Lebenszweck oder Lebenssinn?

Hallo zusammen

Um mal etwas detalierter zu philosophieren, so lassen sich grundsätzlich zwei Ausgangspositionen bei dieser Frage feststellen.

  1. Die Frage nach dem eigenen persönlichen Lebenszweck
  2. Die Frage nach dem kosmischen Sinn des Lebens

Man sollte beide Fragestelllungen auseinanderhalten und jeweils für sich zu beantworten versuchen.

Der eigene Lebenszweck läßt sich nun leicht darstellen, da er sich aus der Position ergibt, die man in der Gesellschaft innehat und aus deren Verantwortung.

Im zweiten Fall, um den es doch eigentlich immer geht, steht die Frage im Raum, hat das Leben im kosmischen Aspekt einen tieferen Sinn als den rein materiellen? Und ich möchte sagen, das ist die eigentliche Aufgabe der Philosophie, um hier eine Antwort zu geben. Es ist eigenartig daß es die Religion kann oder versucht, aber nicht die Philosophie. Oder irre ich da?

Mit anderen Worten: „Ist Dasein, ein rein materieller Aspekt des Lebens oder hat es auch einen tieferen spirituellen Sinn?“

Es ist glaube ich diese Frage die hier am meissten interessiert und die beantwortet werden will.

gruß
rolf

Hallo,

Es ist glaube ich diese Frage die hier am meissten
interessiert und die beantwortet werden will.

Dann beantworte sie doch, oder besser gesagt verlinke halt, was Sri Aurobindo dazu sagt! Dann können wir uns endlich in Ruhe zurücklehnen und aufhören uns Gedanken zu machen!

Gruß
HC

Dann beantworte sie doch, oder besser gesagt verlinke halt,
was Sri Aurobindo dazu sagt! Dann können wir uns endlich in
Ruhe zurücklehnen und aufhören uns Gedanken zu machen!

Darum ging es hier nicht.

Aber wenn Du den Ausspruch Humes, den Du auf Deiner Visitenkarte zitierst, richtig verstehst, bist Du schon auf dem Weg dahin.

…und mein Lieber, so einfach ist es nicht wie Du glaubst, den Stein der Weisen zu finden :wink:

gruß
rolf

Hallo Rolf

Um mal etwas detalierter zu philosophieren, so lassen sich
grundsätzlich zwei Ausgangspositionen bei dieser Frage
feststellen.

  1. Die Frage nach dem eigenen persönlichen Lebenszweck
  2. Die Frage nach dem kosmischen Sinn des Lebens

Das ist eine wichtige Differenzierung, die in den vorigen Antworten
im Thread darunter oft nicht beachtet wurde.

Antwort auf Frage 1: Muss jeder fuer sich finden, wenn er das
Beduerfnis dazu verspuert.

Antwort auf Frage 2: Da kann man alles Moegliche behaupten.

Gruss, Tychi

Das ist eine wichtige Differenzierung, die in den vorigen
Antworten
im Thread darunter oft nicht beachtet wurde.

Antwort auf Frage 1: Muss jeder fuer sich finden, wenn er das
Beduerfnis dazu verspuert.

Antwort auf Frage 2: Da kann man alles Moegliche behaupten.

Sicher, aber bei Punkt Zwei fängt es an interessant zu werden, oder? Wer von den Philosophen hat nun aber diese Frage aufgegriffen?

gruß
rolf :smile:

Hallo Rolf

Antwort auf Frage 2: Da kann man alles Moegliche behaupten.

Sicher, aber bei Punkt Zwei fängt es an interessant zu werden,
oder? Wer von den Philosophen hat nun aber diese Frage
aufgegriffen?

Puh, da faellt mir jetzt keiner ein, der sich darueber ausgelassen
haette, warum der Mensch auf der Welt sei. Ist schon interessant.

Gruss, Tychi

  1. Die Frage nach dem eigenen persönlichen Lebenszweck
  2. Die Frage nach dem kosmischen Sinn des Lebens

Man sollte beide Fragestelllungen auseinanderhalten und
jeweils für sich zu beantworten versuchen.

Der eigene Lebenszweck läßt sich nun leicht darstellen, da er
sich aus der Position ergibt, die man in der Gesellschaft
innehat und aus deren Verantwortung.

Wenn ich deiner Argumentation folge, ergibt sich für mich die Frage, ob man nicht seine „richtige“ Position erst in der Gesellschaft finden kann, wenn man die zweite Frage beantwortet hat. Mit anderen Worten: Ist nicht die zweite die übergeordnete Frage, aus deren Antwort sich die Antwort auf die erste Frage ergibt?

