Laufende Bausparverträge: wie handeln?

Hallo,

folgende Situation:

Es existieren drei Bausparverträge. Ein auf Sparen ausgelegter Vertrag mit 4% Zinsen über 60.000 Euro, der schon länger zuteilungsreif ist. Aufgrund der hohen Darlehenszinsen macht eine Inanspruchenahme des Darlehens keinen Sinn.

Ein „kleiner“ Bausparvertrag über 10.000 Euro, der bald zuteilungsreif ist. Dieser Vertrag wurde vor 2 Jahren von der Sparvariante (hoher Zins) auf die Darlehensvariante umgestellt. Guthabenzins ist 1%, Darlehenszins 1,75%. Ziel war es, das Darlehen in Anspruch zu nehmen und das Geld dann gewinnbringend anzulegen (die Zinsen waren damals am Steigen). Dies macht bei dem derzeitigen Zinsniveau keinen Sinn mehr, da „Tagesgeldhopping“ nicht in Frage kommt.

Der dritte Vertrag hat die selben Konditionen wie der zweite und entstand aus einer Splittung, da die Verträge 2 und 3 ursprünglich ein einziger über 20.000 Euro waren. Dort wurde bisher nichts eingezahlt.

Die Frage ist jetzt, wie man sich nach Zuteilung des zweiten Vertrages verhalten soll. Keiner der Verträge wird für Wohneigentum eingesetzt (Vertrag 1 hat zu hohe Darlehenszinsen und ist ein reiner Sparvertrag, bei 2 und 3 ist die Summe zu klein). In Vertrag 1 wird auf jedenfall weiterhin eingezahlt aufgrund der guten Zinsen. Das Geld kann man dann mal als Eigenanteil für eine Wohnfinanzierung benutzen.

Das Darlehen aus Vertrag 2 wird zur Zeit nicht benötigt. Das Darlehen in Anspruch nehmen und das ganze Geld dann anderweitig anzulegen macht keinen Sinn bei der derzeitigen Lage. Sollte man diesen Vertrag weiter besparen, oder sich das Geld auszahlen lassen? Und was passiert dann mit Vertrag 3? Hier überhaupt anfangen einzuzahlen (man könnte ja, wenn der Vertrag dann in ein paar Jahren zuteilungsreif ist, das Darlehen evtl. gebrauchen (Auto,…?) ).

Verschiedene Meinungen würden mich interessieren. Ich weiß, dass Bausparverträge allgemein in den meisten Fällen nicht mehr zeitgemäß sind, würde auch keinen neuen mehr abschließen. Aber was passiert sinnvollerweise mit den bestehenden?

Danke schonmal.

Guten Tag siebter Sohn,
Sie passen aber auch in kein gängiges Sparkassen-Konzept hinein.
Da werden Anzeigen geschaltet, in denen glücklich lächelnde Menschen
rote Schleifen von Häusern, Jachten und Autos abziehen, nur um danach
noch glücklicher davon Besitz zu ergreifen, nachdem sie jahrelang
gespart und gezockt haben und Sie suchen nach Anregungen, wie Sie
Ihr Bestes unterbringen können ?
Das ist etwas ungewöhnlich. Wenn Ihnen gar nix mehr einfällt, geben Sie
einfach alles an eine mildtätige Stiftung. Die wissen bestimmt, was damit zu machen ist. Und sei es, dass für den Geschäftsführer ein
neues Dienstfahrzeug dabei herausspringt.
Gruß
Günther

Hallo,

also um halbwegs sinnvolle Vorschläge unterbreiten zu können, müßten noch einige Details bekannt sein. Weiterhin müßten die Vertragsbedingungen der jeweiligen Verträge bekannt sein.
Handelt es sich bei den 60.000 bzw. 10.000€ um die Bausparsumme oder um das inzwischen aufgelaufene Guthaben? Das sind i.d.R. zwei verschiedene Paar Schuhe.
Warum lohnt es sich bei 1,75% Darlehenszins nicht das Geld für 4% anzulegen? Fraglich wäre freilich, ob dieser Darlehenszins auch gewährt wird, wenn das Darlehen nicht für die Finanzierung einer Wohnung etc. genutzt wird.
Wurden insbesondere für Vertrag 2 irgendwelche staatlichen Förderungen gezahlt. Dann könnte es sein, dass diese bei Zuteilung und schädlicher Verwendung verfallen.
Diese Punkte sollten also einmal etwas genauer beleuchtet werden.
Dann finden sich wahrscheinlich auch mehr Antworten.

