Wie kann ich am geschicktesten eine längerfristige Krankheit (kein Unfall)(fast ein Jahr) im Lebenslauf und auch im Anschreiben unterbringen? Im Anschreiben, weil es jetzt noch der Fall ist, also die letzten Monate betrifft.
Selbstverständlich würde ich mich auch erst bewerben, wenn ich wieder ganz gesund bin.
Wie kann ich am geschicktesten eine längerfristige Krankheit
(kein Unfall)(fast ein Jahr) im Lebenslauf und auch im
Anschreiben unterbringen? Im Anschreiben, weil es jetzt noch
der Fall ist, also die letzten Monate betrifft.
Als Arbeitgeber würde mich wohl hauptsächlich interessieren, ob es eine einmalige Angelegenheit war (hatte z.B. ein Arbeitskollege von mir: Hirnhautentzündung) oder ob der AG zukünftig auch immer wieder mit Ausfällen rechnen muß.
In Deinem Anschreiben solltest Du daher am Besten darauf abheben, dass Du für die Krankheit nichts kannst (z.B. wg. Virus) und keine Spätfolgen zu befürchten sind.
Selbstverständlich würde ich mich auch erst bewerben, wenn ich
wieder ganz gesund bin.
tjaaa, den AG würde bestimmt interessieren, daß ich wegen Neuroschuppenflechtirgendwasauchimmerandenfüssen (Diagnostik erweist sich als sehr schwer) schon mal ab und an krangeschrieben war und jetzt eben auch schon seehr lange. Aber ich erhoffe mir von einer Kur im Oktober zumindest so viel daß es erstmal wieder „gut“ ist und ich dann weiß wie ich dagegen kämpfen kann… Sprich, sobald „es“ wieder losgehen sollte ich dann weiß was mir hilft. Ich habe in den letzten Jahren auch eher meinen Urlaub genommen, wenn ich gemerkt habe daß es wieder schlimmer wurde und ich teilweise nicht mehr laufen konnte.
Am schlimmsten ist die Anfangszeit in einer neuen Firma, bis die Leutchen sich an mich gewöhnt haben, würde ich ungern mit „Gesundheitsschlappen“ da auftauchen schon gar nicht zum Vorstellungsgespräch, daher muß es erstmal wieder sehr in Ordnung gebracht werden…
Spätfolgen… sind das ja nicht direkt. Für die Krankheit kann ich nix, sie kann auch auf einmal wieder verschwinden, oder eben länger da bleiben… was soll ich denn da nur machen?
Hat jemand vielleicht einen netten Satz so aus dem Stegreif parat? Bin sonst ganz gut im Formulieren einer Bewerbung, aber da hakt es bei mir momentan ganz schön…
interessant für die Bewerbung ist Dein Status während der Krankheit. Bist Du während Deines letzten Arbeitsverhältnisses erkrankt und suchst jetzt übergangslos Arbeit? Dann würd ich das ganze gar nicht erwähnen. Bist Du während der Zeit arbeitslos gemeldet gewesen? Dann würde ich das auch nicht erwähnen. Wenn Du krank warst und keine feste Anstellung hattest oder arbeitslos warst, dann ist es wohl etwas schwerer. Bei Deiner Neuroschuppenflechtirgendwasauchimmerandenfüssen (*gg) kann Dein Arbeitgeber ja auch leicht den Eindruck bekommen, Du seist gar nicht belastbar, auch wenn Du selber ja schreibst, daß Du erst mal wieder ganz in Ordnung sein möchtest, wenn Du wieder anfängst zu arbeiten.
Ich habe mal eine längere Therapie gemacht und bin in den ersten Bewerbungen danach mit Ehrlichkeit auf Unverständnis gestoßen. Ich würde es daher gar nicht im Anschreiben erwähnen. Aber im Lebenslauf mußt Du es schon irgendwie erklären. Ich schreibe dann, daß ich mein Studium aus persönlichen Gründen aufgegeben habe und in dieser Zeit diverse Jobs gehabt habe (es waren genau zwei sehr, sehr kurze). Vielleicht kannst Du es so begründen, daß Du Dir dieses Jahr „freigenommen“ hast, um „familiäre Angelegenheiten“ zu regeln oder so ähnlich. Dann lügst Du eigentlich gar nicht, denn Du gehörst ja wirklich sehr zu Deiner Familie. Wenn es Dir nichts ausmacht, richtig zu lügen: Es ist immer mehr in Mode, sich eine Auszeit vom Beruf zu nehmen, um irgendwelche Wünsche zu verwirklichen, eine Weltreise oder sonst etwas…
Ganz wichtig finde ich allerdings, daß Du dann im Vorstellungsgespräch kein schlechtes Gewissen hast. Wenn Du wirklich wieder hergestellt bist, dann ist es ja in jedermanns Interesse, daß Du wieder Arbeit findest. Wenn Du mit schlechtem Gewissen zu einer Notlüge greifst, dann merkt das auch jeder Arbeitgeber im Gespräch.
Ich wünsche Dir viel Erfolg!
