Lebendig tot

Wichtig sind: Konstruktive hilfreiche Gedanken
Lieber Dieter,

Deine Worte haben mir sehr sehr gut getan!
Dein Post las ich mir schon mehrmals durch und es kribbelte mir den Rücken hoch und runter. So geht es immer, wenn mich etwas innerlich sehr berührt. Dein Antworten hat mir Mut und Kraft gegeben. Danke Dir sehr für Deine empathische Anteilnahme, sowohl für meine Situation, als auch für die der jungen Patientin.

Sag mal, Sophia, kann man das Mädchen an schönen Tagen nicht
einfach mal in den Park (es wird doch so was geben?) in die
Sonne schieben, mit ihr einfach nur reden? Vielleicht kommt
sie „zurück“, vielleicht will sie auch mal reden? Wenn ihre
Seele nicht ins Leben will, so ist dies ihre Entscheidung.
Aber man kann ihr doch auch die Möglichkeit bieten, mal in der
Sonne „aufzutauen“.

Ja, in diese Richtung dachte ich auch schon und hatte ich vor, bei meinem nächsten Besuch diesbzgl. mit den Eltern zu reden. Die erst mal fragen, wie der Ist - Zustand aussieht, was sie bisher i.S. Bewegung an frischer Luft und Naturerleben unternommen haben und dann wärmstens nahe legen, dass sie mit ihrem Kind raus gehen.
Leider gehört dieser begleitend betreuerische Dienst am kranken Menschen nicht zu meinem Aufgabengebiet, d.h. die Krankenkassen finanzieren so etwas nicht.
Mit Deiner Anregung kam ich jetzt auf die Idee, mit den Eltern zu reden, ob sie einverstanden sind, dass ihre Tochter mit einem Begleitservice die Wohnung zum Spazierengehen verlassen kann, oder ob sie das selber tun wollen.

Ich bin mir sehr wohl bewusst, dass ich nur ein sehr kleines Rädchen im Getriebe der Helfer bin, auch fehlt mir der Allmachtsanspruch jemanden „retten zu wollen“. Und trotzdem beschäftigt mich diese sehr junge Patientin gedanklich derzeit mehr, als die fast 300 anderen Patienten für die ich im Wechsel verantwortlich bin und habe ich den Wunsch, mehr als nur die Medikamente an diese Familie weiterzugeben, sondern auch anteilnehmend beratend diesen Prozess zu unterstützen.

Und wenn sie dann reden will - darauf eingehen.

Auch hier werde ich noch mal bei den Eltern nachfragen, wie sie miteinander kommunizieren.

Sophia, ich wünsche Dir die Zeit, Gelegenheit und den Mut
dazu! Ich freue mich, dass es noch Menschen gibt, die sich so
für Andere verantwortlich fühlen, sie ins Leben bringen
wollen!
Ich wünsche Dir die Kraft für viele weitere Jahre!!

Danke. Deine Worte tun mir sehr gut. :smile:

Lieben Gruß
Sophia

Intervention

Hallo Eckard,
danke Dir für Deine anteilnehmende Antwort. :smile:

gerade in solchem Fall ist da eine Antwort wohl selbst bei
direkter Kenntnis der Person schwierig, unmöglich über ein
Internetforum.

Ja, im Allgemeinen stimme ich Dir zu.
Mit dem Posten des (wahren, oder erfundenen?) Fallbeispiels hier im w-w-w erhoffte ich mir keinesfalls eine ganzheitliche Klärung für den Heilungsprozess der beschriebene Patientin, sondern nur bruchstückhafte Anregungen, um meine bisherige Strategie im Umgang mit ihr hinterfragen und durch neue Ideen ergänzen zu können.

Weißt Du etwas über ihre Lebensumstände? Vielleicht flüchtet
das Mädchen in eine Krankheit um anderen Zwängen (evtl.
familiärer Art) zu entgehen?
Da ist dann auch die Familie - als möglicher Auslöser - nicht
hilfreich oder sogar kontraproduktiv.

Ja, die vllt. nachteilige Familiendynamik ist auch meine Überlegung.
Die Krankheit begann, als sie 18 Jahre war.
Ein Alter, in dem junge Mädchen sich schon etwas ernsthafter für die Partnersuche entscheiden. Vllt. hatte sie dabei Pech, denn sie wurde in die Klinik immer eingewiesen nach Alkoholmißbrauch und da vermute ich auslösende Erlebnisse…

Aber mit Mutmaßungen ist weder Dir noch dem Mädchen geholfen.

Das ist richtig.
Und ich habe auch nur sehr eng begrenzte Möglichkeiten, mich intervenierend einbringen zu können. :frowning:-

Gruß
Sophia

déformation professionelle? !! (owT)

Güterabwägung gehört?

Ich kenn nur Güterwagen.

Simone

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Simone,

von ganzem Herzen und mit Aufrichtigkeit wünsche ich Dir, dass Du in Deinem Leben nie mit solch einer Situation konfrontiert wirst und noch mehr wünsche ich Dir, dass Dir selbst so etwas nicht geschieht.

Gruß
Dieter

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Na, du gehst ja hart mit der Simone um
Christine…
Meinst du wirklich, dass die ne Deformation professionelle hat?
Aber vielleicht hast du damit ja recht

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Liebe Sophia,
es tut weh, so ein Schicksal mitzubekommen - auch, wenn man die junge Frau nicht persönlich kennt.
Viele psychische Erkrankungen lassen sich durch herkömmliche „moderne“ westliche Methoden nicht in den Griff bekommen. Man kann es dann aber mit sehr alten, bewährten Methoden versuchen - die z.B. (in Deutschland) Winfried Picard erfolgreich verwendet: Er ist auf dem üblichen Universitätsweg ausgebildeter Psychotherapeut und nutzt gleichzeitig schamanische Methoden, um Menschen zu helfen. Link: http://www.shamanicstudies.net/studien/artikel.asp?i…

Gruß, Susanne

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