Im zweiten Fall, um den es doch eigentlich immer geht, steht
die Frage im Raum, hat das Leben im kosmischen Aspekt einen
tieferen Sinn als den rein materiellen? Und ich möchte sagen,
das ist die eigentliche Aufgabe der Philosophie, um hier eine
Antwort zu geben. Es ist eigenartig daß es die Religion kann
oder versucht, aber nicht die Philosophie. Oder irre ich da?

Der Grund dafür liegt meines Erachtens darin, dass „die“ Philosophie sich auf Rationalität stützt. Sie fragt vielmehr nach den Bedingungen von Erkenntnis. So ist zumindest faktisch für die Philosophie des 20. Jahrhunderts. Eine andere Frage ist natürlich, ob dies so sein soll.

Mit anderen Worten: „Ist Dasein, ein rein materieller Aspekt
des Lebens oder hat es auch einen tieferen spirituellen Sinn?“

Deine Frage bleibt im Dualismus von Idealismus vs. Materialismus. Ich bin nur ein kleines Licht, aber denke, dass diese beiden metaphysischen Kategorien, wenn du deine Frage so verstehtst, nicht getrennt werden können. Eine ausführliche Diskussion dazu bietet Gotthard Günther: Das Bewusstsein der Maschinen. 3. erw. Aufl. Baden-Baden 2002. Günther zeigt, um es auf den Punkt zu bringen, dass der Idealismus (Hegel) und der Materialismus (Marx) auf - zumindest theoretisch - das selbe hinauslaufen. Man könne diese beiden Kategorien metaphysisch nicht von einander trennen.

Wenn sich dein materieller Aspekt allerdings auf Geld, Gesundheit etc. bezieht, gibt es natürlich einen anderen Sinn. Wie kann man sonst Kunst, Literatur, glückliche Aussiedler etc. erklären?

Gruß eddie.

Hallo Rolf,

es geht natürlich nicht, daß hier dieses Thema angerissen wird und ich sage nichts dazu.
Aber weil die Konfusion der letzten Erörterungen ja nicht zu übersehen ist, sollte auch auf den Grund für diese Diskussionsfolgen hingewiesen werden. Weil wenn man den nicht kennt (was ja der Fall zu sein scheint), rennt man mit solchen Themenstellungen immer wieder mit dem Kopf gegen eine Wand.

Der Grund, warum bei diesen Fragestellungen immer aneinander vorbei geredet wird, ist in aller Kürze folgender:
Bei dieser und ähnlichen Fragen steht nämlich immer gleichzeitig die ich-Frage zur Diskussion. Das übersieht man dabei nur.
Die Frage „was ist der Sinn meines Lebens?“ kann daher gar nicht beantwortet werden, wenn nicht vorher die Frage „was bin ich?“ von den Diskutanten gleich verstanden ist.

Weil aber bereits diese Vorbedingung ganz offensichtlich nicht gegeben ist, werden Diskussionsversuche über darauf aber gründende Folgefragen („mein Sinn“ etc.) „sinnlos“.

Das Fehlen dieser Vorbedingung ist nun seinerseits aber wieder die Folge davon, daß die für das richtige Selbstverständnis (ich-Wahrnehmung) erforderlichen Wahrnehmungsgrundlagen aufgrund spezifischer gesellschaftlicher Gegebenheiten bereits im Rahmen der so genannten „Erziehung“ bei praktisch jedem von Kindheit an sozusagen „eliminiert“ werden (wurden).
Der subjektive Zugriff darauf ist dann später nicht bzw. nur extrem schwierig wieder herzustellen.
Und weil das leider so ist, „sagen“ auch die entsprechenden Begriffe, welche im Zuge einer ich-Diskussion erforderlich sind, einem so „Erzogenen“ nicht nur nichts mehr, ja mehr noch, werden die Begriffe trotzdem eingebracht, begründen sie die bekannten und auch ja auch hier regelmäßig auftretenden „Aggressionen“ im Zuge solcher Diskussionen und deren Ergebnislosigkeit.

Ich bin mir schon bewußt, daß man diese verkürzte Darstellung möglicherweise als „präpotent“ auffassen könnte.
Das nehme ich selbstverständlich aber in Kauf, weil diese Sachlage zwischenzeitlich sozusagen deswegen bereits „gegessen“ ist, weil sie aus einer umfassenden Betrachtung bekannter Zusammenhänge schlüssig abgeleitet werden kann.

