Lebenserwartung

Hallo,
Ich habe eine Tante, sie ist jetzt 65 Jahre alt. Ich mache mir Sorgen um ihren Gesundheitszustand aber sie ist nicht sehr offen für ein Gespräch.
Meine Frage geht an alle Experten zum Thema Gesundheit.
Gibt es irgendwo eine Art Statistik oder einen interessanten Bericht im Internet, zum Thema Rauchen und Fettleibigkeit?
Meine Tante hat leider 20 kg Übergewicht, das meiste am Bauch. Sie raucht jeden Tag mindestens eine Schachtel Menthol Zigaretten.
Ihre Leber ist vergrößert, aufgrund der schlechten Ernährung und des Übergewichtes. Sie sagt zu mir, sie hätte Leberwerte wie ein Alkoholiker, obwohl sie selten trinkt.
Sie muss sich mittlerweile viermal am Tag Insulin spritzen, weil sie Diabetes bekommen hat.
Auch hat sie eine Erkrankung an der Wirbelsäule, die mit der Diabetes zusammenhängt. Sie hat jeden Tag große Schmerzen und bewegt sich daher nicht viel.
Ich habe zwar nicht sehr viel Hoffnung, dass ich sie umstimmen kann, aber ich dachte, wenn ich ihr einen Bericht oder eine Statistik zum Thema Übergewicht, Rauchen und Lebenserwartung vorlegen würde, wäre das vielleicht ein heilsamer Schock für Sie?
Ich habe ihr auch schon einen geraten, eine Psychotherapie zu machen, da dieses selbstzerstörerische Verhalten ja Ursachen haben muss. Leider lehnt sie bisher alles ab.
Ich mache mir Sorgen, dass ihr Zustand vielleicht schlimmer ist, als sie es wahr haben möchte.
Kann mir irgendjemand etwas zu diesem Thema sagen? Ich verkürzt doch ihre Lebenserwartung sehr stark, oder? Natürlich gibt es immer diese Beispiele wie Helmut Schmidt, der trotz Rauchen über 90 geworden ist.
Aber ich denke so etwas ist eine Ausnahme.
Danke im Voraus für die Antworten. Viele Grüße Lisa

Hallo,

es ist lieb,dass Du Dich um das Leben Deiner Tante sorgst.

Jedoch muß sie selbst einsehen,dass sie Essen und Rauchen einschränken muß.
Und da sie ja schon gesundheitliche Folge-Probleme hat und sie auch nichts ändert,kannst Du nur Dich selbst informieren und mal mit ihr zusammen was Gesundes kochen oder backen oä.

Oder erzähle ihr,dass das Insulin ein Hormon ist,welches dick macht und sie eigentlich somit ganz leicht weiß,dass Lebensmittel bei denen sie viel Insulin spritzen muß dem Abnehmen entgegen stehen.

Viel Hoffnung gibt es da wohl nicht,auch weil sie die selbst wohl aufgegeben hat.

Viel Glück wünscht Oscara

.

Hi,

das willst du nicht hören wollen, aber wenn Schmerzen im Rücken und die nicht so besonders angenehme Insulinpiekerei, die Aussicht auf Beine, die chirurgisch immer kürzer gemacht werden, weil sie sonst von selbst abschimmeln, Diabetes-bedingte Blindheit usw. nicht heilsam sind, werden es deine guten Worte sicher auch nicht.

Es ist ihr Körper (und unser Gesundheitssystem); leider kann sie beides nach Belieben belasten, wie sie gerade Lust hat.

Raucher sind übrigens ganz besonders gut darin, Krankheitsrisiken und -folgen zu ignorieren. Und jeder hofft vermutlich, ein Helmut Schmidt zu sein, aber der ist eine ganz gewaltige Ausnahme.

Wenn du dir selbst einen Gefallen tun willst, lässt du sie machen und machst dich nicht für ihre Gesundheit mitverantwortlich.

Grüße
Liete

Völlig OT
Hi,

Raucher sind übrigens ganz besonders gut darin, Krankheitsrisiken und -folgen zu ignorieren.

Dieses „Ignorieren“ gilt für alle Wohlstandskrankheiten und sonstige „extremen“ Lebensweisen *. Ein Vorteil der Raucher besteht zumindest darin, dass sie andere nicht missionieren möchten :smile:))

Franz

Raucher. Bewusst lebend und genießend, in gewissen Dingen sehr penibel und überzeugt. Und resistent gegen notorische Besserwisser und Gutmenschen, die einem ein „so-hast-du-zu-leben“ entgegen werfen. Damit bist jetzt nicht du gemeint, Gott behüte.

* Selbstverständlich wurden und werden (leider nach wie vor) zahlreiche Erkrankungen unsinnigerweise auf das Rauchen zurückgeführt. Begründet auf einfachste Statistiken, weil traditionell einseitig so abgefragt und abgelegt.
Wer trinkt eigentlich Alkohol? Gelegentlich? Welche Mengen? Und ist an irgendetwas erkrankt?
Wer ernährt sich „bio“ und verzichtet auf jedwede Entfremdung der Nahrungsmittel? Und wird dennoch krank?
So langsam beginnt (hoffentlich) ein Umdenken dahingehend, dass man nicht schlicht 1 und 1 zusammenzählen kann.

