Latein aktiv lernen möglich?

Liebe Experten und Forumuser,
ich habe damit begonnen, aufgrund meiner sehr guten Lateinabiturnote Latein auf Lehramt am Gymnasium zu studieren.
Allerdings hatten wir damals in meiner Schule immer das Wörterbuch dabei und konnten in Tests und Klausuren alles nachschlagen, so dass das anfängliche Vokabelnlernen einfach nicht mehr notwendig war.
Jetzt stehe ich im Studium und merke immer mehr, dass mir einfach der entsprechende Grund- und Aufbauwortschatz fehlt, um mich durch die Texte in angemessenem Tempo zu übersetzen.

Ich habe begonnen, Ciceros philosophischen Grund- und Aufbauwortschatz zu lernen. Dazu haben ich 2800 Vokabeln aus dem Vischer - Vokabelschatz in ein Lernprogramm geschrieben, das mich die Vokabeln nach Alter und Häufigkeit von Fehlern wiederholen lässt Karteikartensystem).

Allerdings sitze ich dazu an meinem Notebook, schaue stundenlang auf den Monitor, bin schnell müde und gelangweilt von der Einseitigkeit und lauft Gefahr, vor 2800 Wörtern einfach schon wegen der Masse zu kapitulieren.

Meine Frage: Wie kann ich meine Übersetzungsgeschwindigkeit steigern und die Vokabelfrage kreativ lösen, damit mein Hirn bereit ist, sich damit zu beschäftigen und sich den Stoff zu merken? Andere Sprachen könnte man sprechen und ähnliches, in Latein ist das echt schwer.

Freue mich über jede Erfahrung, die ihr mit mir teilen wollt!
Euer Tanis

Jetzt stehe ich im Studium und merke immer mehr, dass mir
einfach der entsprechende Grund- und Aufbauwortschatz fehlt,

[…]

Meine Frage: Wie kann ich meine Übersetzungsgeschwindigkeit
steigern und die Vokabelfrage kreativ lösen

Hi,

Tanis!

Schwierige Frage das. Ich kann nur von mir und meinen Erfahrungen sprechen.
Am Anfang meines Studiums wäre ich fast verzweifelt: gute Schulnoten, guten Willen - und dann ähnliche Eindrücke, wie du sie hast.
Ich konnte lateinische Texte nicht lesen, ich musste sie übersetzen.
Ich habe mich an Rat eines Profs gehalten: ein gutes Lexikon verwenden (Georges) und bei jedem Wort, das man nachschlägt auch das das nächste davor und dahinter anschauen.
Ich habe mir zwar fleißig Wörter notiert, sie aber eigentlich nie gelernt, sondern irgendwie gemerkt.
Eines Tages, so etwa 4. Semester, merkte ich dann plötzlich, dass ich mir die Texte nicht mehr übersetzen musste, sondern sie lesen konnte, natürlich mit Überlegungspausen je nach Schwierigkeitsgrad. Das Lexikon brauche ich natürlich zwischendurch immer noch.
Ich wünsche dir viel Erfolg. Lass dich nicht entmutigen!
Schönen Gruß!
Hannes

Hallo Tanis,

vielleicht bringt das etwas Abwechslung und Unterhaltung beim Lernen:

http://www.radiobremen.de/nachrichten/latein/
http://www.frag-caesar.de/
http://ephemeris.alcuinus.net/index.php
http://www.radiovaticana.org/tedesco/nuntii_latini.htm

Viele Grüße
Eve*

Deine Linkliste ist echt hochinteressant, ich habe sie komplett in meine Lesezeichensammlung übernommen und werde dort sicher am Übersetzen bleiben, weil gerade die Nachrichtenseiten aktuelle Themen auf Latein (!) bieten.

Danke!

Schwierige Frage das. Ich kann nur von mir und meinen
Erfahrungen sprechen.
Am Anfang meines Studiums wäre ich fast verzweifelt: gute
Schulnoten, guten Willen - und dann ähnliche Eindrücke, wie du
sie hast.
Ich konnte lateinische Texte nicht lesen, ich musste sie
übersetzen.
Ich habe mich an Rat eines Profs gehalten: ein gutes Lexikon
verwenden (Georges) und bei jedem Wort, das man nachschlägt
auch das das nächste davor und dahinter anschauen.
Ich habe mir zwar fleißig Wörter notiert, sie aber eigentlich
nie gelernt, sondern irgendwie gemerkt.
Eines Tages, so etwa 4. Semester, merkte ich dann plötzlich,
dass ich mir die Texte nicht mehr übersetzen musste, sondern
sie lesen konnte, natürlich mit Überlegungspausen je nach
Schwierigkeitsgrad. Das Lexikon brauche ich natürlich
zwischendurch immer noch.
Ich wünsche dir viel Erfolg. Lass dich nicht entmutigen!
Schönen Gruß!
Hannes

Im 4. Semester also, dann ist ja noch nicht alles verloren.
Ich verstehe allerdings nicht, warum man in der Schule nicht auf das Übersetzen ohne Wörterbuch, was im Studium Voraussetzung ist, vorbereitet wird. Es scheint bei dir ja auch so gelaufen zu sein.

Welchen Sinn hatte es, die Wörter vor und nach der Vokabel gleich mit rauszuschreiben?
Denkst du, du hast durch das Rausschreiben der Wörter aus dem Georges die Bedeutungen gelernt? Oder durch die Masse der Texte, die du gelesen und übersetzt hast?
T