Hallo,
ich habe eine Anfrage zu einer Patientin, für die ich im Rhamen der Behandlungspflege verantwortlich bin. Sie ist 24 Jahre jung, Türkin, der Vater kam als einer der ersten Gastarbeiter 1968 nach Deutschland. Die Patientin ist das jüngste Kind von drei Geschwistern.
Die Mutter erzählte mir, dass so ca. ab dem 18. Lebensjahr die Krankheit ausgebrochen ist und die Pat. seitdem ca. vier Mal für mehrere Monate in klinischer (psychiatrischer) Behandlung war. Meist wurde sie stationär behandelt nach C2 Abusus und Nikotionmißbrauch.
Diagnosenr.: F 20,0 = paranoide Schizophrenie
Medikation:
Clozapin (Leponex)
morgens 150 mg; mittags 175mg; abends 250mg
Glianimon
morgens 6 mg; mittags 4mg; abends 10mg
Diese junge Frau liegt den ganzen Tag durch die Psychopharmaka vollkommen zugedröhnt nur in ihrem Zimmer und wirkt wie lebendig tot. Körperlich läßt sie kaum jemanden an sich ran. Die Erstaufnahme konnte nur mit Distanz gemacht werden.
Mein Problem mit dieser Patientin ist, dass dieses junge Mädchen tagaus tagein dort in ihrem kleinen Zimmerchen liegt, an sie kein Rankommen, mit ihr kaum Kommunikation möglich ist.
Sie ist zu jung, um so lebendig tot zu sein und ich bin unzufrieden, dass man so scheinbar gar nichts machen kann. Sie kann doch nicht ihr ganzes Leben so apathisch liegend verbringen.
Gilt die F20,0 wirklich nur für paranoide Sch. ?
Diese Krankheit gehört zu den endogenen, also zu den von innen kommenden Psychosen.
Wäre es möglich , dass auch exogene Ursachen beteiligt sein könnten.
Ich denke da z.B. an Inzest.
Weshalb ist der Alkohol- und Nikotinmißbrauch immer wieder ein Auslöser gewesen für längere Klinikaufenthalte?
Jedesmal wenn ich sie besuche, frage ich mich, was kann man/ich tun?
Wer weiß, was man noch tun könnte, um der jungen Frau zu helfen?
Danke für Eure Antworten.
Gruß
Sophia