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Hi,

ich habe bis vor knapp 1 1/2 Jahren selbst geraucht, daher weiß ich ganz gut, wie resistent man da gegenüber „gut gemeinten“ Ratschlägen ist.

Ich erachte es als sinnvoll, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, was gut ist und was eher nicht so sehr (generell schadet eine adäquat aufgeklärte Medizin nicht für Patienten und Behandelnden). Wer sich allerdings entscheidet, nicht aufgeklärt zu werden oder bewusst demjenigen entgegenhandelt, wovon man ausgeht, dass es gesund sei… seine Entscheidung.
Blöderweise müssen wir alle die Kosten dafür tragen - aber das müssen wir auch, wenn ich mich beim Joggen verletze :wink:

Bevor ich es vergesse: Auf welche Krankheiten und Studien spielst du an?

Grüße
Liete

2 „Gefällt mir“

Hi,

Bevor ich es vergesse: Auf welche Krankheiten und Studien spielst du an?

Meine Erkrankung lasse ich (hier) außen vor. Festgestellt habe ich, im Zusammenhang mit meiner Erkrankung und anderen, ähnlichen, und weniger ähnlichen Erkrankungen, dass ein Umdenken beginnt. War früher das Rauchen ein oder gar der auslösende Faktor, besteht momentan der Übergang von einem „Rauchen als Risikofaktor“ zu einem „ja, es gibt statistisch so und so viele Raucher in der Bevölkerung…“. Jeder Hausarzt fragt seit langem ab, ob und wie viel man raucht, trinkt. Mehr nicht. Diese Zahlen gehen in Statistiken ein, und ein sehr einfacher Zusammenhang aus Anteil Raucher an Erkrankten dieser Erkrankung wird gebildet.

Die Abfragen werden mittlerweile differenzierter, die Ermahnungen durch die Ärzte auch :smile:. Die Erkenntnisse zu diversen Erkrankungen ebenso, die Ursachen für Lungenkrebs (nicht meine Erkrankung) bei Nichtrauchern beispielsweise bleiben nach wie vor diffus.

Ich konnte meine Erkrankung, früher wie oben geschrieben ursprünglich durch das mit verursachende Rauchen entstanden, durch andere Maßnahmen in der Entwicklung drastisch einschränken, Lebensgefühl und -qualität erheblich verbessern.

Zu „Studien“: Ich habe so viele gelesen, auch hinsichtlich Rauchen und anderen Risikofaktoren. In keiner einzigen konnte ich Nachweise erkennen, maximal Risikofaktoren. Und begründet werden alle mit den stets einfachen statistischen Erhebungen und vermuteten Zusammenhängen.

ich habe bis vor knapp 1 1/2 Jahren selbst geraucht, daher weiß ich ganz gut, wie resistent man da gegenüber „gut gemeinten“ Ratschlägen ist.

Ich bin süchtig, da mache ich mir nichts vor, leide aber nicht an einer „typischen“ Erkrankung.

Ich erachte es als sinnvoll…

…da bin ich ohne Einschränkung dabei. Ich habe meine Erfahrungen über Jahre gesammelt und dies und das geändert und halte die guten Erfahrungen ein. Sie sind aber nicht generell gültig.

Blöderweise müssen wir alle die Kosten dafür tragen - aber das müssen wir auch, wenn ich mich beim Joggen verletze :wink:

Einerseits schulden wir dies unserem Anspruch auf Vorsorge etc., andererseits genieße ich den Komfort ebenso. Auch wenn ich hinsichtlich Risikosportarten und Selbstüberschätzung manchmal die Krise bekomme. Ein gewisser Eigenanteil sollte hier zum Tragen kommen.

Franz

Blöderweise müssen wir alle die Kosten dafür tragen - aber das müssen wir auch, wenn ich mich beim Joggen verletze :wink:

Einerseits schulden wir dies unserem Anspruch auf Vorsorge
etc., andererseits genieße ich den Komfort ebenso. Auch wenn
ich hinsichtlich Risikosportarten und Selbstüberschätzung
manchmal die Krise bekomme. Ein gewisser Eigenanteil sollte
hier zum Tragen kommen.

Dann müssten auch die Raucher zu Kasse gebeten werden, die Dicken, die, die an Tankstellen wohnen, die an vielbefahrenen Straßen wohnen, die, die bei Grillen Spiritus in die offene Flamme gießen, die Alkoholiker usw.
Da wirst du mit der Liste nicht mehr fertig und dann müsste das aktuelle System revidiert werden.

Auf den Rest kann ich - da es zu allgemein für eine adäquate Reaktion gehalten ist - leider nichts antworten.

