Hi.
Gibt es einen etymologischen Zusammenhang von lateinisch „novus“ (=neu) und „novem“ (=IX) ??
☼ Markuss ☼
Hi.
Gibt es einen etymologischen Zusammenhang von lateinisch „novus“ (=neu) und „novem“ (=IX) ??
☼ Markuss ☼
Hallo, Markus,
Es gab (und gibt???) mal in verschiedenen Kulturen ein Zählsystem, basierend auf den Zwischenräumen zwischen den Fingern und nicht den Fingern selbst. Und bei dieser Zählweise ist eben die Zahl neun eine „neue“ - man muss nach dem achten Zwischenraum neu anfangen! Daher kommt angeblich die Ähnlichkeit von neun und neu (ist ja nicht nur im Lateinischen so!)
Beleg hab ich dafür aber keinen und auch keine Ahnung mehr, wo ich das her hab!
Lieben Gruß aus Wien, jenny
Beim Suchen nach dem „Beweis“ für das von mir Verzapfte habe ich bis jetzt nur das hier gefunden:
http://encyclopedia.laborlawtalk.com/Octal
und diese ganz interessante Seite: http://perso.wanadoo.fr/yoda.guillaume/Culture/Neuf.htm
Weiss jemand Genaues?
Lieben Gruß aus Wien, jenny
Sehr interessant! Andere Vermutung.
Sehr interessant!
Da lag ich mit meiner Vermutung anscheinend richtig, dass NEUN mit NEU und NOVEM mit NOVUS verwandt ist! Wow!
Beim Suchen nach dem „Beweis“ für das von mir Verzapfte habe
ich bis jetzt nur das hier gefunden:http://encyclopedia.laborlawtalk.com/Octal
und diese ganz interessante Seite:
http://perso.wanadoo.fr/yoda.guillaume/Culture/Neuf.htmWeiss jemand Genaues?
Ich versteh zwar (leider) kein Französisch, aber dennoch scheint es so, als wenn es wirklich kein Zufall ist, dass NEUN/NOVEM den Wörtern NEU/NOVUS ähneln.
Die Begründung mit dem Zwischenfingerzählsystem finde ich etwas holperig. Wieso sollte man statt mit Dingen mit den Dingen dazwischen rechnen? Ich vermute vielmehr, dass – wie üblich – die Finger (exklusive der Daumen!) zum Zählen benutzt wurden. Da man 8 Finger hat (exklusive der Daumen-Finger!), ist in der Tat für die 9 ein ‚neues‘ Zählen notwendig.
Gruß nach Wien!
Jaja, Markus:smile:)
Ich vermute vielmehr, dass – wie
üblich – die Finger (exklusive der Daumen!) zum Zählen
benutzt wurden. Da man 8 Finger hat (exklusive der
Daumen-Finger!), ist in der Tat für die 9 ein ‚neues‘ Zählen
notwendig.
Diese Vermutung habe ich auch schon gefunden, eine andere, die mir per mail zukam (danke!), dass man die Fingerknöchel auf der Hand zählte (macht auch 8).
Beim Suchen noch gefunden:
http://www.land.salzburg.at/hs-kuchl/hsk-math/index.htm
http://www.dike.de/pfr-tischner/22-sp/7sprv/zahl/spr…
Gruß, jenny
Gruß nach Wien!
Hallo,
Für Latein finde ich keinen direkten Hinweis auf eine gemeinsame Wurzel von novem und novus:
novus gehöre zu griech. neós (neu), zu novem wird verwiesen auf aind. nava, got. und ahd. niun.
Zu griech. ennéa (neun) kein weiterer Hinweis, zu néos ebenfalls Fehlanzeige.
