Lebensziel / Lebensqualität

Mahlzeit,

da du mir weiter unten meine Gegenfrage nicht beantwortet hast, gebe ich einfach mal so meinen Senf nun dazu:

Hast du kein Gegenüber, das dir ab und an mal sagt „Heul doch“ oder „hör auf zu jammern“?

Das sind zwar Sätze, die einem nicht so viel Freude machen, aber die einem verdeutlichen, dass man wohl irgendwie sich mit irgendwas zu viel oder auf nicht sehr positive Weise beschäftigt.

Du hast einen Job, der dich anödet… naja, das geht vermutlich den meisten Menschen immer wieder mal oder häufig so.

Du hast einen Job! Das würde ich mir an deiner Stelle mal vorrangig betrachten. Und damit geht’s dir schon mal um einiges besser als manch einem, der mit Hartz IV rumeiern muss.

Und wenn du meinst, du brauchst einen neuen/anderen Job, dann schau dich halt um, lern was Neues etc.

Was deine Partnerschaft angeht, kann ich nicht recht nachvollziehen, warum man aus derartigen Zwängen zusammen bleibt bzw. wenn man nun schon nur zwanghaft zusammen lebt, warum sich dann nicht jeder auch sein eigenes Leben schön machen kann. Sicherlich ist das nicht leicht zu realisieren, sollten da noch Gefühle auf der ein oder anderen Seite sein. Aber auch das wäre doch eine ungeheuer spannende Aufgabe, die es zu erarbeiten/bewältigen gäbe.

Was für Therapien hast du denn gemacht? Und aufgrund welcher Diagnose?

Ich glaube, dir geht es u.U. einfach viel zu gut. Du bist noch nicht da unten, wo du sein müsstest, um dahinter zu kommen, dass nur DU etwas ändern kannst – niemand sonst…

Sich hängen lassen kann jeder…

Also – viel Erfolg dabei!

Gruß
Demenzia

Hallo,

Hier muss ich Dir „ausnahmsweise“ mal recht geben :wink:

Na, ab und an sind wir doch sowieso einer Meinung.*g*

Dass das natürlich, wie Du angedeutet hast, eine
„obrigkeitsfreundliche Glücksdefinition“ ist,
kann man nicht abstreiten …

das war mir noch gar nicht aufgefallen, aber so betrachtet habt ihr ganz recht. Ich habe es eher so gesehen, das die meisten Leute nicht erkennen, das sie eigentlich schon etwas Gutes bekommen haben, und sich daher auch nicht an den „kleinen“ Sachen erfreuen (Kinder, Sonnenschein, ein Lächeln…).

Mit dem Spruch werde ich etwas vorsichtiger sein.

Gruß, Sigrid

Hallo Marietta,

ich kann das absolut nachvollziehen. Nicht die einzelnen Punkte vielleicht, weil ja jede Lebenssituation eine andere ist (z.B. möchte ich durchaus nicht woanders leben), aber insgesamt schon.

Und zwar das Gefühl, egal wohin ich mich wende, alles irgendwie nicht so gut. Und Veränderungen die ich einleiten würde, wären alle derart essentiell, das die Ergebnisse nicht zu überblicken sind und einem Furcht einjagen oder aus anderen Gründen nicht eingeleitet werden (die Veränderungen).

Das kann ich gut verstehen, man fühlt sich etwas in die Ecke gedrückt. Nun sind zwar alle Ratschläge(DU musst was ändern, nur DU kannst das durchführen, KEINER kann für dich… etc. etc.) gut und schön und absolut war, aber wie beschrieben man fühlt sich völlig paralysiert von der Situation und der Wucht der notwendigen Änderungsschritte und macht erstmal gar nix.

In dieser Lage kann man nur noch eines machen. Sich ganz kleine Schritte vornehmen und kleine Änderungen einleiten. Dies können sein: Eine Auszeit (Urlaub/Kur) von der Ehe, vom Beruf, dem normalen Umfeld. Ein Kurs der evtl. berufliche Änderungen mit sich bringen könnte. Ein Kurs der die brachliegenden Fähigkeiten berücksichtigt. Oder ein Nebenjob in diesem Bereich. Oder, oder, oder…

Der Möglichkeiten gibt es viele. Es kann auch nur mal ein Nachmittag im Wellnessbad sein. Egal.

