Leben auf Kosten anderer? Oder: könnte

der schweizer Artikel auch auf D zutreffen?

Umverteilung fördert die Arbeitslosigkeit und verschlechtert die Wirtschaftslage
Unser Staat ist zum Umverteilungsstaat verkommen
Von Christoph Blocher

Heute beklagen wir in der Schweiz die schlechte Situation: leere Staatskassen, Arbeitslosigkeit und fehlendes Wirtschaftswachstum. Wie ist denn bei uns die schlechte Situation entstanden?

In den goldenen Jahren - als die öffentlichen Kassen überquollen - glaubte man, der Staat könne alles, und es sei alles möglich. Geldverteilen, Geldverschleudern, grosse Ausgaben, neue Steuern, höhere Lohnabzüge, Krankenkassenprämienerhöhungen: Das war Trumpf! Und die Folge ist der heutige schlechte Zustand!

Wir müssen ungeschminkt festhalten: Ein wesentlicher Teil der heutigen Arbeitslosigkeit ist auf die schlechte Politik zurückzuführen: Der Staat, die Politik - die „Classe Politique“ - hat versagt. Sie trägt eine gewaltige Mitschuld an der heutigen misslichen Lage.

Der Staat wurde immer mehr ausgebaut, bis er zum Umverteilungsstaat wurde. Und nun ist dem massiv ausgebauten Umverteilungsstaat das Geld ausgegangen. Im massiv ausgebauten Umverteilungsstaat verschwinden die aktiven, arbeitenden, innovativen Bürger. Und das soll ein Sozialstaat sein?

Das Funktionsprinzip des Umverteilungsstaates

Es geht schon lange nicht mehr um Hilfe für Benachteiligte, sondern schlicht um eine gross angelegte Umverteilung. Je mehr man umverteilte, desto leerer wurden die Kassen. Je leerer die Kassen wurden, desto mehr Steuern, Abgaben und Gebühren mussten eingetrieben werden, ohne dass irgend ein Nutzen für die Volkswirtschaft und für die öffentliche Wohlfahrt entstanden wäre.

Und: Genommen wird vor allem dort, wo es hat, nämlich vom Mittelstand.

Wie heisst es doch in der Bibel? „Geben ist seliger als nehmen.“

Aber im Umverteilungsstaat gilt das Gegenteil: „Nehmen ist seliger als geben.“

Immer weniger müssen für immer mehr sorgen. Und schliesslich kommt sich derjenige, der noch für sich und seine Familie selbst sorgt, dumm vor. Und diesen Schwindel nennt man „sozial“.

Folgen des Umverteilens

Solidarität hiess ursprünglich „für den Schwächeren einstehen“. Heute aber heisst Solidarität nicht mehr Einstehen für den Schwächeren, sondern: Jeder lebe auf Kosten des andern.

Man kann es drehen wie man will: All diese Umverteilungen, all diese Ausgabenflut, all diese staatliche Betriebsamkeit führt letztlich zu nichts anderem als zu Unterbeschäftigung, Arbeitslosigkeit, Armut, zur Ausbeutung des Bürgers, zur Bestrafung des Tüchtigen, zur Schwächung der Wirtschaft und schliesslich wird es zum Kollaps des Staates führen.

Der Umverteilungsstaat steht vor dem Konkurs, weil er der Lebenswirklichkeit den Rücken kehrt! Der Umverteilungsstaat steht vor dem Konkurs, weil er von der Umverteilung ausging und die Eigeninitiative seiner Bürger nicht nur unattraktiv gemacht, sondern ihr sogar entgegengewirkt hat.

Jeder ist für sich selbst verantwortlich

Wir alle müssen wieder anerkennen, gesellschaftlich und politisch: Jeder Mensch ist grundsätzlich für sich selbst und für seine Familie verantwortlich und hat für deren Lebensunterhalt aufzukommen.

