Laute Nachbarn - Teil 1

Hallo allerseits,

folgende Situation:

Das Schlafzimmer von Mieter A liegt an der „Trennwand“ zwischen Haus Nr. 1 und Haus Nr. 3, wobei sich die beiden Häuser in einem Gebäude befinden. Die Schall-Isolierung zwischen den „Häusern“ ist allerdings offenbar nicht besser als innerhalb der Wohnung.

Auf der anderen Seite der Wand befindet sich ein offener Wohnraum - Küche offen zum Esszimmer und das offen zum Wohnzimmer dahinter.

Nun handelt es sich um die dort wohnhaften Mieter B um ein Paar und beide Personen sind geistig behindert (Grad unbekannt). Es sind wohl Nachtmenschen, denn sie sitzen bevorzugt bis ca. 1 Uhr (in der Nacht!) in ihrer Küche und streiten sich bzw. unterhalten sich unangemessen laut. Manchmal stehen sie auch kreischend in dem Klangkörper von Badezimmer das daneben liegt.

Einer von den beiden - vermutlich die Frau - redet während dieser Streitgespräche in einem sehr hohen „Jammerton“, der Mieter A auf der anderen Seite tatsächlich aus der Tiefschlafphase holt.

Mieter A ist selbst kein früher Schläfer und darum nimmt er es mit den 22 Uhr weiß Gott nicht genau, aber 1 Uhr ist dann doch etwas übertrieben, vor allem weil es ob der Tonlage nicht ignorierbar ist.

Zum Hintergrund: Die Wohnungen sind nicht von einer Gesellschaft vermietet sondern es handelt sich um Eigentumswohnungen, die teilweise vermietet sind, so auch an Mieter A und das Mieter B-Paar. Beide haben unterschiedliche Vermieter.

Auch andere Hausparteien haben sich bereits negativ geäußert, allerdings wohl nicht viel unternommen.

Ohropax stehen außer Frage, da Mieter A ein Kleinkind hat und dieses allein betreut. Er muss also „hörbereit“ bleiben.

Angeblich kommt täglich ein Pflegedienst zu den Mietern B, der aber von Mieter A noch nie gesehen wurde.

Klopfen an die Wand hat bisher lediglich den - laut verständlichen - Ausruf des männlichen Mieters B zur Folge gehabt, dass da wohl jemand an die Wand klopft. Verstanden wurde der Grund offenbar nicht.

Was kann hier getan werden? Es wurde bereits ein Brief an die Mieter in Erwägung gezogen in der Hoffnung, dass sich diese an ihren Pflegedienst wenden. Mietminderung kommt bei unterschiedlichen Vermietern wohl nicht in Frage…

Wenngleich: Aufgrund der dünnen Wände des Hauses ist es tatsächlich so, dass man im Badezimmer stehend hören kann, wenn im anderen Badezimmer z.B. etwas in das Waschbecken fällt. Unterhaltungen im normalen Ton können dort durchaus Wort für Wort verstanden werden. Das gilt auch für die Wohnungen oben und unten. Gibt es da eine Möglichkeit etwas zu erwirken?

Es geht dem Mieter A allerdings hauptsächlich um seine Nachtruhe, nicht um Geld. Wenngleich es schön wäre, es könnte isoliertechnisch auf Dauer eine Änderung durchgeführt werden, wie auch immer diese aussieht. Denn das Kind von Mieter A schläft neben Mieter B’s vermutlichem Schlafzimmer und Mieter A befürchtet hier früher oder später ebenfalls auf Probleme zu stoßen

Ideen hierzu?

Vielen herzlichen Dank und Gruß
Ramirez

Hallo Ramirez!

Was kann hier getan werden?

Hat Mieter A die beiden Mieter B schon mal auf die Probleme angesprochen? Was ist dabei herausgekommen?
Manchmal ist Nachbarn es gar nicht bewusst, dass ihre eigenen Geräusche von den Leuten daneben (oder auch darunter, darüber, etc.) wahrgenommen werden.

VG,
Sasy

Nein, zugegebenermaßen hat er das nicht. Hemmschwelle ist hier die geistige Behinderung. Da ist sich Mieter A mit seiner Wortwahl unsicher. Daher die Idee das schriftlich zu formulieren…

Grins :smile:
Hallo Ramirez,

Hemmschwelle ist hier
die geistige Behinderung. Da ist sich Mieter A mit seiner
Wortwahl unsicher. Daher die Idee das schriftlich zu
formulieren…

Du bringst ein Problem im Rechtsbrett, welches
1.) zuerst baulicher Natur ist,
2.) dann menschlich-sozialer Natur.

