Belastbarkeit, Wirkungsgrad, Leistung, Clipping
Hm, ich weiß nicht, ob das wirklich Unsinn ist… bin
Sound-technisch weiß Gott nicht der fitteste, aber
elektrotechnisch weiß ich a bisserl was.
Das wollen wir mal sehen.
Wenn der Amp versucht höhere Lautstärken zu realiesieren muss
er mehr Strom ziehen etc…
Aus der Wandsteckdose vielleicht.
Wenn ein Verstärker stärker ausgesteuert wird, erhöht sich die Ausgangsspannung. Diese Spannung bewirkt an der Impedanz des Lautsprechers einen höheren Strom. Strom mal Spannung mal Phasenwinkel ergibt die Leistung.
Wenn ein Amp an seiner
Leistungsgrenze ist, verzerrt er das Signal. Er hat auch keine
richtige Kontrolle mehr über die LS, das nennt man dann
Clipping.
Clipping ist das Abschneiden der Signalspitzen beim Übersteuern des Verstärkers und hat mit Kontrolle über den Laustprecher in erster Linie wenig zu tun.
Und genau dies zerstört die Hochtöner. Beim Clipping
ist die Endstufe über den Bereich ihrer Vollaussteuerung
bereits hinaus, das Signal wird oberhalb abgeschnitten. Das
führt dann zu Oberwellen, also extrem hochfrequente Anteile
die durch die Frequenzweiche an den HT geschickt werden. Er
hat aber gegenüber dem TT nur eine sehr geringe Belastbarkeit,
dafür aber einen vielfach höheren Kennschalldruck.
Das ist jedenfalls mein Wissenstand.
Das angeführte fundierte Halbwissen erklärt aber den anfangs angeführten Zusammenhang der Belastbarkeit des Lautsprechers mit der Nennleistung des Verstärkers überhaupt nicht.
- Clipping ist kein Normalbetriebszustand. Die Aussagen zum Verhalten bei Clipping gehen am Thema vorbei.
- Die Belastbarkeit der Lautsprecher ist eine Eigenschaft, die dem Verstärker völlig verborgen bleibt. Die Belastbarkeit ergibt sich aus der baulichen Ausführung der Chassis, der Weiche und des Gehäuse (sowohl thermisch und elektrisch, als auch mechanisch), aus etwaigen passiven oder aktiven Kühlmaßnahmen und aus etwaigen Schutzmaßnahmen gegen Überlastung.
Der Verstärker sieht aber gar keine Belastbarkeit,sondern nur Impedanz. Für den Verstärker ist es Schnuppe, ob der Lausprecher 20, 200, oder 2000 W Belastbarkeit hat, solange die Impedanz die gleiche ist. Der Zusammenhang Belastbarkeit-Impedanz ist nicht gegeben.
Die Aussagen über angebliche Schwingungen, Schäden oder sonstige negativen Erscheinungen bei (zu) hoher Lautsprecherbelastbarkeit entbehren jeglicher Grundlage.
Die Belastbarkeit kann z. B. mittels rückstellbaren Sicherungen oder Sofitte-Lampen deutlich erhöht werden. Das heißt aber nur, daß die zu hohe Leistung an der Schutzbeschaltung verbratten wird.
Was von Belang ist, wäre der Lautsprecherwirkungsgrad. Je niedriger er ist, desto mehr Verstärkerleistung braucht man für gleiche Lautstärke. Wenn der Lautsprecherwirkungsgrad für die erwartete Lautstärke und den eingesetzten Verstärker zu gering ist, läuft man gefahr, den Verstärker so weit aufzudrehen, daß er ins Clippen kommt. Mit schlechten Folgen für den Klang und ggf. für die Hochtöner.
Da aber der Wirkungsgrad weder von der Belastbarkeit abhängt, noch mit derselben irgendwie korreliert, sind Aussagen von angeblich schädlichen zu hohen Belastbarkeit schlichweg unsinnig.
Siehe oben!
Falsch. Ein Lautsprecher-Untersteuern ist kein gängiger Begriff, sondern Deine Wortschöpfung.
Ich habe auch den Eindruck, daß Du die Begriffe Belastbarkeit
und Wirkungsgrad etwas vermengt hast.
Nein, eigentlich nicht.
Wie man sieht, eben doch.
Mit gleichem Gruß
C.