Legaldefinition? Veraltet?

Guten Morgen

  1. Ist der folgende Satz eine Legaldefinition?

„Alle Personenbeschreibungen gellten sinngemäss immer für beide Geschelcechter.“

  1. Sind solche Sätze noch zeitgemäss?

  2. Kennt jemand mehr Beispile für solche Sätze?

Gruss
Olli

Auch Guten Morgen,

  1. Ist der folgende Satz eine Legaldefinition?
    „Alle Personenbeschreibungen gelten sinngemäss immer für
    beide Geschlechter.“

Schau mal hier
http://de.wikipedia.org/wiki/Legaldefinition
oder hier
http://www.lexexakt.de/glossar/legaldefinition.php

  1. Sind solche Sätze noch zeitgemäss?

offensichtlich Ja

  1. Kennt jemand mehr Beispile für solche Sätze?

siehe in den Links
Definierte Grüße Grisu

  1. Ist der folgende Satz eine Legaldefinition?

„Alle Personenbeschreibungen gellten sinngemäss immer für
beide Geschelcechter.“

  1. Sind solche Sätze noch zeitgemäss?

  2. Kennt jemand mehr Beispile für solche Sätze?

Moin Olli,

Ad 1:

Von einer Legaldefinition spricht man, wenn das Gesetz selbst einen :Begriff definiert. Das geschieht oft durch einen Klammerzusatz.
Bekanntes Beispiel: „unverzüglich“

Also: ja

Ad 2:
Warum nicht?
Muss jeder Gesetzgeber den Wahn mitmachen, immer beide Geschlechter - Mitglieder und Mitgliederinnen, Buhmänner und Buhfrauen - zu benennen?

Ad 3:
s. o.

Gruß - Rolf

… ich bin verwirrt … :wink:
Hallo Rolf und Grisu

Erst mal vielen Dank für eure Antworten.

Trotzdem bin ich jetzt etwas verwirrt. Das liegt vermutlich daran, dass ich mich etwas unklar ausgedrückt habe. Wie ging das noch? 90% der Kommunikation seien Missverständnisse … :wink:

Also, ich wollte eigentlich wissen, wie solche einleitenden Sätze genannt werden, die ausschliessen, dass immer beide Geschlechter, also Frau und Mann, genannt werden müssen. Es ist nämlich extrem mühsam immer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Technikerinnen und Techniker etc. zu schreiben. Auch finde ich, dass es ein Dokument dadurch ziemlich unleserlich wird.

Kennt wer noch eine Link zu diesem Thema, möglicherweise mit mehreren Beispielsätzen, wie diese dauernde „Beidegeschlechternennung“ (wie heisst das genau?) elegant umgangen werden kann?

Gruss
Olli

männliche Form / weibliche Form
Hallo olli,

mehreren Beispielsätzen, wie diese dauernde
„Beidegeschlechternennung“ (wie heisst das genau?) elegant
umgangen werden kann?

bei uns gebräuchlich und vielleicht eine Alternative für dich:

[Text] Zukünftige Stipendiaten* … [Text]

*Aus Gründen der besseren Lesbarkeit schließt die männliche Form die weibliche Form im folgenden Text mit ein.

Gruß
Birgit

1 „Gefällt mir“

Hallo Birgit,

*Aus Gründen der besseren Lesbarkeit schließt die
männliche Form die weibliche Form im folgenden Text mit
ein.

Den finde ich gut. Sehr gewählt ausgedrückt … :wink:

Vielen Dank!

Gruss, Olli

Re: … ich bin verwirrt … :wink:
Hallo Olli,

Also, ich wollte eigentlich wissen, wie solche einleitenden
Sätze genannt werden, die ausschliessen, dass immer beide
Geschlechter, also Frau und Mann, genannt werden müssen. Es
ist nämlich extrem mühsam immer Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter, Technikerinnen und Techniker etc. zu schreiben.
Auch finde ich, dass es ein Dokument dadurch ziemlich
unleserlich wird.

Wer sagt denn, dass immer beide Geschlechter genannt werden müssen und nicht exemplarisch auch eines reicht?

Vergleiche doch einfach mal, wie das Bürgerliche Gesetzbuch z.B. „Verbraucher“ oder „Unternehmer“ definiert!

