Langsame Internetverbindung im Studentenwohnheim

Hallo liebes Forum,

mir stellt sich folgendes Problem:
Seit einiger Zeit ist meine Internetverbindung phasenweise sehr langsam (ca. 7 kB/s). Meine Internetverbindung wird von meinem Wohnheim bereitgestellt, welches wiederrum mit dem Rechenzentrum der Uni verbunden ist.
VoIP via Skype macht dagegen keine Probleme. Manchmal lässt sich das Problem durch mehrmaliges Neustarten aus der Welt schaffen.

Das ganze hört sich sehr danach an, als würde zu wenig Bandbreite bereitgestellt. Entweder bei der Anbindung des Wohnheims oder der Anbindung der Uni. Dagegen spricht allerdings folgendes:

  1. Entweder Schrottverbindung, um die 7 kB/s oder extrem schnelle Anbindung (1500 MB/s und mehr)
  2. Vollkommen Uhrzeit unabhängig, Problem tritt auch nachts um 4 auf
  3. Keiner meiner Mitbewohner hat ähnliche Probleme
  4. Rechenzentrum sagt, es gibt nichtmals annährend Bandbreitenengpässe

Hat irgendjemand eine Idee, was ich tun kann? Ich habe nämlich keine.

Viele Grüße, Nico

In aller Kürze:

1.) Netstumbler besorgen (Freeware), und die Feldstärke beobachten. Funk ist ein problematisches Medium, wenn die Feldstärke gering ist oder schwankt. Du erinnerst Dich an die Effekte mit den UKW Radios bei schwachen Sendern? Je nachdem wie man sich im Raum bewegt und wie man die Antenne kippt gehts mal besser, mal schlechter und dann wieder nicht mehr. Außerdem lässt sich Funk schlecht beobachten, da man ihn nicht sehen kann. Es treten dauernd böse Reflexions- und Dämpfungseffekte auf, je nach Luftfeuchtigkeit, bewegten Körpern im Funkweg oder externen Störern (andere WLAN im selben oder einem benachbarten Kanal, Mikrowelle, Bluetooth-Handies, usw). Für den Enduser scheint das Verhalten dann mehr oder weniger zufällig.

2.) Achte auf Hindernisse im Funkweg. Jalousieen, Dein Körper, große Zimmerpflanzen, alles kann einen geringen Einfluss haben, und irgendwann ist es dann in Summe zuviel.

3.) Du kannst von Deiner Seite eigentlich nur eins tun: die Antennen optimieren. Netstumbler hilft Dir dabei, erst mal den bestehenden PC optimal auszurichten. Manchmal reicht es, den Standort ein wenig zu verändern, oder ihn zu drehen.

4.) Wenn das nicht reicht, hilft eine Richtantenne. Die hat auch den Vorteil, dass ihr Aufstellungsort variabler ist (Kabel kurz halten - schlägt füchterlich auf die Signalstärke …). An viele Desktops kann man eine bessere Antenne direckt anschließen. Bei Laptops ist das nicht so einfach, wenn man nicht basteln will, hilft eine neue Netzwerkschnittstelle (PCMCIA oder Mini-PCI, je nach Laptop), die gibt es auch mit Antennenanschlüssen, manchmal sogar im Set („War-Driving Kits“).

5.) Alle Probleme auf einen Schlag löst ein WLAN USB Stick, eventuell sogar mit Richt-Antenne. Gibt es auch als Kits. Vorteil: man kann über ein USB Verlängerungskabel seinen Aufstellungsort verlustlos optimieren.

Wenn Du Hardware kaufst, meide den Billigschrott, auch wenn mit Luftzahlen geprotzt wird, kauf ein Markengerät und leg Dich in die goldene preisliche Mitte.

Armin.

Danke für deine ausführliche Antwort. Leider hilft mir dies nicht weiter. Ich hätte wohl etwas mehr Angaben zum Netzwerk selbst machen sollen:
Anbindung der Bewohner durch feste geschirmte Netzwerkverkabelung, kein WLAN.

Gruß Nico

Hört sich für mich schwer danach an als wenn ein anderer Student irgend einen Dienst am laufen hat der die ganze Bandbreite verbrät. torrent Server zum Beispiel.

