Hallo zusammen
Ich wollte mal fragen warum die Leute immer laute musik hören? Jeden denn ich kenne will sein Lieblingssong in voller lautstärke hören aber warum?
Hoffe kann mir jemand erklären!
MfG Patrick
Hallo zusammen
Ich wollte mal fragen warum die Leute immer laute musik hören? Jeden denn ich kenne will sein Lieblingssong in voller lautstärke hören aber warum?
Hoffe kann mir jemand erklären!
MfG Patrick
Adrenalin und Lustgefühle
Hallo Patrick,
laute Beschallung setzt Adrenalin im Blut frei und steigert die Erregung. Zusammen mit der emotionalen Bindung an diese Musik führt das zu einem »Guten Gefühl«.
Wobei im Kopfhörer noch der Effekt dazukommt, dass die physische Wahrnehmung (Bass im Bauch) fehlt und deshalb gerne ca. 10 dB lauter als über Lautsprecher gehört wird.
Dann muss ich auch ganz klar sagen, bei leiser Lautstärke sind viele feine Details nicht zu hören. Bei angemessener mittlerer Lautstärke (empfohlener Nennpegel: 85 dBA) ist die »Durchhörbarkeit« und damit der Hörgenuss am Besten. Darüber verzerrt das Innenohr und der Klang wird matschig.
Ich kenne allerdings auch Menschen, bei denen gerade der Bass eher Angstgefühle auslöst (nicht Lärmempfindlichkeit).
Gruß
Stefan
Hallo Patrick,
Ich wollte mal fragen warum die Leute immer laute musik hören?
Jeden denn ich kenne will sein Lieblingssong in voller
lautstärke hören aber warum?Hoffe kann mir jemand erklären!
Erklären nicht, aber anregen so aus dem Bauch heraus vielleicht ein bißchen …
Erst mal denke ich, dass die Lautstärke in der man seinen Lieblingssong hören will, auch davon abhängt, welchen Lieblingssong man hat.
Um es an Klassikern festzumachen, würde ich selbstverständlich volle Lautstärke wünschen, wenn mein Lieblingssong Jimi Hendrix’ Hey Joe wäre (oder Du wahrscheinlich mit dem Teen Spirit), weil der Song einfach laut besser kommt als leise.
Die Riders on the Storm von den Doors würde ich aber nicht voll aufdrehen, wenn auch freilich nicht allzu leise, und so Dinger wie Love me tender oder so, sind lauter als mit Zimmerlautstärke unerträglich, eher noch leiser.
Nun kenne ich schon aus Altersgründen keine Leute, deren Lieblingssong Love me tender wäre, aber die Celine-Dion-Fans, die ich kenne (alle weiblich!) drehen logischerweise eher nicht voll auf …
Ich denke, dass man dieses Verhältnis Song-Lautstärke durchaus objektivieren kann, aber das passt besser in ein anderes Brett.
Das (Sozial)psychologisch relevante an Deiner Fragestellung ist meines Erachtens, dass wohl viele mit IHRER Musik gern „missionieren“ gehen, ihre Autoradios zum Beispiel oft erst dann aufdrehen, wenn Leute zum Hören da sind, etc.
Klar, der Lieblingssong ist halt ein Stückchen ICH, und das kann man mit dem Volume-Knopf schön nach außen kehren.
Und so Geschichten wie Gruppenzugehörigkeiten kommen ja auch noch dazu, zumal (gerade bei Jugendlichen?) die Gruppengrenzen durchaus mittels Musikgeschmack symbolisch fixiert sind.
Viele Grüße
franz
dessen Ich der Chaffeur Lucy Jordans ist
Hi there,
weil der Song einfach laut besser kommt
als leise.
Das ist aber auch sehr geschmacksabhängig, oder?
aber die
Celine-Dion-Fans, die ich kenne (alle weiblich!) drehen
logischerweise eher nicht voll auf …
Was kennst Du für Leute? 
Dazu nur dieses: Ich habe als Studentin mal in einer Wohnung mit Hinterhof-Fenster gelebt. Und einen Sommer lang hat da jemand (ob weiblich oder männlich vermag ich nicht zu sagen, tippe aber auf Ersteres) IMMER wieder genau DREI Songs gehört. Und zwar auf einer Lautstärke, die es jedem anderen Hinterhofbewohner unmöglich machte, selbst noch Musik zu hören.
Diese drei Songs waren skurrilerweise:
„As far as my eyes can see“ - Alan Parson’s Project
„My heart will go on“ - besagte Celine Dion
und
„Die längste Single der Welt (Du bist ein Wunder etc.)“ - Wolfgang Petri.
