Lautsprecher Auslegung

Hallo, ich habe bin grad dabei mir Standlautsprecher für meinen neuen Verstärker zu bauen. Nun hab ich im Netz schon viel zu Bauanleitungen gelesen, aber bin dadurch auch sehr durcheinander gekommen, was die Leistung der LS angeht. Eigentlich möchte ich mir nur richtig dimensionierte LS kaufen, so das sich der Verstärke nicht Über- oder Unterfordert fühlt.
Der Verstärker (Magnat MA-400) hat 2x40W (4 Ohm) oder 2x32W (8 Ohm) und eine Impulsleistung von 100W.

Ich habe auch schon gelesen das nicht die Watt-Angabe der LS wichtig ist, sondern der Kennschalldruck. Aber wie berechne/bestimme ich jetzt den Kennschalldruck der zu den Verstärkerdaten passt?

MFG JMo

Hallo JMo,

ein Verstärker fühlt sich nicht unterfordert. Du kannst problemlos Lautsprecher, die 50 Watt Sinus verkraften, an ein Kofferradio anschließen und wirst dich wundern, wie gut das klingt.

Der Kennschalldruck bei Lautsprechern und die Verstärkerleistung sind 2 völlig verschiedene Messgrößen, die nichts miteinander zu tun haben.
20 Watt beim Lautsprecher A können viel lauter klingen als die gleiche Leistung, die ich hineinpumpe, beim Lautsprecher B.

Ein Lautsprecher mit einem großem Membrandurchmesser ist bei gleicher Leistungsaufnahme (Watt) lauter als ein kleiner.

Bei dir müssen die Lautsprecher die vom Verstärker abgegebene Sinusleistung und Spitzenbelastung (Peak / Impuls / Musik) aushalten können. Die Schwingspule im Lautsprecher erhitzt sich und kann durchbrennen, wenn die Belastung zu hoch wird. Daher sollte der Lautsprecher mehr aushalten, als der Verstärker erzeugt.
Und wenn du die Boxen selber baust, achte darauf, daß die Lautsprecher pro Box (Tiefton, Mittelton, Hochton) zueinander passen und die Frequenzweiche richtig gewählt ist. Nicht umsonst verlangen gute Lautsprecherhersteller viel Geld für gute Boxen!

Gruß Heinz

Hallo Heinz,
danke für die schnelle Antwort. Das heißt also das ich nur nach LS gucken muß, die meine Musikleistung von 150 Watt aushalten. Aber woher weiß ich denn was die aushalten können, wenn in der Bausatzbeschreibung nur folgendes steht:

technische Daten:

  • Impedanz: 4 Ohm
  • Kennschalldruck (2,83V/1m): 88 dB
  • Maße (HxBxT): 1050 x 250 x 350 mm
  • Frequenzbereich (-8dB): 38 - 22000 Hz
  • Trennfrequenz(en): 950, 2600 Hz
  • Prinzip: geschlossene Box

Nochmal ne andere Frage: der MA-400 ist ein Hybridverstärker (Röhre als Vorverstärker), muß ich da auf irgendwelche Besonderheiten bei der Wahl der LS achten (guter Wirkungsgrad o.ä.)?

MFG JMo

Nochmal ne andere Frage: der MA-400 ist ein Hybridverstärker
(Röhre als Vorverstärker), muß ich da auf irgendwelche
Besonderheiten bei der Wahl der LS achten (guter Wirkungsgrad
o.ä.)?

Hallo JMo,

so besonders viel Leistung hat er nicht auf der Brust. Es kommt darauf an, wie groß der Raum ist, den Du beschallen möchtest und welche Lautsärke du hören willst. Für ein normales Wohnzimmer kannst du wohl normale LS wählen.

Die 150 W „Impulsleistung“ gelten für beide Kanäle zusammen, da das Gerät laut Bedienungsanleitung eine maximal Leistungsaufnahme von 150 W hat. Also guckst Du nach LS, die mindestens 30 W RMS bei 8 Ohm oder 40 W bei 4 Ohm aushalten können. Wenn der Wert doppelt so hoch ist, ist auch nicht schlimm. Du darfst den Verstärker nur nicht höher drehen, wenn die LS hörbar verzerren.

Naheliegend wären LS von Magnat. Bei Canton, Elac oder B & W macht man normalerweise nichts falsch. Ausprobieren und bei nicht gefallen zurückschicken kannst du Teufel oder Nubert LS.

Grüße: Uli

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Das ist ja das Interessante an der Sache:

Im prof. Selbstbaubereich wird oft gar keine Wattangabe genannt.

Und wieso ?

Weil der Entwickler selber nicht weiss, wieviel „Watt“ der lautsprecher denn nun hat;
bzw. weil der Laie aus einer „Watt“ Angabe völlig falsche Schlüsse ziehen würde.

Hallo JMo,

schon merkwürdig, daß der Hersteller des Bausatzes keine Angaben über die Belastbarkeit macht.
Falls du den Lautsprechersatz samt Frequenzweiche schon gekauft hast, kannst du vielleicht auf der Platine der Frequenzweiche irgend eine Angabe finden.
Ansonsten bleibt nur die Hoffnung, daß die Lautsprecher die Belastung aushalten. Bei einem großen Magneten für den TT kann man von einer höheren Belastbarkeit ausgehen. Auch die beiden Zuführungskabel für den TT in die Kalotte können ein Anhaltspunkt sein, aber dazu bräuchtest du Vergleiche zu anderen Tieftönern.

