Lebend/Nierenspende

Liebe Wissende,

mein Halbbruder hat ein akutes Nierenversagen, welches nach der Punktion von ziemlich viel Wasser aus der Lunge festgestellt wurde.

Wahrscheinlich ging parallel ein Herzinfarkt damit einher - das wird zumindest vermutet und der Rat der Ärzte verweist auf Herzkatheder.

Allem liegt Diabetes zugrunde, den er seit Jugendzeiten hat.

Die Ärzte haben ihm nun vor 3 Tagen mal schnell gesagt das die Nieren sozusagen restlos kaputt sind, das Eiweiß wird nicht mehr gefangen und deswegen kam das Wasser in die Lunge - wobei er sich in letzter Minute selbst ins Krankenhaus gebracht hat.

Er ist auf die Spenderliste gesetzt - Wartezeit sind wohl einige Jahre und als 50jähriger steht man bestimmt nicht weiter oben in der Liste.

Bachfelldialyse ist zur Überbrückung angeraten, aber das geht nicht lange.

Nun habe ich mich eingelesen und habe entschieden ihm eine meiner Nieren zu geben.

Dennoch haben sich einige Fragen aufgetan, die ich nicht beantwortet fand:
Neben der Blutgruppenverträglichkeit - ich lasse meine nächsten Mittwoch bestimmen - hieß es immer wieder „gesunde“ Nieren können transplantiert werden.

Da ich weiß das die meinen einige Steinchen enthalten und ich um die 20 zwei Nierenbeckenentzündungen hatte - Narbenbildung einhergehend - nun meine Frage ob das ein Ausschlußkriterium wäre oder ob es lediglich auf die Funktionstüchtigkeit ankommt?

Die nächste Frage:
Ich habe in Deutschland keine Krankenversicherung, die hiesige Indonesische greift nicht in Deutschland.
Muß ich davon ausgehen das - falls eine Operation in Frage kommt - ich selbst die Kosten tragen müsste?

Es ist hier schwierig einen wirklich fähigen Nephrologen zu finden - Bali eben - und die Krankenhäuser sind mit Geräten auch nicht annähernd so gut ausgerüstet wie in Europa.
Ich könnte also im Vorfeld weder Nieren testen resp. eine histologische Untersuchung machen lassen…obwohl das dann wahrscheinlich eher Sinn macht wenn der Empfänger in der Nähe ist um die Verträglichkeit zu prüfen.

Lasst mich teilhaben an Eurem Wissen, ich bin für jeden Rat dankbar!!

Liebe Grüße
Susanne

Hallo Susanne,

ich würde mich in Deinem Fall an so eine Selbsthilfegruppe wenden.
Ich fürchte die können in solch einer Lage am besten Auskunft geben.

http://www.bundesverband-niere.de/507/unsere-selbsth…

Die können Dir dann eher weiterhelfen - denn sie kennen gewisse Hürden usw. und haben u.U. gewisse Verbindungen.
Die Bauchfelldialyse kann man einige Jahre machen, auch zu Hause.
Was die Verträglichkeit angeht, es gibt inzwischen einige Möglichkeiten.
In der Zwischenzeit würde ich klären was möglich ist. Wer die Kosten übernimmt ob das die Krankenkasse Deines Halbbruders macht. Weil sie so viel Geld spart…!
Überlege Dir aber genau was Du tust - bei Deinem Hintergrund nicht das Du selbst dann einmal eine Dialyse brauchst.

Alles Gute
Gruss Joe

http://www.nierenratgeber.de/lebendspende/aktuelles/…
http://www.nephro-basel.ch/de/informationsmaterial/m…
(wirst Du ja schon alles kennen)

Vielen Dank

für Deine Antwort, im Moment sieht es nicht danach aus das ein Eingriff überhaupt gemacht werden kann, dazu ist er zu instabil und neuerdings verliert er Blut und die Ärzte wissen nicht woher es kommt…

Dennoch, Dank für Deine Links!

Liebe Grüße

Susanne

Hallo,

ALLE Kosten trägt die Krankenkasse des Nierenempfängers (natürlich keine Flugkosten). Viele Transplantationszentren - z. B. die Uni Erlangen - bieten zwei bis drei Mal im Jahr sogenannte Seminare an. Dort wird alles schön erklärt und man kann Fragen stellen.

Im Normalfall will das Transplantationszentrum selbst alle Test und Untersuchungen selber machen. Es wird nicht nur Deine Niere untersucht, sondern es wird wohl die gründlichste Untersuchung Deines Lebens werden.

Dann musst Du noch vor die Ethikkommission. Dort wirst Du u. A. von diversen Fachleuten unabhängig voneinander nach den Motiven Deiner Spende befragt.

Trotzdem erst mal noch ein paar Tipps: die Bauchfelldialyse kann man, wenn man die Hygiene einhält (damit man keine Bauchfellentzündung bekommt), im Durchschnitt fünf bis sechs Jahre machen. So lange ist im Normalfall die Wartezeit auf der Warteliste.

Die Bauchfelldialyse funktioniert in einigen Fällen sogar noch viel länger.

Mein Mann hat seit mehr als einem Jahr auch Nierenversagen und macht die Bauchfelldialyse. Er ist um einiges älter als Dein Bruder. Trotzdem geht er Vollzeit (40-Stunden Woche) mit vielen Überstunden (allerdings ein Bürojob) arbeiten und hat dabei zusätzlich einen täglichen Arbeitsweg von mindestens 1 1/2 Stunden.

Mit der Bauchfelldialyse lebt er fast normal. Er muss halt in seiner Mittagspause in der Arbeit auch die Dialyse machen und etwa einmal im Monat ins etwa 70 km entfernte Nierenzentrum fahren zur Blutuntersuchung und manchmal noch weiteren Untersuchungen.

Meine Niere will er nicht annehmen. Früher in Rente gehen will er auch nicht. Er will Warten, bis er auf der Warteliste dran ist.

Also nicht in Panik verfallen, sondern erst mal den Schock verdauen und dann weitersehen. Sollte die Bauchfelldialyse nicht mehr funktionieren, bevor er eine Spenderniere bekommen kann, gibt es noch die Heimdialyse. So ist der Plan meines Mannes. Das Gerät steht dann neben dem Bett und die Dialyse wird über Nacht gemacht.

Gruß
Ingrid