Nunja, Kreditzinsen dürften für Otto-Normal-Bürger vermutlich
dennoch über 1,75% liegen, wenn vielleicht auch nur knapp.
Das ist richtig. Um da zu einer sinnvollen Lösung zu kommen, mußt Du einfach wissen, wann Du das Darlehen benötigen wirst. Dann ließe sich errechnen, was nun besser ist.
Du meinst mit Auszahlen aber, nur das angesparte Guthaben ohne
Darlehen, oder?
Also wenn die Bausparkasse Dir das Darlehen auch gewährt, ohne das du nachweisen mußt wofür, wäre es natürlich günstig sich auch das Darlehen auszahlen zu lassen. Dann mußt Du dafür 1,75% Zinsen zahlen und kannst 4% kassieren. Ansonsten meine ich natürlich nur das Guthaben.
Für eine
spätere Finanzierung würdest Du z.Zt. auf 3% Zinsertrag p.a.
und Zinseszinsen verzichten. Wenn man dann stattdessen in ein
paar Jahren das Kapital plus Zinsen zur Verfügung hat, macht
sich das sicher positiv auf die restliche zu finanzierende
Summe und deren Kosten (absolut und relativ) bemerkbar.
Das ist sicher richtig. Das Geld von Vertrag B war aber
eigentlich nicht für eine langfristige Bindung oder für eine
Finanzierung gedacht. Ursprünglich wollte ich es so anlegen,
dass ich zumindest jährlich die Chance habe, daran zu kommen.
Das kann ich ja bei Einzahlung in Vertrag A vergessen, es sei
denn ich nehme gleich das ganze Guthaben.
Ja so ist das eben mit Bausparverträgen. Die sind nun mal nicht vorrangig als Geldanlage gedacht.
Die Bausparkassen (zumindest bei Wüstenrot ist mir das
persönlich bekannt) versuchen seit geraumer Zeit die Besitzer
von relativ gut verzinsten Bausparverträgen zu anderen
Anlageformen zu überreden, da sie natürlich ungern, wie in
Deinem Fall 4% Zinsen zahlen wollen. Kündigen können sie
jedoch i.d.R. nicht. Das wäre erst möglich, wenn die
Bausparsumme erreicht wäre (also bei 60.000€). Spätestens dann
müßtest Du Dich wohl nach einer Alternative umschauen.
Ja, die Bausparkasse hat schon mehrmals angefragt
Bis
60.000 Euro ist es aber noch ein ganzes Stück und ich werde
das Geld sicher vorher irgendwann benötigen.
Also bis dahin kannst Du den Vertrag weiterlaufen lassen. Wenn Du das Geld brauchst kannst Du es ja relativ kurzfristig abrufen.
Das müßte ja recht einfach herauszufinden sein, wann der
Vertrag abgeschlossen wurde. Möglicherweise beginnen aber die
7 Jahre vielleicht erst mit der von Dir angesprochenen Teilung
des Vertrages.
Da hast du etwas wichtiges angesprochen. Tatsächlich wird im
Kontoauszug das Datum der Teilung angegeben. Das ist natürlich
wirklich blöd, denn weitere 5 Jahre wollte ich den Vertrag
eigentlich nicht laufen lassen…
Tja, da müßte man die genauen Bedingungen kennen. Wie das mit den Zulagen bei einer Teilung gehandhabt wird, weiß ich nicht genau. Der Verstand würde meinen, dass seit Vertragsabschluß sieben Jahre vergangen sein müssen. Aber dazu sollte sich jemand äußern, der da besser Bescheid weiß.
Na gut, eine bessere Sicherheit Dir 4% Zinsniveau zu sichern
als eben Vertrag A fällt mir auch nicht ein. Tagesgeldhopping
scheidet nach eigenen Angaben aus. (Warum eigentlich?
Die Postbank bietet mit der Sparcard 3000 plus direkt zwar
schon seit längerem 4,5%. In dieser Zeit haben die Anderen nun
schon mehrmals die Zinsen gesenkt. Wie lange die Postbank das
natürlich beibehält, läßt sich schwierig beurteilen.
Der Vorteil wäre, dass Du an jedem Postbankautomaten über
Bargeld verfügen kannst und das natürlich auch
Teilauszahlungen jederzeit möglich sind.
Ich habe einfach keine Lust jedes halbe Jahr woanders ein
Konto zu eröffnen.
Na im Moment lohnt sich das ja eh kaum, da Du ja schon 4% sicher hast.
Inwiefern man sich da
beim Bausparvertrag u.U. im Kleingedruckten verheddern kann,
weiß ich nicht. Aber da Du das Geld eh für eine Finanzierung
haben willst, scheint dieser Vorteil nicht ins Gewicht zu
fallen.
Nein, das Geld von Vertrag B war nicht zur Finanzierung
gedacht, es sollte eine Art Rücklage sein auf die ich
zumindest jährlich zugreifen kann.
Eine Rücklage, die mit 1% verzinst wird, um sich später bestenfalls 5.000€ als Darlehen für 1,75% zu sichern, welches man nicht wahrnehmen will? Das war nicht die beste Wahl. Das hat nur wegen der staatlichen Zulagen Sinn gemacht.
Daneben wären noch steuerliche Aspekte zu berücksichtigen…
Im Bausparvertrag A werden die 4% jährlich gutgeschrieben und
versteuert. 1,5% davon laufen zwar auf ein Sonderzinskonto,
dass dann erst bei Auszahlung zu dem Rest dazu kommt, aber
versteuert wird es direkt.
Prima.
Was passiert eigentlich mit Vertrag C? Der müßte ja komplett
neu bespart werden.
Genau. Das lohnt sich nur, wenn man Anspruch auf staatliche Zulagen hätte, und die wären dann ja auch erst nach 7 Jahren sicher.
Also langer Rede kurzer Sinn.
Wenn Du das Geld nur anlegen willst, prüfen, ob über das Guthaben des Vertrages B unschädlich verfügt werden kann und dieses dann auf A einzahlen. Vertag C kann man kündigen.
Willst Du eine Wohnung / ein Haus finanzieren, kannst Du über das Guthaben aus Vertrag A verfügen. Dazu käme dann Guthaben plus Darlehen aus Vertrag B. Die Verwendung wäre ja unschädlich und auf die sieben Jahre kommt´s somit nicht an. In Vertrag C könnten 50% oder weniger eingezahlt werden (mal in die Bedingungen schauen, ab welcher Summe Anspruch auf Zuteilung besteht). Somit hätte man dann schon mal 50.000€ zum Erwerb einer Wohnung/ eines Hauses. Wieviel man dann noch als Kredit bekommt, hängt dann von der eigenen Bonität ab.
MfG