Ich studiere Neuere Geschichte und muss dafür das Latinum schaffen.
Leider habe ich unglaubliche Schwierigkeiten damit. Hat jemand
Erfahrung:
Was passiert, wenn man das Latinum nicht besteht? (welche
Möglichkeiten hat man dann??)
Wäre es eine gute Idee einen dieser sau teuren Intensivkurse zu
machen? Legt man am Ende der 4-6 Wochen tatsächlich die
Latinumsprüfung ab und wird diese anerkannt?
Ich denke, viele haben das Problem - oder hatten es… - welche
Erfahrungen habt Ihr gemacht, das Problem zu lösen?
Alle Anregungen und ein reger Austausch zum Thema würden mich freuen.
Hi,
also, meistens sind diese teuren Intensivkurse, die nur wenige Wochen dauern, noch viel schwieriger als die üblichen Kurse im Semester. Wer ohnehin Schwierigkeiten mit Latein hat, sollte m.E. lieber den ‚normalen‘ Kurs zweimal machen, als daß er diese Kompaktkurse versucht.
Wo liegen denn die Probleme? (Hatte’s selbst leicht, da ich von der 7.-13. Latein hatte und damit automatisch das große Latinum…)
leider schreibst du ja nicht, wo du studierst. Also ich studiere in Bayern und musste auch das Latinum nachholen. Dort ist es so, dass man die Prüfung zweimal ablegen darf, wenn man beim zweiten Mal durchfällt, darf man sich eine andere Uni in einem anderen Bundesland suchen…
Bei uns bestand der Latinumskurs aus drei aufeinander aufbauenden Kursen (je 1 Semester), die mit jeweils einer Klausur abschlossen. Die erste beiden waren wahnsinnig einfach (ich hatte kaum was gelernt und trotzdem so mit 3 bestanden, aber einige sind auch durchgefallen), während die Texte im dritten echt hammerschwer wurden. Deshalb habe ich den dritten Kurs zweimal gemacht und mich ein Semester lang auf Latein konzentriert, d.h. etwa 1 Stunde am Tag gelernt. In der Prüfung (bei uns wird die immer extern an einem Gymnasium durchgeführt) habe ich den schwersten Text bekommen, den ich in meiner Lateinlaufbahn je gesehen habe - und dennoch mit gut bestanden. Nach der mündlichen Prüfung meinte der Prüfer auf meine Frage hin, wie es denn mit dem Bestehen der anderen aussah, dass er niemals einen Latinumsanwärter durchfallen lassen würde, denn was die Studenten an der Uni in drei (bzw. eben mehr) Semestern leisten, kriege kein Schüler in den vielen Jahren Schullatein hin. Nur als Anmerkung, damit du siehst, was wir leisten
Mein Tipp ist jedenfalls: Nicht zu sehr auf die Vokabeln konzentrieren! Ich fand, dass man in der Prüfung genug Zeit zum Nachschlagen hat, und die geläufigsten Wörter bekommt man während der dringend anzuratenden Übersetzungsübungen mit! Ausserdem kann ich „Durchstarten in Latein, Latein-Grammatik“ schwer empfehlen. Das Buch ist zwar sehr kindisch gemacht, weil es wohl eher für Schüler ist, aber man bekommt auf jeder Seite ein grammatisches Phänomen erklärt und gleich im Anschluss Übungen dazu. Ich kann sagen, dass all mein Lateinwissen auf diesem Buch beruht
Über die Intensivkurse kann ich nichts sagen, ausser, dass man auch in ihnen wirklich lernen muss und sich nie eine Schwächephase leisten darf. Mit der Anerkennung solltest du direkt bei deiner Uni nachfragen. Bayern macht da wohl manchmal zicken, v.a. wenn die Prüfung in einem anderen Bundesland abgelegt wurde.
Hallo, also ich hab auch nie vorher Latein gehabt, fand es aber für mein FAch und damit mich wichtig und für die Prüfung brachte ich das KMK-Latinum (nicht alle Crash-Kurse bereiten auf KMK-LAtinum vor, das darf man dann zusätzlich nachmachen).
Ich hab in Schleswig-Holstein die Kurse Latein 1 und 2 je 2x gemacht ums zu schnallen und dann in einem Semester Latein pur (Latein 2 zweite Runde, Lektürekurs fürs Latinum und Lektürekurs fürs große Latinum) für die anderen Fächer dann nur ein paar laue Vorlesungen, nichts mit Scheinen, dann hab ich beide Prüfungen geschrieben und zumindst die fürs LAtinum geschafft. Ich hätte jede Prüfung noch einmal wiederholen dürfen, dh. max. 4 Versuche, wenn es dann nicht geklappt hätte wäre es ziemlich dumm gelaufen. Ein Kommilitone hat es ähnlich gemacht und ist dreimal durchgerasselt, beim vierten Mal hatte er die Option, das Große LAtinum in einem anderen Bundesland zu machen und für Bayern hat sich eine Professorin dazu bereiterklärt ihm die Prüfung mündlich abzunehmen. Aber er hat es dann doch noch geschafft.
Wenns also brenzlig wird, frag im Sekretariat des Latein-Fachbereichs nach, was man im Notfall machen kann, die wissen immer noch am besten Bescheid.
Schöne Grüße und keine Panik
Susanne
Danke für Eure Hinweise. Ich studiere in Thüringen und habe A und F-
Kurs geschafft und habe noch 1 Jahr Zeit für die Prüfung. Mein
Problem ist einfach, dass ich, trotz üben, Latein einfach nicht
schnalle - wie ein Brett vorm Kopf - und mich deswegen schon in der
„Schicksalsgemeinschaft“ umhören will. Leider gibt es hier nur 2
Gruppen - Leute, die auch keine Ahnung von Latein haben oder
Egoisten, die Latein gut können, aber nicht daran interessiert sind,
eine Übungsgruppe zu bilden (oder Kohle sehen wollen - die ich nicht
habe). Also dümpel ich total alleine vor mich hin… und das ist
schrecklich. Es ist so schwer für mich einzusehen, dass eine
Satzübersetzung der Art : „…Das Zelt ist des Soldaten Haus und
Hausgötter. …“ die richtige Übersetzung ist. Ich lese einen Satz -
verstehe die Worte (und manchmal auch Gram.), aber es ergibt oft
keinen Sinn und ich stehe dann da und werde nervös - anstatt es
einfach dumm hinzuschreiben (ob es so einen Satz in Deutsch geben
würde oder nicht).
Und noch eine Frage - was erwartet mich im mdl. Prüfungsteil? Nur
einen Text übersetzen und lesen? oder Fragen der Prüfer zum Text
beantworten (Inhalt oder Gram.)??
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