Grüße

Hallo,

also um halbwegs sinnvolle Vorschläge unterbreiten zu können,
müßten noch einige Details bekannt sein. Weiterhin müßten die
Vertragsbedingungen der jeweiligen Verträge bekannt sein.
Handelt es sich bei den 60.000 bzw. 10.000€ um die
Bausparsumme oder um das inzwischen aufgelaufene Guthaben?

Es handelt sich jeweils um die Bausparsumme. Bei Vertrag A ist etwas mehr als die Hälfte eingezahlt, bei Vertrag B etwas weniger.

Das
sind i.d.R. zwei verschiedene Paar Schuhe.
Warum lohnt es sich bei 1,75% Darlehenszins nicht das Geld für
4% anzulegen? Fraglich wäre freilich, ob dieser Darlehenszins
auch gewährt wird, wenn das Darlehen nicht für die
Finanzierung einer Wohnung etc. genutzt wird.
Wurden insbesondere für Vertrag 2 irgendwelche staatlichen
Förderungen gezahlt. Dann könnte es sein, dass diese bei
Zuteilung und schädlicher Verwendung verfallen.

Auf Vertrag B ist bisher die Wohnungsbauprämie geflossen. Weil der Vertrag älter als 7 Jahre ist gehe ich davon aus, dass keine schädliche Verwendung vorliegt und der Darlehenszins auch gewährt wird. Werde mir die Unterlagen aber nochmal anschauen.

Wo bekommt man 4% und vor allem für welches Produkt? Etwas mit flexiblem Zinsatz möchte ich nicht abschließen, da ich davon ausgehe dass wir bald 0% Zinsen haben.

Hallo,

also um halbwegs sinnvolle Vorschläge unterbreiten zu können,
müßten noch einige Details bekannt sein. Weiterhin müßten die
Vertragsbedingungen der jeweiligen Verträge bekannt sein.
Handelt es sich bei den 60.000 bzw. 10.000€ um die
Bausparsumme oder um das inzwischen aufgelaufene Guthaben?

Es handelt sich jeweils um die Bausparsumme. Bei Vertrag A ist
etwas mehr als die Hälfte eingezahlt, bei Vertrag B etwas
weniger.

O.K. Also wenn bei A etwa die Hälfte eingezahlt ist und bei B die 7 Jahre rum sind, dann würde ich mal sagen, dass Du Dir einfach B auszahlen läßt und auf A einzahlst. Solange bei A noch nicht die 60.000€ erreicht sind, sollte dies möglich sein.
Warum? Erstens gehst Du ja von weiter sinkenden Zinsen aus. Dann macht es konsequenterweise auch keinen Sinn sich einen Vertrag mit niedrigen Darlehenszinsen zu sichern. Für eine spätere Finanzierung würdest Du z.Zt. auf 3% Zinsertrag p.a. und Zinseszinsen verzichten. Wenn man dann stattdessen in ein paar Jahren das Kapital plus Zinsen zur Verfügung hat, macht sich das sicher positiv auf die restliche zu finanzierende Summe und deren Kosten (absolut und relativ) bemerkbar.
Die Bausparkassen (zumindest bei Wüstenrot ist mir das persönlich bekannt) versuchen seit geraumer Zeit die Besitzer von relativ gut verzinsten Bausparverträgen zu anderen Anlageformen zu überreden, da sie natürlich ungern, wie in Deinem Fall 4% Zinsen zahlen wollen. Kündigen können sie jedoch i.d.R. nicht. Das wäre erst möglich, wenn die Bausparsumme erreicht wäre (also bei 60.000€). Spätestens dann müßtest Du Dich wohl nach einer Alternative umschauen.

Das
sind i.d.R. zwei verschiedene Paar Schuhe.
Warum lohnt es sich bei 1,75% Darlehenszins nicht das Geld für
4% anzulegen? Fraglich wäre freilich, ob dieser Darlehenszins
auch gewährt wird, wenn das Darlehen nicht für die
Finanzierung einer Wohnung etc. genutzt wird.
Wurden insbesondere für Vertrag 2 irgendwelche staatlichen
Förderungen gezahlt. Dann könnte es sein, dass diese bei
Zuteilung und schädlicher Verwendung verfallen.

