Hallo Marietta,
um dein Jobbeispiel als Aufhaenger zu nehmen: Ich war die letzten 2 J. ziemlich ungluecklich, weil ich meinen Job gehasst habe. Normalerweise sehr positiv und optimistisch wurde ich sehr negativ und mochte mich selbst nicht mehr. In diesem Zustand fiel es mir auch schwerer, mit allen wichtigen und unwichtigen Problemen umzugehen. Ich hatte das Gefuehl, in einer Sackgasse zu sein und keinen Ausweg zu finden und trotzdem schaffte ich es nicht, meine Situation zu veraendern. Routine und Bequemlichkeit (also ich selbst) haben mich daran gehindert.
Ich wusste, wenn ich mir nicht selbst helfe und eine Entscheidung treffe, hilft mir sonst keiner. Also habe ich meinen Job gekuendigt. Ich habe mich selbst vor vollendete Tatsachen gestellt und mich damit selbst gezwungen, eine – sehr noetige und ersehnte - Veraenderung in meinem Leben herbeizufuehren. Ich bin derzeit auf Jobsuche (schon eine Weile zu Hause) und demnaechst offiziell arbeitslos. Und gluecklicher, wie ich schon lange nicht mehr war und mittlerweile habe ich auch wieder zu meinem positiven und optimistischen Selbst zurueckgefunden.
Dem negativen Trott in meinem Job zu entkommen, hat Wunder gewirkt. Mit Problemen umzugehen faellt mir leichter, ich bin wieder motiviert und sehe der Zukunft mit Hoffnung und Erwartung entgegen. Ich weiss, dass der Job den ich will, irgendwo da draussen auf mich wartet, selbst wenn ich ueber einen weniger erwuenschten Job dahin komme (ich werde mich finanziell mit eigenem Geld nicht lange ueber Wasser halten koennen).
Ich wuerde keinem raten, seinen Job zu kuendigen (das muss jeder fuer sich selbst entscheiden), ich will damit nur sagen, dass schon eine Veraenderung eine grosse Wirkung haben und sich auf andere Lebensbereiche auswirken kann (Kettenreaktion).
Was den ersten Punkt angeht, den du angesprochen hast:
- habt ihr schon mal das Gefühl gehabt, in einem bestimmten
anderen Land sesshaft werden zu müssen, weil ihr wisst, dass
dort euer Schicksal liegt…
Ja, das Gefuehl hatte ich auch. Und die Auswanderung ins andere Land (bei mir England) aus verschiedenen Gruenden immer rausgeschoben (die alte Bequemlichkeit wieder: finanziell schwierig etc.). Das Schicksal (an das ich glaube) hat aber dafuer gesorgt, dass ich es doch machte - die Gelegenheit hatte sich geboten und ich musste nur eine Entscheidung treffen und die Chance ergreifen. Ich war in Deutschland arbeitslos und schaffte es das Arbeitsamt zu ueberreden, mich am angebotenen Kurs „English for Business Level 2“ (Certifikat der London Chamber of Commerce and Industry – das angesehenste) teilnehmen zu lassen, um meine Chancen auf dem deutschen Arbeitsmarkt zu verbessern. Das war Anfang 2004.
Einer unserer Englischlehrer meinte, wer nach England wolle, solle das wegen dem EU-Beitritt von Polen vor Mai 2004 machen. Ich hatte zu dem Zeitpunkt England mal wieder verschoben und wollte Mitte 2004 vom Schwabenland nach Koeln ziehen. Den Polen-EU-Beitritt hatte ich nicht so relevant empfunden aber das war der Ausloeser. Ich dachte mir, mit meinen 30 J. werde ich auch nicht juenger und entweder ich ziehe jetzt nach GB oder ich lasse es.
Ich hatte mir 1. Mai in England zum Ziel gesetzt und hatte nach dieser Entscheidung 2 Mo Zeit einen Nachmieter fuer meine Wohnung zu finden (Kuendigungsfrist 6 Mo) etc. 3 Wo vor Abfahrt (mit meinem Auto) hatte ich einen Autounfall, das Auto liess ich notduerftig reparieren und obwohl insgesamt wirklich ALLES (inkl. Nachmieter), selbst Kleinigkeiten, schief gingen, und ich schliesslich unvermeidbar einen Nervenzusammenbruch hatte, war ich am 3. Mai in England (wo ich keine Menschenseele kannte). 1 Wo spaeter einen Job gehabt. Allen Widrigkeiten zum trotz habe ich den Weg zu Ende gefuehrt, den ich begonnen hatte.
Die Dinge fuegen sich, sobald man den Stein ins Rollen gebracht hat (man muss sich nur dazu aufraffen). Dazu faellt mir der Spruch „Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott“ ein. Ich glaube nicht an Gott, man kann Gott mit was auch immer ersetzen, der erste Teil des Spruchs ist der relevante.
Alles Gute,
Kris