Hauptsache man bemüht sich ernsthaft um Bewegung! Es ist vielleicht kein Patentrezept und keine Globallösung. Die wird man auch so schnell wohl nicht finden, aber wenn aus Stillstand wieder Bewegung wird, passiert evtl. so das eine oder andere und man fühlt sich nicht mehr so eingeengt.

Viel Glück!

Gruß
Nita

Hallo Marietta,

um dein Jobbeispiel als Aufhaenger zu nehmen: Ich war die letzten 2 J. ziemlich ungluecklich, weil ich meinen Job gehasst habe. Normalerweise sehr positiv und optimistisch wurde ich sehr negativ und mochte mich selbst nicht mehr. In diesem Zustand fiel es mir auch schwerer, mit allen wichtigen und unwichtigen Problemen umzugehen. Ich hatte das Gefuehl, in einer Sackgasse zu sein und keinen Ausweg zu finden und trotzdem schaffte ich es nicht, meine Situation zu veraendern. Routine und Bequemlichkeit (also ich selbst) haben mich daran gehindert.

Ich wusste, wenn ich mir nicht selbst helfe und eine Entscheidung treffe, hilft mir sonst keiner. Also habe ich meinen Job gekuendigt. Ich habe mich selbst vor vollendete Tatsachen gestellt und mich damit selbst gezwungen, eine – sehr noetige und ersehnte - Veraenderung in meinem Leben herbeizufuehren. Ich bin derzeit auf Jobsuche (schon eine Weile zu Hause) und demnaechst offiziell arbeitslos. Und gluecklicher, wie ich schon lange nicht mehr war und mittlerweile habe ich auch wieder zu meinem positiven und optimistischen Selbst zurueckgefunden.

Dem negativen Trott in meinem Job zu entkommen, hat Wunder gewirkt. Mit Problemen umzugehen faellt mir leichter, ich bin wieder motiviert und sehe der Zukunft mit Hoffnung und Erwartung entgegen. Ich weiss, dass der Job den ich will, irgendwo da draussen auf mich wartet, selbst wenn ich ueber einen weniger erwuenschten Job dahin komme (ich werde mich finanziell mit eigenem Geld nicht lange ueber Wasser halten koennen).

Ich wuerde keinem raten, seinen Job zu kuendigen (das muss jeder fuer sich selbst entscheiden), ich will damit nur sagen, dass schon eine Veraenderung eine grosse Wirkung haben und sich auf andere Lebensbereiche auswirken kann (Kettenreaktion).

Was den ersten Punkt angeht, den du angesprochen hast:

  • habt ihr schon mal das Gefühl gehabt, in einem bestimmten
    anderen Land sesshaft werden zu müssen, weil ihr wisst, dass
    dort euer Schicksal liegt…

Ja, das Gefuehl hatte ich auch. Und die Auswanderung ins andere Land (bei mir England) aus verschiedenen Gruenden immer rausgeschoben (die alte Bequemlichkeit wieder: finanziell schwierig etc.). Das Schicksal (an das ich glaube) hat aber dafuer gesorgt, dass ich es doch machte - die Gelegenheit hatte sich geboten und ich musste nur eine Entscheidung treffen und die Chance ergreifen. Ich war in Deutschland arbeitslos und schaffte es das Arbeitsamt zu ueberreden, mich am angebotenen Kurs „English for Business Level 2“ (Certifikat der London Chamber of Commerce and Industry – das angesehenste) teilnehmen zu lassen, um meine Chancen auf dem deutschen Arbeitsmarkt zu verbessern. Das war Anfang 2004.

Einer unserer Englischlehrer meinte, wer nach England wolle, solle das wegen dem EU-Beitritt von Polen vor Mai 2004 machen. Ich hatte zu dem Zeitpunkt England mal wieder verschoben und wollte Mitte 2004 vom Schwabenland nach Koeln ziehen. Den Polen-EU-Beitritt hatte ich nicht so relevant empfunden aber das war der Ausloeser. Ich dachte mir, mit meinen 30 J. werde ich auch nicht juenger und entweder ich ziehe jetzt nach GB oder ich lasse es.