Auf Vertrag B ist bisher die Wohnungsbauprämie geflossen. Weil
der Vertrag älter als 7 Jahre ist gehe ich davon aus, dass
keine schädliche Verwendung vorliegt und der Darlehenszins
auch gewährt wird. Werde mir die Unterlagen aber nochmal
anschauen.

Das müßte ja recht einfach herauszufinden sein, wann der Vertrag abgeschlossen wurde. Möglicherweise beginnen aber die 7 Jahre vielleicht erst mit der von Dir angesprochenen Teilung des Vertrages.

Wo bekommt man 4% und vor allem für welches Produkt? Etwas mit
flexiblem Zinsatz möchte ich nicht abschließen, da ich davon
ausgehe dass wir bald 0% Zinsen haben.

Na gut, eine bessere Sicherheit Dir 4% Zinsniveau zu sichern als eben Vertrag A fällt mir auch nicht ein. Tagesgeldhopping scheidet nach eigenen Angaben aus. (Warum eigentlich?
Die Postbank bietet mit der Sparcard 3000 plus direkt zwar schon seit längerem 4,5%. In dieser Zeit haben die Anderen nun schon mehrmals die Zinsen gesenkt. Wie lange die Postbank das natürlich beibehält, läßt sich schwierig beurteilen.
Der Vorteil wäre, dass Du an jedem Postbankautomaten über Bargeld verfügen kannst und das natürlich auch Teilauszahlungen jederzeit möglich sind. Inwiefern man sich da beim Bausparvertrag u.U. im Kleingedruckten verheddern kann, weiß ich nicht. Aber da Du das Geld eh für eine Finanzierung haben willst, scheint dieser Vorteil nicht ins Gewicht zu fallen. Wenn Du den Anlagehorizont hlbwegs genau einschätzen kannst, könntest Du Dich natürlich auch nach länger laufenden Anlagen umschauen, die einen festen Zins bieten.
Wie immer gibt es nicht DIE Lösung. Man muss eben zwischen (festen) Zinsen und Liquidität abwägen.
Daneben wären noch steuerliche Aspekte zu berücksichtigen, die jedoch stark von den individuellen Gegebenheiten abhängen. So ist beispielsweise interessant, ob die 4% jährlich gutgeschrieben werden oder ob sie, wie häufig üblich, erst zum Zeitpunkt der Auszahlung rückwirkend gutgeschrieben werden. Da können dann in diesem Jahr hohe Zinserträge anfallen, die dann u.U. mit 25% plus Soli Abgaben belastet werden. Analog gilt dies auch für Festgeldanlagen, die ihre Erträge erst zum Ende mit einem mal ausschütten.
Beim vergleichen sollte auch darauf geachtet werden, ob es Zinseszinseffekte gibt. gerade bei Anlagezeiträumen über mehrere Jahre kann das zu erheblichen Verschiebungen bei den effektiven Erträgen führen.

MfG

El Buffo

O.K. Also wenn bei A etwa die Hälfte eingezahlt ist und bei B
die 7 Jahre rum sind, dann würde ich mal sagen, dass Du Dir
einfach B auszahlen läßt und auf A einzahlst. Solange bei A
noch nicht die 60.000€ erreicht sind, sollte dies möglich
sein.
Warum? Erstens gehst Du ja von weiter sinkenden Zinsen aus.
Dann macht es konsequenterweise auch keinen Sinn sich einen
Vertrag mit niedrigen Darlehenszinsen zu sichern.

Nunja, Kreditzinsen dürften für Otto-Normal-Bürger vermutlich dennoch über 1,75% liegen, wenn vielleicht auch nur knapp.

Du meinst mit Auszahlen aber, nur das angesparte Guthaben ohne Darlehen, oder?

Für eine
spätere Finanzierung würdest Du z.Zt. auf 3% Zinsertrag p.a.
und Zinseszinsen verzichten. Wenn man dann stattdessen in ein
paar Jahren das Kapital plus Zinsen zur Verfügung hat, macht
sich das sicher positiv auf die restliche zu finanzierende
Summe und deren Kosten (absolut und relativ) bemerkbar.

