Wir haben eine einjährige Tochter und möchten für sie einen Geldbetrag anlegen, damit sie für Ausbildung o.ä. ein beruhigendes Finanz-Pölsterchen hat! Nun hatte ich mich (leider) noch nicht so richtig mit diesem Thema beschäftigt. Eine Ausbildungsversicherung ist offenbar nicht das Wahre. Das eingetzte Kapital soll auf jeden Fall sicher sein.
Hat jemand einen Tipp für mich, in welche Richtung ich Angebote einholen sollte?
Hallo,
tja, da will man für das Töchterchen was Gutes tun aber gleichzeitig nichts verkehrt machen, schließlich handelt es sich bei dem fraglichen Geldbetrag nicht nur um hundert Euro (Wenn doch – dann vergiß alles nachfolgende).
Deine Frage wirft diverse Gegenfragen auf:
Reden wir nur über einen eher kleinen Geldbetrag oder um größere Summen?? Ein Anhaltspunkt wäre hilfreich.
Innerhalb welchen Zeitraums soll das Geld für die Tochter zur Verfügung stehen? Sollen damit beispielsweise schon im Grundschulalter laufende Ausbildungskosten gedeckt werden oder plant man für die fernere Zukunft nach dem Motto: Unser Töchterchen soll mal studieren und das wird erst in ca. 18 Jahren soweit sein?
Von der Antwort auf die letzte Frage hängen weitere Überlegungen ab, so z.B. ob das Geld in Notfällen kurzfristig zur Verfügung stehen soll oder kann man über mehrere Jahre auf eine Auszahlung getrost verzichten?
Handelt es sich um einen Einmalbetrag oder willst Du regelmäßig etwas zur Seite legen?..
Eine sinnvolle Antwort auf Deine Frage hängt von vielen weiteren Faktoren ab, die ich in dieser kurzen Email leider nicht alle klären kann.
Grundsätzlich solltest Du deshalb folgende Überlegungen berücksichtigen:
Das Geld sollte schon aus steuerlichen Gründen nicht auf Deinen Namen sondern auf den Namen Deiner Tochter angelegt werden.
Sicherlich soll das angelegte Geld im Laufe der Jahre ein gewisses Wachstum erfahren. Je höher die WachstumsCHANCE ist, desto höher ist jedoch auch das VerlustRISIKO. Nach Deiner Schilderung soll das eingesetzte „Kapital auf jeden Fall sicher sein“. Mit anderen Worten: Das angelegte Geld soll zu keinem Zeitpunkt weniger wert sein als zu Beginn? Dieser grundsätzlich sehr vernünftige Vorsatz bedeutet jedoch auch eine erhebliche Einschränkung der Wachstumschancen.
Je nachdem ob das Geld kurzfristig verfügbar sein soll ( z.B. Anlage auf Sparbuch) oder aber die Verfügbarkeit für gewisse Zeiträume nicht erforderlich ist ( z.B. Anlage als Festgeld) liegen die Wachstumschancen nach Berücksichtigung der Inflation (!) dann zwischen -1% und 1,5% jährlich.
Beide Alternativen sind wenig erfreulich.
Nachdem das Geld aber wohl eher für mehrere Jahre nicht benötigt werden wird, überlege Dir mal folgende Alternative:
Eine etwas höhere Wachstumschance durch Anlage in ausgesuchten (!!!) Aktien birgt zwar ein höheres Verlustrisiko ist auf lange Sicht die beste Anlagestrategie. Das höhere Verlustrisiko besteht aus der Tatsache, dass es bei Aktienkursen auch mal in den Keller gehen kann, aber auf einen längeren Zeitraum werden sich die potentiellen Verluste immer wieder relativieren und durch Dividenden und Kurssteigerungen mehr als ausgeglichen werden. Hierbei sage ich aber gleich: Finger weg von irgendwelchen Modewerten! Nur bei echten Wachstumswerten kann man sich halbwegs sicher sein, das sie auch noch in zwanzig Jahren existieren werden. Bei einer sinnvollen Auswahl von 4-5 Aktientiteln kann man sich im Übrigen auch die oftmals unterschätzten Kosten der Aktienfonds (Ausgabeaufschlag und laufende Kosten) sparen. Im Laufe der Jahre kommt hier durch den Zinseszinseffekt eine immens hohe Summe zusammen. Mit anderen Worten: Vorsicht wenn Dir Dein Bankberater einen ganz tollen Fonds aufschwatzen will, der in der Vergangenheit eine tolle Performance gezeigt hat (Für die Zukunft bedeutet das herzlich wenig).
