LED-Licht durchs Prisma

Hallo Physik-Experten,

wenn man kalt weisses LED-Licht durch ein Prisma schickt, müßte es sich doch auch in die Spektralfarben aufspalten. Denn beim Licht bzw. Optik gibt es ja nicht die Farbe weiss.

Meine Frage hat auch einen konkreten Grund: Es flammt immer und immer wieder in meinem Aquarienfreundeverein die teilweise sehr wüst geführte Diskussion auf, ob man mit energiesparenden LEDs (Leuchtstoffröhren verpulvern einfach zu viel Energie) sein Aquarium beleuchten kann, soll oder darf. Einmal wegen der Fische, die „besseres“ Licht verdient hätten und zum anderen wegen der Pflanzen, die dann nicht richtig wachsen können. In einigen Monaten will ich mir eine Fischzuchtanlage bauen lassen. Und vorher sollte alles gut geplant und durchdacht sein.

Vielleicht kann mir jemand helfen.

Mit aquaristischem Gruß
Margitta

Hallo!

wenn man kalt weisses LED-Licht durch ein Prisma schickt,
müßte es sich doch auch in die Spektralfarben aufspalten. Denn
beim Licht bzw. Optik gibt es ja nicht die Farbe weiss.

Sagen wir es anders: Weiß ist die Mischfarbe aus allen Spektralfarben. Zunächst wollte ich Dir übrigens widersprechen, weil ich nicht glaubte, dass eine weiße LED tatsächlich ein kontinuierliches Spektrum aussendet. Ich dachte, das ist eher so wie bei den Quecksilberdampflampen, deren Licht sich nur aus wenigen Farben zusammensetzt, deren Mischfarbe von uns ebenfalls als Weiß wahrgenommen wird, obwohl es kein wirkliches Weiß ist.

Wikipedia hat mich eines besseren belehrt. Dort findest Du das Spektrum einer weißen LED, und es scheint tatsächlich kontinuierlich zu sein.http://de.wikipedia.org/wiki/Bild:LED_Spektren.jpg

Meine Frage hat auch einen konkreten Grund: Es flammt immer
und immer wieder in meinem Aquarienfreundeverein die teilweise
sehr wüst geführte Diskussion auf, ob man mit energiesparenden
LEDs (Leuchtstoffröhren verpulvern einfach zu viel Energie)
sein Aquarium beleuchten kann, soll oder darf. Einmal wegen
der Fische, die „besseres“ Licht verdient hätten und zum
anderen wegen der Pflanzen, die dann nicht richtig wachsen
können.

Was den Fischen am liebsten ist, weiß ich nicht. Allerdings finde ich, man sollte das mit den Pflanzen nicht unterschätzen. Pflanzen hätten gerne 680 nm und das liegt offensichtlich ganz am roten Rand des Spektrums*. Vielleicht wachsen sie tatsächlich besser unter Leuchtstoffröhren als unter LEDs gleicher Lichtstärke.

Michael

*Das sieht man z. B. auch hier: http://home.att.net/~ledmuseum/specx02.htm

Hallo,

Meine Frage hat auch einen konkreten Grund: Es flammt immer
und immer wieder in meinem Aquarienfreundeverein die teilweise
sehr wüst geführte Diskussion auf, ob man mit energiesparenden
LEDs (Leuchtstoffröhren verpulvern einfach zu viel Energie)
sein Aquarium beleuchten kann, soll oder darf.

Lass es lieber.
Der Wirkungsgrad der LED ist nur unwesentlich besser als der einer Leuchtstofflampe. Wenn man dann Verluste die Ansteuerung der LED hinzurechnet, kommt gar nichts mehr bei rum. Hinzu kommt auch der Preis für hocheffiziente LED und deren Empfindlichkeit.
Für Aquarien aber der wichtigste Grund: eine Leuchtstofflampe gibt diffuses Licht ab, hineinschauen blendet deshalb nicht. Eine LED ist dagegen ein Punktstrahler, der den Fischen mit Sicherheit nicht gut tut. Erst recht, wenn es effiziente, sehr hell strahlende LED sind. Ergo muss man bei LED einen Diffusor (eine weiße Streuscheibe) vorsehen und dann ist es endgültig Essig mit dem besseren Wirkungsgrad.
Gruß
loderunner

Hallo loderunner,

vielen Dank für Deine Antwort.

Es soll aber schon LEDs geben, die mit 220/240 V betrieben werden können, ohne einen zwischengeschalteten Umwandler. Weißt Du was darüber?

Margitta

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo,

Es soll aber schon LEDs geben, die mit 220/240 V betrieben
werden können, ohne einen zwischengeschalteten Umwandler.

Ja. Hier: http://www.google.com/aclk?sa=L&ai=BbnrShNvLR8DzLoGG…
so ein Beispiel. Man beachte die Leistung von dem Ding: 1,8W (beim gleichen Anbieter gibt es auch eine mit 2,1W, aber dann nicht mehr warmweiß). Bei 62lm, was dann 34lm/W ergibt (Leuchtstofflampe 60…110lm/W). Was nicht grad dafür spricht, dass man da eine Leuchtstofflampe mit ersetzen könnte oder gar sollte.
Wer weiß, eines Tages vielleicht. Aber das dauert noch eine Weile.
Gruß
loderunner

Hallo loderunner,

vielen Dank für Deine Antwort. Ich lasse mir die Sache nochmal durch den Kopf gehen.

MfG
Margitta

Hallo Michael,

den Link zum LED Museum habe ich mir notiert. Dann können sich die Vereinsmitglieder selber über die Spektren informieren. Vielen Dank für Deine Antwort.

Gruß
Margitta

Hallo,

Wikipedia hat mich eines besseren belehrt. Dort findest Du das
Spektrum einer weißen LED, und es scheint tatsächlich
kontinuierlich zu
sein.http://de.wikipedia.org/wiki/Bild:LED_Spektren.jpg

Ja, weiße LED funktionieren im Prinzip auch wie Leuchtstoffröhren.
Der Chip emittiert original blaues Licht.
Der Chip wird aber mit einer Leuchtschicht abgedeckt, die das blaue
Licht in ein rel. homogenes Spektrum zwischen 500…700nm umsetzt.
Ein Teil des bleuen Lichtes scheint aber noch direkt durch,
was den grellen Blaustich der weißen LED verursacht.

Bei den warmweißen LED wird die Schicht dicker und aus etwas anderem
Material gemacht, so daß der Blaupeak weniger stark durchkommt.

Pflanzen hätten gerne 680 nm und das liegt
offensichtlich ganz am roten Rand des Spektrums*. Vielleicht
wachsen sie tatsächlich besser unter Leuchtstoffröhren als
unter LEDs gleicher Lichtstärke.

Das denke ich auch. Da gibt es spezielle Röhren extra für die Pflanzen.

*Das sieht man z. B. auch hier:
http://home.att.net/~ledmuseum/specx02.htm

Schöne Seite, kannte ich noch nicht :smile:

Gruß Uwi