Hallo Thorulf,
Alles Quatsch was in den Artikeln steht?
- Kaum große Anbieter mit großer Leistung
Von der Größe eines Lebensversicherers lässt sich nicht automatisch auf Leistung schließen. Mehrere Umsatzriesen würden derzeit keine Top-Ablaufleistung bieten, warnt der Allfinanz-Informationsdienst map-report.
Quasi als Abfallprodukt des neuen Lebensversicherungs-Ratings hat map-report die Marktanteile der größten Anbieter und deren Rating-Ergebnis nebeneinander gestellt. Zusätzlich wurde als Leistungs-Kriterium noch die Ablaufleistung eines Mustervertrages ermittelt und ins Verhältnis zum Marktdurchschnitt gesetzt.
Einzig der Marktführer kommt auf Top-Leistung
Ergebnis: Es ist ein Trugschluss, von Größe auf Qualität zu schließen, meint map-Chefredakteur Manfred Poweleit und nennt als Ausnahme nur die Allianz, Debeka und mit leichten Abstrichen R + V.
Andere Branchengrößen hinken in der Bewertung mehr oder weniger deutlich der Spitze hinterher.
Leistungsstärke der größten Lebensversicherer
Gesellschaft
Marktanteil1
Rating
Ablaufleistung2
Allianz
15,18
Hervorragend
102,4
Debeka
3,03
Hervorragend
115,5
1 in % der Beitragseinnahmen 2003
2 tatsächliche Leistung eines 30-Jahres-Vertrages in % des Marktschnitts
Quelle: map-report 582 – 583/04
- Letzte Chance überlegt nutzen
Die aktuelle Gesetzgebung lässt Verbrauchern und Vermittlern keine Wahl: Wer noch zusätzlich etwas fürs Alter tun will und die Erträge aus der sichersten und rentabelsten Altersvorsorge steuerfrei kassieren will, der muss noch bis zum Jahresende eine Kapital-Police abschließen und den ersten Beitrag bezahlt haben.
Dabei hilft auch die aktuelle Analyse (Rating) von map-report, die Bilanzen, Gewinnbeteiligungen, Ablaufleistungen und Service nach einem transparenten Modus testet.
Regelrechte Abstürze musste zum Beispiel Axa verkraften. Obwohl noch längst nicht alle stillen Lasten getilgt sind, wird weiter auf Risikopapiere gesetzt. Dabei bekam ein Axa-Modellkunde 2003 bei einem 12-Jahres-Vertrag 33 Prozent weniger Leistung ausgezahlt als im Marktdurchschnitt üblich.
Wieder sieben Gesellschaften Spitze
Verbraucher sind zwar zur Altersvorsorge bereit, aber ihnen fehlt das ökonomische Wissen, um richtige Entscheidungen zu treffen. Damit ist besonders der Vertrieb gefordert. Hier bietet das neue Lebensversicherungs-Rating des Branchendienstes map-report Entscheidungshilfe.
Insgesamt hat map-report, die älteste deutsche LV-Ratingagentur, 46 Gesellschaften bewertet (Vorjahr: 45), die mindestens 30 Jahre am Markt operieren (so genanntes m-Rating).
„Es wird von den Nutzern bezahlt und nicht von den bewerteten Versicherern”, verweist Chefredakteur Manfred Poweleit auf die Konkurrenz.
Nur aktuelle Analyse möglich
Die Wahl des richtigen Versicherungs-Partners sei schwierig, weil niemand weiß, wie die Gesellschaften in den kommenden 20 oder 30 Jahren wirtschaften. Lediglich die aktuelle Stärke der Anbieter lässt sich analysieren.
Der map-report analysiert mit 18 Kennzahlen nicht nur Bilanzen und aktuelle Gewinnbeteiligungen, sondern auch Ablaufleistungen und den Service für Verbraucher. Die höchste Auszeichnung erreicht nur, wer alle Daten lückenlos zur Verfügung stellt, Geschäftsberichte der letzte 12 Jahre geliefert hat und mindestens 70 von 100 möglichen Punkten erreicht (VersicherungsJournal 5.11.2003).
Immer mehr Anbieter fallen ab
Immerhin 35 Gesellschaften bringen es im Langfrist-Rating auf gute und noch bessere Ergebnisse (Vorjahr: 42). Gegenüber der Masse fallen mit befriedigenden Leistungen insgesamt 11 Gesellschaften ab (Vorjahr: 6). Poweleit schätzt, dass rund 15 weitere Gesellschaften allenfalls Mittelmäßigkeit produziert haben.
Allerdings gäbe es eine erhebliche Dunkelziffer. Denn einige haben überwiegend keine Daten geliefert (Nürnberger; Bayern-Versicherung; Deutscher Ring; Karlsruher Hinterbliebenenkasse; Landeslebenshilfe). Andere wollten zum Beispiel wieder ihre Prozess-Quoten nicht offenbaren (Europa) und fielen deshalb aus der Wertung.