Das ist sicher richtig. Das Geld von Vertrag B war aber eigentlich nicht für eine langfristige Bindung oder für eine Finanzierung gedacht. Ursprünglich wollte ich es so anlegen, dass ich zumindest jährlich die Chance habe, daran zu kommen. Das kann ich ja bei Einzahlung in Vertrag A vergessen, es sei denn ich nehme gleich das ganze Guthaben.

Die Bausparkassen (zumindest bei Wüstenrot ist mir das
persönlich bekannt) versuchen seit geraumer Zeit die Besitzer
von relativ gut verzinsten Bausparverträgen zu anderen
Anlageformen zu überreden, da sie natürlich ungern, wie in
Deinem Fall 4% Zinsen zahlen wollen. Kündigen können sie
jedoch i.d.R. nicht. Das wäre erst möglich, wenn die
Bausparsumme erreicht wäre (also bei 60.000€). Spätestens dann
müßtest Du Dich wohl nach einer Alternative umschauen.

Ja, die Bausparkasse hat schon mehrmals angefragt :wink: Bis 60.000 Euro ist es aber noch ein ganzes Stück und ich werde das Geld sicher vorher irgendwann benötigen.

Das müßte ja recht einfach herauszufinden sein, wann der
Vertrag abgeschlossen wurde. Möglicherweise beginnen aber die
7 Jahre vielleicht erst mit der von Dir angesprochenen Teilung
des Vertrages.

Da hast du etwas wichtiges angesprochen. Tatsächlich wird im Kontoauszug das Datum der Teilung angegeben. Das ist natürlich wirklich blöd, denn weitere 5 Jahre wollte ich den Vertrag eigentlich nicht laufen lassen…

Na gut, eine bessere Sicherheit Dir 4% Zinsniveau zu sichern
als eben Vertrag A fällt mir auch nicht ein. Tagesgeldhopping
scheidet nach eigenen Angaben aus. (Warum eigentlich?
Die Postbank bietet mit der Sparcard 3000 plus direkt zwar
schon seit längerem 4,5%. In dieser Zeit haben die Anderen nun
schon mehrmals die Zinsen gesenkt. Wie lange die Postbank das
natürlich beibehält, läßt sich schwierig beurteilen.
Der Vorteil wäre, dass Du an jedem Postbankautomaten über
Bargeld verfügen kannst und das natürlich auch
Teilauszahlungen jederzeit möglich sind.

Ich habe einfach keine Lust jedes halbe Jahr woanders ein Konto zu eröffnen.

Inwiefern man sich da
beim Bausparvertrag u.U. im Kleingedruckten verheddern kann,
weiß ich nicht. Aber da Du das Geld eh für eine Finanzierung
haben willst, scheint dieser Vorteil nicht ins Gewicht zu
fallen.

Nein, das Geld von Vertrag B war nicht zur Finanzierung gedacht, es sollte eine Art Rücklage sein auf die ich zumindest jährlich zugreifen kann.

Daneben wären noch steuerliche Aspekte zu berücksichtigen, die
jedoch stark von den individuellen Gegebenheiten abhängen. So
ist beispielsweise interessant, ob die 4% jährlich
gutgeschrieben werden oder ob sie, wie häufig üblich, erst zum
Zeitpunkt der Auszahlung rückwirkend gutgeschrieben werden. Da
können dann in diesem Jahr hohe Zinserträge anfallen, die dann
u.U. mit 25% plus Soli Abgaben belastet werden. Analog gilt
dies auch für Festgeldanlagen, die ihre Erträge erst zum Ende
mit einem mal ausschütten.

Im Bausparvertrag A werden die 4% jährlich gutgeschrieben und versteuert. 1,5% davon laufen zwar auf ein Sonderzinskonto, dass dann erst bei Auszahlung zu dem Rest dazu kommt, aber versteuert wird es direkt.

Was passiert eigentlich mit Vertrag C? Der müßte ja komplett neu bespart werden.

Nunja, Kreditzinsen dürften für Otto-Normal-Bürger vermutlich
dennoch über 1,75% liegen, wenn vielleicht auch nur knapp.

Das ist richtig. Um da zu einer sinnvollen Lösung zu kommen, mußt Du einfach wissen, wann Du das Darlehen benötigen wirst. Dann ließe sich errechnen, was nun besser ist.

