Lautes Schnaufen = Beleidigung?

Hallo an alle,

Ich habe eine Frage bezüglich Beleidigung, die meiner Meinung nach nicht ins Brett Arbeitsrecht gehört, auch wenn sich die Geschichte im Büro abspielt. Mir geht es aber nur um den Tatbestand „Beleidigung“ und ob dieser in diesem Fall zutrifft

Folgendes Szenario:

(Cholerischer) Chef schreit regulär (fast täglich) seine Mitarbeiter an.

Der Mitarbeiter A teilte ihm nach diversen Gesprächen mit, dass er sich diese Verhalten in Zukunft nicht mehr bieten lassen will.
Chef nimmt sich (für alle Mitarbeiter aufällig) seit ca. 2 Wochen zusammen und schreit nur noch selten die Mitarbeiter an.

Allerdings macht er nun andere Geräusche, die ich hier schlecht beschreiben kann.
Ich versuche es zu erklären. Angenommen ein Mitarbieter fragt den Chef etwas, der antwortet sichtlich laut und genervt und schnauft hinterher sehr laut (so ein genervtes Schaufen / sehr lautes Ausathmen in der Art wie - „ist der blöd“) dies macht er aber so auffällig laut, dass dieses Schnaufen jeder hören kann. Manchmal kommt noch ein „awwwwwwwww“ (eine Art leiser Aufschrei) des Chefs dazu. Das aber wie gesagt, jedesmal wenn der MitarbeiterA etwas von ihm wissen will oder etwas absprechen will.

Dieses Geräusch wiederholt sich ständig, jeweils wenn er dem Mitarbieter etwas sagt oder etwas erklärt. Der Chef sagt ihm etwas, dann schnauft er derartig laut und setzt sich mit einem genervten „aaaawwwwww“ (klingt was wie ein Hundeknurren) hin.

Der Chef macht diese Geräusche derart laut, dass es alle Kollegen hören können (Großraumbüro). Manchmal lächeln Einige.

Zählt dieses Verhalten auch als Beleidigung, auch wenn er kein Wort ausspricht, sondern nur „Geräusche“ macht?

Danke und LG jasmin

Hallo,

so ein - kindisches - Verhalten würde ich noch nicht als Beleidigung und auch noch nicht als Mobbing ansehen. Nicht jeder psychische Druck, nicht jede empfundene Herabsetzung ist auch als solche ausreichend darstellbar. Bei nonverbaler Konversation ist immer problematisch, was sie denn bedeutet (stöhnt er vielleicht nur über sich und seine Mühe, die er mit seinen Untergebenen hat), geschweige dass klar wäre, dass er jemanden vorsätzlich in der Ehre verletzen will.

Interessant ist in diesem Zusammenhang vielleicht auch dieses Urteil:
http://www.anwalt-kiel.com/arbeitsrecht/arbg-frankfu…

VG
EK

Hallo,
nein, das ist sicher keine Beleidugung. Selbst das Anschreien wäre im eigentlichen Sinn (manchmal) keine. Stell Dir mal vor, der brüllte Dir „Mann, dafür werden Sie diesmal entgegen meiner Erwartung aber kein Mitarbeiter des Monats“ entgegen :wink:, wäre das ehrabschneidend ?:wink: - ich gebe zu, das ist humorig zu verstehen :wink:.