Lasse Dir mit Deiner Entscheidung ruhig Zeit und hole verschiedene Informationen ein. Es ist absolut egal ob Du Dein Geld im Februar oder erst im März oder April anlegst!
Ich hoffe Dir mit diese Paar Gedanken geholfen zu haben.
Viele Grüße noch aus Wiesbaden wünscht inforocket
PS:
Bei Rückfragen kannst Du mich auch gerne nochmal anmailen.
Wir haben eine einjährige Tochter und möchten für sie einen
Geldbetrag anlegen, damit sie für Ausbildung o.ä. ein
beruhigendes Finanz-Pölsterchen hat!
Super Sache, haben wir genauso gemacht. Die Kurze wird bald drei, die größten Pölsterchen hat sie aber auf den Rippen… aber nun zum Thema.
Nun hatte ich mich
(leider) noch nicht so richtig mit diesem Thema beschäftigt.
Eine Ausbildungsversicherung ist offenbar nicht das Wahre. Das
eingetzte Kapital soll auf jeden Fall sicher sein.
Klar ist, dass Garantie immer ein bissie auf Kosten der Rendite geht. Allerdings hast du ja noch immer vielfältige Spielmöglichkeiten.
Sparbuch (och nööööö)
Tagesgeldkonto (nu jooooo)
Bundesschatzbriefe (hm… njjjaaainvielleicht?)
Fondsanlage/Anleihen/Zertifikate … hier gilt eigentlich die grundsätzliche Frage: Steht der Kapitalerhalt im Vordergrund, darf’s auch etwas ERtragschance sein mit dem Risiko, dass vielleicht doch nur der Anfangsbetrag übrig bleibt, soll es ein fester Zins sein, oder oder oder…
Hat jemand einen Tipp für mich, in welche Richtung ich
Angebote einholen sollte?
Danke & Grüße
Definiere genau, was Dein Ziel neben dem Kapitalerhalt ist - und dann Hausbank, Direktbank, Google und wenn du magst jemand, der glaubt sich damit auszukennen, wie auch immer derjenige sich nennt.
Bausparvertrag, hoher Garantiezins + Zinsbonus + Wohnungsbauprämie ab dem 16.Lebensjahr, bei einigen z.B. der Debeka keine Abschlußgebühr bzw. wird nach 24 Monaten wieder gutgeschrieben.
später zur VL-Nutzung geeignet, schnelle Verfügbarkeit des Kapitals - wenns dringend gebraucht wird,
Man könnte auch ausschweifende Risikoanalysen betreiben
Zitat, Anmerkung des Fragenden:
„Das eingetzte Kapital soll auf jeden Fall sicher sein.“
nur ein allgemeiner Gedankengang: Sehr sicher sind deutsche Staatsanleihen. Nehmen wir an, es würden 18 Jahre lang jeden Monat 100 Euro gespart bei konstant 4,5 Prozent Verzinsung p.a. und jährlicher Zinszahlung sowie Wiederanlage der Zinsen. Zinsen bis zu 801 Euro werden nicht besteuert, alles über 801 mit 25 % Abgeltungssteuer. Dann wären nach 18 Jahren ca. 33.000 Euro zusammen gekommen, von denen ca. 12.000 Euro Zinserträge wären.
