Langfristiges Depot---konstruktive Kritik

Hallo zusammen!

Ich bastele mir gerade ein Depot zusammen, welches in 30/ 35 Jahren für meine Altersvorsorge dienen sollte.
Dieses möchte ich natürlich laufend beobachten, aber eigentlich nur so alle 5 Jahre umschichten müssen (dann evtl. mit Berater), da man ja eh nicht in die Zukunft blicken kann…

Vorerst möchte ich mit einem monatl. Betrag von gut 300 EURO starten.
In Klammern habe ich einen späteren Portfoliogesamtanteil aufgeführt (dann monatl. ca. 500 EURO), in ca. 1-2 Jahren möchte ich die als spätere Positionen aufgeführten Produkte im Sparplan zusätzlich berücksichtigen.

Zur Zeit besitze ich bereits eine britische Rentenversicherung (Standard Life, monatl. 100 EURO) sowie eine kleine dt. Lebensversicherung (Allianz, monatl. 25 EURO).
Daher möchte ich erst in ca. 5 Jahren auch Rentenfonds berücksichtigen.

Was haltet Ihr von folgendem Aufbau:

USA
Zertifikat Dividendenstar USA (Dow Jones)…4,11% (später 2,38%)
Pioneer Mid Cup US 72375Q1085…5,48% (später 2,38%)
hier später zusätzlich geplant: Indexfonds DJIA 3.17%, Fonds Nordea North American Value 2,38%

evtl. noch klassischer Pioneer Nordamerika, Nasdaq Indexfonds, Rolling Discount Zertifikat S&amp:stuck_out_tongue_winking_eye:

Europa
Zertifikat CROCI Euro (Deutsche Bank)…16,44% (später 9,52%)
DAX Zertifikat (Deutsche Bank DE0007093353)…8,22% (später 4,76%)
Zertifikat der Zertifikate (Z.journal,ABN AMRO)…10,96% (später 6,35%)
TECDAX ETF Indexfond…2,74% (später 1,59%)
hier später zusätzlich geplant: Fonds Lupus Alpha SDAX 3,17%, Rolling Discount Euro STOXX Deutsche Bank DE0001495463 9,52%, Fonds BWK 3,17%, MDAX ETF Indexfonds 3,17%, Indexfonds Euro STOXX 1,59%

evtl. noch Dr. Jens Ehrhardt Zertifikat, IDC Flex, Zertifikat SG Dividend Stars Europe, DivDAx-Zertifikat

Emerging Markets
BRIC-Zertifikat…10,96% (später 6,35%)
HSBC China…5,48% (später 3,17%)
HSBC Indien…5,48% (später 3,17%)
später zusätzlich geplant: DWS Top 50 Asien 1,59%, Fond HSBC Asia Freestyle 1,59%, Fond Griffin Eastern Europe 3,17%

evtl. noch einen Japanfonds oder Zertifikat Topix oder Fond Comgest Magellan

Rohstoffe ect.
Quantozertifikat ABN AMRO RICI (NL0000445542)…8,22% (später 4,76%)
Fonds Activest Aktien Rohstoffe…5,48% (später 3,17%)
Biotechnologiefond (Pictet)…16,44% (später 9,52%)
hier später zusätzlich geplant: Währungsfonds Activest Devisenfonds 3,17%, Immobilienfons SEB IMMO 3,17%, Goldzertifikat 3,17%

Um dieses zu verwirklichen möchte ich ein Depot bei Cortal Consors, bei der DAB-Bank und bei Maxblue einrichten, da nicht alle über alle Produkte verfügen und ich nicht überall z.B. vierteljährlich investieren kann, um die Diversifizeriung zu erreichen.

Was haltet Ihr davon?

Oder sollte ich auch internationale Fonds, wie den Templeton berücksichtigen? Später vielleicht noch einen kleinen Hedgefonds oder managed accounts?

Über konstruktive Kritik bin ich Euch sehr dankbar!

Apropos, bin zur Zeit für ca. 1/2 bis 1 Jahr in der USA am arbeiten. Oder sollte ich mit dem Investieren noch warten, um keine steuerlichen Probleme zu bekommen (Steuererklärung USA, Zinsen Deutschland usw.)?

