Lebensversicherung stilllegen,verkaufen,fortführen

Hallo zusammen,

Ziel:
ist es meine Lebensversicherung mit möglichst wenig Verlust zu verkaufen. Ebenso kommt Beitrags freistellen in Betracht.

Eckdaten:
Versicherunggesellschaft: Eine „…“ fürs Leben
Abschlußdatum war 09/1994 als BU+Kapitallebensv.+Totesfallabsicherung 40000€
Beitrag 54,58€; derzeitiger Rückkaufswert (03/2009) 2800,84
(Ich bin mir darüber bewußt das von den 54,58€ Beitrag nur ein Teil zum Kapitalaufbau verwendet wird, ebenso gehen Bearbeitungsgebühr davon weg)

Daraus resutliert: Es wurden insgesamt ca.9800€ eingezahlt. Wenn man einen durchschnittlichen Zinssatz zugrunde legt und die Versicherung als reine Kapitalanlage fungieren würde hätte Sie einen Wert von jetzt 11800€

Mögliche Entscheidungen und daraus errechnete Werte:

  1. Umwandlung zur Kapitallebensversicherung (Angebot)
    Vertrag läuft bis 8/2042 mit monatlich 49,75€, Rückkaufswert 2800,46;Ablaufleistung 31520€
    die Werte in einen Rechner (von Stiftungwarentest) eingegeben kommt eine Rendite von 1,7% raus. (Inflation von 3%, wenig Rendite machen dies unattraktiv)
    2.Kündigung selbst: 2800,84 ebenso sehr schlecht
    3.LV-Doktor: Gesellschaft für Sammelprozesse, Übernimmt den Rechtsanspruch und die Abwicklung zur Auflösung der LV, kein LV-Aufkäufer
    Versprochen wird:
    3.1Kündigung durch Juristische Person bringt einen höheren Rückkaufswert; Kosten 87€; Erzielter Wert 2800+ x -87€ =
    3.2 Danach wird Sammelklage eingereicht sofern es ein Chance gibt mehr als 300€ rauszuholen. Betrag= -300€ + 0,5 x „Erstrittener Wert“
    (0,5=50% die die Gesellschaft für sich nimmt)

Mir ist bewußt das ich in den letzten Jahren eine excessive Kapitalvernichtung betrieben habe. Wenn ich mich im Fernseh dazu äußern müßte würde mein ein endloses „Piep“ hören.

Was habe ich noch für Möglichkeiten, wo seht Ihr das größte Potential?
Gibt es noch andere Gesellschaften? Was haltet ihr von der Gesellschaft? Was kommt raus wenn ich Beitragsfreistelle (eine Rendite von 4-6% würde ich anstreben)?
Hat man mich hier sauber aufs Kreuz gelegt? (ja, oder überseh ich was?)

Hallo Daniel,

in letzter Zeit häufen sich die Anfragen in wer-weiss-was, was man mit seiner Lebensversicherung machen soll, die evtl. in stürmischen, krisenhaften Zeiten Ballast sein kann. Deshalb möchte ich ein paar (auch kritische) Zeilen als Nutzniesser dieser Anlageform und Versicherung schreiben.

Man hat dich nicht aufs Kreuz gelegt. Dir ist es so ergangen, wie den meisten, die eine Kapitallebensversicherung praktisch als normiertes Dienstleistungsprodukt „gekauft“ haben.
Du hast wahrscheinlich im Jahre 1994 einen Versicherungsvertreter evtl. zuhause gehabt und jetzt entpuppt sich diese Besuchsstunde als die für dich teuerste Stunde deines Lebens.
Es sind Fehler gemacht worden.