Du meinst mit Auszahlen aber, nur das angesparte Guthaben ohne
Darlehen, oder?

Also wenn die Bausparkasse Dir das Darlehen auch gewährt, ohne das du nachweisen mußt wofür, wäre es natürlich günstig sich auch das Darlehen auszahlen zu lassen. Dann mußt Du dafür 1,75% Zinsen zahlen und kannst 4% kassieren. Ansonsten meine ich natürlich nur das Guthaben.

Für eine
spätere Finanzierung würdest Du z.Zt. auf 3% Zinsertrag p.a.
und Zinseszinsen verzichten. Wenn man dann stattdessen in ein
paar Jahren das Kapital plus Zinsen zur Verfügung hat, macht
sich das sicher positiv auf die restliche zu finanzierende
Summe und deren Kosten (absolut und relativ) bemerkbar.

Das ist sicher richtig. Das Geld von Vertrag B war aber
eigentlich nicht für eine langfristige Bindung oder für eine
Finanzierung gedacht. Ursprünglich wollte ich es so anlegen,
dass ich zumindest jährlich die Chance habe, daran zu kommen.
Das kann ich ja bei Einzahlung in Vertrag A vergessen, es sei
denn ich nehme gleich das ganze Guthaben.

Ja so ist das eben mit Bausparverträgen. Die sind nun mal nicht vorrangig als Geldanlage gedacht.

Die Bausparkassen (zumindest bei Wüstenrot ist mir das
persönlich bekannt) versuchen seit geraumer Zeit die Besitzer
von relativ gut verzinsten Bausparverträgen zu anderen
Anlageformen zu überreden, da sie natürlich ungern, wie in
Deinem Fall 4% Zinsen zahlen wollen. Kündigen können sie
jedoch i.d.R. nicht. Das wäre erst möglich, wenn die
Bausparsumme erreicht wäre (also bei 60.000€). Spätestens dann
müßtest Du Dich wohl nach einer Alternative umschauen.

Ja, die Bausparkasse hat schon mehrmals angefragt :wink: Bis
60.000 Euro ist es aber noch ein ganzes Stück und ich werde
das Geld sicher vorher irgendwann benötigen.

Also bis dahin kannst Du den Vertrag weiterlaufen lassen. Wenn Du das Geld brauchst kannst Du es ja relativ kurzfristig abrufen.

Das müßte ja recht einfach herauszufinden sein, wann der
Vertrag abgeschlossen wurde. Möglicherweise beginnen aber die
7 Jahre vielleicht erst mit der von Dir angesprochenen Teilung
des Vertrages.

Da hast du etwas wichtiges angesprochen. Tatsächlich wird im
Kontoauszug das Datum der Teilung angegeben. Das ist natürlich
wirklich blöd, denn weitere 5 Jahre wollte ich den Vertrag
eigentlich nicht laufen lassen…

Tja, da müßte man die genauen Bedingungen kennen. Wie das mit den Zulagen bei einer Teilung gehandhabt wird, weiß ich nicht genau. Der Verstand würde meinen, dass seit Vertragsabschluß sieben Jahre vergangen sein müssen. Aber dazu sollte sich jemand äußern, der da besser Bescheid weiß.

Na gut, eine bessere Sicherheit Dir 4% Zinsniveau zu sichern
als eben Vertrag A fällt mir auch nicht ein. Tagesgeldhopping
scheidet nach eigenen Angaben aus. (Warum eigentlich?
Die Postbank bietet mit der Sparcard 3000 plus direkt zwar
schon seit längerem 4,5%. In dieser Zeit haben die Anderen nun
schon mehrmals die Zinsen gesenkt. Wie lange die Postbank das
natürlich beibehält, läßt sich schwierig beurteilen.
Der Vorteil wäre, dass Du an jedem Postbankautomaten über
Bargeld verfügen kannst und das natürlich auch
Teilauszahlungen jederzeit möglich sind.

Ich habe einfach keine Lust jedes halbe Jahr woanders ein
Konto zu eröffnen.

Na im Moment lohnt sich das ja eh kaum, da Du ja schon 4% sicher hast.

