? Larding a crib?

Ich kam heute ueber diese englische Redensart und kann beim besten Willen nichts damit mit anfangen .

Hat einer der Insulaner unter Euch eine Erklaerung dafuer?

Besten Dank im Voraus.

Mit freundlichem Gruss … Heinz

Hallo, Heinz,
wie wäre es mit der Worte wörtlicher Bedeutung:
to lard = spicken (z.B. einen Braten)
crib = Spickzettel (im übertragenen Sinne)
Das ergäbe dann nach meiner - wie immer unmaßgeblichen - Meinung „einen Spickzettel anfertigen“
Gruß
Eckard

Kontext, verd* noch mal
Hallo,

Ich kam heute ueber diese englische Redensart und kann beim
besten Willen nichts damit mit anfangen .

Ich auch nicht, ohne Kontext ist es normalerweise schon schwer genug, aber bei Slangausdrücken noch viel schlimmer.

„crib“ ist Slang für „Wohnung, Bude“. „lard“ heißt spicken, also könnte es sein, dass man hier seine Bude mit fetten Accessoires vollstellt. Es könnte aber auch heißen, dass man mit kontextlosen Übersetzungsfragen ein Wissenforum ärgert, was weiß ich schon … :wink:

Gruß,

Myriam

Hi Eckhard & Myriam.

Beschaemt muss ich zugeben , dass ich das Gleiche getan habe , was ich selber bei anderen Fragestellern des Oefteren moniert habe : ‚It’s the context stupid!‘

Da ich z.Z. an einem anderen Computer sitze und nicht daheim bin, werde ich heute abend den fraglichen Satz hier ‚einsandwichen‘ , d.h. einen Satz davor, dann den Satz und einen Satz danach.

Es kommt aus der Einleitung des englischen Uebesetzers der Illiad von Homer. Der Uebersetzer beschreibt die Schwierigkeiten die er ueberwinden muss um einen zeitlosen 2000 + Jahre alten Text so gerecht wie moeglich an den heutigen Leser anzupassen. Sehr interessanter Text per se btw.

Ein paar Zeilen spaeter fand ich folgenden suessen Aphorism : " Don’t put a muzzle on the ox that treads your corn". Sweet , isn’t it?

Also , des Zeitunterschieds wegen , bis heute abend (Pacific Time.)

Mit freundlichem Gruss … Heinz

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Hi,
die Homer-Information und die Auskunft, dass es um Übersetzungen geht, ist ja nun schon etwas mehr Kontext.
Wie wärs also mit fogenden Wörterbuch-Einträgen:

larded, larding

  1. To coat (meat, etc) in lard.
  2. To insert strips of bacon or pork into (lean meat) in order to make it more moist and tender once it is cooked.
    3. To sprinkle (a piece of writing, etc) with technical details or over-elaborate words, etc.

crib
noun

  1. A baby’s cot or cradle.
  2. A manger.
  3. A model of the nativity, with the infant Christ in a manger.
    **4. A literal translation of a text, used as an aid by students.
  4. Something copied or plagiarized from another’s work.**
  5. cards. The discarded cards in cribbage, used by the dealer in scoring.
  6. A timber framework for a dam.
  7. A timber framework used to line a mine shaft.
  8. Short for cribbage.

cribbed, cribbing
verb
tr & intr
1. To copy or plagiarize.
2. To put in or as if in a crib.

Damit wären wir also zumindest in der Nähe von „eine Übersetzung anreichern“, „eine wörtliche Übersetzung ausschmücken“. Oder?

Tom

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hier noch die Quelle
http://www.allwords.com

Nach Google-Suche „Larding“

T.

Hallo,

Beschaemt muss ich zugeben , dass ich das Gleiche getan habe ,
was ich selber bei anderen Fragestellern des Oefteren moniert
habe : ‚It’s the context stupid!‘

Da ich z.Z. an einem anderen Computer sitze und nicht daheim
bin, werde ich heute abend den fraglichen Satz hier
‚einsandwichen‘ , d.h. einen Satz davor, dann den Satz und
einen Satz danach.

Es kommt aus der Einleitung des englischen Uebesetzers der
Illiad von Homer. Der Uebersetzer beschreibt die
Schwierigkeiten die er ueberwinden muss um einen zeitlosen
2000 + Jahre alten Text so gerecht wie moeglich an den
heutigen Leser anzupassen. Sehr interessanter Text per se btw.

Ein paar Zeilen spaeter fand ich folgenden suessen Aphorism :
" Don’t put a muzzle on the ox that treads your corn". Sweet ,
isn’t it?

dazu kann ich nur sagen:
5. Buch Mose, Kapitel 25, Vers 4:
Du sollst dem Ochsen, der da drischt, nicht das Maul verbinden.

viele grüße
geli

http://www.allwords.com

Nach Google-Suche „Larding“

T.

Thänx for the link, Tom. Solid research! Compliments!

Regards

Jo

Thanx Tom & Jo ,

fuer die netten Hinweise. Ich hatte mich mit Websters , odge, Dictionary.com und Leo versucht , but still couldn’t make head or tail out of that passage.