Aber weil eben diese Gründe jetzt nachvollziehbar verstanden werden können, „provoziere“ ich keine solchen Diskussionen hier mehr. Lese aber gelegentlich gerne mit, wenn sich wieder wer daran wagt.

Grüße
Gert

Mit anderen Worten: Ist nicht die zweite die
übergeordnete Frage, aus deren Antwort sich die Antwort auf
die erste Frage ergibt?

Hallo

Nein. Die erste Frage läßt sich allein durch eine materialistische Weltanschauung beantworten. Sie bedarf keiner spirituellen Antwort.

es auf den Punkt zu bringen, dass der Idealismus (Hegel) und
der Materialismus (Marx) auf - zumindest theoretisch - das
selbe hinauslaufen. Man könne diese beiden Kategorien
metaphysisch nicht von einander trennen.

Darüber könnte man wahrscheinlich sehr viel sagen. Aber in Kürze: man darf nicht vergessen, daß der Materialismus die Frage nach dem Warum und Woher nicht befriedigend beantworten kann. Er richtet seine Aufmerksamkeit allein auf die Materie und spiritualisiert sie in diesem Sinne, beraubt sich aber dabei gleichzeitig jeglicher Möglichkeit einer höheren spirituellen Entwicklung, die die Gesetze der Natur übersteigt.

gruß
rolf

N’abend,

Nein. Die erste Frage läßt sich allein durch eine
materialistische Weltanschauung beantworten. Sie bedarf keiner
spirituellen Antwort.

Aber wenn du schon auf die Position eines Menschen in der Gesellschaft verweist, aus der sich die Antwort der ersten Frage ergeben soll, ist es notwendig, die „richtige“ Gesellschaftsform und dann auch die je eigene Position in dieser zu (er)kennen.

Ich verstehe deine Fragestellungen so, dass sich dies aber nur aus der Beantwortung der zweiten Frage ergibt.

Es kann allerdings sein, dass mir deine Vorstellung von „spirituell“ zu spirituell ist. Kläre mich ggf. auf.

Gruß eddie.

Aber wenn du schon auf die Position eines Menschen in der
Gesellschaft verweist, aus der sich die Antwort der ersten
Frage ergeben soll, ist es notwendig, die „richtige“
Gesellschaftsform und dann auch die je eigene Position in
dieser zu (er)kennen.

Den Gedanken kann man natürlich weiter verfolgen.

Es kann allerdings sein, dass mir deine Vorstellung von
„spirituell“ zu spirituell ist. Kläre mich ggf. auf.

Ich hatte erwartet, daß der Begriff ‚Spiritualität‘ mit religiösem Denken o.ä. gleichgesetzt wird. Wenn Du Dich damit näher beschäftigen willst, klick bitte hier:

http://www.rolf-helmecke.privat.t-online.de/literatu…

gruß
rolf

falsches Brett!?

Ich hatte erwartet, daß der Begriff ‚Spiritualität‘ mit
religiösem Denken o.ä. gleichgesetzt wird.

Dann bietet das Brett ‚Religion‘ wohl ein besseres Forum für deine Diskussionsanregungen. (Oder gar Esoterik?)

Gruß eddie.

Hi,

  1. Die Frage nach dem eigenen persönlichen Lebenszweck
  2. Die Frage nach dem kosmischen Sinn des Lebens

Wo ist hier letztendlich der Unterschied bzw. beides gehört zum zum Ziel der (Lebens-)Sinnfindung.

Wie Du „Lebenszweck“ bzw. „Lebenssinn“ definierst, weiß ich nicht. Auch weiß ich nicht, was für für Dich Dein persönlicher Lebenssinn ist bzw. der Lebenssinn der Menschen oder gar aller Lebewesen zusammen?

Wir kommen hier auf Erden durch eine Geburt. Bereits hier haben wir Fähigkeiten, Talente, Anlagen mitbekommen unseren Lebenssinn zu finden. Dieser Lebenssinn kann sich meines Erachtens nur aus einer ganzheitlichen Sicht- und Lebensweise erschließen.

Was wir als Hindernisse, Konflikte, Probleme erleben, dient nur dazu uns zu zeigen, daß wir auf einem Irrweg sind, daß wir etwas falsch machen. Das mag die ganze jeweilige Sache selbst betreffen oder nur das Wie wir eine Sache angehen. Wir brauchen Herausforderungen in Form von Konflikten, Problemen um unseren Lebensweg und somit unseren Lebenssin zu finden.