Denkst du, dass ein wohlgeschliffener Brief von einem Juristen wohlwollender und verständnisvoller Aufgenommen wird, als eine direkte Ansprache.

Kurzer Ausflug: Vor Jahren wurde mal der Fall von einem Büroinhaber beschrieben, der sich über die Katze auf einem Flachdach beschwerte. Zum besseren Verständnis holte er den Besitzer, damit er sich das selber anhört. Der Besitzer meinte dann selber, dass es sich wie umfallende Elefanten anhörte und versatnd das Anliegen des Büroinhabers.

Das Päarschen versteht wahrscheinlich gar nicht, dass sie ruhestörenden Lärm verursachen, es sei denn, jemnad sagt es ihnen.
Das Ansprechen ist gar nicht schwierig, so in der Art:
„Hallo ich bin der Ramirez von Nebenan“
„Ich hab da mal ein Problem. Die Wände sind ziemlich hellhörig“
„Wenn ihr euch Nachts laut unterhaltet, kann ich alles hören, was ihr euch erzählt und nicht mehr schlafen.“
„Euch wollte euch bitten Nachts nicht mehr so laut zu sprechen. Das wäre ganz leib von euch.“

Gruß
Carlos

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Hallo Carlos Wurster,

ja, ich weiß dass das Problem aus zwei Auslösern bestünde. Ich hätte gern beide beleuchtet.

Das klingt etwas nach Kritik aber was genau ist dein Punkt dabei? Bin ich im falschen Brett? Dann sei so lieb und nenn mir das richtige, dann will ich das gern korrigieren…

Was ist denn aber, wenn es bereits eine Nachbarin gibt, die behauptet (!) die beiden darauf bereits angesprochen zu haben. Sie wohnt über Mieter A und weil ihr Bett an der betreffenden Wand steht hat sie manchmal die gleichen Probleme. Aber ansprechen habe nichts genützt.

Daher frage ich mich grad, wer ist denn Ansprechpartner, wenn es nichts nützt die beiden anzusprechen? Der Pflegedienst? Ich möchten den zweien ungern die Polizei vor die Tür stellen. Mir ist auch klar, dass die das nicht in böser Absicht tun.

Vielen Dank für die Antwort & Gruß
Ramirez

Hallo Ramirez,

ich würde die beiden einfach mal ansprechen. Damit könnte Mieter A dann auch ausloten inwieweit die Paar in der Lage ist zu verstehen was man von ihnen will. Bei einem Gespräch könnte man auch die Frage einfließen lassen, ob es einen eventuellen Pflegedienst gibt, der regelmäßig kommt. Würde sich nach dem Gespräch nichts bessern, würde ich die Augen nach einem eventuellen Pflegedienst offen halten und den ansprechen - oder mir von dem Mietpärchen Namen und Adresse ihres Vermieters geben lassen um bei dem vorstellig zu werden.

Viel Erfolg,
Sasy

Hallo Ramirez,

Dann sei so lieb und nenn
mir das richtige, dann will ich das gern korrigieren…

Ich denke das Psychologiebrett wäre besser. Ich schätze, dass 90% der Nachbarschaftsauseinandersetzungen aus dem Rechtsbrett im Psychologiebrett besser angesiedelt wäre. :wink:

Was ist denn aber, wenn es bereits eine Nachbarin gibt, die
behauptet (!) die beiden darauf bereits angesprochen zu haben.
… Aber
ansprechen habe nichts genützt.

Sie wurden also ein mal angesprochen.
Ich habe einen Fall mit geistiger Behinderung in der Familie. Du musst die vorstellen, dass geistig behinderte Menschen es gewohnt sind, dass andere Menschen ihnen erklären, was sie machen sollen, sei es auf ihrem Arbeitsplatz, der Werkstatt für Behinderte oder Zuhause.
Der Umgang hat dann oft es was vom Umgang mit Kindern oder Jugendlichen.
Und mal Hand auf Herz, wie oft muss man einem Kind und Jugendlichen etwas sagen, bis er es beherzigt? (Manchmal genügt ein mal.)

Mein Vorschlag:
Spreche sie darauf freundlich an. Wenn es wieder vorkommt spreche sie wieder an. Wenn es halt sein muss, bis zu 77 mal. Bleibe immer freundlich und geduldig, eben wie bei einem Kind.

Gruß
Carlos

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