Hallo Helma!
ich hab vor ca. einem dreiviertel jahr meine arbeit verloren.
ich war jahrelang in einer wunderschönen stadt mit einer mir
sehr lieben arbeit beschäftigt. mit einem tag auf den anderen
war alles vorbei.
Nur kurz: Kenn ich, da war ich auch schon.
nun hab ich zwar wieder einen job, bekomme
aber 500 euro weniger und noch dazu in einer stadt, die ich
überhaupt nicht mag. ein arbeitsplatzwechsel - bzw. andere
arbeit zu finden - ist im moment fast unmöglich (ich bin 39).
Wherever I lay my hat … Die Frage, die mir einfällt, ist: Was ist für dich wichtig, um dich an einem Ort wohl zu fühlen?
Für mich sind’s in erster Linie die Kontakte zu anderen Menschen, die ich mag und mit denen ich gute Zeiten erlebe. Wenn die fehlen, hat auch der Ort, an dem ich bin, keine Chance. Nach 11 Monaten Arbeitslosigkeit bin ich vor einigen Jahren nach England gegangen, denn im Ausland war es kein Problem, mit meinem Profil einen Job zu bekommen.
Viele Dinge sind dort geschehen, leider auch sehr viele unschöne, inzwischen bin ich wieder in Deutschland, zurück in der Stadt, in der ich die meisten Jahre meines Lebens verbracht habe, aber vielleicht wäre ich noch in England, wenn ich dort mehr richtige Freundschaften geschlossen hätte. Denn inzwischen vermisse ich dieses Land, aus dem ich fast „geflohen“ bin (und das in eine immer noch ungewisse Zukunft) sogar hin und wieder.
kurz und gut: meine lebensfreude ist weg. auch wenn mir dieser
zustand nicht gefällt - es ist so…
Was tust du FÜR DICH in der Freizeit, Dinge, die dir Freude bereiten? Am Anfang ist es an einem neuen Ort schwer und manchmal vergißt man dann auch gerne, das zu tun, was man gerne tut, und sitzt stattdessen nach Feierabend nur herum. Vielleicht kannst du ja auch dort, wo du jetzt bist, einmal etwas ausprobieren, was du schon lange tun wolltest, wozu du aber noch nie gekommen bist?
Es hört sich blöd an, aber was mir manchmal am meisten fehlt, ist die ehrenamtliche Tätigkeit, die ich in England wenige Monate vor meiner Rückkehr nach Deutschland begonnen hatte: Sch**** schaufeln und Zwinger ausspritzen in einem privaten „dog rescue“. Die Hunde haben sich soooo gefreut, wenn ich da war, und die Leute waren so nett.
was kann man tun, um wieder zu mehr lebensfreude zu gelangen.
(ich fühle, bei mir geht es ans eingemachte…)
Vielleicht ist diese Zeit, die du gerade erlebst, ja gar nicht so schlecht. Platt, aber manchmal wahr: „Nur im Leiden lernen wir.“ Vielleicht hast du ja gerade jetzt die Chance, viel über dich selbst und das, was dir gut tut, herauszufinden, einen Schritt in diese Richtung zu tun und dabei zu erleben, dass du so etwas auch kannst!
Eine Folge meiner Jahre in England für mich auf jeden Fall ist: So schnell schreckt mich ein Orts- und sogar Länderwechsel jetzt nicht mehr. Bei allem, was nicht schön war, kann ich inzwischen aber auch sehen, was ich so alles geschafft habe, das ich mir vorher teilweise gar nicht zugetraut hätte. Das stärkt das Selbstbewußtsein! Und ändert langfristig die Perspektive …
Viel Kraft wünscht dir
Christiane