Langzeitheizungsspeicher für Einfamilienhaus

Hallo, obwohl ich neu hier bin habe ich schon vorher versucht Antworten zu finden auf die Frage ob sich ein Langzeitspeicher „rentiert“ der mit überschüssiger Wärme aus einer Solarthermie-Anlage gespeist wird.

Um meine frage zu präzisieren:
Überschüssige Wärme soll nach meinen Vorstellungen in einen WW-Tank abgeleitet werden der unterirdisch verbaut werden soll.
In der kalten Jahreszeit soll dieser dann zuerst aufgebraucht werden und natürlich mit neuer Energie nachgeladen werden (sofern die Sonne dies zulässt).
Sollte dies nicht ausreichen wird ein im Haus befindlicher Speicher mit einem Öl BW-Kessel nach geheizt.
Ich setzt also eine Intelligente Lösung der Anlage voraus die unterscheiden kann ob überschüssige Wärme in den Langzeitspeicher abgeführt wird oder direkt in den Speicher geladen wird/werden muss.

Ich habe schon so viel gelesen das Argumente für oder gegen eine chemische Lösung nicht von Interesse sind. Also Bitte dahin gehend keine Antworten.

Im voraus schon mal Danke für die Mühe und…

*das die Sonne immer scheinen mag*

Hallo Lelli2,
angesichts der nicht besonders hohen spezifischen Wärme (d.h. auch Speicherfähigkeit) von Wasser (4183 J/(kg·°C)und der nur geringeren Temperaturdifferenz die nutzbar wäre (schätze höchstens 50°C) bräuchte man schon einen gewaltig großen Wassertank, dazu noch eine Wärmepumpe und Wärmetauscher. Darüber hinaus hat ein solcher Tank noch einen kontinuierlichen Wärmeverlust, selbst bei guter Isolierung.
Also: gut gemeint, aber die physikalischen Realitäten sprechen dagegen.
Gruß
Karl

Hallo Karl,

zunächst einmal Danke für die Antwort und gleichzeitig eine Rüge für meine zunichte gemachten Träume :wink:

Du sprichst von Isolierung, Wärmeträgereigenschaften und Wärmeverluste. Hat aber schon mal jemand eine Rechnung aufgemacht über Verluste die entstehen wenn die Solaranlage wegen Überhitzung (da keine Wärmeabnahme und Speicher voll) in Stillstand geht und für mehrere Stunden die Anlage eigentlich Sinnlos auf dem Dach verharrt ?

Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter:
Ein Tank im Erdreich vergraben OHNE Isolierung würde das Erdreich um den Tank herum aufwärmen, was den Inhalt vom Tank auch „Isolieren“ würde. Gleichzeitig wäre diese im Erdreich mutmaßlich verlorene Wärme wieder in der Lage den Tank mit aufzuwärmen, bei fallenden Temperaturen im Wasser.
Einziger Nachteil den ich sehe ist längere Aufheizzeit bis der im Erdreich vergrabene Tank Nutztemperatur hat. Da dies aber nur einmal, nämlich bei Erstinbetriebnahme geschehen würde sehe ich dahin kein Problem.

Ist das eine Milchmädchenrechnung oder ist da was dran an meiner Theorie…??

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Hallo!

Ist das eine Milchmädchenrechnung oder ist da was dran an
meiner Theorie…??

Naja, gehe mal anders an die Sache heran.

Versuche mal den Heizenergiebedarf Deines Hauses zu schätzen,
und rechne mal aus, wie gross der Wärmespeicher sein muss, um meinetwegen nur 2/3 Hälfte der Jahresheizenergie zu decken.
Ohne Isolationsverluste zu berücksichtigen.

Diese Idee hatt ich für mein Haus auch schon,
ich bin da irgendwo bei 200 000 Liter Wasser mit 90° rausgekommen,
wenn ich als untere Nutztemperatut mal 45° angenommen habe.

Also völlig unrealistisch, sowas zu bauen.

Grüße, Steffen!

Hallo,
alle mir bekannten Lösungen haben den Speicher (typisch stehend, weil das Vorteile hat, wenn man es richtig macht) im Haus - eben um die „Verluste“ nutzen zu können. Überhaupt sind das dann Häuser die sehr gut isoliert sind und die Nutzer sind sich im klaren, daß bei mehreren Wochen ohne Sonne im Winter das Duschen (zu Hause, aber es gibt ja z.B. Hallenbäder) ausfällt. Sobald man über eine zusätzliche Heizung nachdenken muß, wird es von den Kosten her endgültig uninteressant.

Cu Rene

Hallo Rene,
der Speicher stehend wäre schon klar. Schichtenspeicher wäre noch besser (spart den Wärmetauscher).
Über Hausisolation mache ich mir momentan noch keine Gedanken. Zunächst ist die Heizung dran.
Und zum Thema Duschen im Hallenbad: z.Zt. bin ich noch im zweifelhaften Besitz eines Elektrischen Boilers.
Also jede Modernisierung ist besser als das was im Moment bei mir im Haus sich befindet. :wink:

vg
lelli

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Diese Idee hatt ich für mein Haus auch schon,
ich bin da irgendwo bei 200 000 Liter Wasser mit 90°
rausgekommen,
wenn ich als untere Nutztemperatut mal 45° angenommen habe.