1 „Gefällt mir“

Hi!

Ich habe eine Tante, sie ist jetzt 65 Jahre alt. Ich mache mir
Sorgen um ihren Gesundheitszustand aber sie ist nicht sehr
offen für ein Gespräch.
Meine Frage geht an alle Experten zum Thema Gesundheit.
Gibt es irgendwo eine Art Statistik oder einen interessanten
Bericht im Internet, zum Thema Rauchen und Fettleibigkeit?

Na, dazu gibt es doch tausend Sachen im Internet!

Meine Tante hat leider 20 kg Übergewicht (…)
Sie raucht jeden Tag mindestens eine Schachtel Menthol
Zigaretten.
Ihre Leber ist vergrößert, aufgrund der schlechten Ernährung
und des Übergewichtes. (…)
Sie muss sich mittlerweile viermal am Tag Insulin spritzen,
weil sie Diabetes bekommen hat.
Auch hat sie eine Erkrankung an der Wirbelsäule, (…)
bewegt sich daher nicht viel.

Ich habe zwar nicht sehr viel Hoffnung, dass ich sie umstimmen
kann, aber ich dachte, wenn ich ihr einen Bericht oder eine
Statistik zum Thema Übergewicht, Rauchen und Lebenserwartung
vorlegen würde, wäre das vielleicht ein heilsamer Schock für
Sie?

Und du glaubst, dass du ihr damit Informationen zukommen lässt, die sie nicht schon längst hat?

Glaubst du denn, dass sie nach wie vor raucht und zuviel isst, weil sie nicht weiß, wie gefährlich das ist?
Jeder Raucher kann jeden Tag auf seiner Zigarettenschachtel nachlesen, welche Folgen das Rauchen hat. Aufgehört hat deshalb jedenfalls noch keiner.

Das Problem liegt nicht im Verstand begründet. Deine Tante weiß das alles.

Sie hat nur einfach Gewohnheiten, die sehr ungesund sind, und sie hat einen Körper, der darauf entsprechend reagiert.
Und nun versuch mal die Gewohnheiten eines Menschen zu ändern. Das erreichst du über den Kopf nur sehr langsam.

Überleg mal, welche Gewohnheiten du ändern könntest. Könntest du dich von heut auf morgen vegan ernähren?
Vielleicht sagst du jetzt „Ja, wenn ich wüsste, dass ich dann wieder gesund würde!“.
Aber deine Tante ist eine alte Frau.
Um Gewohnheiten zu ändern bedarf es sehr viel Energie, und die hat sie in ihrem Zustand nicht mehr.

Ich kenne diese Situation von meiner Mutter, die „nur“ Diabetes hatte.
Sie wusste nichts über die richtige Ernährung und wollte sich damit auch nicht beschäftigen.

Die Schwierigkeit besteht nicht darin, zu verstehen, was man alles falsch macht, sondern sich vorstellen zu können, was man stattdessen machen soll.

Ich hab damals angefangen, für meine Mutter das Essen zuzubereiten und ihr dabei erklärt, wie die richtige Ernährung aussieht, d.h. ich hab es ihr einfach gemacht, ihre Gewohnheiten zu ändern.

Das ist ein erfolgversprechenderer Weg als nur böse Szenarien auszumalen, die die betreffende Person nur ängstigen, ihr aber keine Alternativen aufzeigen.

Hilf deiner Tante, indem du ihr zeigst, wie sie es richtig machen kann, nicht was sie falsch macht.

Ich habe ihr auch schon einen geraten, eine Psychotherapie zu
machen, da dieses selbstzerstörerische Verhalten ja Ursachen
haben muss. Leider lehnt sie bisher alles ab.

Ja, weil es bedeutet, dass sie sich ändern soll, und einen alten Menschen verändert man nicht mehr.

Ich mache mir Sorgen, dass ihr Zustand vielleicht schlimmer
ist, als sie es wahr haben möchte.

Ja, aber es ist auch ihr Leben, für das du nicht verantwortlich bist.

Du kannst versuchen ihr zu helfen, aber mach ihr keine Vorwürfe oder Angst.

Alles Gute
wünscht
HuiBu

Dann müssten auch die Raucher zu Kasse gebeten werden, die Dicken, die, die an Tankstellen wohnen, die an vielbefahrenen Straßen wohnen, die, die bei Grillen Spiritus in die offene Flamme gießen, die Alkoholiker usw.

Völlig unterschiedliche Ursachen, Motivationen und Hintergründe. Egal.

Da wirst du mit der Liste nicht mehr fertig und dann müsste das aktuelle System revidiert werden.

In diese Richtung?
http://www.boell.de/downloads/wirtschaftsoziales/201…
Wird so etwas im Studium „gelehrt“?

Auf den Rest kann ich - da es zu allgemein für eine adäquate Reaktion gehalten ist - leider nichts antworten.

Ich möchte auch nicht über meine „Erfahrungen“ im Detail hier berichten :smile:

Franz