Fürsorge

Der Staat sorgt für diejenigen, welche dafür zu schwach oder zu krank sind, aber nur für diese Fälle sorgt er, und für diese sorgt er dann wirklich. Dafür braucht es keinen Umverteilungsstaat, sondern schlicht und einfach die Fürsorge. Die Fürsorge kennt kein Giesskannenprinzip, sie kümmert sich um Einzelfälle und klärt diese auch ab. Darum ist eine gute Fürsorge menschlicher als das Formulardenken des Umverteilungsstaates. Ein grosser Teil der sogenannten sozialen Errungenschaften des Umverteilungsstaates sind höchst unsozial, arbeitsplatzfeindlich und ziehen dem Bürger, der arbeitet und für sich selbst und für seine Angehörigen sorgt, noch sein letztes Hemd über den Kopf.

Was echte Wohlfahrt ist

Dabei ist es doch so einfach: Wohlfahrt fördernd - und das hat die Schweiz in früheren Jahren bewiesen - ist ein Staat dann, wenn möglichst viele Leute im Staat für sich selber sorgen können und wollen. Der Staat muss schauen, dass die Menschen arbeiten wollen, Geld verdienen wollen und können. Arbeiten und Verdienen muss sich lohnen. Denen, welche für sich und ihre Familien selbst sorgen, soll es besser gehen als denen, die es nicht tun. Der Staat soll die Tüchtigen belohnen und nicht die Müssiggänger und Schmarotzer. Dann wird es seinen Bürgern gut gehen.

Hi Raimund,

der artikel ist auch auf D. zu übertragen.

Jeder ist für sich selbst verantwortlich

richtig aber

Wir alle müssen wieder anerkennen, gesellschaftlich und
politisch: Jeder Mensch ist grundsätzlich für sich selbst und
für seine Familie verantwortlich und hat für deren
Lebensunterhalt aufzukommen.

durch hohe steuerlassten kann man nicht mehr für sich selbst und familie sorgen.

Was echte Wohlfahrt ist

Dabei ist es doch so einfach: Wohlfahrt fördernd - und das hat
die Schweiz in früheren Jahren bewiesen - ist ein Staat dann,
wenn möglichst viele Leute im Staat für sich selber sorgen
können und wollen. Der Staat muss schauen, dass die Menschen
arbeiten wollen, Geld verdienen wollen und können. Arbeiten
und Verdienen muss sich lohnen.

es lohnt sich nicht mehr arbeiten zu gehen, nicht in D.

Denen, welche für sich und
ihre Familien selbst sorgen, soll es besser gehen als denen,
die es nicht tun. Der Staat soll die Tüchtigen belohnen und
nicht die Müssiggänger und Schmarotzer.
Dann wird es seinen Bürgern gut gehen.

egal welche partei da was ändern will ist politich dem untergang geweiht.
cu

  1. Der Artikel ist viel zu pauschal.
    Blocher führt keine Beispiele an, wo im sozialen Netz gespart werden müsste. Einfach nur Schlagworte ohne konkret zu werden. Schon sehr arm.

  2. Der Artikel ist sehr einseitig.
    Neben dem zu starken sozialen Netz und auch dem Mißbrauch, was es beides gibt, fehlt ein Eingehen auf die Steuerhinterziehung, was ja mindestens zum Teil immer noch als Kavaliersdelikt betrachtet wird und Schwarzarbeit. Würden alle ihre Steuern zahlen, hätten wir viel weniger Probleme.

  3. Die Vorschläge sind undurchführbar.
    Blocher schreibt: „Der Staat sorgt für diejenigen, welche dafür zu schwach oder zu krank sind, aber nur für diese Fälle sorgt er, und für diese sorgt er dann wirklich. Dafür braucht es keinen
    Umverteilungsstaat, sondern schlicht und einfach die Fürsorge.
    Die Fürsorge kennt kein Giesskannenprinzip, sie kümmert sich
    um Einzelfälle und klärt diese auch ab“

Wie denn? Wie will er genau jeden Einzelfall untersuchen? Was für eine Bürokratie würde dies bedeuten und ein Formularaufwand? Ob da nicht eine pauschale Betrachtung volkswirtschaftlich günstiger ist, ist noch sehr die Frage.