Ich schwöre Dir, hätte ich ihre Wohnungsnummer gewußt, die Person wäre auf mysteriöse Art und Weise ums Leben gekommen. Und das NICHT wegen Alan Parson’s. 
Ich denke, dass man dieses Verhältnis Song-Lautstärke durchaus
objektivieren kann, aber das passt besser in ein anderes
Brett.
Allerdings eine interessante These, das glaube ich nämlich nicht. Natürlich würde ich persönlich sagen, daß Speed Metal sich eher für laute Töne eignet als Bach. Aber Vivaldis Vier Jahreszeiten (bitte nur in der Interpretation von Nigel Kennedy) MUSS ich ohrenbetäubend laut hören… 
Das (Sozial)psychologisch relevante an Deiner Fragestellung
ist meines Erachtens, dass wohl viele mit IHRER Musik gern
„missionieren“ gehen, ihre Autoradios zum Beispiel oft erst
dann aufdrehen, wenn Leute zum Hören da sind, etc.
Is that so? Ich höre gerne laut Musik, auch - und aus Rücksichtgründen vor allem - dann, wenn niemand in der Nähe ist.
dessen Ich der Chaffeur Lucy Jordans ist
Nur EIN musikalisches Ich? Ich könnte mich noch nicht mal auf 20 Lieblingssongs beschränken…
Irgendwie werden wir off-topic, stimmt’s? 
Liebe Grüße,
Nike
hallo nike,
also bachs brandenburgische konzerte, die orchesterouvertüren und toccata und fuge in dingsbums sind extrem laut hörbar. das ist echter punk!
strubbel
B:open_mouth:)
Hi Nike,
Irgendwie werden wir off-topic, stimmt’s?
Stimmt, aber mir ist heute danach 
weil der Song einfach laut besser kommt
als leise.Das ist aber auch sehr geschmacksabhängig, oder?
Ja sicher auch, aber ich halte die These aufrecht, dass unterschiedliche Songs auch „objektiv“ bei unterschiedliche Lautstärken unterschiedlich wirken. (verquast formuliert, aber Du verstehst bestimmt, was ich meine 
Ich bin aber vom Musikwissenschaftler weit entfernt, kann da also nicht gut weiteres belegen …
aber die
Celine-Dion-Fans, die ich kenne (alle weiblich!) drehen
logischerweise eher nicht voll auf …Was kennst Du für Leute?
Dazu nur dieses: Ich habe als Studentin mal in einer Wohnung
mit Hinterhof-Fenster gelebt. Und einen Sommer lang hat da
jemand (ob weiblich oder männlich vermag ich nicht zu sagen,
tippe aber auf Ersteres) IMMER wieder genau DREI Songs gehört.
Und zwar auf einer Lautstärke, die es jedem anderen
Hinterhofbewohner unmöglich machte, selbst noch Musik zu
hören.Diese drei Songs waren skurrilerweise:
„As far as my eyes can see“ - Alan Parson’s Project
„My heart will go on“ - besagte Celine Dion
und
„Die längste Single der Welt (Du bist ein Wunder etc.)“ -
Wolfgang Petri.
Oooh ja, meine Studentenzeit hatte auch ihre Grauen …
Mit der Celinchen wollte ich ja nur pars pro toto bezweifeln, dass alle Leute ihre Lieblingssongs immer laut hören, wie Patrick meint.
Mag aber gut sein, dass er Recht hat …
Ich denke, dass man dieses Verhältnis Song-Lautstärke durchaus
objektivieren kann, aber das passt besser in ein anderes
Brett.Allerdings eine interessante These, das glaube ich nämlich
nicht. Natürlich würde ich persönlich sagen, daß Speed Metal
sich eher für laute Töne eignet als Bach. Aber Vivaldis Vier
Jahreszeiten (bitte nur in der Interpretation von Nigel
Kennedy) MUSS ich ohrenbetäubend laut hören…
Warum nur in der Interpretation von Kennedy?
Ich finde, das spricht irgendwie für die These, weil ja die Interpretation offensichtlich einen Unterschied macht.
Also ich höre zum Beispiel den Alabama Song deutlich leiser, wenn Ute Lemper ihn singt, als wenn wenn ich ihn von den Doors höre, aber immerhin lauter als wenn ich ihn selbst singe
)
Ob das nun auf persönlichen „Geschmack“ zu reduzieren ist, kann ich nicht belegt sagen, glaub ich aber auch nicht.
