LED-Taschenlampe glimmt nach

Servus,

ich habe eine LED-Taschenlampe, welche ich mit 2 AAA-Akkus betreibe. Grundsätzlich wird zwar empfohlen, LED-Lampen nur mit Batterien zu betreiben, da bei Akkus die Grenzspannung zu schnell erreicht sei. Da ich aber mit max. zwei Akkusätzen über eine Nacht komme und sie sehr häufig einsetze, lohnt sich der Einsatz von Batterien nicht.

Hin und wieder führe ich eine Entladung der Akkus durch, indem ich die Taschenlampe nach Gebrauch einfach eingeschaltet lasse. Eigentlich dürfte sich eine Entladung auf diese Weise gar nicht vollständig durchführen lassen, da ja, sobald die Grenzspannung unterschritten wird, die Diode auf stur stellt und kein Strom mehr verbraucht werden dürfte.

Dabei tritt aber, wenn die Diode abschaltet, ich die Taschenlampe aber eingeschaltet liegen lasse, ein eingenartiger Effekt auf. Zunächst leuchtet die Diode, wie zu erwarten, nicht weiter. Die Lampe geht aus. Nach einiger Zeit aber - ich konnte diese Spanne noch nicht messen - beginnt die Diode wieder leicht zu glimmen und leuchtet dann viele Stunden vor sich hin, bevor sie endgültig dicht macht.

Wie lässt sich dieser Effekt erklären?

Gruß

LED leuchten, solange Strom größer Null
Hallo Herrmann,

eine Diode macht nicht komplett „dicht“, wenn eine bestimmte Spannung unterschritten wird. Man sagt das nur so, weil der Durchlasstrom sehr klein wird im Verhältnis zum normalen Diodenstrom. Der normale Durchlass-Strom beträgt sagen wir 15mA, der Strom unterhalb der Diodenspannung beträgt vielleicht nur noch 15µA.
Das ist ein Unterschied von 1000:1

Dass die Diode vorübergehend ausgeht, wird daran liegen, dass sich Deine Augen erst an die sehr schwache Rest-Helligkeit gewöhnen müssen, bevor Du sie sehen kannst :wink:
Die Diode wird erst dann wirklich dunkel, wenn der Strom durch sie Null ist, oder sogar rückwärts fließt infolge einer Umpolung. Ab einer gewissen Stromstärke kann Dein Auge diese ultraschwache Licht-emission jedoch nicht mehr wahrnehmen.

Gruß, Hilarion

Dass die Diode vorübergehend ausgeht, wird daran liegen, dass
sich Deine Augen erst an die sehr schwache Rest-Helligkeit
gewöhnen müssen, bevor Du sie sehen kannst :wink:

Dss kann ich ausschliessen. Das bescheidene Restlicht ist immerhin ausreichend, im Wald den Weg von der Böschung oder den Baum von kein Baum zu unterscheiden. Tatsächlich aber emittiert die Lampe nach Abschalten kein Licht mehr.

Ich habe es inzwischen mehrfach (dreifach) reproduziert: Ich lege die ausgelutschten Akkus ein, schalte die Lampe ein und ernte einen winzig kurzn Lichtblick. Selbst in finsterster Nacht, das Reiterlein im Großen Wagen blendet wie blöde, kommt anschliessend kein Photon mehr aus der Lampe.

Irgendwann später glimmt sie dann wieder.

Gruß

Hallo Fragewurm,

Dss kann ich ausschliessen. Das bescheidene Restlicht ist
immerhin ausreichend, im Wald den Weg von der Böschung oder
den Baum von kein Baum zu unterscheiden. Tatsächlich aber
emittiert die Lampe nach Abschalten kein Licht mehr.

Ich habe es inzwischen mehrfach (dreifach) reproduziert: Ich
lege die ausgelutschten Akkus ein, schalte die Lampe ein und
ernte einen winzig kurzn Lichtblick. Selbst in finsterster
Nacht, das Reiterlein im Großen Wagen blendet wie blöde, kommt
anschliessend kein Photon mehr aus der Lampe.

Die Dinger haben heute einen Schaltregler eingebaut.
Besteht nur aus einem SOT23 Gehäuse und einer Mini-Drossel. Das passt sogar in den Lampen-Sockel.

MfG Peter(TOO)

hi,

der effekt den du beobachtest ist relativ einfach zu erklären:
in der lampe wird ein schaltregler (step-up-converter) eingebaut sein, welcher aus den 2,4 volt deiner akkus, eine spannung von ca 3 - 4 volt produziert, um eine weisse led „richtig“ leuchten zu lassen.
sinkt nun die akkuspannung regelt der schaltregler so gut er kann nach, um die helligkeit weitestgehend konstant zu halten.
aber irgendwann ist die akkuspannung (zb 1 volt) so niedrig, das der converter seine arbeit einfach einstellt -> lampe dunkel.
da der akku nun nicht mehr belastet wird, steigt die spannung am akku wieder langsam an (wie dieser effekt heisst weiss ich grad nicht), und erreicht ein spannungsniveau (zb. 1,5 volt) welches die led zum glimmen anregt, aber noch zu gering ist, um den converter wieder anspringen zu lassen.

gruss wgn

da der akku nun nicht mehr belastet wird, steigt die spannung
am akku wieder langsam an (wie dieser effekt heisst weiss ich
grad nicht), und erreicht ein spannungsniveau (zb. 1,5 volt)
welches die led zum glimmen anregt, aber noch zu gering ist,
um den converter wieder anspringen zu lassen.

Puh! Und ich hatte schon befürchtet, ich müsse die Lampe mal zum Exorzisten bringen.

Gruß

Zunächst leuchtet die Diode, wie zu
erwarten, nicht weiter. Die Lampe geht aus. Nach einiger Zeit
aber - ich konnte diese Spanne noch nicht messen - beginnt die
Diode wieder leicht zu glimmen und leuchtet dann viele Stunden
vor sich hin, bevor sie endgültig dicht macht.

habe soetwas zwa noch nicht beobachtet aber ich denke der Akku „entspannt“ sich nach den Ausgehen der Led wider und gewinnt wieder an Spannung (kein Spannungsabfall mehr, weil kein Verbrauch!)(wie eine fast lehre (Glübirnen-)Taschenlampe die man ausmacht, eine Weile wartet und dann wieder anmacht (dann ist diese doch wieder auch heller!).

Hast dus verstanden oder wahr meine erklärung zu kompiziert?

Hast dus verstanden oder wahr meine erklärung zu kompiziert?

Verstanden hab ich’s schon. Allerdings halte ich deine Erklärung für unvollständig, die Antwort von wgn für plausibler. Die erklärt nämlich, warum ein ‚scheinbares‘ Binärsystem (an und volle Leuchtkraft oder aus, kein Übergang, keine Zwischenstufen) sich auf einmal analog verhält.

Gruß