Zitat, Anmerkung des Fragenden:
„Das eingetzte Kapital soll auf jeden Fall sicher sein.“
Sicherheit ist relativ und auch Staatsanleihen können wertlos sein (siehe Argentinien - zwar etwas weiter hergeholt, aber wer weiss schon, wie die Lage in Deutschland in 20 Jahren ist ?).
Ansonsten gibt es auch Mischfonds mit Kapitalerhaltsgarantie. Geht zwar zu Lasten der Rendite, bringt aber immer noch mehr als das Sparbuch. Oder aber Zielsparfonds, die in Abhängigkeit von der Restlaufzeit in risikoarme / -freie Anlageformen umschichten.
Da mir nicht bekannt ist, einen entsprechenden Dauerkaufauftrag bei der Bank zu geben, stellt sich mir die Umsetzung eher schwierig vor. Kenne hier nur als Einmalanlage, lass mich da aber gerne eines besseren belehren…
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Da mir nicht bekannt ist, einen entsprechenden
Dauerkaufauftrag bei der Bank zu geben, stellt sich mir die
Umsetzung eher schwierig vor. Kenne hier nur als Einmalanlage,
lass mich da aber gerne eines besseren belehren…
Der Fragende möchte eine sichere Anlage - Du schriebst darauf hin „darf es auch etwas Risiko sein?“
Im Übrigen brauchst Du nicht jede, wirklich jede meiner Antworten zu kommentieren - alle wissen, das Du Beraterfuchs bist und unanhängig und nur das beste raussuchst - und nichts von konservativen Geldanlagen hälst - mehr so mit Risiko und ohne Garantien - bspw. Fondriester ohne Garantien …und dem Risiko zu 100% beim Kunden und nicht beim Berater
…nichts für Ungut ,-)
Detlev
Man könnte auch ausschweifende Risikoanalysen betreiben
Könnte? Sollte! Der Fragende möchte sein Geld nicht für 6
Jahre parken, sondern 15-20 Jahre!
Im Übrigen brauchst Du nicht jede, wirklich jede meiner
Antworten zu kommentieren - alle wissen, das Du Beraterfuchs
bist und unanhängig
ja.
und nur das beste raussuchst
ich versuche es - HIER gibt es keine Garantie
und nichts
von konservativen Geldanlagen hälst
da hab ich mich wohl falsch ausgedrückt
mehr so mit Risiko und
ohne Garantien - bspw. Fondriester ohne Garantien
Die eingezahlten Beiträge sind garantiert, wie bei Kapitalrenten-Riester u.ä. auch. Und 2,n’bisschen Prozent Garantiezins ist ja nun nicht gerade eine Messlatte, die halbherzig ausgesuchte Fonds nicht schlagen würden.
…und dem Risiko zu 100% beim Kunden und nicht beim Berater
…nichts für Ungut ,-)
Tut mir leid wenn das so ankommt. Entweder hast Du meine Postings falsch gelesen, gewollt falsch interpretiert oder möchtest hier einfach etwas beschwören, was nicht so ist.
Als Makler hafte ich für die Aussagen, die ich dem Kunden gegenüber treffe. Erzähle ich Schwachsinn, verliert der Kunde Geld - verklagt mich, und die Vermögensschadenhaftpflicht muss herhalten.
Übrigens schaue ich nicht zuerst WER etwas schreibt, sondern WAS geschrieben ist. Wenn ich immer wieder deine Postings kommentiere, liegt das offensichtlich einfach daran, dass unsere Sichtweisen eher auf entgegengesetzten Endpunkten einer Gerade liegen und daher immer zu (wenn auch manchmal von mir zu flapsigen) Kommentaren anregen.
Ist doch okay, wenn ich hier Blödsinn erzähle, schreib es einfach dazu - wenn plötzlich alle meiner Meinung wären, such ich mir 'n anderen Job.
also ich dachte immer, „Yuppies“ wären die Finanzgurus schlechthin???
Nun denn, guter Rat kann ja nie schaden.