Der Dizionario Etimologico della Lingua Italiana gibt an:
für nuovo neu: lat. novus von einem indoeur. Wort newo; vgl. sanskr. navah, aslaw. novu, gr. néos, kelt. novjis, dt. neu;
für nove neun: von einem alten *noven, von einer indoeur. Wurzel *newn-; vgl. sanskr. náva, gr. ennéa, faliskisch neven, umbrisch nono, etr. nuna, dt. neun, engl. nine;
aber dann fügt er noch eine „ipotesi improbabile, ma curiosa” hinzu: Einige (alcuni) nähmen für die beiden Wörter „novem” und „novus” die Ableitung aus einer gemeinsamen Wurzel an (sanskr. navas, griech. neos, dt. neu). [Ich übersetze:]
„Wenn es so wäre, dann würde’ neun’ ‘neue Zahl’ oder ‘junge Zahl’ bedeuten, weil z. B. beim Zählen mit den Fingern ‘neun’ dem Ringfinger entspricht, dem Ring des Neu-Vermählten. In den slawischen Sprachen heißt ‘neun’ ‘devyni’, was auch Bräutigam heißt.”
Mehr find ich momentan nicht.
Gruß
H.
Servus, Hannes:smile:)
ja, diese Verbindungen habe ich auch schon aufgestöbert - hochinteressant, wie ich finde.
Auch auf den „mythischen“ Zahlenseiten…(etwas, womit ich mich überhaupt nicht beschäftige…*lach*)…finden sich die Hinweise auf die Zahl 9 als eine, die „Beginn, Anfang, etc.“ symbolisiert.
Spannend!
Lieben Gruß, jenny
Grimm!
Servus, Hannes, Jenny und Markus,
da es Helene nicht tut, werfe ich hier den Grimm ein:
_ NEUN
[Lfg. 13,4], num. card. ein gemeinindogermanisches wort: sanskr. und zend. navan, lat. novem, griech. e̕nnéa (aus e̕n -ne̕!a), goth. niun (aus nivan, navan wie lat. nônus aus novemus, sanskr. navamas), ahd. niun (zerdehnt niwan OTFRID 2, 4, 3), mhd. niun, neun und zerdehnt niwen, newen (WEINH. bair. gr. § 258, alem. gr. § 326); in den nordischen und nd. sprachen scheint dem worte ein erweitertes navjan zu grunde zu liegen, das zu nijan (aus nivjan), nijun und mit übergang des j in g zu nigan, nigun geworden ist (vergl. neu); altn. mit verlust des auslautes (der aber im ord. nîundi wieder hervortritt) nîn d. i. niju, daraus schwed. nio, dän. ni; alts. nigun, nigen, nd. negen, neegen, nl. negen, neghen; altfries. nigun, niugun, niugen, niogen, neufries. njueggen; ags. nigon, nigen, daraus engl. nine.
Über den mutmaszlichen zusammenhang mit neu (die ‚neue zahl‘ der dritten tetrade, weil man ursprünglich nach einem tetradensystem gezählt haben soll) s. BENFEY wurzellexic. 2, 51. J. GRIMM kl. schriften 3, 137. SAVELSBERG in Kuhns zeitschr. 16, 60. *
Flexion: im goth. ist nur der genetiv niunê (Luc. 15, 7) erhalten, der einen nominativ niuneis voraussetzt; ahd. niunî, neutr. niuniu; mhd. niune, niniu; nhd. neune (genetiv neuner: Cyprus ist gewesen ein stůl neuner künigreich. FRANK weltb. 17b, noch erhalten in neunerlei; dativ neunen), s. gramm. 1, 683 f. Scherer. die flectierte form niune, neune wird mhd. und nhd. in denselben fällen gebraucht wie bei acht, drei, fünf (s. th. 1, 164 f. 2, 1370. 41, 553 ff.)._
* Hat jemand Zugang zu diesern Büchern?
Gruß Fritz
Hallo Fritz,
* Hat jemand Zugang zu diesern Büchern?
Das ist ja halt das Kreuz mit dem Grimm: Der Band 13 (N-Quurren) [in der dtv-Dünndruck-Ausgabe] stammt inhaltlich aus dem Jahr des Herrn 1889. Der letzte Schrei der vergleichenden Sprachwissenschaft ließ sich vielleicht doch etwas später hören.
Hat wer mitgehört?
Gruß
H.