Also völlig unrealistisch, sowas zu bauen.

Hm…
200m³ Wasser mit 90³C Das wäre ein Tank mit 10 mal 10 Metern Grundfläche und 2 Meter hoch.
Mal rein Hypothetisch:
ist so ein Volumen überhaupt mit „Überschussenergie“ zu heizen.
Wie kann ich so was ausrechnen.??

vg
lelli

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Hi!

Ausrechnen kann man sowas nur ganz grob,
da spielen sehr viele Unbekannte mit.
Das grösste Problem dabei ist, dass man Wasser mit Solaranlagen auf 60° eigentlich locker bringt,
aber wenn man auf 90° will, braucht es da schon sehr gut Sonne.Und wenn das mal im Spätsommer mit der Sonne nicht so klappt, wie man sich das ausgerechnet hat,
und Du z. B. nur von 70 ° im Speicher ausgehen kannst, bist Du dann auch schnell mal bei 400 000 Liter benötigtem Wasser.

Was noch zu beachten wäre, eine Versicherung für diese ganze Anlage.
Bei uns im Ort ist mal ein Pool mit 40 000 Liter geborsten, die entstandene Flutwelle hat in den Grundstücken eine recht teuere Spur der Verwüstung hinterlassen.

So, nun zur Rechnerei:

Suche Dir im Tafelwerk oder Wikipedia die spez. Wärmekapazität von Wasser raus.
Dann weisst Du, wieviel Energie Du brauchst, um meinetwegen 200 000 Liter Wasser von 20 auf 90° zu erwärmen.

Dann den Wirkungsgrad einer Solaranlage erkunden, die Sonnenscheindauer eines Jahres in Deiner Region erkunden,
dann kannst Du schon mal bischen losrechnen.
Mit dem Ziel, die Quadratmeter Absorberfläche grob zu bestimmen.
Dann muss auch bedacht werden, die Wärmeverluste im Speicher,
und dass eben 20° heisses Wasser sich leichter um 30° erwärmen lässt, als 60° heisses Wasser.

Ich sag mal, bei so vielen Unbekannten kann man schon mal grob losrechnen,
aber wenn Du da irgendeine Zahl raus hast, kann das auch das doppelte oder die Hälfte sein.

Aber Fakt ist:
Mit der überflüssigen sommerlichen Leistungsreserve einer normalen Heim-Solaranlage bringst Du so einen Wärmespeicher nicht auf 90°.
Da musst du dann schon deutlich grössere Flächen benutzen.

Grüße, Steffen!

Und zum Thema Duschen im Hallenbad: z.Zt. bin ich noch im
zweifelhaften Besitz eines Elektrischen Boilers.
Also jede Modernisierung ist besser als das was im Moment bei
mir im Haus sich befindet. :wink:

Hallo!

Sag das nicht,
ich habe mir vor 2 Jahren übrigens auch einen elektrischen Boiler für mein Bad eingebaut. Der ganze Spass hat mich so 400 € gekostet. Incl. Boiler, Rohre, Montage usw. Natürlich alles selbst gemacht.
(Weil ich mit dem el. Durchlauferhitzer ständig Probleme hatte)

Ich bin auch sehr zufrieden mit dem Boiler.
Hab mir das auch mal durchgerechnet,
das ist echt die finanziell günstigste Lösung.
So sehr viel kostet das bischen Warmwasser nähmlich garnicht, was man im Bad verbraucht. Das sind im Jahr ca. 250 € Strom bei mir.
(Und, wenn meine Frau mal das Bedürfnis hat, eine Stunde lang zu duschen, wie früher,
funktioniert das nicht mehr, ha ha…)

Mein Nachbar ist Single, der hat sich für das Warmwasser auf seinen kleines Häuschen eine Solaranlage bauen lassen,
für ca. 3000 €, hat selbst auch noch viel mit gebaut.

Der hat dann erstmal viele Meter Rohr, eine Zirkulationspumpe, die Strom braucht, einen Pufferspeicher, Regelventile, Elektronik,
Wärmeverluste in der Zirkulation,
und ich denke mal, 10 Jahre wird die Anlage nicht laufen, ohne Reparaturen, erste Probleme hatte er schon. Dach war auch schon undicht deshalb.

Da komme ich, auf die nächsten 10 Jahre, finanziell garantiert besser weg, als mein Nachbar. Auch wenn ich aller paar Jahre mal die Opferanode wechseln muss.

Grüße, Steffen!

Hi,
grundsätzlich würde ich um Volumen zu sparen den Speicher mit groben Steinen etc. füllen.
um schlechte Isolierung und Verluste würde ich mir nur für den Sommer Gedanken machen soferne der Speicher die abgestrahlte Verlustwärme an das HAus abgibt. Im Winter wäre das ja kein Nachteil.