Ich hatte mir 1. Mai in England zum Ziel gesetzt und hatte nach dieser Entscheidung 2 Mo Zeit einen Nachmieter fuer meine Wohnung zu finden (Kuendigungsfrist 6 Mo) etc. 3 Wo vor Abfahrt (mit meinem Auto) hatte ich einen Autounfall, das Auto liess ich notduerftig reparieren und obwohl insgesamt wirklich ALLES (inkl. Nachmieter), selbst Kleinigkeiten, schief gingen, und ich schliesslich unvermeidbar einen Nervenzusammenbruch hatte, war ich am 3. Mai in England (wo ich keine Menschenseele kannte). 1 Wo spaeter einen Job gehabt. Allen Widrigkeiten zum trotz habe ich den Weg zu Ende gefuehrt, den ich begonnen hatte.

Die Dinge fuegen sich, sobald man den Stein ins Rollen gebracht hat (man muss sich nur dazu aufraffen). Dazu faellt mir der Spruch „Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott“ ein. Ich glaube nicht an Gott, man kann Gott mit was auch immer ersetzen, der erste Teil des Spruchs ist der relevante.

Alles Gute,

Kris

Hi!
Natürlich wieder zu spät, aber vielleicht klickst Du noch Mal rein: Diesmal halte ich dagegen. Ich würde den Spruch :„Glück ist nicht, zu bekommen was man will, sondern zu wollen was man bekommt.“ anders auslegen und zwar in Richtung der eigenen Erwartungshaltung. ZB.Ich mache jemanden ein Geschenk, welches ich mit Bedacht und Mühe angefertigt,ausgesucht… habe - und habe damit Erwartungen an die Reaktion des Beschenkten -spätestens wenn ich Geburtstag habe erwarte ich mind. eine ebensolche Mühe bei der Wahl meines Geschenkes - und dann ist man meist enttäuscht? Oder man gibt sich ganz viel Mühe für ein exquisites Lieblingsessen mit schöner Deko, Kerzenschein … Mann kommt, isst, räumt vielleicht mit ab und schaltet den Fernseher an- habe ich erwartet, dass sich die Romantik überträgt, könnte ich jetzt evtl. zum Nudelholz greifen- aber mit der Zeit weiß ich, dass Männer „nichts dafür können“ - sie schnallen es einfach nicht!!! - ohne oder ohne größere Erwartungshaltung meinerseits, schenke ich, weil ich gerne und von Herzen schenke; ich bereitete den Abend vor, um meinen Mann eine Freude zu bereiten - und er hat gegessen was ich kochte, so eklig war´s also nicht- es ist so o.k. Vielleicht kann man es auch irgendwann zur Sprache bringen- aber wahrscheinlich aus anderen Gründen). Ein wirklich böser Spruch der aus enttäuscheten Erwartungen resultiert ist : „Tue niemanden etwas Gutes, dann widerfährt dir nichts Böses!“ Diesen Ausspruch hasse ich regelrecht.
Roxelane

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Gruß auch an Dich Marietta!
Du bist ganz schön traurig, ne! Es gefällt Dir nicht, wie es jetzt ist. Warum änderst Du dann nicht irgendeinen Punkt. Z.B. Deine schlummernden Talente: Aus eigener Erfahrung stimme ich Folgendem völlig zu: " Wo ein Wille ist, ist auch ein Busch - äh - Weg" - das kannst Du nehmen wie Du es brauchst. Trotzdem verstehe ich Dich gut - vor einem Jahr habe ich ein gutes, aber ziemlich depressives Gedicht geschrieben und ich habe gegen das Liebste gekämpft, was ich habe, um es behalten zu können ohne mich selbst aufzugeben. Inzwischen male ich, habe 2 Kinderbücher angefangen, graviere und gestalte Glas… koche weniger und ärgere mich immer Mal wieder über meine Männer und das Lachen ist öfter wieder da. Falls Du hier noch Mal reinschaust und magst, kannst du mich auch Mal anklicken. Ein letztes „geflügeltes“ Wort mit Bildvorstellung: zwei Gänse übereinander „Und wenn es so nicht geht, probieren wir eine andere Variante!“ ( aus einem längst vergangenem Kalender).
Gruß Roxelane

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