Hallo Experten!
Grad bin ich über Lukas 8,27-30 gestoßen.
Jesus fragt einen von Dämonen besessenen Mann nach seinem Namen und dieser antwortet: „Mein Name ist Legion…“
Wie interpretiert ihr dieses „Legion“?
Seid gegrüßt
Uwe
Hallo Experten!
Grad bin ich über Lukas 8,27-30 gestoßen.
Jesus fragt einen von Dämonen besessenen Mann nach seinem Namen und dieser antwortet: „Mein Name ist Legion…“
Wie interpretiert ihr dieses „Legion“?
Seid gegrüßt
Uwe
hi
ich interpretiere das als militärische einheit
wie bei den engelchören
fe
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Hallo Uwe,
„Mein Name ist Legion…“
mein Kommentar interpretiert das als „große Anzahl von Dämonen, die von dem Mann Besitz ergriffen haben“, er ist also quasi nicht mehr „er selbst“, sondern „viele“ im Sinne von „viele Böse“.
Herzliche Grüße
Thomas
ergänzung
es handelt sich ja um einen bzw mehrere dämonen.
es ist anzunehmen, daß man den bösen geistern ähnliche hirarchische strukturen zuordnete,wie den guten geistern-engeln, deren chöre ebenfalls eine bestimmte struktur aufweist.
fe
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Dämonen
Hi Uwe
diese Stelle Lk 8.27ff und analog Mt 5.9 entspricht ganz und gar den bereits in der babylonischen Dämonologie bekundeten Techniken der Dämonenabwehr: Man muß ihre Namen kennen, um Macht über sie zu gewinnen. Auch daß Dämonen dann in andere Objekte (hier in die Schweineherde) getrieben werden, ist sozusagen „klassisch“.
Daß dieser hier allerdings brav und gehorsam seinen Namen preisgibt, darüber haben in der Rel.-Wissenschaft schon viele Köpfe geraucht … Der Name λεγιων legion, was man mit „(Ver)Sammlung, Vielheit“ übersetzen kann (es hat mit dem lateinischen militärischen Begriff legio nur indirekt zu tun), drückt eine einfache dämonologische Gegebenheit aus, die in allen bekannten Kulturen zu finden war: Dieselben Dämonen treten sowohl als Einzelgestalten auf, als auch in Form einer Gruppe, als auch in der Form abstrakter Vielheiten. Dieser hier, über den über dieses Zitat hinaus nichts weiter bekannt ist, bevorzugt offenbar die Erscheinungsform der Vielheit.
Gruß
Metapher
Hallo Uwe,
Grad bin ich über Lukas 8,27-30 gestoßen.
Jesus fragt einen von Dämonen besessenen Mann nach seinem
Namen und dieser antwortet: „Mein Name ist Legion…“
Wie interpretiert ihr dieses „Legion“?
Es ist lateinisch und steht fuer „Viele“. Daher auch der militaerische Begriff „Legion“ im alten Rom, was eine bestimmte Anzahl von Soldaten in einer zusammengehoerigen Einheit meinte. Die allgemeinsprachliche Bedeutung hier aber ist einfach „viele“ und hat mit einer militaerischen Einheit (Einheit im doppelten Sinne als Anzahl UND Begriff (wie „die 7.te Division des Heeres X“ und die typische Rahmenanzahl von Soldaten fuer eine eigenstaendige Division im Heer) nichts zu tun, anders als weiter unten in Antworten steht.
Mithin sagt er: „Wir sind viele“ oder auch „Ich bin mehr als Einer“ oder „In mir ist mehr als ein Ich“, mithin leidet hat er schlichtweg an Schizoprhenie. Da es damals noch nicht weit her war mit der Medizin und der Bestimmung „mysterioeser“ Krankheiten, galt ein Schizophrener als einer, der von boesen Geistern (Plural!
besessen war. Jesus hat ihn laut NT davon geheilt.
viele gruesse, peter
Hi Metapher
Daß dieser hier allerdings brav und gehorsam seinen Namen
preisgibt, darüber haben in der Rel.-Wissenschaft schon viele
Köpfe geraucht …
dabei ist die Lösung so nahe 
„Als er aber Jesus sah, schrie er auf und fiel vor ihm nieder und rief laut: Was willst du von mir, Jesus, du Sohn Gottes des Allerhöchsten?“
(Luk.8,28)
Jesus hatte Autorität, der Dämon musste Jesus gehorchen.
Er hat Jesus als Sohn Gottes angesprochen. Und zwar zu einer Zeit, als das den Jüngern noch gar nicht bewusst war.