  1. Die Absicherung ist bei einem Vertreter abgeschlossen worden. Sinnvoll wäre eine Versicherung gewesen, die vertreterlos arbeitet. An die man also persönlich herantreten muss. Man muss ihre Geschäftsstellen selbst besuchen oder schriftlich kontaktieren. Dadurch erspart man sich die sog. Abschlusskosten für den Vertreter. Man hat mir gesagt, dass diese Kosten rund 5% der Versicherungssumme ausmachen können. Das wären bei deiner Versicherung rund 2000€ oder rund 36 Monate Beiträge und dann fängst du erst an, deine Kapitallebensversicherung anzusparen. Bei einer sog. Direktversicherung also einer Versicherung, die ohne Verteter abgeschlossen wird, spart man schon vom ersten Beitrag an. Auch gibt es vom ersten Beitrag einen Rückkaufswert. So war es zumindest bei meiner Versicherung garantiert worden.
  2. Mit einer Kapitallebensversicherung ist man bis zum (manchmal bitteren) Ende auf Gedeih und Verderb „verheiratet“. Wie im realen Leben tut eine Scheidung weh. Finanziell sogar sehr weh. Vielleicht ist das sogar richtig, weil man den Beitritt zur Versicherung sich dreimal gut überlegen sollte. Durch Dick und Dünn wie bei einem Ehepaar muss man mit seiner Versicherung gehen, und darf nicht die Flinte ins Korn werfen, wenn irgendwo etwas klemmt.
  3. Bei deinem Vertrag wäre es am sinnvollsten, wenn du einen Antrag auf Beitragsbefreiung stellst. Oder steht dir das Wasser so hoch, dass du unbedingt die 2000€ brauchst. Dann kommst du in ca. 30 Jahren noch einigermassen aus der Versicherung heraus. Bedenke dass du eigentlich drei Versicherungen bedienst, und deine Erträge aber auf die Kapitallebensversicherung beziehst. Die Absicherung der beiden anderen Risiken kosten ja auch Geld.

Zwei meiner langjährigen Kapitallebensversicherungen wurden letztes Jahr ausgezahlt, und ich bin froh über das nette Resultat, und dass ich sie über all die Jahre immer bedient habe, auch wenn es hin und wieder ziemlich weh tat.
Ich wünsch dir viel Glück
Bernd

Mir ist bewußt das ich in den letzten Jahren eine excessive
Kapitalvernichtung betrieben habe.

Das glaube ich nicht, Du darfst nicht vergessen, dass Du eine BU-versicehrung mit einer Laufzeit von 48 Jahren (Endalter 65 ?) und eine Risikolebensversicherung dabei hattest. Von Deinem sehr geringen Monatbeitrag dürfte fast alles in die Risikoabsicherung, und fast gar nichts in den Kapitalaufbau geflossen sein.

Was habe ich noch für Möglichkeiten, wo seht Ihr das größte Potential?

Falls Du eine ordentliche BU-Rente im Vertrag hast, betrachte das Ganze als Risikoabsicherung und vergiß für diesen vertrag das Wort „Rendite“.

Rendite von 4-6% würde ich anstreben)?

In disem bereich bewegen sich auch momentan viele der großen Lebensversicherer.

Hat man mich hier sauber aufs Kreuz gelegt? (ja, oder überseh ich was?)

Ich glaube, Du übersiehst etwas (siehe oben), genau kann man das nur beurteilen, wenn man den vertrag vor Augen hat.

Guten Tag Daniel,
in Ihrer Darstellung sind wesentliche Punkte unklar.

Sie schreiben davon, dass eine Kapitallebensversicherung besteht plus
Todesfallabsicherung. Eine Kapitallebensversicherung beinhaltet jedoch regelmäßig eine Todesfallabsicherung.
Dann schreiben Sie über Alternativen zum bestehenden Vertragsgeflecht,
welches darin bestehen soll, eine Kapitallebensversicherung abzuschließen.
Um es vorsichtig zu formulieren: Eine Kapitallebensversicherung ist bereits eine Kapitallebensversicherung. Wenn sie von vornherein eine
Kapitallebensversicherung war. Die Alternative dazu kann per se keine
andere Kapitallebensversicherung sein.
Oder ist es so, dass die bestehende Kapitallebensversicherung in Wirklichkeit eine fondsgebundene Lebens- oder Rentenversicherung mit
angeschlossener Berufsunfähigkeitsversicherung und Unfallzusatzversicherung mit Todesfall-Leistung ist ?
Ihr vorgelegtes Zahlenwerk spricht bei Berücksichtigung des dargestellten Geldverbrennfaktors eher für diese Variante.

Mir will scheinen, Sie täten gut daran, wenn Sie Ihre Verträge von jemandem prüfen lassen, der etwas davon versteht. Dazu bietet sich zum Beispiel die nächstgelegene Geschäftsstelle der Verbraucherzentrale an. Nehmen Sie aber den Papierkram mit. Sonst weiß
wieder niemand, was für Verträge Sie eigentlich haben.