Zu Deiner Frage nochmal ein Beispiel: angenommen jemand hat als Anlage sensibel zu sein, intuitiv die Dinge „dahinter“ wahrzunehmen, sich zu einem guten und einfühlsamen Zuhörer zu entwickeln, sozial und hilfsbereit eingestellt zu sein… Solch einen Menschen wirst Du wohl viel häufiger in einem helfenden, heilenden Beruf antreffen als z.B. als Berufssoldat oder als Programmierer.

Natürlich geben Anlagen nur Tendenzen für eine spätere mögliche Berufswahl vor. Doch das was wir im Leben tun, was uns mit Sinn erfüllt, ist somit bedingt in uns in einem gewissen Rahmen schon durch Talente, Fähigkeiten, Anlagen vorgegeben. Einer hat möglicherweise die Aufgabe ein Gebäude zu errichten und ein anderer entdeckt ein Mittel gegen eine Krankheit. Beides ist wichtig und richtig.

Die meisten Menschen die ich kenne, glauben an Reinkarnation. Ich stehe dem Thema offen bzw. einfach nichtwissend gegenüber. Vielleicht hat manch einer der z.B. „Großes“ im Hier und Jetzt leistet, schon diverse Leben gelebt. Und vielleicht stehen andere noch in ihrer Entwicklung am Anfang, brauchen also noch ein paar Leben bis… Ja, bis was? Geht es um Vervollkommnung des Einzelnen oder des Ganzen, da wir ja Alle Teil eines Ganzen sind?

Der Sinn des Lebens hat auch etwas mit unseren Wertvorstellungen zu tun. Wer führt ein wertvolles, sinnerfülltes Leben? Ist es ein Mathematikprofessor oder ein Penner? Wieso nicht beide, jeder auf seine Weise?!

Ich weiß nicht was der Sinn des Lebens ist, doch ich möchte gerne mit einem Lächeln auf den Lippen von dieser Welt gehen. Und ein Teil des Lebenssinns ist meiner Meinung nach sicherlich Spuren in den Herzen und Köpfen von Menschen zu hinterlassen und somit weiterzuleben, ein Stück Unsterblichkeit zu erlangen.

Ciao,
Romana

Hi,

  1. Die Frage nach dem eigenen persönlichen Lebenszweck
  2. Die Frage nach dem kosmischen Sinn des Lebens

Wo ist hier letztendlich der Unterschied bzw. beides gehört
zum zum Ziel der (Lebens-)Sinnfindung.

Hallo Romana

Es gibt eigentlich zwei Haltungen in dieser Frage. Die erste ist die, die Du unten so detailiert beschreibst. Sie gehört zur Selbstfindung im gewöhnlichen Sinn des Wortes. Das Individuum versucht sich in die Gemeinschaft einzupassen, in einer größtmöglichen Harmonie. Aber das kreist alles noch um die eigene Person.

Die zweite die ich meinte, ist die Frage nach dem Dasein des Individuums aus kosmischer Sicht. Wobei hier die Person mit ihren Eigeninteressen nicht als Mittelpunkt gesehen wird, sondern eher der Kosmische Sinn der Person oder des Ganzen.

Man neigt im Allgemeinen dazu diese Beiden als eines zu sehen, die Weltsicht begrenzt sich aber dabei auf das Verstehen und Auffasungsvermögen des Indiviuums.

gruß
rolf

Hi Rolf,

was genau spricht dagegen, sie als eins zu sehen? Was fehlt Dir konkret?

Ein Individuum ist konkreter, ist leichter zu be-greifen.

Spiritualitaet ist wohl eine Sache mit der sich der Mensch im Allgemeinen noch nicht so sehr auseinander gesetzt hat. Abgesehen davon glaube ich nicht, dass jemand die Komplexitaet bzw. das Ganze verstehen koennte. So wie wir Alle unsere subjektiven Wahrheiten haben, koennen wir auch nur ein Teil Spiritalitaet erkennen.

Wenn jemand gerne z.B. etwas erfindet (wobei er es ja nicht wirklich er- sondern eher gefunden hat, da es immer schon da war), wer sagt denn nun ob die persoenlichen Motive, seien sie positiv oder negativ von der Umwelt gesehen, diese nicht gleichzeitig auch (spiritueller) Weg sind?

Ciao,
Romana