Das (Sozial)psychologisch relevante an Deiner Fragestellung
ist meines Erachtens, dass wohl viele mit IHRER Musik gern
„missionieren“ gehen, ihre Autoradios zum Beispiel oft erst
dann aufdrehen, wenn Leute zum Hören da sind, etc.Is that so? Ich höre gerne laut Musik, auch - und aus
Rücksichtgründen vor allem - dann, wenn niemand in der Nähe
ist.
ich nehm auch besonders Rücksicht, vor allem dann wenn meine Tochter nebenan schläft, und ich sonst Flasche machen müsste …
Ich glaube schon, dass der Musikgeschmack in der heutigen westlichen Gesellschaft etwas sehr Persönliches ist, und dass Persönliches in unserem „Zeitalter des Narzissmus“ schon gerne „weitergegeben“ wird, auch mit Volume.
Aber wie gesagt, nix genaues zu dem Thema weiß ich nicht.
dessen Ich der Chaffeur Lucy Jordans ist
Nur EIN musikalisches Ich? Ich könnte mich noch nicht mal auf
20 Lieblingssongs beschränken…
Nein, natürlich mehr, aber mit Abstufungen; und ich dachte bei der Bemerkung ja auch nicht einfach an „Lieblingssongs“;
ich glaube, dass Lucy Jordan und First we take Manhattan, die Songs sind, in denen ich mich selbst am besten finde, was heißt, dass das Gigolo-rettet-Hausfrau- und das kühl-kalkulierender-Revolutionär/Terrorist-Imago vielleicht meine beiden dominantesten sind.
Irgendwie werden wir off-topic, stimmt’s?
Also gut …
Viele Grüße
franz
Lieber Patrick,
1.) Es gibt Menschen, die hauen auf Kaviar Ketchup und trinken Kaffee mit Milch (sorry, kleine Provokation) und die hören grundsätzlich alles laut. Den Unterschied verschiedener Wässer und Salatblätter, Kaffeesorten etc. schmecken sie nicht und Arrangements in der Musiok sind nicht wichtig.
Kräftig gewürzt (nichts gegen scharf) und laut gehört, dass die Bassbox raschelt: cool!
Hier ist Musik (ist es noch Musik?) Droge gegen innere Leere und Verhärtung.
2.) Es gibt Menschen, die merken, dass ihre Anlage leider nur ab einer gewissen Lautstärke alle Frequenzen aller Instrumente ausgibt: Die müssen laut hören. (Das ist leider auch bei meinem Gitarrenamp so).
3.) (Und dazu zähle ich) Es gibt Menschen, die hören so laut, wie ein Konzert des Interpreten ist:
Auch ein Orchester ist nicht leise und vor allem sehr Variationsreich in der Lautstärke: Brahms Violinkonzert kann ich nicht leise hören, Jan Garbarek und Ketil Björnstadt gehen auch auf meiner sehr guten Anlage sehr leise, aber Ramstein berührt mich nur laut.
Es gibt sicherlich noch viele Gründe mehr
Viel Spaß beim Finden
Ole
Laute Musik: Produkt aus Lernen & Wahrnehmung?
Hallo!
Zu dem bisher gesagten vielleicht auch noch ein anderer Denkansatz, interpretiert aus der Wahrnehmungspsychologie und der Lernpsychologie.
Musik bietet intrinsisch sehr starkes Material, da sie emotional sehr bedeutsam für uns sein kann. Zumindest positive Emotionen sind von uns angestrebt.
Reizstärke
Emotionale Reaktionen sind auch abhängig von der Reizstärke (vgl. z.B. Weber’sche Gesetz oder Stevens’sche Potenzfunktion der Psychophysik). Es gibt eine Wahnehmungsschwelle im unteren Reizbereich, und eine Schmerzschwelle im oberen Reizbereich. Angestrebter Zusatnd könnte es sein (bei einer positiven Reaktion auf den Reiz), dass man die maximale Reaktion oben - unterhalb der Schmerzschwelle - erreichen möchte, um einen maximalen Effekt zu erzielen. Auch in anderen Bereichen ist dieser Zustand angestrebt: ein gutes Chilli z.B. bietet exakt diese Qualität - knapp unterhalb der Schmerzgrenze, also bevor die Zunge abfällt.