Es dürfte nicht zu bestreiten sein, dass auch Frauen „natürliche Personen“ sein können (vorausgesetzt das Spiel mit Barbie-Puppen in jungen Jahren hat ihr Schönheitsideal nicht allzu stark geprägt) und dass sie als solche auch Rechtsgeschäfte abschließen. Das macht sie laut BGB zu „Verbrauchern“ bzw. „Unternehmern“ und nicht zu „Verbraucherinnen“ bzw. „Unternehmerinnen“.

http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__13.html
http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__14.html

Allerdings weiß ich nicht, ob Frauen im Sinne des BGB auch „Arbeitnehmer“ oder „Schuldner“ sein können, und ob die folgenden Vorschriften bei „Arbeitnehmerinnen“ „Schuldnerinnen“ überhaupt entsprechend anwendbar sind, zumal das BGB auf entsprechende einleitende Definitionen von „Arbeitnehmer“ und „Schuldner“ verzichtet:

http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__619a.html
http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__720.html

Gruß Gernot

Re: … ich bin verwirrt … :wink:
Hallo olli,

Du meinst also die „inklusive Redeweise“; jene mithin, in der das jeweils andere Geschlecht beim Denken, reden, Schreiben mitgemeint und mitbenamst ist (oder sein soll)

Dazu hier ein hübscher Diskussionsbeitrag:
http://www.stjosef.at/dokumente/masc-repraesentalis_…

Gruß - Rolf

Re^2: … ich bin verwirrt … :wink:
Hallo Rolf

Du meinst also die „inklusive Redeweise“;

Ja, genau die meine ich.

Dazu hier ein hübscher Diskussionsbeitrag:
http://www.stjosef.at/dokumente/masc-repraesentalis_…

Danke für den Beitrag!

Gruss, Olli

Re^2: … ich bin verwirrt … :wink:
Hallo Rolf,

Du meinst also die „inklusive Redeweise“; jene mithin, in der
das jeweils andere Geschlecht beim Denken, reden, Schreiben
mitgemeint und mitbenamst ist (oder sein soll)

Dazu hier ein hübscher Diskussionsbeitrag:
http://www.stjosef.at/dokumente/masc-repraesentalis_…

„Hübsch“ kann ich es keinesfalls finden, wenn der Autor dieses Artikels aus der Tatsache, dass unsere Grammatik stets die männliche Form als Archilexem bei Personenbezeichnungen präferiert, gleich auch noch ein Weltbild ableitet, nämlich dass

  • Mann und Frau von Natur aus (…) un­ter­schiedliche Berufung haben;

  • die Polarität von Mann und Frau in ihrem Wesen Komplementarität (gegenseitige Er­gän­zung) bedeutet;

  • der Mann mehr nach außen tätig ist, die Frau hingegen nach innen gerichtet wirkt;

  • die Frau (wie überhaupt die Familie) in der Öffentlichkeit durch ihren Mann reprä­sentiert ist.

Ich zitiere mal Luise Pusch aus ihrem Aufsatz „Der Mensch ist ein Gewohnheitstier“, dem zweiten Kapitel in ihrem Standardwerk „Das Deutsche als Männersprache“:

„Bei den Personenbezeichnungen ist alles klar: Wenn es ein Archilexem gibt, dann ist es das Maskulinum. Bei den Nutztieren wird anscheinend das nützlichere Geschlecht zum Archi: HUHN/Hahn, GANS/Gänserich, ENTE/Enterich, Erpel, KUH/Stier, Ochse, ZIEGE/Ziegenbock. Bei den Raubtieren der männliche Gegner des Mannes (das starke Geschlecht?): LÖWE/Löwin, WOLF/Wölfin, BÄR/Bärin, TIGER/Tigerin, LEOPARD/Leopardin. Bei den relativen Adjektiven wird dasjenige zum Archi, das das Mehr der jeweiligen Dimension bezeichnet: Wie GROSS/? klein, LANG/? kurz, BREIT/? schmal, DICK/? dünn, ALT/? jung, SPÄT/? früh ist es? Das Archilexem Tag hat gegenüber Nacht die positiveren Konnotationen. Zum Archi wird also anscheinend das jeweils Wichtigere, Größere, Positivere. Wie schön für und Frauen.“
ISBN:3-518-11217-1 Buch anschauen
(interessant: bei AMAZON firmiert Luise Pusch hier als „Autor“ und nicht als „Autorin“.

Ich kann die Frauen nur bewundern, die da inzwischen drüberstehen, von Schrägstrich-Unsitten wie man/frau Abstand nehmen, sich selbstbewusst mit dem unbestimmten Pronomen „man“ (mit)meinen und auch nichts damit am Hut haben, wenn „man“ sie als „Autor“ bezeichnet.