Wer sich noch weiter über den Autor informieren möchte:
http://www.bboxbbs.ch/home/rich/funny.texts/blocher.htm

hallo Ralf,
Du machst immer den gleichen Fehler:
Du verlangst von einem Schreiber eine wissenschaftliche Abhandlung.
Doch die wär hier fehl am Platz. Hier soll nicht eine Professoerenstelle an der Uni beworben, sondern ein Missstand aufgezeigt werden.
Dazu reicht sein Artikel allemal.
Grüße
Reimund

Hi!

Die Leute, die nach weniger Staat rufen, sind vermutlich die ersten, die zu schreien anfangen, wenn weniger Staat durchgesetzt wird.

Sehen wir uns doch einfach die Subventionspolitik an, machen da „weniger Staat“ und denken über die Folgen (F:smile: nach:

  • keine Subvention der Agrarindustrie (F: der deutsche Landwirt kann gegen kostengünstigere Produzenten aus Spanien, Portugal, Irland und Griechenland nicht mehr anstinken, es setzt Landflucht ein)
  • keine Subvention der Kohleindustrie (F: die noch vorhandenen Zechen machen dicht, Billig-Kohle wird aus dem Ausland importiert)
  • keine Subvention der Werftindustrie (F: ohnehin schon schwache Regionen werden weiter geschwächt)
  • keine Subventionen für Industrieneuansiedlungen im Osten Deutschlands (F: Investitionsvorhaben der Großindustrie fallen flach, Arbeitslosigkeit bleibt hoch oder steigt)

Und jeder Subventionsnehmer stellt seine eigene Lobby, die massiv jegliche sinnvolle Politik torpediert und die Parteien gegeneinander ausspielt. Solange dieses „Süppchen-kochen“ weitergeführt wird, kommen wir nie aus diesem Teufelskreis heraus.

Und was den Zusammenbruch der Politik angeht: ich richte mein Augenmerk sehr intensiv auf die Situation in Argentinien und bin sehr, sehr gespannt, wie das Land aus seinen Problemen herauskommt. Denn genau das, was in Argentinien abläuft (ein völlig überschuldeter Staat, eine zusammenbrechende Währung, ein unfähiges Politiksystem ohne Daseinsberechtigung durch die Bürger, eine brachliegende Wirtschaft - und das im ehemals reichsten Land der Welt in den 20ern und 30ern), könnte uns auch drohen - wenn auch nicht auf Sicht von fünf oder zehn Jahren.

Grüße
Heinrich

Hi!

auch hi

Die Leute, die nach weniger Staat rufen, sind vermutlich die
ersten, die zu schreien anfangen, wenn weniger Staat
durchgesetzt wird.

das sind dann die betroffenen, wie du unten schreibst.
es geht mir auch nicht um subventionen, die wen sinnvoll gemacht werden jedem staat eine gewisse autonimie bewahren.
wenn aber nur „umverteilt“ wird kann sich kein staat weiter entwickeln.
es muß auf unlukrative zweige irgend wann verzichtet werden und diese nicht künstlich mit steuergeldern am lebenerhalten.

Sehen wir uns doch einfach die Subventionspolitik an, machen
da „weniger Staat“ und denken über die Folgen (F:smile: nach:

  • keine Subvention der Agrarindustrie (F: der deutsche
    Landwirt kann gegen kostengünstigere Produzenten aus Spanien,
    Portugal, Irland und Griechenland nicht mehr anstinken, es
    setzt Landflucht ein)

oder es gibt ein umdenken in der produktion, zb. ökolögicher anbau.

  • keine Subvention der Kohleindustrie (F: die noch vorhandenen
    Zechen machen dicht, Billig-Kohle wird aus dem Ausland
    importiert)

subventionen nich stoppen sondern langsam reduzieren, gleichzeitig die betroffenen regionen mit den eingesparten subv. atraktiv machen für andere wirtschaftszweige.

  • keine Subvention der Werftindustrie (F: ohnehin schon
    schwache Regionen werden weiter geschwächt)

s.o.

  • keine Subventionen für Industrieneuansiedlungen im Osten
    Deutschlands (F: Investitionsvorhaben der Großindustrie fallen
    flach, Arbeitslosigkeit bleibt hoch oder steigt)

haben subv. da was gebracht?? es wird schon über 10 jahre subventioniert und die arbeitslosigkeit ist dort nicht besser geworden.