Grundsätzliche Ansätze gibts hier ja schon genügend. (Was genau ist wann geplant usw.).
Hier nur zwei Punkte von mir, die beide einfach nur meine persönliche Meinung wiedergeben und keinen Anspruch auf absolute Richtigkeit haben:
Ich würde in einem solchen Fall einen Sparplan in einen breitstreuenden weltweiten Aktiendfonds machen. Den 10 bis fünfzehn Jahre laufen lassen, je nachdem, obs Töchterchen früher oder später (also z.B. mit 16 oder 21 Jahren) die Kohle braucht (Ausbildungskosten).
Danach würde ich das angesparte Kapital sicherer anlegen (aus heutiger Sicht z.B. offener Immobilienfonds), falls die Börsen nicht gerade total im Keller sind, und den Sparplan weiter in den Aktienfonds laufen lassen.
Damit hättest Du wohl in mindestens in 95 von 100 Zehnjahreszeiträumen mehr für Deine Kleine erzielt als mit einem Bausparvertrag. Den kann sie immer noch machen und lässig aus dem Fonds besparen, wenn sie das mal braucht.
Und das eingesparte Kapital war vielleicht zwischendrin mal unter dem eingezahlten Betrag. Aber bei der Laufzeit dürfte mit einem Sparplan kaum was schiefgehen. Und wenn, dann haben wir ganz andere Probleme… .
Einen Bausparer heute zum sparen abschließen heißt nur, das derzeitig niedrige Zinsniveau langfristig zu sichern.
Macht aus meiner Sicht eher für Kreditwillige Sinn. Aber für Einjährige?
Den Vertrag auf das Kind abschließen macht noch (bis die Abgeltungssteuer wahrscheinlich 2009 kommt) steuerlich vielleicht ein bißchen Sinn. Aber nur, falls Du in den nächsten zwei Jahren richtig viel ansparst. Danach wird sich eh alles ändern.
Nachteil:
Wenn aus der süßen kleinen Maus mit 18 eine aufmüpfige Göre werden sollte, die lauter Sachen macht, die Mama und Papa gar nicht gut finden, kann die ab dem 18. Geburtstag frei über das ganze Geld verüfgen. Ohne die Ansparer fragen zu müssen. Könnte schade drum sein… . Würde ich nicht machen.
„Sex, Drugs und Rock´n´Roll“ waren eigentlich nur für die Stones ein lohnendes Investment, oder?
FAST RICHTIG - bitte in solchen aufgestellten Kalkulationen NIEMALS die Inflation vergessen !!! Wird sehr gerne gemacht, beeinträchtigt gerade in langen Geldanlagen aber das Ergebnis erheblich.
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FAST RICHTIG - bitte in solchen aufgestellten Kalkulationen
NIEMALS die Inflation vergessen !!! Wird sehr gerne gemacht,
beeinträchtigt gerade in langen Geldanlagen aber das Ergebnis
erheblich.
Das stimmt so nicht ganz. Am Geldbetrag ändert die Inflation nichts, sondern am Geldwert (gemessen an der Menge der mit dem Betrag eintauschbaren Gütern): 33.000 Euro in 18 Jahren werden sehr wahrscheinlich weniger wert sein als heute.
Manche Leute schauen bei der Finanzagentur und lesen, daß für Bundesanleihen nicht nicht die gleichen Konditionen gelten wie für Bundesschatzbriefe und Bundesobligationen (Direkterwerb, keine Gebühren usw.). Dann schließen sie fälschlicherweise daraus, daß „es“ mit „Anleihen“ nicht geht und posten das hier. Sie übersehen dabei, daß der Begriff „Anleihen“ / „Staatsanleihen“ ein Oberbegriff ist und sich nicht nur auf Bundesanleihen erstreckt.
Ich glaube, wegen solcher Irrungen und Wirrungen gibt es den oft zitierten Hinweis: „Erst informieren, dann investieren“.