Vielleicht mal einen Admin benachrichtigen dass er das Netz so konfiguriert dass jeder eine garantierte Bandbreite hat.

Das Problem ist folgendes: Sagen wir mal ihr habt 100Mbit und seit 100Leute, dann bekommt einfach jeder zufällig Bandbreite so wie er Glück hat, wenn man keine Dienstgüte konfiguriert hat.

Man kann es so konfigurieren, dass jeder der 100 Leute mindestens 1Mbit hat, und wenn gerade nur 10 Leute online sind der unbenutzte Teil mehr oder weniger zufällig auf die anderen aufgeteilt wird.

siehe auch „Quality of Service“

Hallo,

dies hört sich wirklich eher dannach an, als ob das ursächliche Problem rechnerbedingt ist.

Zudem es sich ja nicht um die Erreichbarkeit bzw. Geschwingikeit des „Internets“ handelt, sondern wohl nur um bestimmte Teile, denn Skype funktioniert ja.

Und hier beginnt das Rätselraten: Welches Betriebssystem, welcher Browser, Proxy, Online-Virenscanner, DNS-Server? Wird IP-Nummer usw. per DHPC bezogen?

Was sagt das berühmte Ping in den langsamen Phasen?

mfg, tf

Guten Tag,

Betriebssystem: Vista Business
Browser: Problem sowohl bei IE, Opera und Firefox
Virenscanner: AVG
Firewall: Kerio-Sunbelt
Proxy: nein

IP-Adresse, Gateway und DNS wird über DHCP zugewiesen - klappt alles wunderbar

Habe alles auch schon manuell eingetragen - keine Änderung
Habe IPv6 an- und ausgeschaltet - keine Änderung

Ping: C:\Users\nico>ping web.de

Ping wird ausgeführt für web.de [217.72.195.42] mit 32 Bytes Daten:
Antwort von 217.72.195.42: Bytes=32 Zeit=3478ms TTL=52
Antwort von 217.72.195.42: Bytes=32 Zeit=3540ms TTL=52
Zeitüberschreitung der Anforderung.
Zeitüberschreitung der Anforderung.

Ping-Statistik für 217.72.195.42:
Pakete: Gesendet = 4, Empfangen = 2, Verloren = 2 (50% Verlust),
Ca. Zeitangaben in Millisek.:
Minimum = 3478ms, Maximum = 3540ms, Mittelwert = 3509ms

Wenn ich das Zeitlimit auf unendlich setze:

Antwort von 134.60.1.111: Bytes=32 Zeit=12477ms TTL=253
Antwort von 134.60.1.111: Bytes=32 Zeit=10991ms TTL=253
Antwort von 134.60.1.111: Bytes=32 Zeit=9598ms TTL=253
Antwort von 134.60.1.111: Bytes=32 Zeit=2792ms TTL=253

DHCP und Gateway anpingen kein Problem

DNS anpingen macht auch Probleme, da DNS im WWW ist.
Habe verschiedene Webseiten über IP-Adresse aufgerufen - genauso langsam.
DNS ist also nicht das Problem, sondern nur mitbetroffen.

Habe auch schon das Patch-Kabel gewechselt und peinlichst genau darauf geachtet, dass es möglichst keine starken EM-Felder passiert.

Unser Rechenzentrum will sich logischerweise nicht damit ausseinandersetzen. Da das mein persönliches Problem ist, es gab noch keine anderen Beschwerden dieser Art.

Ich habe mal geschaut, wie hoch der Traffic bei einem Skype-Telefonat liegt: 10 kB/s
Das erklärt, warum es trotzdem funktioniert. Hatte den Traffic um 10er-Potenzen höher erwartet.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass das Problem darin liegt, dass irgendein anderer Student, die komplette Bandbreite braucht. Sonst wäre ja nicht nur ich betroffen…

Hat vielleicht noch jemand eine Idee?

Hallo,

hast du mal Firewall und AVG deaktiviert?

mfg, tf

klar, das habe ich auch schon probiert.

da bleibt mir wohl nur noch alles sichern und recovery…

Hallo,

schon mal einen anderen Rechner am SELBEN LAN-Anschluß ausprobiert?

Habe auch schon erlebt, daß irgendwo ein Kabel falsch aufgelegt wurde.

mfg, tf