Und jeder Subventionsnehmer stellt seine eigene Lobby, die
massiv jegliche sinnvolle Politik torpediert und die Parteien
gegeneinander ausspielt. Solange dieses „Süppchen-kochen“
weitergeführt wird, kommen wir nie aus diesem Teufelskreis
heraus.

richtig aber dadurch werden inovationen gebremst oder gestoppt die einen aufschwung bringen könnten.

Und was den Zusammenbruch der Politik angeht: ich richte mein
Augenmerk sehr intensiv auf die Situation in Argentinien und
bin sehr, sehr gespannt, wie das Land aus seinen Problemen
herauskommt. Denn genau das, was in Argentinien abläuft (ein
völlig überschuldeter Staat, eine zusammenbrechende Währung,
ein unfähiges Politiksystem ohne Daseinsberechtigung durch die
Bürger, eine brachliegende Wirtschaft - und das im ehemals
reichsten Land der Welt in den 20ern und 30ern), könnte uns
auch drohen - wenn auch nicht auf Sicht von fünf oder zehn
Jahren.

mit der politik die in D. betrieben wird kann es nichtmehr lange dauern bis wir solche zustände haben.
cu

Grüße
Heinrich

Du machst immer den gleichen Fehler:
Du verlangst von einem Schreiber eine wissenschaftliche
Abhandlung.

Nein, keine wissenschaftliche Abhandlung. Aber von einem guten Artikel erwarte ich mehr als die Aneinanderreihung pauschaler Schlagworte, einseitige Betrachtung und unsinniger Lösungsvorschläge. Artikel solcher Qualität kann ich täglich in jedem Käseblättchen lesen.

Hallo Ralf

Nein, keine wissenschaftliche Abhandlung. Aber von einem
guten Artikel erwarte ich mehr als die
Aneinanderreihung pauschaler Schlagworte, einseitige
Betrachtung und unsinniger Lösungsvorschläge.

Das ist ja die Masche von Blocher. Er ist permanent gegen alles. Aber wenn er in die Verantwortung genommen werden soll, dann kneift er.

Gruss
CrNiMo

:1. Der Artikel ist viel zu pauschal.

Hallo Ralf,

begrenzter Platz und begrenzte Zeit für die Darstellung führt zur Pauschalierung. Es geht kaum anders. Dennoch finde ich auch, daß es nicht reicht, in einem einzigen Bereich die Ursachen allen Übels finden zu wollen.

Wer arbeitet, klagt über zu hohe Abgabenlast. Wer nicht arbeitet, kommt auch über die Runden. Wer 50 ist und sich innerlich auf die Rente vorbereitet, wird die Zeit aus Solidarkassen überbrücken können. Wer im Staatsdienst ist, hat ausgesorgt. Mit Ende 50 geht es in die Frühpensionierung und bis dahin ist es nur am Rande interessant, was derjenige macht, oft genug interessiert sich keiner dafür, wenn jemand jahrelang überhaupt nicht oder nur sporadisch zum Dienst erscheint (im Schuldienst und in einem Arbeitsamt sind mir mehrere solcher Damen und Herren persönlich bekannt). Wir leisten uns tausende Ortskrankenkassen mit ebenso vielen Verwaltungen. In jeder noch so kleinen Gemeindeverwaltung sitzen Mitarbeiter und spannen Formulare in Schreibmaschinen und geben Gebührenmarken aus, die in einem anderen Zimmer bei einem anderen Mitarbeiter zu bezahlen sind. Beinahe die Hälfte aller Steuern wandert in das Millionenheer staatlich Bediensteter, von denen der überwiegende Teil mit nicht mehr zeitgerechten Methoden verwaltet.

