Lebensmittelchemie: Individuelle Bedarfsanalyse durch Mini-Blutproben

Lieber Experte,

Ich suche nach

  1. einem aktuellen Projekt im Bereich der Lebensmittelchemie. Konkret geht es darum, dass durch Mini-blutests (Finger, Ohrläppchen ecc.) der Konsument bequem zu Hause ermittelt kann, was heute gegessen werden muss, um die notwendigen Vitamine, Kalorien ecc. aufzunehmen. Angeblich wird gerade in der Schweiz im Forschungszentrum von Nestle daran getüftelt. haben Sie infos darueber? Oder wissen Sie wohin der Trend geht in dem Bereich der Industrie?

  2. Welche Methoden gibt es in der Lebensmittelchemie um Inhaltsstoffe, Zusammensetzung, ecc. von lebensmitteln kostenguenstig, schnell und einfach zu analysieren.

Vielen herzlichen Dank
Sandra

Hallo,
zu 1. kann ich wirklich gar nichts sagen. Ich halte es auch für sinnlos, weil man nicht allein über die Blutzusammensetzung den Ernährungszustand bestimmen kann. Ich kann es nicht wissenschaftlich belegen, denke aber, dass die Menschen mehr auf ihr eigenes Gefühl hören sollten. Aber das war nicht das, wonach Du fragtest.

  1. Welche Methoden gibt es in der Lebensmittelchemie um
    Inhaltsstoffe, Zusammensetzung, ecc. von lebensmitteln
    kostenguenstig, schnell und einfach zu analysieren.

Am ehesten entspricht die HPLC bzw. GC Deinen Anforderungen. Man kann ganze Stoffgruppen in relativ kurzer Zeit bestimmen. Allerdings ist der Punkt „einfach“ etwas eingeschränkt, denn man benötigt einige 10.000 Euro teure Geräte und ein Qualitätsmanagementsystem, um die Richtigkeit der Ergebnisse zu gewährleisten.
Schnelltests á la „ein Tropfen Reagenz und ein Tropfen Probe, fertig“ gibt es nicht.

Was ist der Hintergrund deiner Frage?

Gruß,
Spiff

Hallo Sandra,

Deine Frage Nr 1 klingt schon recht futuristisch. Man stelle sich vor, am Morgen gibt man ein paar Tropfen Blut ein einen geheimnisvollen Kasten und heraus kommt der Einkaufszettel für den aktuellen Tag - ganz unabhängig davon, worauf ich gerade Appetit habe! Außerdem sind ja nicht nut die „Makro-Nährstoffe“ für Gesundheit und Wohlbefinden verantwortlich, sondern hunderte „sekundäre“ Nährstoffe. Aber ich bin kein Mediziner und will dazu nicht mehr sagen.
Zu Frage 2:
Es gibt chemische Schnelltests, bei denen man 1 Tropfen einer Messlösung (z.B. Blut) auf ein Teststäbchen gibt und ähnlich wie bei der pH-Messung erhält man die Konzentration eines speziellen Stoffes. Aber diese Tests sind begrenzt und z.B. für viele nur in geringen Konzentrationen vorliegenden Lebensmittelinhaltsstoffen nicht verfügbar. Informiere Dich lieber über eine gesunde Ernährung und stelle Deinen Ernährungsplan darauf ein! Und vergiss nicht eine ausreichende körperliche Aktivität!

Gruß mahlikl

Hallo Sandra,
zu 1. Ja, es gibt Bluttests, die mit einer geringen Menge an Blut (vom Finger z.b) auskommen. Aber mit diesen kann man nur grundsätzliche Blutparameter wie Eisen, Cholesterin usw bestimmen.
Wie es mit Vitaminen aussieht, weiß ich nicht. Die sicherste Methode ist, ein Ernährungsprotokoll zu führen und dann mit Programmen auszuwerten (z. B. Ebis)
zu 2. Es kommt immer auf die Inhaltsstoffe und das Lebenmittel an. Kostengünstige Varianten gibt es nur in einigen Screenig-Methoden, aber dabei kann man auch nciht alle Bestandeteile auf einmal nachweisen. Jeder Bestandeteil benötigt seine eigene Lebensmittel-Aufbereitung. Im Schweizer Lebenmittelbuch sind einige Analysemethoden angegeben.
Wenn Sie weitere Informationen benötigen, kontaktieren Sie mich einfach nochmals. Ich beantworte gerne Fragen. Ihre Fragen waren bisher die Interessantesten, die ich beantwortet habe.

