Hallo!
Nehmen wir mal an, jemand muss bei einem Bewerbungsgespräch seinen Werdegang schildern. Dieser beginnt mit dem Abitur, gefolgt von einem Jurastudium, das abgebrochen werden musste, weil die Person an einer Prüfung einige Male gescheitert ist. Daraufhin hat die Person einen Job angenommen bei einem Anwalt und nebenbei eine Ausbildung für Werbung und Marketing gemacht - was der Person wiederum einen Job im Marketing gebracht hatte. Da die Person umbidingt eine akademische Ausbildung absolvieren wollte, hat sie nebenberuflich Wirtschaftswissenschaften mit Schwerpunkt Marketing abgeschlossen.
Also der letzte Teil des Werdegangs war ja sehr zielstrebig und die Bewerbung zielt natürlich wieder auf einen neuen Job im Marketing ab. ABER: wie erklärt man diesen Umweg mit dem Jura-Studium, das eigentlich durch Prüfungsversagen abgebrochen wurde, ohne sich zu rechtfertigen? Im Prinzip ist der Bewerber sogar froh, dass er nicht mehr mit Jura zu tun hat - doch welche Argumente würdet ihr vorbringen oder würden euch überzeugen?
Bin schon sehr gespannt auf eure Anregungen!
LG
Hallo,
Ich würde versuchen dem potentiellen AG klarzumachen, dass das Jurastudium ein versuch war, es offensichtlich nicht deinen Fähigkeiten entsprach und du jetzt ja was gefunden hast wo du besser bist als in Jura. Gar nicht lange draufrumreiten: Damals warst du jünger und noch in der Orientierungsphase-Fertig!
Viel Glück bei dem Gespräch
Hallo,
was willst Du denn. Bei einer Karriere gescheitert und die nächste - sogargleichwertige - durchgezogen. Was soll den daran nicht toll sein.
Das musst Du nur noch so rüberbringen. Vor allem vor Dir selber.
Gruß
Peter
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Hallo Eva,
Jura probiert - hat nicht geklappt —> Jugendsünde
Der Rest ist doch sehr stringent.
Das sollte jeder AG auc hso sehen.
Gandalf
Hallo!
In jedem „Scheitern“ liegt auch immer ein Gewinn: Erfahrung! Der Fehler ist einfach das Jurastudium von Anfang an als „Fehler“ zu betrachten, als Zeitverschwendung, Fehleinschätzung eigener Fähigkeiten etc.
Nur: vielleicht war es doch ein Vorteil, diesen Umweg gemacht zu haben!
Ich würde das alles ins Positive drehen und als derjenige sagen daß ich zunächst Interesse an Jura hatte und sehr gespannt und interessiert war. Ich habe in der Zeit sehr viel gelernt und erfahren, über das Studium, über die Rechtsprechung, über mich. Dann ist mir aber bewußt geworden daß ich meine berufliche Zukunft anders sehe. Also habe ich auf die Erkenntnis reagiert und meinen Lebensweg neu ausgerichtet.
Jura war kein „Fehler“, keine „Panne“, keine „Zeitverschwendung“, sondern eine wichtige und interessante Erkenntnis, aus der man viel mitgenommen und gelernt hat, auch wenn sich zeigte daß es nicht „der“ Weg für die eigene berufliche Zukunft war.
Ich würde da gar nicht defensiv plaudern und etwas rechtfertigen, was gar nicht rechtfertigt werden muß. Vor allem geht es hier ja nicht um 20 Neuorientierungen, sondern nur eine einzige. Wenn man das schon als Knacks im Lebenslauf betrachtet… ich finde es eher schade daß man dazu tendiert Leuten derartige Erfahrungen, die sie bereichern, immer gleich als Mangel auszulegen.
Auch wenn mir ein solcher Knick im Lebenslauf vorgehalten würde würde ich das nie als „Mangel“ sehen sondern für mich sind das Erfahrungen, die jemanden auszeichnen weil derjenige Einblicke hatte und Wissen hat, was ein Schmalspur-„Ich habe nur einen Weg beschritten“-Bewerber nicht vorweisen kann.
Gruß,
MecFleih