Inwiefern man sich da
beim Bausparvertrag u.U. im Kleingedruckten verheddern kann,
weiß ich nicht. Aber da Du das Geld eh für eine Finanzierung
haben willst, scheint dieser Vorteil nicht ins Gewicht zu
fallen.

Nein, das Geld von Vertrag B war nicht zur Finanzierung
gedacht, es sollte eine Art Rücklage sein auf die ich
zumindest jährlich zugreifen kann.

Eine Rücklage, die mit 1% verzinst wird, um sich später bestenfalls 5.000€ als Darlehen für 1,75% zu sichern, welches man nicht wahrnehmen will? Das war nicht die beste Wahl. Das hat nur wegen der staatlichen Zulagen Sinn gemacht.

Daneben wären noch steuerliche Aspekte zu berücksichtigen…

Im Bausparvertrag A werden die 4% jährlich gutgeschrieben und
versteuert. 1,5% davon laufen zwar auf ein Sonderzinskonto,
dass dann erst bei Auszahlung zu dem Rest dazu kommt, aber
versteuert wird es direkt.

Prima.

Was passiert eigentlich mit Vertrag C? Der müßte ja komplett
neu bespart werden.

Genau. Das lohnt sich nur, wenn man Anspruch auf staatliche Zulagen hätte, und die wären dann ja auch erst nach 7 Jahren sicher.

Also langer Rede kurzer Sinn.
Wenn Du das Geld nur anlegen willst, prüfen, ob über das Guthaben des Vertrages B unschädlich verfügt werden kann und dieses dann auf A einzahlen. Vertag C kann man kündigen.
Willst Du eine Wohnung / ein Haus finanzieren, kannst Du über das Guthaben aus Vertrag A verfügen. Dazu käme dann Guthaben plus Darlehen aus Vertrag B. Die Verwendung wäre ja unschädlich und auf die sieben Jahre kommt´s somit nicht an. In Vertrag C könnten 50% oder weniger eingezahlt werden (mal in die Bedingungen schauen, ab welcher Summe Anspruch auf Zuteilung besteht). Somit hätte man dann schon mal 50.000€ zum Erwerb einer Wohnung/ eines Hauses. Wieviel man dann noch als Kredit bekommt, hängt dann von der eigenen Bonität ab.

MfG

Also wenn die Bausparkasse Dir das Darlehen auch gewährt, ohne
das du nachweisen mußt wofür, wäre es natürlich günstig sich
auch das Darlehen auszahlen zu lassen. Dann mußt Du dafür
1,75% Zinsen zahlen und kannst 4% kassieren. Ansonsten meine
ich natürlich nur das Guthaben.

Ist es nicht so, dass die Zulagen auch dann verfallen, wenn man nicht das Darlehen in Anspruch nimmt, sich also nur das Guthaben auszahlen lässt, wenn der Vertrag eben weniger als 7 Jahre gelaufen ist?

Tja, da müßte man die genauen Bedingungen kennen. Wie das mit
den Zulagen bei einer Teilung gehandhabt wird, weiß ich nicht
genau. Der Verstand würde meinen, dass seit Vertragsabschluß
sieben Jahre vergangen sein müssen. Aber dazu sollte sich
jemand äußern, der da besser Bescheid weiß.

Ich habe mal beim Vertreter angefragt.

Nein, das Geld von Vertrag B war nicht zur Finanzierung
gedacht, es sollte eine Art Rücklage sein auf die ich
zumindest jährlich zugreifen kann.

Eine Rücklage, die mit 1% verzinst wird, um sich später
bestenfalls 5.000€ als Darlehen für 1,75% zu sichern, welches
man nicht wahrnehmen will? Das war nicht die beste Wahl. Das
hat nur wegen der staatlichen Zulagen Sinn gemacht.

Da habe ich mich falsch ausgedrückt. Als der Bausparvertrag abgeschlossen wurde (da war ich noch sehr jung) gab es noch überhaupt keinen Plan, was ich mal damit anfange. Damals waren die Guthabenzinsen auch noch höher (andere Tarifvariante).