Habituation
Ein weiteres Argument könnte die Gewöhnung an einen bestimmten Stimulus sein. Hört man dasselbe Lied immer wieder, so habituieren wir irgendwann, d.h. die Reaktion flacht ab. Eine Möglichkeit, die Effektivität von Musik in ihrer Widerholung zu unterminieren, wäre eben die Dosis zu erhöhen (und damit die Lautstärke). Bei anderen Reizen mit positiv valentem Bezug kennen wir die Abnahme der Reaktion bei widerholter Einnahme ja auch: z.B. Alkohol, Sex (gleicher Partner), Zigaretten etc. (wobei es auch immer Gegenprozesse gibt, die die Reaktion z.B. auch stärken können, beim Thema Sxualität wäre z.B. eine stärker werdende Bindung - also Liebe - geneigt, der rein auf physikalischer Ebene stattfindender Abnahme der Reaktion entgegenzuwirken).
Soweit meine Idee zu dem Thema
Lieben Gruß
Patrick
Ich finde es schrecklich ständig zugedröhnt zu werden. Egal ob draußen oder in den Geschäften, überall wummern die Bässe. Oft lieblos heruntergeleiert.
Deshalb gehe ich am liebsten in ein klassisches Konzert. Schnelle Töne, langsame Töne. Hohe und tiefe. Laut und leise. Pausen! Die gute, alte Rock- und Pop-Musik orientiert sich sehr stark daran. Wie eine Wiener Sinfonie! Es wird in den Tonarten moduliert, daß es eine Freude ist!
Es ist herrlich, nur die Stille zu genießen.
Hi,
Zumindest positive Emotionen sind von uns angestrebt.
hm - möchtest du das generell gelten lassen?
zu den bedeutsamsten Stücken des XX. Jhdts zählen:
Luigi Nono: „Como una ola de fuerza y luz“
Krzysztof Penderecki: „Aux victimes de Hiroshima - Threne“
John Cage: „Silence“
Emotionale Reaktionen sind auch abhängig von der Reizstärke
(vgl. z.B. Weber’sche Gesetz oder Stevens’sche Potenzfunktion
der Psychophysik)[…]Angestrebter Zusatnd könnte es sein
(bei einer positiven Reaktion auf den Reiz), dass man die maximale :Reaktion oben - unterhalb der Schmerzschwelle - erreichen möchte, um :einen maximalen Effekt zu erzielen.
Trotz Weber-Fechner-Gestz: Der quantitav physikalische Reiz kanns nicht sein. Den „maximalen Effekt“ lösen bei mir manchmal Laute oder Worte aus, die knapp über der unteren Hörschwelle liegen 
SCNR 
Gruß
Metapher
Huhu!
Zumindest positive Emotionen sind von uns angestrebt.
hm - möchtest du das generell gelten lassen?
Naja, das war mehr auf ein allgemeines Gesetz im Menschen bezogen. Reize, die mit positiven Emotionen verbunden werden, waren & sind i.d.R. überlebensrelevanter. Also tendenziell strebt der Mensch nach emotional positiven Zuständen und meidet negativ besetzte Umwelteinflüsse - meiner Meinung nach kann man das in der Tendenz schon generalisieren. Das soll ja auch nur auf die Reizqualität bezogen sein, die Quantität ist komplexer.
zu den bedeutsamsten Stücken des XX. Jhdts zählen:
Luigi Nono: „Como una ola de fuerza y luz“
Krzysztof Penderecki: „Aux victimes de Hiroshima - Threne“
John Cage: „Silence“
Von dem letzten habe ich gehört (bzw. eher nicht…). Oje, ich bin Kunstbanause - hier überforderst Du mich.
Emotionale Reaktionen sind auch abhängig von der Reizstärke
(vgl. z.B. Weber’sche Gesetz oder Stevens’sche Potenzfunktion
der Psychophysik)[…]Angestrebter Zusatnd könnte es sein
(bei einer positiven Reaktion auf den Reiz), dass man die maximale :Reaktion oben - unterhalb der Schmerzschwelle - erreichen möchte, um :einen maximalen Effekt zu erzielen.Trotz Weber-Fechner-Gestz: Der quantitav physikalische Reiz
kanns nicht sein.
Besser wäre: „kanns alleine nicht sein“.
Den „maximalen Effekt“ lösen bei mir
manchmal Laute oder Worte aus, die knapp über der
unteren Hörschwelle liegen
Das wäre meiner Meinung nach z.B. ein Beispiel für Sensitivierung.
Und für Aufmerksamkeitsmodelle (z.B. Treisman, 1964).
Selbstverständlich existieren in einem Zusammenhang viele ultimate und proxiamte Modelle parallel nebeneinander, und nur die Summe macht ein Resultat erklärbar.
Ich wollte ja auch nur meinen spontanen Einfall kundtun 
SCNR
Kein Problem, immer gerne 
Gruß
Metapher
Lieben Gruß
Patrick