Aber bevor ich so ein Megateil bauen würde und dann zusätzlich mit Öl heize, würde ich die deutlich günstigere Variante einer Solarunterstützten Pelletsanlage in Betracht ziehen.
da bringen 1000-3000l Puffer für die Heizübergangsperiode eine Nutzung der Solarenergie.
Und die Platzersparnis nutzt du fürs Pelletslager für den echten Winter.
Dann hast du sicher geringere Jährliche Brennstoffkosten als die zweifelhafte Langzeitspeicherung plus Öl.
Bist weitgehend co2 neutral und sparst eine Menge an Investitionskosten.

Wobei eine anständige Isolierung, Richtung Passivhaus ohnehin am effizientesten auf lange Sicht ist, da brauchst du über einen Megaspeicher sowohl von der Problematik als auch den Kosten nicht weiter nachdenken. Trotzdem ein Link:
http://www.jenni.ch/ dann auf Speicher und Großspeicher (ge frame det)
OL

Nachtrag
schau beim Link in die Fundgrube

Hi Lelli,

für EFH´s rechnet sich der Aufwand nicht, vor allem nicht wenn man solch einen Erdspeicher selbst baut. Es gibt fertige Erdspeicher die wie eine Regenwasserzisterne eingebuddelt werden, die sind sehr teuer aber eher noch bezahlbar als „Marke Eigenbau“, denn da gibt es nur probleme. Ein Tank mit 10x10m und 2 m höhe ist Unsinn, denn die Temperaturvermischung ist viel zu groß in einem solchen Tank.
Für Pufferspeicher ist Höhe das wichtigste, damit das warme Wasser oben bleiben kann und das kalte unten bleibt. Sonst gibt es nur Mischbrühe.
Als Faustformel rechnet man übrigens mit ca. 100l Puffervolumen pro m² Kollektorfläche, das ist noch wirtschaftlich, alles andere wird unbezahlbar und funktioniert auch nicht richtig. Bei angenommenen 200000 l wären das dann 2000m² Kollektorfläche. Na ja, welches Einfamilienhaus hat denn solch ein dach?
Also wir würden dir entweder eine normale Solaranlage mit Puffer im Haus empfehlem, aber kein Billigkruscht, denn billig ist hier fehl am Platz. Und wenn die „Überwärme“ im Sommer weg soll für spätere Nutzung, anstatt dem riesen Erdspeicher, nimm ne Sole/Wasser Wärmepumpe und pump die Wärme in die Erde, dort kannst du die im Winter wieder rausholen, das kostet nicht mehr als der Erdspeicher und ist wesentlich wirtschaftlicher.
ich hoffe ich konnte helfen

ich hoffe ich konnte helfen

Hallo, ich denke schon das Du mir helfen konntest. Jetzt bin ich eigentlich noch mehr verunsichert :wink: und werde das Thema mit dem Langzeitspeicher mal auf Eis legen.
Kann zur Zeit eh nichts machen denn meine Heizung mit mit Solarer unterstütung wird gerade aufgebaut.
Das mit dem Langzeitspeicher werde ich vlt. nochmal in Angriff nehmen wenn ich ein bisschen mehr luft hab.

Gruß
lelli

Danke für die Info aber momentan ist die Geschichte auf Eis gelegt.

Gruß
lelli

Hallo Steffen,
Ich werde meinen Boiler vernichten. Die Kosten für eine Heizung mit Solarer Unterstützung sind zwar nicht gering, aber wer wie Ich alles neu macht (Heizung, Solar, Brauchwasser) macht einen Schlußstrich und ersetzt alles Elektrische durch Wasser. Ölradiator, 2Boiler da kommt schon einiges an Strom zusammen ~4000kw/h im Jahr bei einem 2 Personen Haushalt. :open_mouth:

Gruß lelli

OK…

wie weiter oben schon erwähnt werde ich die Berechnung mal vorläufig auf auf Eis legen.

Danke jedoch für die Mühe und ich glaube es ist wirklich doch auch viel einstellungssache ob man sich für Solar entscheidet oder auch nicht. Ich glaube jedenfalls das richtige gemacht zu haben.

SolvisMax als Ölbrennwert und ca.11m² Kollektorfläche für Heizung und WW EFH 2 Personen Haushalt

Alter Bestand:
1 80ltr geschlossener Boiler
1 5ltr offener Boiler
1 Elektroheizer für die Toilette
und jetzt kommt´s:
2 Ölöfen die täglich mit 1-2 Kannen manuell gefüllt wurden.

Hallo,

Bei uns im Ort ist mal ein Pool mit 40 000 Liter geborsten,
die entstandene Flutwelle hat in den Grundstücken eine recht
teuere Spur der Verwüstung hinterlassen.

naja, ein im Boden eingebauter Tank hat wohl eher nicht das Potenzial eine Flutwelle auszulösen.

Gruß, Niels