Durch einen Text wie den von dir verlinkten werden Frauen aber bestimmt immer noch auf eine harte Probe gestellt.

Allen Ernstes, Rolf: Aus welcher Mottenkiste hast du denn dieses HTML-Dokument ausgegraben? Wir wollen mal gnädig zugute halten, dass seit dessen Veröffenlichung ja nun auch schon fast ein Jahrzehnt vergangen ist.

Gruß Gernot

1 „Gefällt mir“

Naja, vielleicht hätte ich doch nicht „hübsch“ sagen sollen. Das war eigentlich als ironische Distanzierung gemeint, aber mein Sprachgebrauch ist wohl nicht so allgemein verständlich wie ich das gerne hätte.

Gruß - Rolf

zwei Seelen in unserer/en jeweiligen Brust/Brüsten
Hallo Rolf,

uns alle (ich unterstelle: auch Frauen, sonst widersprecht!) nerven mittlerweile diese sperrigen Schrägstrich-Gesetzes- und -Verodnungstexte:

Mit Rücksicht auf die Gleichbehandlung beider Geschlechter meint man mittlerweile zwanghaft, darin immer beide Geschlechter explizit nennen zu müssen. Dabei büßen diese Texte auch noch das letzte Bisschen an Verständlichkeit ein, das die JuristInnen, die sie formulieren, da ansonsten noch hätten bestehen lassen.

Ebenso nerven uns Sonntagsredner und Sonntagsredner unter Politikern und Politikern , Gewerkschaftern und Gewerkschaftern etc., die zwar jede Personenbezeichnung aus Gründen des „Gendermainstreaming“ verdoppeln, dabei das eigentlich mo(ti)vierende Suffix unbewusst aus Gründen der Sprachökonomie verschlucken.

Das Anliegen, dass alle Menschen vor dem Gesetz gleich sein sollten, das haben bis auf ein paar Ewig-Gestrige doch alle! Abgesehen von wenigen Ausnahmen (z.B. Wehr-Ersatz-Pflicht nur für Angehörige männlichen Geschlechts) tragen die Gesetze in Deutschland dem ja auch Rechnung:

Kein Gericht käme auf die Idee, ein Gesetz nur auf männliche Arbeitnehmer anzuwenden, nur weil es „Arbeitnehmer“ nicht explizit so definiert, dass es sich dabei um „Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen“ handelt.

Der vorausschickende Satz

Arbeitnehmer im Sinne dieses Gesetzes können auch Arbeitnehmer weiblichen Geschlechts sein

wäre im Gegenteil an subtiler Geschlechts-Diskriminierung kaum zu überbieten.

Unsere deutsche Sprache ist –im wahrsten Sinne des Wortes– nun mal auf patriarchalem Mist gewachsen und weil sie anders als etwa das Englische darüber hinaus auch noch an den drei grammatischen Geschlechtern und an äußerer Flexion festhält, tun wir uns schwer, einen Satz wie

„Yesterday my physician married my pharmacist.“

korrekt ins Deutsche zu übersetzen.
(Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin oder Ihren Apotheker oder Ihre Apothekerin!)

Das Deutsche ist einfach unheilbar seelenkrank, damit müssen wir leben!

Apropos, du als Pfarrer -wenn auch im Ruhestand- musst es ja wissen:
Wie lautet das zehnte Gebot in politisch korrektem Deutsch?

Luise Pusch -obwohl selbst bekennende Lesbe- hat nämlich angesichts des zehnten Gebots ( Du sollst nicht begehren deines nächsten Weib ) Zweifel, ob sie sich mit dem du auch bei den vorausgehenden neun Geboten überhaupt angesprochen fühlen soll!
http://www.luisepusch.de/buecher/autobiographisch.html

Gruß Gernot

PS:

Naja, vielleicht hätte ich doch nicht „hübsch“ sagen sollen.
Das war eigentlich als ironische Distanzierung gemeint, aber
mein Sprachgebrauch ist wohl nicht so allgemein verständlich
wie ich das gerne hätte.

Ich bin selbst vor kurzem von einem Teammitglied angehalten worden, meinen Sarkasmus doch immer schön mit Smileys zu kennzeichnen. Aber das lehne ich ja total ab, wozu sollte ich dann noch sarkastisch sein? Dann ist ja der Witz weg, dann kann ich es gleich lassen!