Denk Dir mal folgendes: stell dir vor, Du wärst in Deiner Beziehung frustriert, hättest Bluthochdruck oder dauernd wiederum einen „Übergeordneten“ über Dir, der dauernd mehr verlangt, aber Deine Zweigstelle nicht mit ausreichenden Mitteln (hinsichtlich Mitarbeiteranzahl, bezahlbahrer Qualifikation o.ä.) ausstattet und Du kämst damit nicht klar. Z.B. weil Du zuhause zwei Kinder, eine Geliebte, ein Haus und weiss der Kuckuck was abzubezahlen hättest :wink: … das könnte das Schnaufen erklären :wink:

Dass er schon weniger brüllt, deute mal als Indiz, dass bei dem „kleinen Choleriker“ noch was zu retten ist :wink:

Tipp für die Praxis: entgegnet ihm ruhig und sachlich und selbst dann, wenn er es gerade aufgrund seines Rumschreiens nicht erwartet, absolut höflich und mit „Rückgrat“ und versucht ggf. sogar den Grund seines übersteigerten Temperaments herauszufinden :wink: … das könnte wirklich weit mehr helfen als eine (absolut fruchtlose) Anzeige wegen einer vermeintlichen Beleidigung.

p.s. : Anknurren ist auch kein Tatbestand der Nötigung, ehe das jemand fragt (ausser es handelt sich um einen Pitbull vorm Sozialraum :wink:…)

Gruß vom
Schnabel

Hallo,

Interessant ist in diesem Zusammenhang vielleicht auch dieses
Urteil:
http://www.anwalt-kiel.com/arbeitsrecht/arbg-frankfu…

ich sehe hier keinen Zusammenhang zu meiner Frage.

LG jasmin

Hallo,

das Urteil macht deutlich, dass es nicht ausreicht, dass man ein unhöfliches, unangebrachtes Verhalten als Beleidigung auffasst und auch nicht, dass man sich darüber so ärgert, dass man krank wird.

Das Gericht sieht auch durchaus, dass dazu auch 2 gehören können, auch bei dem Opfer eine Veranlagung vorliegen kann, Verhaltensweisen als Ehrverletzung oder Mobbing aufzufassen, die diese Schwelle bei weitem nicht erreichen.

Wie gesagt, das Verhalten mag für einen Vorgesetzten lächerlich sein, aber von Strafbarkeit ist das so weit weg wie der Mars von der Erde.

VG
EK

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Hallo,

Dass er schon weniger brüllt, deute mal als Indiz, dass bei
dem „kleinen Choleriker“ noch was zu retten ist :wink:

Nicht wirklich, er schreit seit über 10ß jahren.
Ruhig ist er seit dem es einen Neune gibt. Erfahrungsgemäß ändert sich die Ruhe nach Ablauf der Probezeit.

versucht ggf. sogar den Grund seines übersteigerten
Temperaments herauszufinden :wink:

Ähm. Neh danke.
Es gibt schönere Hobbies und zum ergründen der Ursachen gibt es Phsychiater, Phsychiotherapeuten oder wie die sich alle so nennen …

das könnte wirklich weit
mehr helfen als eine (absolut fruchtlose) Anzeige wegen einer
vermeintlichen Beleidigung.

Wurde versucht. Hält in der Regel nur ´ne Woche

Wenn diese „Schnaufen“ des Chefs und alle anderen Geräusche (sowie Augendrehen) nun aber immer und immer wieder passieren und so offensichtlich, dass Kollegen schon lachen oder lächeln, ist es dann trotzdem nicht beliedigend, wenn es doch für jeden offensichtlich ist … ??

LG jasmin

Hallo,

Das Gericht sieht auch durchaus, dass dazu auch 2 gehören
können, auch bei dem Opfer eine Veranlagung vorliegen kann,
Verhaltensweisen als Ehrverletzung oder Mobbing aufzufassen,
die diese Schwelle bei weitem nicht erreichen.

In diesem Fall ist es so, dass der Chef sich regelmäßig neue „Opfer“ sucht.
Die meinsten der „Opfer“ haben die Firma bereits verlassen und den Chef wegen Beleidigung und/oder Mobbing angezeigt. Der Chef ist also kein unbeschriebenes Blatt. Die Fluktuation in der Firma ist hoch.

MitarbeiterA möchte sich dieses Verhalten nicht bieten lassen. Auch kein Stönen, Knurren, Schnaufen …
Nach einem ruhigen und sachlichem Gespräch von Seiten des MitarbietersA wird er auch nicht mehr angeschrien, aber dafür kommen jetzt die Geräusche.