Ihre Prozessabsichten sollten Sie auch von jemandem prüfen lassen, der etwas davon versteht. Denn 15 Jahre Einverständnis lassen sich
objektiv schwerlich durch Falschberatung oder Über-den-Tisch-Ziehen
erklären. Hier kann auch Geldgier oder Unbedarftheit eine Rolle spielen. Es kann daher dazu kommen, dass Sie bei einem Rechtsgang wiederum gehöriges Geld in den Sand setzen.
Gruß
Günther

Danke für die schnellen Antworten, hier noch etwas mehr Backround

zu Nordlicht:
als ich 1994 die Versicherung abgeschlossen habe, bin ich gerade in die Lehre (Handwerk) eingestiegen. Mittlerweile habe ich ein Studium abgeschlossen und die „alte BU (250€/Monat bei BU)“ reicht nicht mehr aus. Hinzu kommt das der monatliche Auszahlungsbeitrag in keinem Verhältnis zu dem Beitrag steht. Habe eine neue reine BU (1500€/Monat(Auszahlung), 35€/Monat(Beitrag)) und da kommt mir die LV wie ein Klotz am Bein vor.

zu Help.you:
Die diskutierten Forenbeiträge habe ich gelesen und bin auf Basis dessen zu dem Schluß gekommen, das ich die LV kündigen sollte. Man liest sehr oft „Lieber ein Ende mit schrecken, als schrecken…“
Der beste Tip, und das kann man nicht oft genug wiederholen, man sollte sich direkt an die Versicherungsgesellschaften wenden.
Wenn ich die Versicherung fortführe, dann rein als Kapitalanlage und da sollte die Rendite einem durchschnittlichen Marktzins entsprechen. Ich werde als nächstes prüfen was die Versicherung bei BeitragsstBeitragsstellung bringt.

Offene Punkte:
Meinungen zur Liquidationsgesellschaft

Grüß dich Günther
du hast natürlich teilweise recht und mir ist bewußt das verwendete Begrifflichkeiten nicht dem Fachchargon entsprechen. Wird mein Post für dich klarer wenn ich sage das es sich dabei im Moment um eine

Lebens- oder
Rentenversicherung mit
angeschlossener Berufsunfähigkeitsversicherung und
Unfallzusatzversicherung mit Todesfall-Leistung

(nicht Fond-gebunden)

Verbraucherzentrale

Diesen Rat nehme ich gerne an

Ihre Prozessabsichten sollten Sie auch von jemandem prüfen
lassen, der etwas davon versteht. Denn 15 Jahre Einverständnis
lassen sich
objektiv schwerlich durch Falschberatung oder
Über-den-Tisch-Ziehen
erklären.

Ich halte das Produkt eher für nicht mehr zeitgemäß und würde dies gern modernisieren.
Das solche Formulierungen und oben genannte, nicht ganz korrekt dargelegten Daten für dich als Insider negativ aufstoßen ist zum Teil für mich nachvollziehbar. Die Mutmaßungen die du angestellt hast habe ich versucht klar zu stellen. Wird dies damit für dich klarer?

Hier kann auch Geldgier oder Unbedarftheit eine
Rolle spielen. Es kann daher dazu kommen, dass Sie bei einem
Rechtsgang wiederum gehöriges Geld in den Sand setzen.

Richtig, genau das möchte ich vermeiden

Offene Punkte:
Meinungen zur Liquidationsgesellschaft

Hallo,
DIESE Gesellschaften müssen sich bald was anderes einfallen lassen, um Geld zu verdienen - die Leute sind (im Zeichen der Bankenkrise) nicht mehr so blöd, langjährige, noch zudem STEUERFREIE (hast du übrigens in deiner Bewertung, wenn sie überhaupt so stimmt,auch vergessen) Altersversorgungen zu eliminieren!
Gruß cooler

P.S. es ist doch sonnenklar, dass eine Anlage, die mit Todesfallschutz,evtl. bei Unf.Tod. doppelt, Beitragsbefreiung bei Berufsunfähigkeit und Rente bei 50%iger? Berufsunfähigkeit renditetechnisch differenzierter zu betrachten ist!
Und…was soll dieser „Doktor“ mit einer Sammelklage in deinen Falle erreichen, außer dass er dir noch ein paar Euros abnimmt!?