Latein | Hexameter

Hallo!
Morgen darf ich eine Latein Klausur schreiben und nebenbei sollen wir dort auch das Hexameter in den versen bestimmen können (12 klasse). Ein typisches Hexameter besteht ja aus 6 abschnitten zu jeweils 3 silben. die erste ist immer lang ausgesprochen (-) die zwei weiteren im bestfall kurz (^ ^) => also so | - ^ ^ |

Hallo!
Also, Daktylus und Spondeus sind quasi gleichberechtigt, das ist keine Ausnahme, sondern „ganz normal“.

Grundsätzlich richtet sich die Länge der Silbe nach der Naturlänge, also wenn eine Silbe immer lang ist, z.B. „non“ (sowas steht auch im Wörterbuch, dann ist ein Strich über dem Vokal), dann ist sie auch im Vers immer lang. Auch Diphtonge sind immer lang.
Allerdings können naturkurze Silben auch lang sein, das ist eben das, wo du aufpassen musst.

Lang werden sie durch mind. 2 folgende Konsonanten, z.B im Wort „tabella“. das -e- ist lang, weil 2 Konsonanten folgen (können auch 2 verschiedene sein natürlich).
Aber Achtung! Es gibt auch hier wieder Ausnahmen:

  1. Auch -x- gilt als 2 Konsonanten, weil gesprochen wie -ks-.
  2. -qu- gilt als ein Konsonant!
  3. Wenn ein Verschlusslaut (das ist Konsonant, den du quasi nicht in die Länge ziehen kannst, wie b, p, t usw.) und ein Fließlaut (was man lang ziehen kann, also r(rrrrr), m(mmmm), n(nnnnnn) usw.) hintereinander stehen (natürlich nur in dieser Reihenfolge), ist die Silbe dennoch meist kurz, obwohl 2 Konsonanten! Ich merk mir diese Ausnahme immer mit dem Wort „patres“, da kommt sowas vor.
  4. -i- (vor einem Vokal), kann eine einzelne Silbe bilden oder auch nicht, musst du im konkreten Fall sehen.
  5. Wenn ein Wort mit einem Vokal abschließt und das nächste mit einem Vokal beginnt, (das ist dein Beispiel mit „pomo est“), so wird der erste Vokal gestrichen und die Worte verschmelzen --> „pom_est“
  6. Ein -h- am Wortbeginn und ein -m- am Wortende, wenn ein Vokal folgt, gelten nicht als Konsonanten und werden gestrichen:
    causam intulit --> caus_intulit, monstrum horridum --> monstr_orridum

So, nun zum Hexameter. Wie du schon richtig geschrieben hast, gibt es dort 6 Versfüße.
Die ersten 4 können beliebig aus Daktylen und Spondeen zusammengestellt werden (eignet sich super zum Interpretieren: Spondeen wirken getragen, traurig, ehrfürchtig, Daktylen heiter, bewegt), der 5. in in aller Regel ein Daktylus (davon kannst du ausgehen, die Ausnahmen sind echt super selten) und der 6. wird verkürzt, das heißt, du hast dann - x (die letzte Silbe bleibt unbestimmt).

So, ich hoffe, du verstehst meine Ausführungen, wenn nicht, frag gerne nochmal nach. :smile:

Liebe Grüße,
Thorid

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Nochmal zum Aufbau des Daktylus und zum schnellen Bestimmen des Metrums:

  1. Nach Verschleifungen suchen (wenn zwei Worte zusammengezogen werden)! Wenn du die übersiehst, ist der ganze Vers im Eimer.
  2. Von hinten anfangen: 5. und 6. Vers sind in den allermeisten Fällen:
    | - ^ ^ | - x
    Die beiden Füße hast du also schon mal sicher, auch die allererste Silbe im Vers ist immer lang.
  3. Nach Doppelkonsonanten suchen, -x- usw. nicht außer Acht lassen: Die Vokale davor sind garantiert lang!
  4. Den Rest ergänzen. Meist hast du jetzt schon so viel, dass du den rest erschließen kannst. Wenn du zum Beispiel eine lange Silbe hast, eine bis jetzt unbestimmte und wieder eine lange, muss die unbestimmte ebenfalls lang sein, weil eine einzelne kurze nicht vorkommt. :smile:

Liebe Grüße,
Thorid

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Nochmal zum Aufbau des Daktylus und zum schnellen Bestimmen
des Metrums:

  1. Nach Verschleifungen suchen (wenn zwei Worte
    zusammengezogen werden)! Wenn du die übersiehst, ist der ganze
    Vers im Eimer.
  2. Von hinten anfangen: 5. und 6. Vers sind in den
    allermeisten Fällen:
    | - ^ ^ | - x
    Die beiden Füße hast du also schon mal sicher, auch die
    allererste Silbe im Vers ist immer lang.
  3. Nach Doppelkonsonanten suchen, -x- usw. nicht außer Acht
    lassen: Die Vokale davor sind garantiert lang!
  4. Den Rest ergänzen. Meist hast du jetzt schon so viel, dass
    du den rest erschließen kannst. Wenn du zum Beispiel eine
    lange Silbe hast, eine bis jetzt unbestimmte und wieder eine
    lange, muss die unbestimmte ebenfalls lang sein, weil eine
    einzelne kurze nicht vorkommt. :smile:

Liebe Grüße,
Thorid

Wow richtig eifrig die frau :smile:
vielen vielen dank!! alles verständlich! da ich mit der übersetzung so gut wie garnicht punkten kann, hast du mir die halbe klausur schonmal gerettet :smiley:

gruß ryan

Wow richtig eifrig die frau :smile:
vielen vielen dank!! alles verständlich! da ich mit der
übersetzung so gut wie garnicht punkten kann, hast du mir die
halbe klausur schonmal gerettet :smiley:

gruß ryan

Hehe, dann wünsch ich dir morgen viel Erfolg!
Ich schreib morgen auch Latein, allerdings nur Übersetzung und keine Interpretation … aber wird schon werden. :smile:

Ach so, ich hab die blöden Zäsuren vergessen … die vergess ich beim Analysieren auch ständig - brauchst du die auch?

Thorid

Hehe, dann wünsch ich dir morgen viel Erfolg!
Ich schreib morgen auch Latein, allerdings nur Übersetzung und
keine Interpretation … aber wird schon werden. :smile:

Ach so, ich hab die blöden Zäsuren vergessen … die vergess
ich beim Analysieren auch ständig - brauchst du die auch?

Thorid

Danke, dir auch viel glück
nein die zäsuren brauche ich nicht (hatten wir nie) !

Danke, dir auch viel glück
nein die zäsuren brauche ich nicht (hatten wir nie) !

Ach so, na dann. :smile: Obwohl man da teils auch soooooo viele tolle Sachen reininterpretieren kann … :wink:

Thorid