Hallo!
Dann will ich mich mal als jemand äußern, der auch in Bayern studiert und ein wenig Ahnung hat… 
Und zwar für die Fächer Geschichte, Englisch und
Erdkunde am bayrischen Gymnasium.
In Bayern studiert man für gewöhnlich nur zwei Fächer, du also zum Beispiel Geschichte und Englisch. Erdkunde wäre dann dein Erweiterungsfach (oder du machst es anders, wie auch immer). Dann musst du Englisch und Geschichte „ganz normal“ nach Prüfungsordnung studieren (Englisch: http://www.servicestelle.bayern.de/bayern_recht/rech… - Geschichte: http://www.servicestelle.bayern.de/bayern_recht/rech…).
Für gewöhnlich fängt man aber im ersten Semester an und nicht mit dem Staatsexamen
Also suchst du dir die Zwischenprüfungsordnung (die ZP macht man gewöhnlich nach dem 4. Semester, manche machen sie nach dem 3., andere nach dem 5. In Erlangen z.B. gibt es in Geschichte gar keine Zwischenprüfung mehr, da ist das Grundstudium sehr modularisiert wurden und du kannst hier: http://www.uni-erlangen.de/universitaet/organisation… unter „Geschichte“ sehen, was du für Module besuchen musst) und guckst, ob du dir deine Vorlesungen, Seminare und Übungen selbst heraussuchen darfst (aus dem Vorlesungsverzeichnis, das es meist auch online gibt) oder ob die Kurse vorgegeben sind (im Grundstudium muss man meist viele Dinge machen, die „Einführung in…“ heißen und Pflicht sind).
Zusätzlich zu den in der ZP-Ordnung geforderten Scheinen (so nennt es sich, wenn man in einer Veranstaltung eine Leistung erbracht hat und diese bescheinigt kriegt) sollte man sich hin und wieder mal in eine Vorlesung setzen. Ich glaube, es werden so 20 Lehrstunden in der Woche (nennt sich SWS - Semesterwochenstunden) empfohlen.
Nach der Zwischenprüfung kommt das Hauptstudium. Was hier gefordert wird, kannst du in der Lehramtsprüfungsordnung nachlesen.
Bleiben wir beim Beispiel Geschichte: Dort steht in der Prüfungsordnung geschrieben, dass Felix ein Hauptseminar aus der Alten oder Mittelalterlichen Geschichte machen muss. So weit, so gut. Dann geht Felix einfach auf die Seite seiner Uni (welcher?) und schaut im Vorlesungsverzeichnis, was ihn denn so interessiert. Und siehe da, an seiner Uni (wir nehmen einfach mal Erlangen) gibt es ein Hauptseminar mit dem Titel „Die römische Republik in der Krise“. Und wenn Felix Glück hat
, kommt er auch in dieses Seminar rein, denn sowohl Englisch als auch Geschichte und Erdkunde sind restlos überlaufen.
Dann macht also Felix in den Semestern 5 bis 8 die geforderten Scheine und meldet sich dann zum 1. Staatsexamen an. Natürlich kann man auch länger brauchen.
Upps, vergessen: Zwischendurch (oder gleichzeitig) muss der angehende Lehrer auch noch das erziehungswissenschaftliche Examen ablegen. Man macht in Bayern eine schriftliche und zwei mündliche Prüfungen und kann dabei selbst zwischen Schulpädagogik, allgemeiner Pädagogik und Psychologie wählen. Der Lehrer in Bayern muss, wenn er sich zum erziehungswissenschaftlichen Examen meldet, nie (!) eine erziehungswissenschaftliche Lehrveranstaltung besucht haben! Aber es wird dringend angeraten, sich doch mal in eine Vorlesung oder ein Seminar zu setzen und nicht nur aus Büchern zu lernen (v.a. auch, um die Prüfer mal kennenzulernen).
Die Prüfungen des 1. Staatsexamens müssen (!) alle in einem Prüfungszeitraum abgelegt werden (außer Erziehungswissenschaften, die darf man auf das 7. Semester vorziehen (wozu ich dringend rate, denn sonst wird das echt zuviel)), d.h. z.B. für mich, dass ich im Prüfungszeitraum „Frühjahr 2008“ alle (!) meine mündlichen und schriftlichen Prüfungen meiner beiden Fächer (die gleichwertig sind, es gibt keine Haupt- und Nebenfächer) zwischen Februar und Juni ablegen werde.
Einzige Ausnahme: Bei einigen Fächern ist es möglich, „unwichtigere“ Prüfungsteile, meist mündliche Prüfungen, um ein Semester vorzuziehen. Bei Deutsch ist das eine Prüfung, bei Sozialkunde geht es gar nicht. Wie es bei deinen Fächern ist, müsstest du dann selbst herausfinden.
Also, ich besuche Vorlesungen - was für welche denn?
Du besuchst nicht ausschließlich Vorlesungen, sondern auch Seminare, Übungen, bei Englisch auch irgendwelche Sprachkurse usw. Solltest du dich entscheiden, Erdkunde als eines deiner beiden Fächer zu nehmen, kommen noch Exkursionen hinzu.
Der Unterschied bei diesen Veranstaltungen ist der Arbeitsaufwand. Während man bei einer Vorlesung eher passiv ist und zuhört, muss man bei einem Seminar meist ein Referat übernehmen oder eine Diskussionsgruppe leiten. Bei einer Übung muss man üben
und bei Exkursionen raus an die frische Luft und irgendwelche Aufträge erfüllen.
Und muss ich alle drei
Fächer gleichzeitig abschließen?
Nein, aber wie gesagt, du musst deine beiden Fächer gleichzeitig abschließen. Dein Drittfach, das in Bayern Erweiterungsfach heißt, kannst du entweder gleichzeitig (wovon dringend abgeraten wird), während deiner Wartezeit aufs Referendariat, während des Referendariats oder später aus einer Anstellung heraus ablegen. Und wenn du Lust hast, kannst du dann auch noch Mathe, Darstellendes Spiel oder Russisch machen…
Heißt: In deinem Erweiterungsfach brauchst du keine Scheine! Du wachst also eines morgens auf (nehmen wir an, kurz nach dem Referendariat) und entscheidest dich, im nächsten Prüfungszeitraum das 1. Staatsexamen in deinem Erweiterungsfach abzulegen. Du musst nie eine Vorlesung, nie ein Seminar besucht und nie einen Dozenten gesehen haben!
Das zweite Problem, das ich hab, ist, dass ich dass Latinum
für Englisch und Geschichte nachholen darf - Juhu!! Ein
Student hat mir geraten, das via Fernstudium in Hessen zu
machen, da es dort „einfacher“
Fernstudium ist schön und gut, aber schaue dir bitte vorher die Preise an, denn die können einen setzen!
Ich habe auch das Latinum nachgeholt. An meiner Uni werden Latinumskurse über drei Semester angeboten, die jeweils 4 SWS haben. Jeder schließt mit einer kleinen Klausur. Erst nach dem 3. Semesterkurs sind wir alle an ein Gymnasium gefahren und haben uns dort von einem Lateinlehrer prüfen lassen. Die Prüfung war hammer, der Aufwand über die drei Semester auch, aber am Ende haben alle bestanden und mehrere 100 Euro gespart. In Erlangen ist es auch so, dass man den zweiten Kurs in den Semesterferien machen kann und somit insgesamt nur zwei Semester braucht.
So, ich hoffe, ich konnte ein wenig helfen. Wenn du noch Fragen hast, bin ich ganz Ohr 
Es grüßt
die Lidscha