Lateinische kraftausdrücke

hallo
wollte mal fragen ob jemand lateinische schwüre, beleidigungen und andere sauereien kennt…nur so aus neugier…
mfg
galadriel

Hallo Galadriel,

wollte mal fragen ob jemand lateinische schwüre, beleidigungen
und andere sauereien kennt…nur so aus neugier…

Das einzige, was mir einfaellt ist:
XY asinus est.
Es ist moeglich, dass es frueher keine groesseren Beschimpfungen gab, zumal wenn man bedenkt, dass heute auch laenderspezifisch unterschiedlich stark geflucht wird. Wir Deutschen sind da eher einfallslos im Gegensatz z.B. zu Uungarn oder Russen. Persiche Beleidigungen erscheinen uns hingegen nicht immer so deftig (jedenfalls die, die ich kenne).
Auch in dem Buch „Neues Latein Lexikon“ findet man keine Flueche, sondern nur fuer die neueren technischen Errungenschaften gibt es neue Woerter. Im Vatikan wird wohl nicht geflucht, oder?
Schoene Gruesse
Sabine

Hallo!

Es ist moeglich, dass es frueher keine groesseren
Beschimpfungen gab,

Oder es wurden vielleicht keine eigenen Kraftausdrücke dafür verwendet.

Hundesohn, Schwein, … z.B. benötigen ja auch nur Wörter, die in anderem Zusammenhang ganz harmlos sind.

Gruß,
g.g.

Hallo Galadriel,

da gibt es das Büchlein „Schimpf und Schande – Eine vergnügliche Schimpfwortkunde des Lateinischen“ von Gerhard Fink, erschienen 1990 im Artemis Verlag.

Ich hab für Dich mal eine Seite daraus gescannt:

homo cradelissimus: Sadist, Brutalo (z. B. SENECA, APOCOLO-
CYNTOSIS 13,6)
homo deductus ex ultimis gentibus: ein Mensch, den man vom Ende der Welt hergeschleppt hat, also etwa «Zulu-kaffer», «Kanake» (CICERO, PHIL. 13, 13, 27) homo desperatus: Desperado (CICERO, CAT. 2, 5, io) homo effeminatus: weibischer Kerl, Weichling, Schwuler
(Z. B. CICERO, PRO MILONE 33, 89)
homo erraticus: Herumtreiber, Vagabund (GELLHJS, NOCTES ATTICAE ix 2, 6); der Typ, von dem Gellius berichtet, tritt als kynischer Philosoph auf, abgerissen, mit wirrem Haar und einem Bart bis unter den Nabel. Ihm geht der Ruf voraus, daß er Leute, die ihm nichts schenkten, gewöhnlich grob beschimpfte. «Alsdann», solldaderfein-sinnige Herodes Atticus gesagt haben, «geben wir ihm etwas - tarnquarn homines, non tarnquarn homini, als Menschen, nicht als einem Menschen.)) homofaHacissimus: Obergauner (CICERO, DE DOMOSUA q, 23) homo fanaticas: Fanatiker (eigentlich der Anhänger eines orgiastischen Kults, z.B. der Großen Mutter, bei dem man sich in Ekstase versetzte und durchs Heiligtum -fanum - raste, wofür es auch ein spezielles Verbum gab: fanari).
Cicero nennt seinen Busenfeind Clodius homo fanati-cus, und zwar in der Rede «Dedomosua» 40, 105, wo er zugleich aufeinen allbekannten Skandal anspielt: Clodius hatte sich während des Fests der Bona Dea, bei dem nur Frauen zugegen sein durften, in Caesars Haus eingeschlichen, weiteres auf dessen Frau abgesehen hatte. Ein solcher Mensch, der incestoflagitio etstupro caerimoniaspolluit
durch schändliche Unzucht und Ehebruch die heilige Handlung entweihte, der war gerade der rechte, um das Haus des verbannten
Cicero einreißen zu lassen und dabei feierlich zu verfluchen! homoflagitiosissimus: völlig perverses Subjekt (z. B. CICERO,
INVERREM 2,2,78)
homo improbissimus: Schuft (PLAUTUS, RUDENS 662) homo inanis: einer, der nichts wert ist, eine «Null» (SALLUST,
JUGURTHA64,5)
homo ineptus: alberner Kerl, Doofy (GELLIUS, NOCTES ATTICAE xil 2, ii)
homo insubidus: Langweiler (ebd.; beidemaleist von Seneca die Rede, den Gellius nicht leiden konnte. Wenn man dessen moralische Abhandlungen am Stück liest und dabei feststellt, wie oft er in dieselbe Kerbe haut, wird man für Gellius sogar etwas Verständnis aufbringen.)
homo muricidlls: Einbrecher (Plautus, Epidicus 333. eigentlich «Mauer-Einreißer». Die oft recht liederlichen Mauern antiker Häuser, speziell die in der Regel ziemlich dünnen Trennwände zwischen aneinandergrenzenden Gebäuden boten bequeme Ein- und Durchstiegsmög-lichkeiten.)
homo nebulo: Windbeutel, Aufschneider, Angeber (GELLIUS,
NOCTES ATTICAE XVI 6, 12)
homo nequissimus: übler Charakter, Lump (z. B. CICERO, AD
FAMILIÄRES XI 21, l)
homo nihili: Nichtsnutz (PLAUTUS, TRUCULENTUS 598); ähnlich:
homo nonnauci: einer, der keine Nußschale wert ist; «taube
Nuß» (ENNIUS, FRG. INCERT. FAB. 17)
homoperditus: verkommene Existenz (z. B. CICERO, CAT. 1,6, 13)
homo postremus: der letzte Mensch-d.h. einervon ganz unten (z. B. CICERO, PRO ROSCIO AMERINO 47, 137)
homo pusUlus: Winzling, Mickerling, aber auch Knauser, kleinlicher Kerl (z. B. MARTiALV^2,z(.)

Gruß

Wolfgang Berger

super! o.T.
wirklich o.T.