18 Gesellschaften sehr gut und besser
Im zwölften Lebens-Rating seit 1993 erreichten sieben Anbieter mit „mmm” (hervorragend) das höchste Prädikat für langjährig erfolgreiche Arbeit:
· Debeka,
· Cosmos,
· HUK-Coburg,
· Asstel,
· Süddeutsche,
· Allianz,
· DEVK a.G (Eisenbahn).
Zu ähnlichen Ergebnissen war kürzlich auch das Softwarehaus Morgen & Morgen gelangt (VersicherungsJournal 6.10.2004).
Gründe für den Spitzenplatz der Debeka
Die höchste Punktzahl erreichte die Debeka. Sie überzeuge seit vielen Jahren durch die mit weitem Abstand höchsten Ablaufleistungen für die Kunden (VersicherungsJournal 18.6.2004). Obwohl mit eigenem Außendienst gearbeitet und Büros in fast allen wichtigen Städten unterhalten werden, seien die Kostensätze vorbildlich.
Hintergrund ist die Philosophie des Gegenseitigkeits-Vereins, jeder ausgegebene Euro gehöre schließlich den Mitgliedern. Und so wird auch am Kapitalmarkt besonders vorsichtig operiert. Weiteres Erfolgrezept: Die Debeka verzichtet auf teure Werbung und konzentriert sich in Kapitalanlage und Produktgestaltung auf das Wesentliche.
Spitze nahezu unverändert
„Insgesamt ist die Spitze nahezu unverändert geblieben”, sagt Poweleit. Lediglich die DEVK Eisenbahn rückte auf. Seit mehreren Jahren habe sich die Gesellschaft („fast eine graue Maus”), lautlos in das Spitzenrating vorgearbeitet.
Dafür büßte die neue lebensversicherung AG ihre hervorragende Bewertung ein und erhielt nun ein „Sehr gut”. Grund: Die ersten BU-Prozesse – das Geschäft in dieser Sparte wurde erst spät begonnen führten zu Abstrichen in der Bewertung, ein „Hervorragend” wurde nur um einen einzigen Punkt verfehlt.
Insgesamt sei die Zahl der Anbieter mit dem Prädikat „mm” (sehr gut) geschrumpft – auf 11 (Vorjahr: 17). Neben der neuen leben sind dies:
· WWK,
· Provinzial Rheinland,
· Hannoversche Leben,
· Dialog,
· Provinzial Hannover (VGH),
· R + V,
· Lebensversicherung von 1871,
· Volkswohl Bund,
· Westfälische Provinzial und
· Continentale.
Wichtige Verlierer
Zu den größten Verlierern gehören drei Anbieter, die zu multinationalen Finanzkonzernen gehören. Axa, Victoria und Deutscher Herold seien von der Börsenkrise besonders hart getroffen, haben daher ihre Überschuss-Beteiligung erheblich gesenkt und weisen trotzdem noch beträchtliche stille Lasten in den Büchern auf (VersicherungsJournal 17.9.2004).
Da deren Leistungen für die Kunden „bereits vor der Börsenkrise alles andere als berauschend waren, führten die aktuellen Turbulenzen trotz einer sehr langfristigen Ausrichtung des Ratings jetzt zu einem Absturz”, so Poweleit.
So schaffte Axa 2003 bei der Ablaufleistung des 12-Jahres-Vertrages nur noch 67 Prozent des Marktschnitts. Dennoch halte der französisch geführte Versicherer massiv an Risikopapieren fest (VersicherungsJournal 1.10.2004).
Von Verweigerern und Haftungsrisiken
Bei aller Kritik gebührt den Gesellschaften Respekt vor der Ehrlichkeit, auch unvorteilhafte Zahlen vollständig vorzulegen, lobt Poweleit.
Mit Blick auf die Verweigerer rät er: „Verbraucher und Vermittler tun gut daran, sich nicht von großen Namen blenden zu lassen”. Vorsorge-Entscheidungen bedürften gründlicher Information – auch beim Vermittler (Haftungsrisiko).
Tipp zum Weiterlesen
Die Untersuchung „Rating deutscher Lebensversicherer” ist im map-report 582 – 583/2004 erschienen; sie kostet 75 Euro als gedrucktes Heft bzw. 65 Euro als PDF-Datei (Bestellung per Fax 04139/ 7019 oder im Internet)…
Wos stehen solche Gesellschaften wie StandardLife, ClericalMedical usw.
Mir fällt bei den Empfehlungen von Mehrfachvertretern und Maklern häufig auf, dass die oben stehenden Unternehmen selten empfohlen werden… Und das hängt mit u. U. auch damit zusammen, dass nur wenige z. B. Allianz, Debeka u.ä. verkaufen können… Oder ist das nur Zufall?
Gruß Matthias
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