Lächerlich ? ja
Beliedigend? Meiner Meinung nach auch. Aber rechtlich?

LG jasmin

Hallo,

nein, das ist sicher keine Beleidugung. Selbst das Anschreien
wäre im eigentlichen Sinn (manchmal) keine.

das kann so pauschal doch überhaupt nicht beantworten.

Die Beleidigung ist die Kundgabe der Miss- oder Nichtachtung, prinzipiell jede Äußerung, die geeignet ist, die Ehre eines Menschen zu verletzen. Es ist immer unter Beachtung der Begleitumstände und des Gesamtzusammenhangs der objektive Sinn der Äußerung zu ermitteln.

Ich würde aufgrund der Schilderung eine Beleidigung eher bejahen.

Gruß

S.J.

nein, nur peinlich :wink: - owT
owT

Hallo,
die Begleitumstände deuten meinr Ansicht nach nicht auf eine Beleidigung hin. Er verhält sich offenbar dauerhaft und gegenüber einer größeren Mehrzahl der Mitarbeiter so. Das macht die Sache zwar nicht besser, spricht aber wohl eher gegen eine gezielte Absicht. Ausserdem gehe ich mal vom Tatbestand des Schnaufens oder gar des Knurrens aus und diese Lautmerkmale deuten - zugegeben aus dem digitalen Abstand des www ohne Kenntnis der dabei verwendeten Gestik oder Mimik - eher auf eine allgemeine Missfallensäußerung hin. Wenn er dies fortdauernd und beständig gegenüber einer einzelnen Person oder gezielten Gruppe in der Absicht täte, dass wiederum andere das mitbekommen, um erstgenannte in ehrverletzender Weise in Misskredit zubringen, sähe ich es anders. Hier aber ist offenbar tatsächlich mittlerweile eine eher lächerlich machende Wirkung (des "Knurrrenden) auf die Umgebung zu bemerken. Das spricht meiner Ansicht nach gegen eine Beleidigung, aber ich kann mich gern irren, wenns hilft :smile:

Gruß vom
Schnabel

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Hallo,

versucht ggf. sogar den Grund seines übersteigerten
Temperaments herauszufinden :wink:

Ähm. Neh danke.
Es gibt schönere Hobbies und zum ergründen der Ursachen gibt es :stuck_out_tongue:hsychiater, Phsychiotherapeuten oder wie die sich alle so nennen …

Naja, so ein Verhalten (seines Gegenübers) könnte man auch schlicht und einfach als „emotionalen IQ“ oder Softskill bezeichnen…

Wenn diese „Schnaufen“ des Chefs und alle anderen Geräusche
(sowie Augendrehen) nun aber immer und immer wieder passieren
und so offensichtlich, dass Kollegen schon lachen oder
lächeln, ist es dann trotzdem nicht beliedigend, wenn es doch
für jeden offensichtlich ist … ??

*Wenn* die vom Schnaufen betroffene Person es als beleidigend empfindet und *wenn* sie den Anschein haben muss, dass es sich gezielt nur gegen sie und in der Erwartung des Täters richtet, sie in ihrem Umfeld der Lächerlichkeit Preis zugeben, kann es tatsächlich eine B. sein. Ich habe Deine Angaben aber eher so gedeutet, dass er sich ggü. einer Vielzahl von Mitarbeitern so verhält und eher selbst „Opfer“ der spöttischen Blicke ob seiner cholerischen Ausbrüche ist (siehe anderes Posting an Steve).

Ich will nicht vom Hauptthema ablenken, aber google ggf. mal im Arbeistrecht nach „Störung des Betriebsklimas“, dafür muss nicht zwangsläufig eine Beleidigung vorliegen.

Gruß vom
Schnabel

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danke an alle
.