Liebe Grüße aus Bonn

Hallo Sandra,

die erste Frage fällt meiner Ansicht nach eher in das Fachgebiet Medizin als in die Lebensmittelchemie. Hier kann ich Ihnen leider nicht weiter helfen.

Zur Frage 2. wäre zu sagen, dass die Haupt-Inhaltsstoffe der verschiedenen Lebensmittel(hauptsächlich Wasser, Fett, Eiweiß, Kohlenhydsrate etc.)durch sehr verschiedene analytische Untersuchungsmethoden in den chemischen Labors der Herstellerbetriebe oder auch durch Zentrallabors bestimmt und überwacht werden.
Die Untersuchungsmethodik ist sehr breit gefächert und für die einzelnen Lebensmittel zum Teil auch sehr unterschiedlich.
Sie sollten vielleicht besser einmal Kontakt zu einem Untersuchungslabor aufnehmen, die Ihnen dann leicht vermitteln können, dass man diese Problematik nicht über „Bausch und Bogen“ in Kürze abhandeln kann.

Viel Erfolg dabei und beste Grüße
S.Eichenkamp

Hallo Sandra,

von den von Dir angesprochenen Tests habe ich noch nichts gehört. Ich vermute es handelt sich um immunologische Tests, die dann so ähnlich funktionieren wie ein Schwangerschafts- oder Drogentest. Man gibt einen Bluttropfen an das Ende einer Testanordnung, das Blut saugt sich in einen Ablesespalt und dort erscheinen entsprechende Linien. Die Details wird sich aber Nestle sicherlich patentieren lassen und nicht verraten. Zwar kann man auch selbst solche Tests herstellen, wenn man entsprechende Antiseren zur Verfügung hat, aber der Teufel steckt im Detail. Billig werden solche Tests erst wenn man eine großer Zahl herstellen kann.
Ich konnte Dir leider nicht sehr viel weiter helfen, aber vielleicht könntests du selbst überlegen für welche Stoffe ein solcher immunologischer Test sinnvoll wäre.
Viele Grüße
M. Weber

Danke fuer deine Antwort. Hintergrund meiner Frage ist: Ich bin auf der Suche nach den neuesten Trends in verschiedenen Bereichen wie Lebensmittelchemie, forensische Toxikologie, point of care… um herauszufinden welche Methoden in diesen Bereichen benutzt werden um verschiedenen Substanzen ausfindig zu machen.

Ich bin im Bereich Drogen/Doping taetig und der Prozess Proben ins Labor zu senden ist sehr teuer und aufwendig. Deswegen die Suche nach Trends in aehnlichen Bereichen, um zu lernen was waere auch bei uns Drogen/Doping moeglich, um unseren Prozess zu verbessern.

Du schreibst "HPLC bzw. GC Deinen Anforderungen.

Man kann ganze Stoffgruppen in relativ kurzer Zeit bestimmen." Genau das ist ein Ansatz der mich interessiert. Bist du in dem Bereich taetig? Kannst du mir kurz beschreiben wie das geht? Glaubst du das koennte man auch bei Blut und Drogen anwenden? Werden die Geraete in deinem Bereich guenstiger-point of care- oder was sind die Entwicklungen in deinem Bereich?

Herzlichen Danke
Sandra

Hallo mahlikl,
Danke dir!

  1. Ja genau so wurde es mir beschrieben. Leider konnte ich noch nichts dazu finden.
  2. Es geht mir eigentlich nicht um gute Ernaehrung, sondern um die neusten Trends in verschiedenen Maerkten (unter anderem Lebensmittelchemie) im Bereich screening Methoden. Du beschreibst die Schnelltests fuer ph Werte. Bist du in diesem Bereich tatetig? Weisst du welche zukuenftigen Trends/Forschungen gerade gemacht werden?

