Latein, und ein bissel Griechisch

Hallo,

Ich habe in etwa ein Paar Pro-Mille von Max Weber gelesen, versinke aber schon in lateinischen Wendungen (ganz zu schweigen von griechischen). Die Vokabeln an sich erkenne ich meistens noch vom Lateinunterricht, nur in ihren konjugierten und deklinierten Formen kann ich sie nimmer erkennen, geschweige denn einen Satzzusammenhang so ohne weiteres wahrnehmen.

Kann mir daher jemand folgende Wendungen darlegen.

Sine ira et studio

Sit venia verbo

Sine ira ac studio

A potiori

Aequum et bonum

Ex fide bona

Die letzten beiden Wendungen sind in der englischen Ausgabe von Weber allerdings als aegum et bonum und ex bona fide geführt. Warum?

Und noch eine Frage, diesmal griechisch, was heißt oder meint oikos?

Hallo Karl Heinz,

Ich habe in etwa ein Paar Pro-Mille von Max Weber gelesen,

tapfer.
Wenns jetzt auch noch ein paar Promille gewesen wären

versinke aber schon in lateinischen Wendungen (ganz zu
schweigen von griechischen).

bei Punkt 2 halte ich mich raus

Die Vokabeln an sich erkenne ich
meistens noch vom Lateinunterricht, nur in ihren konjugierten
und deklinierten Formen kann ich sie nimmer erkennen,

da hilft der Kauf einer beliebigen Grammatik

geschweige denn einen Satzzusammenhang so ohne weiteres
wahrnehmen.

Kann mir daher jemand folgende Wendungen darlegen.

Sine ira et studio

Sit venia verbo

Sine ira ac studio

A potiori

Aequum et bonum

Ex fide bona

ein Wikipedia-Schreiber hat sich die Mühe einer Liste bekannter lateinischer Redewendungen gemacht:
http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_lateinischer_Rede…

Die letzten beiden Wendungen sind in der englischen Ausgabe
von Weber allerdings als aegum et bonum und ex bona fide
geführt. Warum?

ex bona fide ist die allgemein bekanntere Form dieses „Schlagworts“. Wobei Du ja sicherlich weißt, dass die Wortstellung im Lateinischen recht beliebig ist. Man kanns also umdrehen, womöglich ergibt sich aus der Originalwortstellung bei Weber im Sinnzusammenhang des ganzen Zitats noch ein zusätzlicher Wortwitz, der „nackt“ nicht erkennbar ist.

Aequum versus Aegum - es beschleicht mich einerseits der Verdacht eines Setzfehlers, andererseits der Verdacht, dass der Lektor in einer der beiden Aufgaben nicht aufgepasst/verschlimmbessert hat.
Um das herauszufinden brauchst Du die Erstausgabe letzter Hand. Die also Weber noch nach dem Druck selbst autorisiert hat.
Dann weißt Du, was er wirklich gedruckt haben wollte - und wir können uns über die Sinnsuche machen.

viele grüße
geli

Und noch eine Frage, diesmal griechisch, was heißt oder meint
oikos?

Guten Morgen Karl-Heinz,

Sine ira et studio - Ohne Zorn und Eifer

Sit venia verbo - Mit Verlaub

Sine ira ac studio - Ohne Zorn und Eifer (ac = et)

A potiori - Vom Wichtigeren her

Aequum et bonum - Das Angemessene und Gute

Ex fide bona - Aus gutem Glauben, mit guter Absicht

Die letzten beiden Wendungen sind in der englischen Ausgabe
von Weber allerdings als aegum et bonum und ex bona fide
geführt. Warum?

Weil es das Gleiche bedeutet.

Und noch eine Frage, diesmal griechisch, was heißt oder meint
oikos?

Oikos heißt „Haus“ - daher Ökonomie, Ökologie, Okotrophologie.

Gruß - Rolf

Oikos heißt „Haus“ - daher Ökonomie, Ökologie, Okotrophologie.

Hallo Rolf,

wollte nur nochmal was zu „oikos“ sagen, weil die bedeutung „Haus“ den Zusammenhang mit der Ökonomie meiner Meinung nach nur unzureichend erklärt.

lt. Wikipedia (da ich kein Altgrieche bin):
Oikos = Hausgemeinschaft
Nomos = Gesetz

Jetzt zu meinem Kenntnisstand:

Der Zusammenhang dabei gründet sich auf den formidablen Aristoteles aus dem antiken Griechenland der Klassik, 4./5. Jahrhundert vor Christus.
Dieser sprach so von der Haushaltungskunst/Hausverwaltungkunst, er sah also den bäuerlichen Haushalt als gesellschaftliches, wirtschaftliches Organ an. Hierin analysierte er dann die Verhältnisse, zum Beispiel zwischen Herr/Sklave, Gatte/Gattin, Herr/Kinder etc. [ich weiss, „Verhältnisse“ hört sich hier eindeutig zweideutig an, ist aber nicht zweideutig gemeint…]
Außerdem analysierte er unter anderem den „natürlichen bzw. künstlichen Erwerb“, „Tausch“ und „Tauschgerechtigkeit“ usw.
Die Hausgemeinschaften zusammen genommen bildeten dann die Polis (griechischer Stadtstaat), von der Aristoteles ein großer Anhänger war.

Dazu gäbe es noch viel mehr zu sagen, empfehle dazu diverse Bücher meines Profs, bei dem ich die betreffende Vorlesung gehört habe, die ich aber nicht gelesen habe, aber dennoch bestimmt höchst interessant sind. :wink:

MfG

Peter