Gruß
Heidrun
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Vielleicht kannst Du es so begründen, daß Du Dir
dieses Jahr „freigenommen“ hast, um „familiäre
Angelegenheiten“ zu regeln oder so ähnlich. Dann lügst Du
eigentlich gar nicht, denn Du gehörst ja wirklich sehr zu
Deiner Familie. Wenn es Dir nichts ausmacht, richtig zu lügen:
Es ist immer mehr in Mode, sich eine Auszeit vom Beruf zu
nehmen, um irgendwelche Wünsche zu verwirklichen, eine
Weltreise oder sonst etwas…
Ist das wirklich so? Bzw. inwieweit klaffen hier Theorie (Wunsch nach Auszeit, aus den verschiedensten Gründen) und Praxis (Umsetzung im Berufsleben, Akzeptanz durch AG bei Wiedereinstieg) auseinander?
Meine Frage hat einen konkreten Hintergrund, da ich auch gern beruflich zumindest eine Art Aus- oder "Halb-"zeit machen möchte (entweder komplett 'raus oder einen Halbtagsjob). Zum einen aus familiären Gründen (zwar „nur“ 2-Personen-Haushalt, aber ab und zu auch 4-Personen-Haushalt mit 2 kleinen Kindern, halbfertiges Haus, großer Garten), zum anderen, weil ich meinen Partner in seinem Nebengewerbe unterstützen möchte, da er durch seinen neuen Haupt-Job nahezu kaum noch Zeit dafür hat.
Finanziell wäre das machbar, doch ich weiß nicht, wie ich diese „Auszeit“ am besten erkläre, falls ich irgendwann doch mal wieder (voll) außer Haus sozusagen arbeiten möchte.
meine (unmaßgebliche, da persönliche) Sicht als Arbeitgeber:
Ich sehe kein Problem mit einer Auszeit, wenn
sie maximal 1 Jahr ist (Verlust von Know-How)
sie gut begründet ist (nicht gerade: „ich hatte keine Lust mehr“, denn warum solltest Du jetzt wieder Lust auf meinen Job haben? Aber gerne: „Ich habe seit Jahren von einer Weltreise geträumt und habe es endlich umgesetzt und die Erfahrungen haben mich weitergebracht…“)
der alte Arbeitgeber sein Bedauern durch ein gutes Zeugnis ausgedrückt hätte (Keine „unlösbaren“ Probleme beim alten Arbeitgeber, die zur Auszeit geführt haben)
Wie gesagt, IMHO problemlos…
Kommen Allerweltsbegründungen (tschuldigung) wie Kinder, Haus, Partner fangen die ersten Probleme an (bitte keine emanzipatorische Diskussion jetzt:smile:):
Wenn ich an meinem Job interessiert bin, regle ich das trotz Job (machen andere ja auch). Also hat wohl doch die Motivation gefehlt oder der Job hatte einfach keine Priorität gegenüber dem „normalen“ Leben, aber warum sollte dann meiner für eine längere Zeit ausreichend unterhaltsam sein?
Nebenbei: auch eine Erwähnung eines Selbständigkeitsprojektes Deines Partners kann gefährlich sein, da es für einen Arbeitgeber bedeuten kann:
„Eigentlich wollen wir beide unabhängig sein, der Laden wirft aber derzeit nicht genug ab, dann fang ich halt wieder an zu arbeiten bis der Laden rundläuft und lasse Dich dann sofort wieder im Stich…“
Fazit: Wenn Du es schaffst, dem neuen Arbeitgeber die Angst zu nehmen, Du würdest schnell die Lust verlieren und auch ihn „im Stich lassen“, dann sollte das bei begrenzter Dauer kein grösseres Problem sein (halbwegs aufgeschlossenen AG vorausgesetzt).
Grüße
Jürgen
PS: Die „offiziellen“ Sabbatical werden v.a. von Unternehmensberatungen und Großkonzernen eingeführt, da das wohl gut bei Bewerbern ankommt und dem Burnout-Syndrom entgegenwirkt…
erst einmal: Nein, ich selber habe noch keine eigenen Erfahrungen mit einer Auszeit gemacht. Aber ich habe immer wieder über das von Jürgen angesprochene Sabbatical gehört und gelesen. In diesem Fall würdest Du Deinen Job nicht kündigen, sondern eben nach dieser Auszeit wieder dort weitermachen.
Ansonsten hat Jürgen Dir ja ausführlich erklärt, wie die Sicht aus Arbeitgeberlage ist. Ich bin zwar „auf der anderen Seite“, aber sehe das genauso.
Allerdings, diese Idee mit der Auszeit habe ich Silvia vorgeschlagen, weil sie im Moment gar keinen Job hat. Ich würde an Deiner Stelle sehr genau überlegen, ob Du wirklich Deinen Job aufgeben willst, um das Nebengewerbe Deines Mannes zu unterstützen, der seinen Job aber nicht aufgibt. Vielleicht wäre es statt dessen besser, mit Deinem Arbeitgeber zu sprechen und zu fragen, ob Du für eine Weile in Teilzeit arbeiten kannst. Da gibt es jetzt auch ein neues Gesetz für, so daß es für Arbeitnehmer leichter geworden ist, diesen Wunsch durchzusetzen.