VG,
Melli

hallo melli,

erstens:
beschränke dich auf drei produkte, wenn du 300 € im monat anlegst.
deine auswahl sieht eher nach einem millionendepot aus. oder habe ich was übersehen?
zweitens:
es sind zu viel werte, um auf alle einzugehen.
drittens:
du hast dir sehr viele gedanken um die diversifizierung gemacht und gehst sehr klug vor, zumindest beim thema zertifikate.
viertens:
wenn du in rohstoffzertis investierst, ohne quanto (währungssicherung).
quanto frisst deine performance. das taugt nur für kurzfristige inevestments von ein paar wochen bis jahren.
zusammenfassung:
croci € 30 %, bric open end 45 %, amex biotech 25 %.
evtl. bei rohstoffen das neue zerti von goldman sachs bei einmaliger anlage oder warten, bis es ansparfähig wird.

strubbel
€:open_mouth:)

Hallo Strubbel,

vielen Dank für Deine Antwort…:wink:

hallo melli,

erstens:
beschränke dich auf drei produkte, wenn du 300 € im monat
anlegst.
deine auswahl sieht eher nach einem millionendepot aus. oder
habe ich was übersehen?

mein Problem hierbei ist allerdings, dass ich dann in relativ kurzer Zeit relativ große Beträge in den einzelnen Positionen haben werde…würdre wahrscheinlich einfach „besser schlafen“, wenn ich statt 3 ein paar mehr Postionen besparen würde…:smile:

viertens:
wenn du in rohstoffzertis investierst, ohne quanto
(währungssicherung).
quanto frisst deine performance. das taugt nur für
kurzfristige inevestments von ein paar wochen bis jahren.

Danke für den Hinweis

zusammenfassung:
croci € 30 %, bric open end 45 %, amex biotech 25 %.
evtl. bei rohstoffen das neue zerti von goldman sachs bei
einmaliger anlage oder warten, bis es ansparfähig wird.

Das erinnert mich an den Mustersparplan bei Maxblue…:smile:
Habe darüber auch schon nachgedacht, hätte aber gerne ein Portfolio, wo auch Fonds berücksichtigt sind…Meine Befürchtung ist einfach, dass vielleicht auch mal eine „große Bank“ Probleme bekommen könnte oder doch einmal unser „Währungs-/Wirtschaftssystem“ zusammenbrechen könnte und dann die Fonds immerhin gesichert sind, meine Zertifikate dann vielleicht aber nur noch Papierwert hätten…

Was haltet Ihr davon?

strubbel
€:open_mouth:)

VG,
Melli

hallo melli,

genauso isses, der sparplan von maxblue. der wurde im letzten chat vom zertifikatejournal am montag genannt.
wenn du ein größeres volumen angespart hast, realisierst du einen teil der gewinne im rahmen deiner überprüfungen des portfolios und teilst diesen wiederum, aus einem mach zwei.
bedenke, daß du gewisse mindestgebühren bezahlst und dich bei soviel anlagen verzetteklst.
das hieße, du legst 6€ im monat in einem wert an, das geht nicht.
wer zertis hat, braucht eigentlich keine fonds, nur mal so am rande.

strubbel
Z:open_mouth:)

Forderungspapier vs. reales Beteiligungspapier
Hallo,

wer zertis hat, braucht eigentlich keine fonds, nur mal so am
rande.

kannst Du das noch ein wenig ausführen strubbel, würde mich auch interessieren.

Mein Kenntnisstand (den ich gerne korrigieren lasse)

Zertifikate = nominale Forderungspapiere, d.h. ich bin
Gläubiger einer Forderung gegen den Emittenten. Im Fall der
Insolvenz des Emittenten fällt diese Forderung wie jede andere
auch in die Insolvenzmasse.

Aktienfondsanteile = reale Beteiligungspapiere an realen
Beteiligungspapieren, d.h. ich habe Eigentum an verschiedenen Produktivvermögen.
Im Falle der Insolvenz der Fondsgesellschaft sind meine
Fondsanteile als Sondervermögen bei der Depotbank vor der
Insolvenz und dem Zugriff der Fondsgesellschaft geschützt.