Man kann sich jede x-beliebige Behörde ansehen. Jede einzelne ist ein Muster an Ineffizienz. Es sind Versorgungseinrichtungen für möglichst viele Leute geworden, wo irgendeine Dienstleistung nur noch ganz am Rande erbracht wird. Ob es das statistische Landesamt eines jeden Bundeslandes ist, das an jeden Gewerbetreibenden jährlich einen Fragebogen versendet und fragt, wieviel Festmeter Holz er einschlägt. Oder die Bundesanstalt für Arbeit mit fast 90.000 Kostgängern, von denen nur ein winziger Bruchteil mit der eigentlichen Hauptaufgabe des Amtes beschäftigt ist. Der Rest verwaltet und verwaltet sich selbst.

Wenn die sozialen Sicherungssysteme nicht mehr finanzierbar sind, werden eben neue Sicherungssäulen mit neuen Bediensteten und neuen Kosten geschaffen. Stets wird dafür gesorgt, daß Kosten undurchsichtig bleiben. Keinen Versicherten interessiert es, was sein Arztbesuch gekostet hat. Der Patient konsumiert Leistungen nach Belieben, beinahe ebenso rechnet der Arzt ab. Statt Kosten transparent zu machen, werden Kosten gedeckelt, wird noch mehr verwaltet. Nennenswerte Selbstbeteiligung, überhaupt ein Interesse des Einzelnen, die Kosten im Griff zu behalten, gibt es nicht. Niemand ist persönlich verantwortlich, auch nicht für sich selbst.

Der Staat ist längst damit beschäftigt und überfordert, nur noch für seine Bediensteten zu sorgen. Solange noch in irgendeiner Amtsstube auch nur eine einzige Schreibmaschine steht, auf der Formulare ausgefüllt werden, ist ein jahrzehntelanger Rationalisierungsstau beweisbar. Und so lange ist auch beweisbar, daß ein Heer von Menschen mit vermeidbarem Mist beschäftigt wird.

Das Beamtenrecht und die daran angelehnten Angestelltenverhältnisse im öffentlichen Dienst erlauben dem einmal eingestellten Menschen, es sich in Seelenruhe in einem Schreibtischsessel bequem zu machen. Ein zugegebenermaßen Extrembeispiel: Eine Fachlehrerin für Schreibmaschine kann an ihrer Schule nicht mehr beschäftigt werden, weil kein Schreibmaschinenunterricht gegeben wird. PC-Kenntnisse hat die Dame nicht und denkt auch nicht an ein klein wenig Weiterbildung. Die Beamtin hat ausgesorgt. Bis zur Pension gibts das volle Gehalt ohne auch nur die geringste Gegenleistung.
In einem anderen Fall fing das Kränkeln schon mit Mitte 40 an. Gartenarbeit zu Hause ging in Ordnung, aber die Amtsstube machte immer schon nach ein paar Tagen so niedergeschlagen. Diese Verwandte von mir litt keine Not. Die lächerlichen zwei Jahrzehnte bis zur Pension überstand sie bei bester Gesundheit, ist inzwischen Mitte 80 und verzehrt weiter ihre Pension. Solche und ähnliche Fälle gibt es in Mengen. Es gibt ein paar arme „Frontschweine“, die den Job mache, aber ein viel zu großer Rest frönt dem Müßiggang oder verrichtet in dieser arbeitsteiligen Gesellschaft Tätigkeiten, die niemand nachfragt und die deshalb überflüssig sind.

So entdecke ich mehrere Krankheitsherde:

  • die aufgeblähte öffentliche Verwaltung
  • ein antiquiertes Beamtenrecht
  • eine zu üppige Versorgung arbeitsfähiger, aber arbeits- und fortbildungsunlustiger Menschen
  • ein Sozialsystem ohne Eigenverantwortung durch Kostenkontrolle und Selbstbeteiligung
  • eine fehlende Kultur der ständigen Bildung und Weiterbildung, die es auch für einen 40- oder 50-jährigen Menschen zur Selbstverständlichkeit werden läßt, zu lernen und nötigenfalls noch einmal von vorne zu beginnen.

Gruß
Wolfgang

begrenzter Platz und begrenzte Zeit für die Darstellung führt
zur Pauschalierung.

Bei schlechten Artikeln, ja. Bei guten nicht.

Es geht kaum anders. Dennoch finde ich
auch, daß es nicht reicht, in einem einzigen Bereich die
Ursachen allen Übels finden zu wollen.

