Hallo,
Es wurde schon richtig festgehalten: Laptops ziehen im Vergleich zu gleich teuren Desktops in praktisch jeder Beziehung den Kürzeren: weniger Leistung fürs Geld, stromsparende Komponenten statt schnelle Komponenten, wenig Aufrüstbarkeit, schwierige Installation, schwierige Reparatur. Zudem haben sie wegen der exotischen Hardware oft haarsträubende Zicken. Die Faustformel „die Hälfte fürs doppelte Geld“ würde ich ebenfalls kommentarlos unterstreichen.
Man kann es aber auch anders rum betrachten, wenn man die Prioritäten anders bewertet. Auch ein mittelmäßig teures Laptop bietet heutzutage genügend Leistung für Office und Internet und sogar viele Spiele. Dass es um das selbe Geld einen deutlich schnelleren Desktop gegeben hätte interessiert nicht, schließlich bekomme ich für nicht benützte Leistung keine Gutschrift. Wenn das Laptop vom Händler/Verkäufer mit einem funktionerenden Treibersatz ausgestattet wurde, und man sich selber beim „tunen“ zurückhält, funktioniert es auch viele Jahre lang (außer man muss mal neu installieren - dann wirds für Ungeübte haarig, aber das gilt auch für Desktops).
An den Bildschirm, das Touchpad und die kleinere Tastatur gewöhnt man sich, und man kann natürlich die gröbsten Problembringer, wie die derzeit ärgerlichen „glare“ Displays (schauen nur gut aus im Geschäft wegen ach so knackiger Farben, weil die Geräte da so aufgestellt werden, dass man ihr extremes Spiegeln nicht bemerkt) beim Kauf vermeiden bzw. ausprobieren, ob man damit leben kann. Die meisten können es.
Warum der Kompromiss? Die kleine Bauform hat nicht nur unterwegs Vorteile. Ein Desktop-PC schaut - trotz Flachbildschirm - in der Wohnung eines nicht-Technikfreaks immer irgendwie störend aus. Er braucht irgendwo Platz für die Kiste, Tastatur, Maus und Bildschirm. Ein Laptop verschwindet in jeder Schublade. Und eher exotische Einbauten wie WLAN und Bluetooth haben die meisten Laptops schon ab Werk, bei Desktops muss man sie oft separat kaufen und installieren, wenn man z.B. sein Handy anbinden möchte.
Und wie schon erwähnt mag die mehr oder freie Arbeitsplatzwahl in einer (WLAN versorgten) Wohnung öfter angenehm sein als man glaubt, vor allem wenn man zu mehreren wohnt und/oder kein eigenes Arbeitszimmer hat.
Ich rate allerdings davon ab, die superbilligen Laptops zu kaufen. Ein gutes neues Laptop, mit dem man eine Weile Freude hat, gibt es meiner Meinung nach nicht unter 500 Euro, eher 600.
Mit den superbilligen Desktops (schon gesehen: unter 300 Euro samt Tastatur, Betriebssystem, Maus, Boxen und Flachbildschirm) hat man normalerweise keiner echte Freude. Abgesehen davon dass manche so lahm sind dass sie von einem schnellen Laptop bereits eingeholt werden sind sie meistens von miserabler Qualität, werden unverhältnismäßig laut spätestens wenn man sie unter Stress setzt, und der Händler bietet nach dem Kauf lieber Ausreden als Garantieleistungen, sofern es nicht sowieso zu seinem Geschäftsmodell gehört, zur Vermeidung von Garantieansprüchen regelmäßig umzufirmieren oder pleite zu gehen.
Ein gutes gebrauchtes Laptop der „Business“ Klasse von HP oder IBM (In Massen gehandelt etwa 2-3 jährig als Leasing-Rückläufer um die 300-400 Euro) schlägt die meisten superbilligen Neugeräte meiner Meinung nach um Längen, der meist abgenudelte Akku spielt für den Betrieb in der Wohnung keine große Rolle, und man hat eine sehr gute Treiberversorgung über die Herstellerseite. Ihre Mucken - wenn sie welche haben - sind weitgehend bekannt und es gibt Tipps wie man sie umgehen kann.
Einzig die fehlende Garantie macht manchmal Sorgen, und man sollte einen Kumpel zur Hand haben der bei Auswahl und Installation hilft, oder bei einem seriösen Gebrauchthändler (im Komplettpaket mit installiertem Betriebssytem und mit Rückgaberecht) kaufen.
AL.