man liest ja manchmal, dass Menschen, die eine Nahtoderfahrung gemacht haben, darüber berichten, dass ihr Leben noch einmal wie im Film an ihnen vorbeizog. Manche berichten, dass der Film rückwärts lief.
Mich würde jetzt einmal folgendes interessieren:
Wie ist es zu erklären, wenn ein ähnlicher Effekt bei einem Menschen, der nicht akut vom Tode bedroht ist, auftritt? Wenn jemand, der sich an viele Jahre seines Lebens überhaupt nicht mehr erinnern konnte, plötzlich nach über 30 Jahren rückwärts das alles wie einen Film erlebt, sich an absolute Details erinnert (was gegessen wurde, welche Kleidung getragen wurde, das Aussehen von Personen, Häusern und Gegenständen)?
Ein bestimmter Sachverhalt war falsch, es stellte sich aber heraus, dass er damals auch in dieser Form falsch dargestellt wurde. Andere Dinge lassen sich durch Fotos und Abgleich von Daten belegen.
Tritt so etwas häufog auf, oder ist es eher eine Seltenheit?
Erwähnen sollte ich vielleicht noch, dass es eine sehr chaotische Zeit damals war, die Ereignisse überschlugen sich. Der Zeitraum der totalen Amnesie umfasst ca. zwei Jahre, die acht Jahre danach waren aber auch nur verschwommen in Erinnerung.
Wie ist so etwas aus wissenschaftlicher Sicht zu erklären?
der Grund waren traumatische Kindheitserlebnisse. Es passierten verschiedene Dinge, die selbst ein gesunder Erwachsener kaum verarbeiten könnte, über Jahre hinweg in Folge.
Nach einem Umzug kam etwas Ruhe in das Geschehen, und es wurde schließlich vergessen.
ich bin nun überhaupt kein Experte, allerdings kenn ich eine Frau, die auch traumatische Kindheitserlebnisse hatte.
Jahrelang schien alles vergessen und die Sache war nur eine schemenhafte vage Erinnerung.
Dann brach ziemlich plötzlich und ohne große Vorwarnung die Erinnerung über sie hinein, sie befand sich gerade in der Vorbereitung ihrer Abschlußprüfung der Ausbildung (= ziemlicher Streß)
Die Prüfung hat sie mit ach und krach so hingekriegt, aber anschleißend mußte sie sich in Behandlung begeben und knabberte jahrelang an den Erinnerungen.
Mittlerweile hat sie die Erlebnisse wohl verarbeitet, aber es war ein ziemliches Stück Arbeit und sicher nicht leicht.
da hast Du wohl recht. Die Verarbeitung fällt ab dem Zeitpunkt leichter, wo man Belege (Fotos von Personen, Meldedaten)für das Geschehene hat und alles schlüssig und chronologisch wieder in die Reihe bringen kann.
Ich kann jeden, der nur eine vage Erinnerung an Jahre seines Lebens hat, nur davor warnen, es zu recherchieren. Zumindest sollte man es nicht auf eigene Faust und in einer sowieso schon anstrengenden Lebenssizuation tun.
Ich selbst bin zum Glück relativ unerschütterlich. Das was ich nachts als Taxifahrerin erlebte, war auch „nicht ohne“, und ich habe es immer relativ gut verkraftet und werde auch eines Tages wieder in diesem Beruf arbeiten.
Ich könnte mir aber vorstellen, dass so mancher an unerwartet hochkommenden traumatischen Erinnerungen zerbricht.
Mir selbst geht es zum Glück wieder relativ gut. Ich höre manchmal von Leuten mit einer solchen Amnesie, so manches ging ja auch durch die Presse. Von Fällen, wo sich das Puzzle auch für andere nachvollziehbar wieder zusammensetzen ließ, habe ich sonst noch nie gehört.
Ich selbst habe das letzte „Puzzleteil“ auch erst letzten Monat gefunden.
da gehts um solche Phänomene wie anderes Zeit-, Bilder-, und Körper-Erleben,
zwar in Bezug auf das Nahtod-Geschehen, aber manches läßt sich vielleicht übertragen.