Nö, das reicht nicht. Man muß sich schon alle Bereiche ansehen, sonst kommt man nicht weiter bzw. führt nur wieder neue Ungleichgewichte ein.

Wer arbeitet, klagt über zu hohe Abgabenlast. Wer nicht
arbeitet, kommt auch über die Runden.

Kommt darauf an, nicht wahr? Eine kurze Zeit kann man dies sicherlich machen. Aber spätestens bei Sozialhilfe hast Du Probleme.

Wer 50 ist und sich
innerlich auf die Rente vorbereitet, wird die Zeit aus
Solidarkassen überbrücken können.

Nein. Außer Du hast Ersparnisse.

Wer im Staatsdienst ist, hat
ausgesorgt. Mit Ende 50 geht es in die Frühpensionierung und
bis dahin ist es nur am Rande interessant, was derjenige
macht, oft genug interessiert sich keiner dafür, wenn jemand
jahrelang überhaupt nicht oder nur sporadisch zum Dienst
erscheint (im Schuldienst und in einem Arbeitsamt sind mir
mehrere solcher Damen und Herren persönlich bekannt).

Diese Fälle gibt es.

Wir
leisten uns tausende Ortskrankenkassen mit ebenso vielen
Verwaltungen.

Ich denke, Konkurrenz belebt das Geschäft?

In jeder noch so kleinen Gemeindeverwaltung
sitzen Mitarbeiter und spannen Formulare in Schreibmaschinen
und geben Gebührenmarken aus, die in einem anderen Zimmer bei
einem anderen Mitarbeiter zu bezahlen sind. Beinahe die Hälfte
aller Steuern wandert in das Millionenheer staatlich
Bediensteter, von denen der überwiegende Teil mit nicht mehr
zeitgerechten Methoden verwaltet.

Möglich. Kann ich nicht wirklich beurteilen.

Man kann sich jede x-beliebige Behörde ansehen. Jede einzelne
ist ein Muster an Ineffizienz. Es sind
Versorgungseinrichtungen für möglichst viele Leute geworden,
wo irgendeine Dienstleistung nur noch ganz am Rande erbracht
wird. Ob es das statistische Landesamt eines jeden
Bundeslandes ist, das an jeden Gewerbetreibenden jährlich
einen Fragebogen versendet und fragt, wieviel Festmeter Holz
er einschlägt. Oder die Bundesanstalt für Arbeit mit fast
90.000 Kostgängern, von denen nur ein winziger Bruchteil mit
der eigentlichen Hauptaufgabe des Amtes beschäftigt ist. Der
Rest verwaltet und verwaltet sich selbst.

Wenn die sozialen Sicherungssysteme nicht mehr finanzierbar
sind, werden eben neue Sicherungssäulen mit neuen Bediensteten
und neuen Kosten geschaffen. Stets wird dafür gesorgt, daß
Kosten undurchsichtig bleiben. Keinen Versicherten
interessiert es, was sein Arztbesuch gekostet hat.

Und wenn er es wüßte: was würde es bringen? Außer er muß es (mit)finanzieren. Willst Du das?

Der Patient
konsumiert Leistungen nach Belieben, beinahe ebenso rechnet
der Arzt ab. Statt Kosten transparent zu machen, werden Kosten
gedeckelt, wird noch mehr verwaltet. Nennenswerte
Selbstbeteiligung, überhaupt ein Interesse des Einzelnen, die
Kosten im Griff zu behalten, gibt es nicht.

Und ich dachte, die Selbstbeteiligung sei im letzten Jahrzehnt mehrmals erhöht worden. Wohl falsch gedacht.