Danke
LG
Sandra

Hallo Frau Weiher,

und vielen Dank!
Koennte ich mich bei Ihnen telefonisch melden? Ich haette noch einige Fragen. Ich hab erst kuerzlich mit einigen Experten aus Deutschland und den USA gesprochen, da ich auf der Suche nach verschiedensten Screening methoden bin, um zu lernen ob diese auch in meinem Bereich anwendbar waeren (Drogen/Doping).

Herzliche Gruesse
Sandra Walder

cell: +1 321 431 2069
office: +1 321 445 1832
skype: sandra.walder
e-mail: [email protected]

Hallo Siegfried,

Vielen Dank!
zu 1) Haben Sie villeicht eine Idee an welches Institit oder Universitaet ich mich wenden sollte?

zu 2) Sind Sie in diesem Bereich taetig? Ich Suche nach neusten trends in verschiedenen aehnlichen Maerkten, um herauszufinden welches sind die neusten Screeningsmetoden. Wissen Sie wohin sich Ihr Bereich gerade entwickelt? Guenstigere Technologie/ neue Prozesse…?

Vielen Dank
Herzliche Gruesse
Sandra

Hallo Herr Dr. Weber,

Doch das hat mir schon geholfen, v.a. die Aussage "kann man auch selbst solche Tests herstellen, wenn man

entsprechende Antiseren zur Verfügung hat, aber der Teufel
steckt im Detail"

Bei mir geht es um Drogen/Doping Tests. Im moment werden hier nach ueber 200 verschiedenen Komponenten gesucht. Der Prozess ist teuer und langwierig und deswegen meine Suche nach neusten screening Trends in anderen bereichen wie z.B. die Lebensmittelchemie.

Gibt es gewisse Trends/Forschungen oder Richtungen in die die Lebensmittelchemie tendiert?

Vielen Dank
Sandra Walder

Hallo Sandra,

Du stellst sehr generelle Fragen, die eine sehr lange Antwort erfordern. Ich merke Du bist absoluter Laie auf dem Gebiet, deswegen sind HPLC und GC definitiv nichts für Dich. Auch bei der Bestimmung von Drogen und ihren Derivaten im Blut wird diese Technik eingesetzt. Der Grund, warum man aber für eine genaue Bestimmung die Proben in ein Labor schickt ist der, dass das Laborpersonal mit dieser Geräten umgehen kann, sie warten kann, sie überprüfen kann usw.
Was Du aber suchst sind Schnelltests, die es im Bereich Drogen auch gibt, aber lange nicht so empfindlich und sicher sind. Soweit ich weiß, wird jedes positive Ergebnis eines Schnelltests mit einer anderen Methode überprüft (im Labor). Informiere Dich lieber bei einem Drogen-Schnelltest-Hersteller, der kann Dir da besser Auskunft geben.
Übrigens: Die - für nicht Laborpersonal recht schwierig zu verstehende - HPLC- bzw. GC-Technik wird auch im Internet erklärt. Google bspw. „NTK Landau Chromatographie“.

Viele Grüße und viel Erfolg,
Spiff

Hallo Sandra,

meine Antwort lautet ganz einfach: Wenden Sie sich doch vertrauensvoll ganz einfach an einen Lebensmittelhersteller Ihrer Stadt/Ihrer Region - z. B. an einen Milchverarbeiter/an eine Brauerei/ an einen Fleischverarbeiter etc.
Diese Lebensmittelbetriebe haben ein Labor zur Produktionsüberwachung und können Ihnen mit neusten U-Methoden weiterhelfen.
Ich bin da auch nicht mehr so informiert, da ich schon einige Zeit nicht mehr in Arbeit mich befinde.

Viel Erfolg und beste Grüße.
S.Eichenkamp

Hallo Sandra,
über Trends/Forschungen kann ich leider nichts sagen. Aber „google“ doch einfan mal „chemische schnelltests“ oder „chemische screeningverfahren“… da findest Du sicher was!