LG

Chrissicat70

hi c70,

also wenn der emittent, z.b. die deutsche bank insolvenz anmeldet, hält kein sicherungsfonds und kein system, dann brechen europaweit die finanzmärkte zusammen und es kommt zum finanzpolitischen desaster.
z. zweitklassiger emittenden nimmt man eh nicht.
es soll ja schon fonds in den 60ern gegeben haben, die dann plötzlich verschwanden, weil betrüger am werk waren.
die anleger warten heute noch auf ihr geld.
das war aber lange vor meiner geburt wohl.

strubbel
G:open_mouth:)

Auch Fonds nicht nur Zertifikate !!
Hallo Melli,

erstmnal würde ich dir raten deiner Auswahl zu beschränken.
Es wird einem ja ganz schwindelig bei deiner Aufzählung

Zudem führt diese grosse Anzahl von Fonds und Zertifikaten dazu, dass du zusammengenommen garnicht mehr weisst welches Risiko du in deinen Anlagen hast.
Im überigen kann man sich auch zu Tode diversifizieren, sprich ab einer bestimmten Anzahl von Einzelinvestments steigt dass Risiko der Gesamtanlage aber nicht die Rendite.

Bei Euro 300 mache doch 6 mal 50 Euro pro Monat als Anlage.
Auch wenn Zertifikate „in“ sind, so investiere auch einen grossen Teil in Fonds, gerade wenn du über einen sehr langen Zeitraum investieren willst.

Was Zertifikate angeht, muss man sagen, dass dahinter letztendlich fast immer „Derivate Strukturen“ stecken, die zumindest die Banken auf der Gebührenseite Freude bereiten. Es sind v.a die Gebühren, die du nicht siehst, die aber im Produkt versteckt sind.
Zertifikat sind nicht das Ei des Kolumbus, wie es manche gerne verkaufen wollen.

Bei der Suche nach guten Fonds, auch mal eine Unabhängige Zeitschrift wie die Finanztest heranziehen.

Ansonsten sind für eine langfristige Anlage „sogenannte Dividendenfonds“ (gibt u.a welche von DWS, BWK, UNION) als ein Bestandteil zu überlegen.

Gruss

Guido

hallo guido,

schön daß du mir antwortest, sollte wohl melli lesen.
fonds ohne versteckte gebühren?
gerade fondsmanager sind es, welche bei gebühren die hand offenhalten. zu den gebühren beim kauf kommen oft noch happige managementgebühren dazu.
bei zertifikaten besteht die möglichkeit, auch in seitwärtsbewegenden märkten ein kleines geld zu erwirtschaften.
das gros der fondsmanger erwirtschaftet keine bessere performance als der index, warum soll ich dann einen teuren manager bezahlen?
fonds werden für mich erst in spezialsituationen interessant, wenn gesetzliche bestimmungen die indexabbildung verbieten, wie in indien.
da macht hsbc seinen job sehr gut.

strubbel
f:open_mouth:)

Hallo Strubbel,
habe nicht sagte das es bei Fonds keine Gebühren gibt. Sicher wird das von mancher Bank auch gut verdient.
Was ich sagen wollte ist, dass man auch in Fonds invstieren sollte.
Nun ja, sicherlich gibt es Zertifikate für alle möglicher Situationen oder Ereignisse.
Nur teilweise gleichen diese Zertifikate Wetten, nach dem Motto, wenn das eintritt dann bekommst du 6%, sonst …etc

Was anderes ist es, wenn man mit Zertifikaten Märkte abgedecken will.

Nur sollte man sich keiner Illusion hingeben. Bei sehr vielen Zertifikaten verdienen die Banken sehr gut und im Gegensatz zu Fonds, siehst du garnicht, welche Gebühren, welche Marge sich die Banken rausschneiden.

Bei der Ausgangssituation ging es auch um Vermögensaufbau im langfristigen Zeitraum und nicht um das ausnutzen von kurzfristigen Schwankungen oder Trends.
Die Vielzahl der Vorgeschlagenen Fonds und Zertifikate machte es unmögliche eine Strategie für den Vermögensaufbau zu erkennen. Ich hatte eher das Gefühl „von jedem ein bisschen“ und das Gesamtrisiko war nicht mehr erkennbar.

Einen schönen Abend noch und
Gruss
Guido

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