Das Beamtenrecht und die daran angelehnten
Angestelltenverhältnisse im öffentlichen Dienst erlauben dem
einmal eingestellten Menschen, es sich in Seelenruhe in einem
Schreibtischsessel bequem zu machen. Ein zugegebenermaßen
Extrembeispiel: Eine Fachlehrerin für Schreibmaschine kann an
ihrer Schule nicht mehr beschäftigt werden, weil kein
Schreibmaschinenunterricht gegeben wird. PC-Kenntnisse hat die
Dame nicht und denkt auch nicht an ein klein wenig
Weiterbildung. Die Beamtin hat ausgesorgt. Bis zur Pension
gibts das volle Gehalt ohne auch nur die geringste
Gegenleistung.
In einem anderen Fall fing das Kränkeln schon mit Mitte 40 an.
Gartenarbeit zu Hause ging in Ordnung, aber die Amtsstube
machte immer schon nach ein paar Tagen so niedergeschlagen.
Diese Verwandte von mir litt keine Not. Die lächerlichen zwei
Jahrzehnte bis zur Pension überstand sie bei bester
Gesundheit, ist inzwischen Mitte 80 und verzehrt weiter ihre
Pension.

Mitte 40 begann es, heute ist sie Mitte 80. Also war das Problem wohl 1962. Interessantes Beispiel, wirklich.

So entdecke ich mehrere Krankheitsherde:

  • die aufgeblähte öffentliche Verwaltung

Dabei wird fast überall versucht Verwaltung einzusparen. Hat sich aber wohl bis zu Dir noch nicht rumgesprochen.

  • ein antiquiertes Beamtenrecht

Wo genau?

  • eine zu üppige Versorgung arbeitsfähiger, aber arbeits- und
    fortbildungsunlustiger Menschen

Wo genau?

  • ein Sozialsystem ohne Eigenverantwortung durch
    Kostenkontrolle und Selbstbeteiligung

Wie weit genau?

  • eine fehlende Kultur der ständigen Bildung und
    Weiterbildung, die es auch für einen 40- oder 50-jährigen
    Menschen zur Selbstverständlichkeit werden läßt, zu lernen und
    nötigenfalls noch einmal von vorne zu beginnen.

Wird gemacht, nur nimmt auch einen fortgebildeten 40- oder 50-jährigen keiner.

hallo Wolfgang,
das unterschreibe ich zu 100%.
Nur: nehmen wir mal an, unsere Regierung würde von heute auf morgen aus Beamten und Angestellten im ö. Dienst, fleißige, drer Allgemeinheit dienende Beschäftigte machen und nur die noch behalten, die wirklich nötig sind. Und diese wären dann solche, die bestrebt sind, bis zum 65. Lebensjahr ihr bestes zu geben, nicht krank zu spielen, usw.Außerdem würde der Staat effektiv arbeiten, alle Schreibmaschinen abschaffen (für vernetzte Computer eintauschen), kurz, nach betriebswirtschaftlichen Grundsätzen zu arbeiten (perverse Gedankengänge, ich weiß)
Wo bringst Du dann die Millionen unter, die dann „freigesetzt“ werden?
Grüße
Raimund

Wo bringst Du dann die Millionen unter, die dann „freigesetzt“
werden?

Hallo Raimund,

drehen wir die Sache einmal um: Wir haben zu viele Arbeitslose, also bringen diese Leute im öffentlichen Dienst unter. Jeder sieht die Unsinnigkeit ein. Es kann nur darum gehen, Menschen sinnvoll zu beschäftigen und dafür zu bezahlen. Ginge es nur um angeblich fehlende Arbeit, hätten wir keine Probleme: Die eine Hälfte der Arbeitslosen buddelt Löcher, die andere Hälfte schaufelt sie wieder zu.

Weil es gerade in aller Munde ist: Wir haben 180 Arbeitsamtsbezirke mit 180 Direktoren und 180 Verwaltungen. Die 180 Direktoren sind natürlich so richtig hochkarätige Entscheidungsträger (Ironiemodus wieder aus). Das Ganze ist sündhaft teure Beschäftigungstherapie. Will man das verschlanken, geht es nicht von heute auf morgen. Aber mit diesem sich über Jahre hinziehenden Vorgang muß man irgendwann beginnen! Man kommt ganz sicher in vielen Bereichen mit einem Bruchteil der heutigen Beschäftigtenzahlen aus. Die Reparatur einer über Jahrzehnte gelaufenen Fehlentwicklung braucht nun viel Zeit, soll sie einigermaßen sozialverträglich ablaufen. Dabei ersetzt man nicht mehr jede durch Pensionierung frei gewordene Planstelle, sondern nur noch die in einer verschlankten Struktur erforderlichen.