Still , many thanx again .:smile:

Mit freundlichem Gruss … Heinz

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Ein paar Zeilen spaeter fand ich folgenden suessen Aphorism :
" Don’t put a muzzle on the ox that treads your corn". Sweet ,
isn’t it?

dazu kann ich nur sagen:
5. Buch Mose, Kapitel 25, Vers 4:
Du sollst dem Ochsen, der da drischt, nicht das Maul
verbinden.

viele grüße
geli

Thanx Geli - gosh you do know your stuff . :smile:) Und ich habe wieder eine Menge dazu gelernt.

Mit freundlichem Gruss … Heinz

Die folgende Passage wurde vom britischen Uebersetzer der Iliad , ein Mr. Samuel Butler am 8.August 1898 geschrieben :

[…] „For the charm of the Eliszabethans does not lie in their Elizabethanisms; these are but the mosses and lichens which Time will grow upon our Victorian literature as surely as he has grown them upon the Elizabethan – upon such of it, at least, as has not been jerry-built. Shakespeare tells us that it is Time’s glory to stamp the seal of time on aged things. No doubt; but he will no hands stamp it save his own; he will rot an artificial ruin, but he will not glorify it; if he is to hallow any work it must be frankly secular when he deigns to take it in hand – by this I mean honestly after the manner of it’s own age and country. The Elizabethans probably knew this too well to know that they knew it , but whether they knew it or no [sic] they did not lard a crib with Chaucerisms and think that they were translating. The aimed fearlessly and without taint of affectation at making a dead author living to a generation other than his own. To do this, they transfused their blood into his cold veins, and quickened him with their own livingness.“
.
( HOMER ; ILIAD; translated by Samuel Butler;Barnes and Noble ; Butler’s preface)
.
So, there it is in all it’s glory :smile:).
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Also ich habe Muehe da noch mitzuhalten. ( Von der Iliad Uebersetzung als solche dann - verstehe ich kaum etwas.)
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Einen weiteren Punkt den ich auch nicht verstehe, ist der erwaehnte Begriff „jerry-built“.
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Ich war unter dem Eindruck dass ‚Jerry‘ fuer ‚German‘ steht , hence ‚jerry-can‘ fuer ‚spare gas can‘ und dass dieser Begriff aus dem Ersten oder 2.ten Weltkrieg herruehrt.
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Fragen ueber Fragen von einem confusednik .
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Sorry it got so darn long.
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Mit bestem Dank fuer Eure Bemuehungen im Voraus … Heinz

Quick & dirty translation of the paragraph
Hallo Heinz,

hier mal meine Version des von Dir geposteten Abschnittes, noch nicht ganz 100%, aber der Sinn sollte schon zu verstehen sein:

"Denn der Charme der elisabethanischen Schriften/Zeitgenossen liegt nicht in ihren sprachlichen Eigenheiten; diese sind nur das Moos und die Flechten, die die Zeit auf unserer viktorianischen Literatur sicherlich genauso wachsen lassen wird, wie sie sie auf der elisabethanischen Literatur hat wachsen lassen - zumindest auf dem Teil davon, der nicht einfach nur zusammengeschustert ist.

Shakespeare sagt uns, dass es der Herrlichkeit der Zeit obliegt, betagten Dingen ihr Siegel aufzudrücken. Zweifellos ist das so, aber sie wünscht auch nicht, dass andere Hände außer ihren dieses Siegel nutzen; sie wird eine künstliche Ruine verfallen lassen, sie aber nicht verherrlichen; wenn die Zeit ein Werk heiligen soll, muss es ehrlich weltlich sein, bevor sie großzügig Hand anlegt - und damit meine ich ein ehrliches Werk in der Art seiner eigenen Zeit und seines Landes.

Die elisabethanischen Zeitgenossen wussten dies wohl nur zu gut - so gut, dass sie sich dessen nicht bewusst waren, aber ob sie es nun wussten oder nicht, sie spickten jedenfalls kein Plagiat mit Chaucerismen und bildeten sich ein, eine Übersetzung zu fertigen.

Sie setzten es sich furchtlos und ohne den Makel der Affektiertheit zum Ziel, einen toten Schriftsteller für eine Generation, die nicht die seine war, zum Leben zu erwecken. Zu diesem Zwecke ließen sie ihr Blut durch seine kalten Adern strömen und belebten ihn mit ihrer eigenen Lebensenergie."

Der Teil mit der „künstlichen Ruine“ bezieht sich vermutlich auf die extra als verfallener Tempel angelegten Deko-Ruinen in den Parks der Reichen. Das war zu einer Zeit total in.

Gruß,

Myriam

Wow !

Hallo Myriam you are my hero’!

„… sie spickten jedenfalls kein Plagiat mit Chaucerismen“. Das war also der Schluessel zu der Redewendung ! Well, besten Dank.

I hope one day to be able to even out the score… :wink:

Many thanks again Myriam - and have a great day.

Gruss … Heinz