Der Gedanke der Rücklage kam erst vor zwei Jahren, als der Tarif umgestellt wurde. Damals wußte ich, dass ich die Bausparsumme nicht für eine Finanzierung brauchen würde. Als Rücklage sollte nicht der Bausparvertrag, sondern die dann (jetzt) fällige Bausparsumme dienen, die ich dann anderweitig anlegen wollte, aber eben mit jährlichem Zugriff. Da die Zinsen aber für einjähriges Festgeld so niedrig sind, kam ich eben jetzt ins Grübeln, ob ich das Darlehen überhaupt in Anspruch nehmen soll, und was ich mit der Summe nun anstelle.

In Vertrag C könnten 50% oder weniger eingezahlt werden (mal
in die Bedingungen schauen, ab welcher Summe Anspruch auf
Zuteilung besteht). Somit hätte man dann schon mal 50.000€ zum
Erwerb einer Wohnung/ eines Hauses. Wieviel man dann noch als
Kredit bekommt, hängt dann von der eigenen Bonität ab.

Tja, in Vertrag C einzahlen oder ihn kündigen, wie du im Absatz vorher empfohlen hast? :wink:

Das muss ich mir noch überlegen. Man könnte die monatliche Summe für Vertrag C ja auch in Vertrag A investieren, wo es ja mehr Zinsen dafür gäbe. Nachteil ist eben, dass dann das günstige Darlehen nie zum Zug kommt.

Ist es nicht so, dass die Zulagen auch dann verfallen, wenn
man nicht das Darlehen in Anspruch nimmt, sich also nur das
Guthaben auszahlen lässt, wenn der Vertrag eben weniger als 7
Jahre gelaufen ist?

Ja. Deswegen solltets Du Dich erkundigen, was in Deinem Fall gilt. Abschlußdatum oder Datum der Teilung.

Ich habe mal beim Vertreter angefragt.

Dann warten wir mal seine Antwort ab. Leider muss man jedoch anfügen, dass die auch nicht immer Recht haben oder sogar absichtlich falsche Infos geben. Also am besten die konkrete Quelle (Vertragsbedingungen) benennen lassen.

Da habe ich mich falsch ausgedrückt. Als der Bausparvertrag
abgeschlossen wurde (da war ich noch sehr jung) gab es noch
überhaupt keinen Plan, was ich mal damit anfange. Damals waren
die Guthabenzinsen auch noch höher (andere Tarifvariante).

Der Gedanke der Rücklage kam erst vor zwei Jahren, als der
Tarif umgestellt wurde. Damals wußte ich, dass ich die
Bausparsumme nicht für eine Finanzierung brauchen würde. Als
Rücklage sollte nicht der Bausparvertrag, sondern die dann
(jetzt) fällige Bausparsumme dienen, die ich dann anderweitig
anlegen wollte, aber eben mit jährlichem Zugriff. Da die
Zinsen aber für einjähriges Festgeld so niedrig sind, kam ich
eben jetzt ins Grübeln, ob ich das Darlehen überhaupt in
Anspruch nehmen soll, und was ich mit der Summe nun anstelle.

Verstanden. Es bleibt trotzdem die Frage, ob einem die Bausparkasse überhaupt das Darlehen gewährt, wenn es nicht der Finanzierung dient. Das hat erstmal nix mit den sieben Jahren zu tun. Möglicherweise war die Idee von Anfang an schlecht weil nicht durchführbar.

In Vertrag C könnten 50% oder weniger eingezahlt werden (mal
in die Bedingungen schauen, ab welcher Summe Anspruch auf
Zuteilung besteht). Somit hätte man dann schon mal 50.000€ zum
Erwerb einer Wohnung/ eines Hauses. Wieviel man dann noch als
Kredit bekommt, hängt dann von der eigenen Bonität ab.

Tja, in Vertrag C einzahlen oder ihn kündigen, wie du im
Absatz vorher empfohlen hast? :wink:

Wenn nicht zur Finanzierung vorgesehen dann kündigen. Vorher aber eben klären, wie das mit den Zulagen ist, also wann die 7-Jahres-Frist rum ist.

Das muss ich mir noch überlegen. Man könnte die monatliche
Summe für Vertrag C ja auch in Vertrag A investieren, wo es ja
mehr Zinsen dafür gäbe. Nachteil ist eben, dass dann das
günstige Darlehen nie zum Zug kommt.

Die Entscheidung kann Dir keiner abnehmen. Entweder Du willst finanzieren oder anlegen. Wenn noch nix eingezahlt ist, kann man es ja erstmal lassen wie es ist.

MfG