Viel Glück
mahlikl

Sorry, aber da kann ich Ihnen leider nicht weiterhelfen

Hallo Sandra!

sorry für die Verzögerung, war im Urlaub.

Grundsätzlich:
1.) Analysen schnell, einfach und billig ist i.A. schon ein Widerspruch in sich. Grobe Faustregel: je schneller (und/oder einfacher), desto teurer. Ist einfach so. Chemische Untersuchungen (insbesondere auf Spurenbestantteile wie Vitamine) sind nicht billig - und werden es in absehbarer Zeit auch nicht werden.

2.) Deine Anfrage ist extrem allgemein. Vitamine, Kalorien ecc. . . . wo willst du die Grenze ziehen? Die Wissenschaft kennt heute hunderte von Stoffen, die im weiteren Sinne alle die Bezeichnung „Vitamin“ verdient hätten. Die bekannten, klassichen Vitamine sind halt nur die ersten, die man gefunden hat.
Alleine die Untersuchung eines normalen Lebensmittels auf die klassichen Vitamine kostet so um die 2000-3000 Euro - und ich denke nicht, das sie im Blut in vergelichbaren Mengen vorliegen, da wird man wohl ausgefeiltere (und damit teurere) Methoden heranziehen müssen.
Das ganze dann noch mit essentiellen Fett- und Aminosäuren, Mineralstoffen, den klassichen Nährstoffen, das, was man heute mit „sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe“ zusammenfasst (das sind die Vitamine, für die man keine Buchstaben mehr hatte) - und das ganze wird ein Fass ohne Boden.

Und bei einigen Dingen (Kalorieen) denke ich auch nicht, das eine Untersuchung Sinn macht, weil über den Tag hinweg extrem schwankend und wahrscheinlich auch bei jedem Menschen anders.

Hinzukommt, das ich persönlich den grundlegenden Ansatz schon für Unfug halte. Deutschland ist kein Mangelland. Wer sich hier auch nur halbwegs sinnvoll ernährt (und dafür reicht die Beachtung der Regel „5 am Tag“ aus), der bekommt alle Vitamine und Nährstoffe die er braucht, der braucht weder Nahrungsergänzungsmittel noch irgendwelche Geräte, die ihm diktieren, was er Essen darf und was nicht.

Es sei denn, er wäre krank, dann gelten natürlich andere Regeln. Dann könnte so ein Gerät ähnlich der Blutzucker-/Insulin-Messung Sinn machen. Aber ich persönlich hab etwas Bauchschmerzen bei dem Gedanken, das sich Nahrungsmittelkonzerne um solche Entwicklungen kümmern - das sollte man den Medizinern überlassen . . .

lg, mabuse

  1. einem aktuellen Projekt im Bereich der Lebensmittelchemie.
    Konkret geht es darum, dass durch Mini-blutests (Finger,
    Ohrläppchen ecc.) der Konsument bequem zu Hause ermittelt
    kann, was heute gegessen werden muss, um die notwendigen
    Vitamine, Kalorien ecc. aufzunehmen. Angeblich wird gerade in
    der Schweiz im Forschungszentrum von Nestle daran getüftelt.
    haben Sie infos darueber? Oder wissen Sie wohin der Trend geht
    in dem Bereich der Industrie?

  2. Welche Methoden gibt es in der Lebensmittelchemie um
    Inhaltsstoffe, Zusammensetzung, ecc. von lebensmitteln
    kostenguenstig, schnell und einfach zu analysieren.

Vielen herzlichen Dank
Sandra

Es gibt zur Zeit mehrere Trends, die allerdings nichts mit dem Thema immunologische Schnelltests in Blut zu tun haben:
Geschmacksrezeptoren, auch in anderen Bereichen wie Zunge und Mund
Schnellanalytik von Rückständen
gehärtete Fette
online-Überwachung von Trinkwasserversorgungsanlagen
etc.

Viele Grüße
M. Weber