Ein ähnliches Problem gibt es in vielen Bereichen auch der gewerblichen Wirtschaft. Es existieren Schätzungen, wonach bei Ausschöpfung aller Rationalisierungspotentiale nur noch 40% der heute Beschäftigten gebraucht werden.

Aus dem Gesagten komme ich schon wieder auf den von mir hier schon gebetsmühlenartig vorgetragenen Gedanken, daß bei der Jugend und deren Ausbildung anzusetzen ist. Investitionen in Ausbildung und Qualifikation, in Forschung und Entwicklung, um neue Produkte und neue Betätigungsfelder zu erschließen. Statt hunderte Milliarden in Stempelschwinger und Formularjongleure zu stecken, in Rüstungsspielzeuge, in Subventionen von Überproduktion und Braunkohleförderung, gehören diese Mittel in Lehre und Forschung.

Gruß
Wolfgang

hallo Wolfgang,

…Will man das

verschlanken, geht es nicht von heute auf morgen. Aber mit
diesem sich über Jahre hinziehenden Vorgang muß man irgendwann
beginnen! Man kommt ganz sicher in vielen Bereichen mit einem
Bruchteil der heutigen Beschäftigtenzahlen aus. Die Reparatur
einer über Jahrzehnte gelaufenen Fehlentwicklung braucht nun
viel Zeit, soll sie einigermaßen sozialverträglich ablaufen.
Dabei ersetzt man nicht mehr jede durch Pensionierung frei
gewordene Planstelle, sondern nur noch die in einer
verschlankten Struktur erforderlichen.

Dies behauptet der Staat würde er gerade machen…

Ein ähnliches Problem gibt es in vielen Bereichen auch der
gewerblichen Wirtschaft. Es existieren Schätzungen, wonach bei
Ausschöpfung aller Rationalisierungspotentiale nur noch 40%
der heute Beschäftigten gebraucht werden.

Es wäre doch schon einErfolg, wenn 60% behalten werden, oder?

Aus dem Gesagten komme ich schon wieder auf den von mir hier
schon gebetsmühlenartig vorgetragenen Gedanken, daß bei der
Jugend und deren Ausbildung anzusetzen ist. Investitionen in
Ausbildung und Qualifikation, in Forschung und Entwicklung, um
neue Produkte und neue Betätigungsfelder zu erschließen. Statt
hunderte Milliarden in Stempelschwinger und Formularjongleure
zu stecken, in Rüstungsspielzeuge, in Subventionen von
Überproduktion und Braunkohleförderung, gehören diese Mittel
in Lehre und Forschung.

Und hier liegt der Hase im Pfeffer. In die Zukunft (Jugend) wird möglichst wenig investiert. Doch Transall für Soldatentransporte über mehrere Tausend Km, das ist dringend nötig.
Ein kleines, effektives Heer langt. Natürlich nicht, wenn wir unsere Soldaten als Söldner in der ganzen Welt aufteten lassen.
Eine Aufstockung von leistungsorientierten Lehren um das dreifache ist bitter nötig. Eine Ausrüstung der Schulen mit modernsten Unterrichtsmitteln ebenso. Eine zwangsweise Weiterbildung der Lehrer in den Ferein (!) ist das oberste muss. Klassen über 15 Schüler (Arbeitgruppen, Bildungsgruppen) ist eine Schande. Und der Satz: „In der Hauptschule bleibt nur der Schrott!“ gehört hoch bestraft. Er ist menschenverachtend und volksverhetzend.
Der Satz: „mehr Kinder als Inder!“ soll nichts anderes bedeuten, als die Ausbildung und Förderung eigener Resourcen.
Grüße
Raimund

Der Name Blocher ist Programm
Hallo.

Onkel Blocher war vor einiger Zeit hier in w-w-w eine der populärsten Figuren. Nach meinem, zugegebenermaßen unvollständigen, Informationsstand, wurde er aus dem Bestand entfernt …

Gruß kw