zwar eine Woche später, das Ergebnis soll dann wiederum eine Woche später bekanntgegeben werden, aber ein Schatten war wohl eindeutig da und auch auf über 2 cm geschwollene Lymphknoten im Bauchraum.
(das ist dass was ich über die Untersuchungen gehört habe, es geht um meinen Vater, aber ich habe die Informationen nicht direkt von ihm)

Meine Frage dreht sich jetzt nicht um die Krankheit selbst sondern darum ob das üblich ist bei so einem Befund so lange Wartezeiten in Kauf nehmen zu müssen, das ist psychisch ja doch eine ungeheure Belastung. Außerdem denke ich, dass es doch gerade bei so einer Erkrankung auch auf die Zeit ankommt, wann mit einer Behandlung begonnen werden kann.

Gibt es nicht irgendwelche Möglichkeiten schneller zu Untersuchungergebnissen zu kommen? Muss man sich dazu ins Krankenhaus einweisen lassen? Ist es üblich so lange auf eine Diagnose warten zu müssen?

Über Antworten zu diesen Fragen wäre ich sehr dankbar.

Viele Grüße Johanna

Hallo liebe Johanna,

2 Wochen Zeit ist wirklich nicht akzeptabel, vor allem nicht bei so einer Verdachtsdiagnose!
Der Arzt/Hausarzt, der die Überweisung ausgestellt hat, kann sicher beim Arzt, der das CT gemacht hat, anrufen und sich den Befund telefonisch durchgeben lassen, das geht meist relativ schnell.
Deinem Vater gute Besserung
wünscht synapse

Hallo Johanna,

genaue, differenzierte Untersuchungen brauchen sicherlich ihre Zeit, aber eine direkte Nachfrage kann nicht schaden. Kannst Du vielleicht Kontakt zum Arzt aufnehmen ob er sich auf seine Schweigepflicht beruft, ist eine andere Sache. Aber seine Antwort könnte Dir die Richtung weisen.
Dazu ein Beispiel; vor einigen Jahren wurde mein Schwiegervater, starker Zigarrenraucher, immer heiserer, diverse „Selbstversuche“ halfen nicht und erst nach monatelangem drängen ging er zum HNO. Der hatte angeblich nichts gefunden. Weitere Monate gingen ins Land, eine zweite Meinung lehnte er ab, bald konnte er kaum noch sprechen -wieder zum gleichen HNO. Diesmal gings gleich ins Krankenhaus, es sollten ein paar Knötchen auf den Stimmbänern entfernt werden. Nach der OP hiess es, der Arzt hatte nicht alles entfernen können, eine 2. Op müsste nach dem histologischen Befund gemacht werden. Egal wie oft wir meinen Schwiergervater fragten, nie war das Ergebnis da, dann wurde er entlassen, alles sei bestens. Ich hatte an allem so meine Zweifel und befürchtete das Schlimmste.
Letztendlich bat mich meine Schwiegermutter, mit ihr zu dem Arzt zu gehen. Der gab natürlich nichts preis, sondern erzählte uns, dass mein SV mit einem Mann mit Kehlkopfkrebs im Zimmer lag und dieser konnte nach der Op nicht mehr sprechen bzw. musste wieder sprechen lernen mit diesem speziellen Gerät (mit dem die Stimme so metallisch klingt). Als er mit meinem SV über den Befund sprach, hat dieser ihm klar gemacht, dass er das auf keinen Fall wolle, eine 2. Op verweigert und sich entlassen lassen, über eine Bestrahlung wolle er nachdenken und ansonsten keine Details wissen.
Für mich war damit der Fall klar, meine Schwiegermutter war erleichtert über das gute Ergebnis (!?).
Wie so viele Menschen hatte er Angst vor einer schlimmen Diagnose und die Augen vor der Realität verschlossen. Dadurch, dass er sich nicht behandeln lies, war die Krankheit für ihn nicht existent.
Wir mussten das akzeptieren.
Statt zu spekulieren ob es sich bei Deinem Vater ähnlich verhält, warum sprichst Du ihn nicht direkt an und teilst ihm Deine Sorgen mit?

Außerdem denke ich, dass es doch gerade bei so einer Erkrankung auch auf die Zeit ankommt, wann mit einer Behandlung begonnen werden kann.

Bin ganz Deiner Meinung und sollte es wirklich so lange dauern, dann biete ihm doch die Option einen zweiten Arzt aufzusuchen, um Klarheit zu bekommen. Natürlich brauchen erneute Untersuchungen auch wieder ihre Zeit bis alles abgeklärt ist.
Ob er im Krankenhaus besser aufgehoben ist, könnt nur ihr entscheiden, denn das hängt ja auch vom Vertrauen zum behandelnden Arzt ab.

Ich drücke Euch die Daumen für ein baldiges Ergebnis mit einer guten Prognose.

Guss
Sigrid