Ob Röhrenverstärker oder Tranistorverstärker ist für die Wahl der Lautsprecher in deinem Fall nicht bedeutend. Es wird aber Auswahlkriterien für Lautsprecher der Spitzenklasse (High End) geben, die besser mit Röhrenverstärkern harmonieren.
Hier allerdings ist nur die Vorstufe mit Röhren bestückt. Unterschiede zu konvontionellen guten Verstärkern wird man hier wohl nur mit sehr guten Boxen heraushören können.
Der Lautsprecher ist nach wie vor das schwächste Glied in der Kette.

Gruß Heinz

Hallo,
finde ich auch etwas ärgerlich das da keine Leistungsangabe steht.

Bin aber durch den Ratschlag von Uli heute morgen mal schnell bei Media Markt gewesen und hab mir die Magnat Vector angehört, war auch besser so, hab mich denn schnell für die Heco Victa umentschieden. Ist wirklich besser sich die in echt mal anzuhören.

Wegen meiner wenigen Erfahrung im HiFi Bereich, werde ich wohl auch erstmal auf fertige Boxen zurückgreifen, aber trotzdem das Ziel des Selbstbau noch im Hinterkopf behalten.

Gruß

Hallo,

wirklich gute Lautsprecher werden nur selten als Bausatz angeboten. Die Herstellerfirmen von Boxen stimmen alle Komponenten optimal aufeinander ab. Auch die Form der Boxen entscheiden über den Klang und Bassreflexboxen sind schwer zu berechnen.
Die HECO Victa Serie sind allesamt Bassreflexboxen.
Hier kann man mit kleineren Basslautsprechern trotzdem recht weit in den Bassbereich kommen. Nun weiß ich nicht, für welche du dich entscheiden willst, aber was mir bei diesen Boxen nicht so recht gefällt, ist der Verzicht auf einen speziellen Mitteltöner (hier hat man den gleichen Lautsprecher einmal als Tiefton und dann als Mitteltöner genutzt) und der einfache Kalottenhochtöner.
Hier wäre wohl der Victa 700 vorzuziehen.
Die Magnat Vector Boxenserie ist identisch aufgebaut.
Hier entscheidet dann also wirklich der Klangeindruck.

Viel Spaß beim Hören mit neuen Boxen!

Gruß Heinz

wirklich gute Lautsprecher werden nur selten als Bausatz angeboten …

Sag mal,
hast du eigentlich von irgendetwas eine Ahnung ?

schau dich mal hier um: http://www.lautsprechershop.de/index_kits_de.htm
guter service, gute beratung, gutes material.

Im professionellen Lautsprecherselbstbau wird meistens auf eine Wattangabe verzichtet.

Eton und Excel z.B. gehören zum gehobenen Preissegment im Lautsprecherselbstbau;

siehst du hier irgendwo eine Wattangabe:

https://www.intertechnik.de/Shop/Lautsprecher/Eton/B…

Es wäre sicherlich besser gewesen, den Bausatz hier mal reinzustellen;
die Angaben , die du lieferst, da läßt sich gar nichts daraus ableiten.

Je nachdem welchen Qts Wert ein Basschassis hat,
muss es in ein geschlossenes gehäuse oder Bassreflex Gehäuse eingebaut werden.

Bassschassis mit einem niedrigen Qts Wert, da nimmt man in der Regel ein Bassreflex Gehäuse;
Basschassis mit einem hohen QTs Wert, da nimmt man ein Geschlossenes gehäuse.

Beides hat seine Vorteile und Nachteile.
Man kann also nicht grundsätzlich sagen, dass ein bassreflex Gehäuse besser ist als ein geschlossenen Gehäuse.

Im Lautsprecher Selbstbau gibt es in Deutschland zwei Zeitschriften,
da würde ich auch mal reinschauen:
Hobby Hifi und Klang u. Ton.

Dort findest du bauanleitungen, die gehen mittlerweile gegen die
500.

08/15 Lautsprecher von Magnat, Teufel oder Nubert,
kann man wirklich problemlos selber bauen.

Der Selbstbauer hat aber den vorteil, dass er z.B. das gehäuse sehr einfach stabil gestalten kann;
durch zusätzliche Wände/Versteifungen.
Bei diesen 08/15 Lautsprechern wird oft daran gespart,
weil das ist ein echter Kostenfaktor.

Seine Lautsprecher erst mal zu kaufen, ist sicherlich eine weise entscheidung;
Lautsprecherbau ist nicht schwierig;
aber man braucht seine Zeit, um herauszubekommen, was möglich ist, und was nicht.

ich komme nach wie vor mit dem Westra KW 160 bass aus;
den original gibt es heute allerdings nicht mehr.

Kostet ca. 20 euro so ein bass; reicht vollkommen.

Will man mehr, nimmt man das gehobene Segment wie Vifa, Excel oder Eton.

Die Unterschiede sind m.E aber minimal, und kann man oft nur in einem entsprechenden gedämmten Vorführraum erkennen.

Hier hat man z.B. eine Transmissionline mit einem Doppel KW 160;
eine sehr interessante Sache.

Nicht das man sich jetzt dafür entscheiden soll,
aber nur um mal zu zeigen, was mit einfachen Mitteln im Selbstbau alles möglich ist;
je nachdem, welchen Hochtöner man nimmt, und welche Qualität für die Frequenzweichenbauteile, ist das ab 120 Euro pro Box möglich;
inclusive Gehäuse.

http://www.winboxsimu.de/reload.html?Boxen9.html