Gruss Harald
Jesus als Dämonendompteur
Hallo Harald,
Daß dieser hier allerdings brav und gehorsam seinen Namen
preisgibt, darüber haben in der Rel.-Wissenschaft schon viele
Köpfe geraucht …
Jesus hatte Autorität, der Dämon musste Jesus
gehorchen.
dass scheint mir nur haltbar, wenn man die Bibel wortwörtlich verstehen will, was aber bekanntlich zu einigen Inkonsistenzen führt (nein, Schärer Beat, ich habe kein Bedürfnis, das hier erneut zu diskutieren! - entschuldige bitte die Parenthese, Harald).
Wenn das nämlich so wäre, dass er gehorchen musste, dann stellt sich die Frage, wie denn eine Versuchung überhaupt möglich gewesen sein kann. Damit fiele dem nämlich auch die Menschwerdung, die doch ziemlich zentral ist, zum Opfer, denn dann wäre Gott in Jesus eben nur teilweise Mensch geworden und eben in einem wesentlichen Punkt nicht.
Herzliche Grüße
Thomas Miller
Hallo Harald, Hallo Thomas,
dass scheint mir nur haltbar, wenn man die Bibel wortwörtlich
verstehen will
nein, das ist sofort verständlich, wenn man nicht religionswissenschaftlich, sondern bibeltheologisch (also im Aussagesinn dieser Texte) denkt: mit der Menschwerdung Jesu Christi ist in der Heilsgeschichte ein neues Zeitalter angebrochen, das die bisherige Ordnung auflöst und den Menschen aus seiner - aus jeder - Knechtschaft erlöst.
lg
Täubchen
PS @ Thomas: jetzt habe ich mich an zwei Artikel von Dir kritisch angehängt - da steckt kein Plan oder keine Animosität dahinter, es hat sich zufällig aus den Threads so ergeben … T.
Hallo,
das ist sofort verständlich, wenn man nicht
religionswissenschaftlich, sondern bibeltheologisch (also im
Aussagesinn dieser Texte) denkt
stimmt, jedenfalls ist das möglich. Aber dass ich nicht dogmatisch (im positiven theologischen Sinn) denke, weil es mir nicht um Lehrinhalte, sondern um Logik geht, dürfte doch klar sein, oder? Damit einher geht natürlich, dass ich meine, dass Andere genauso denken (sollten), aber das schien mir hier nicht notwendig zu betonen.
mit der Menschwerdung Jesu
Christi ist in der Heilsgeschichte ein neues Zeitalter
angebrochen, das die bisherige Ordnung auflöst und den
Menschen aus seiner - aus jeder - Knechtschaft erlöst.
Der Zusammenhang will mir nicht einleuchten. Soll das heißen, dass mit der Menschwerdung keine Sünde, keine Versuchung mehr existiert?
PS @ Thomas: jetzt habe ich mich an zwei Artikel von
Dir kritisch angehängt - da steckt kein Plan oder keine
Animosität dahinter, es hat sich zufällig aus den Threads so
ergeben … T.
Haha, danke für die Auskunft! Nein, das hatte ich nicht vermutet. Aber es ist ja immer gut, das zu betonen.
Herzliche Grüße
Thomas
Bei der Version, die in Markus steht, ist implizit, quasi zwischen den Zeilen, doch auf die römische Besatzungsmacht angespielt. Der Dämon bittet Jesus „im Land bleiben zu können“ und nimmt damit - für jüdische Ohren abscheulich - in Kauf, in die unreine Schweineherde zu gehen, dass er am Ende im See landet, ist nochmal eine besondere Pointe
(Vgl. dazu den Kommentar von Gnilka - den besten Mk-Kommentar, wie ich finde)
Habt vielen Dank! owT
-)
Hallo Thomas,
Jesus hatte Autorität, der Dämon musste Jesus
gehorchen.dass scheint mir nur haltbar, wenn man die Bibel wortwörtlich
verstehen will, was aber bekanntlich zu einigen Inkonsistenzen
führt
nicht unbedingt 
Man kann die Sache durchaus logisch angehen.
Es gibt in der Geisteswelt eine Hierarchie.
Und der Dämon steht eben weiter unten 
Wenn das nämlich so wäre, dass er gehorchen musste, dann
stellt sich die Frage, wie denn eine Versuchung überhaupt
möglich gewesen sein kann.
Die Versuchung hat aber Luzifer persönlich durchgeführt. Und er war nicht erfolgreich, weil Jesus den Heiligen Geist als Beistand hatte.
Damit fiele dem nämlich auch die
Menschwerdung, die doch ziemlich zentral ist, zum Opfer, denn
dann wäre Gott in Jesus eben nur teilweise Mensch geworden und
eben in einem wesentlichen Punkt nicht.
In welchem Punkt wäre Jesus dann nicht Mensch gewesen?
Die Dämonen waren ja auch den Jüngern gehorsam (Lk.10,17; Apg.19,15)
Gruss Harald